
sondern ganz definitiv regelmäßig geben.

Literatur und Fernsehen waren sowieso nie in Einklang zu bringen. Vielleicht hift diese ganze Debatte, das Fernsehen wieder auf seine ursprüngliche Bedeutung zurück zu führen: die Vermittlung visueller Eindrücke. Experimente wie kürzlich auf 3Sat, die Übertragung einer Verdi-Oper aus der Bahnhofshalle in Zürich, sind da völlig fehl am Platze. Oper ist in erster Linie ein akkustisches Ereignis. Wer noch etwas Optik dazu benötigt, kann sich eine Musik DVD besorgen. Hören und Lesen sind zur Vermittlung von Kultur und Information die weitaus besseren Medien, da sie den Rezipienten veranlassen, sich besser auf das Inhaltliche zu konzentrieren.

1.) Das deutsche Rundfunksystem ist das teuerste der Welt. Da kann man nicht argumentieren, das Programm anderswo in der Welt sei noch schlechter . Wer mehr nimmt, muß auch mehr bieten. 2.) Wer Qualitätsfernsehen sehen will, sollte sich im Bayerischen Fernsehen mal die Wissenssendungen von Heinz Haber aus den sechziger Jahren ansehen (werden leider nur in tiefer Nacht gezeigt). Dieser Wissenschaftler kam noch ohne eine Flut bunter Bildchen und verwirrender Computer-Animationen explodierende Sterne aus, um einen wissenschaftlichen Sachverhalt unterhaltsam aber ernsthaft und erwachsen zu erläutern. 3.) Das Ärgerlichste am öRR aber sind die ständigen politischen Manipulationsversuche, die Rotlichtbestrahlung, die Schlagseite nach links, das Ausklammern und Tabuisieren bestimmter Meinungen, das Weglassen oder Verdrehen von Ereignissen; zwar nicht ganz so plump, wie das DDR-Fernsehen, aber dafür umso wirkungsvoller. Der öRR ist für ALLE Rundfunkzahler da, (übrigens auch für die 9% der Sachsen, die NPD gewählt haben). Mit welchem Recht filtert der öRR eigentlich bestimmte Meinungen und Themen aus?

Das lässt sich erkennen, wofür der "Rückkanal" im Internet auch sehr sinnvoll genutzt werden könnte: als Sammelstelle für das Zuschauerfeedback. Allerdings sollte man aufpassen, dass man die Sache richtig anstellt. Ansonsten käme zu den Quoten nur eine weitere Maßzahl hinzu, die aus den Feedbackstatistiken gewonnen würde. Der Chat oder ein anderer Mechanismus, der dem Zuschauer das Formulieren einiger Sätze abverlangt, wäre dann schon besser.

Natürlich, in anderen Ländern ist es viel schlimmer! Und wir orientieren uns brav an schlechteren Verhältnissen. Seht her - bei uns ist die Welt noch in Ordnung! Was soll diese unqualifizierte Aussage? Solange Wirrköpfen wie Bohlen & Co im TV eine Basis geboten wird, ist gar nix in Ordnung. Klar, die Bevölkerung braucht Zerstreuung nach getaner Arbeit und Bohlen bringt Quote. Das öffentlich-rechtliche orientiert sich mehr und mehr am Privatfernsehen. Und das ist schon schlechter als im Ausland!! Und die Aussage, dass niveauvolle Fern-Seher länger aufbleiben, als der Durchschnits-Glotzer, der alles schaut was läuft, sollte die Chefs der öffentlich-rechtlichen nicht davon abhalten, mal am Nachmittag eine gut recherchierte Reportage über das CERN zu bringen oder einen politischen Reisebericht aus China. Aber nein, das schauen ja de Malocher net. So ein Unsinn!! Wir haben unseren Fernseher schon seit langem abgeschafft und in dem Mietshaus, in dem ich wohne, gibt es mitterweile keinen mehr, der seinen Fernsehen zum Empfang der verblödenden und Angst machenden - mit Verlaub - Scheisse, die da über den Äther kommt, bereit hält. Die Tage dieses Mediums sind gezählt ...

Nach dem Lesen des FAZ-Artikels (was zugegebenermaßen an diesem liegen mag) habe ich wieder den Eindruck, daß auch Herr Marmor in Schwarz/Weiß denkt, wenn auf der einen Seite genannt wird, daß der Zuschauer ein Recht auf Entspannung habe, auf der anderen Seite aber anspruchsvolle Dokus genannt werden. Meine lieben Damen und Herren, vielleicht mag es Sie überraschen, aber es gibt noch Graubereich dazwischen, der nicht lediglich darin besteht, daß man die Sendung für drei Reich-Ranicki-Minuten anhält und in die Unterhaltungssendung einen anspruchsvollen Part einbaut, der eigentlich nur Fremdkörper sein kann! Das hat vermutlich auch Gottschalk trotz Privatgespräch mit Reich-Ranicki nicht verstanden. Gerade Reich-Ranickis Literatursendung hatte immer diesen Unterhaltungsaspekt, wofür er von einigen gescholten wurde, aber dennoch war es genau der richtige Weg. So haben sich diese Sendungen auch Leute angesehen, die nicht täglich mit der Nase vor der Belletristik sitzen. Lernen wir hingegen irgendwas Relevantes aus "Wetten dass ...?"?

Was mich beim ÖRR stört, ist -einzig und allein- die Gebührenfinanzierung. Ansonsten kann ich, bzw. können wir uns nicht über Qualitätsfragen erhitzen, weil wir, bis auf ganz wenige Ausnahmen, im Durchschnitt max. 20 Minuten am Tag fernsehen. Die große Menge der angebotenen Inhalte interessiert uns einfach nicht. Sollte unser Fernseher 'mal seinen Geist aufgeben, werden wir uns, ohne eine Träne zu vergiessen, bei der GEZ abmelden.

Er wars, der die Debatte losgetreten hat. Das ist ein großer Verdienst, das sollte man nicht vergessen.