Jüngstes Beispiel für die fernsehgerechte Inszenierung des Kinos: Nina Hoss in “Anonyma“

Deutscher Film

Große Leinwand, kleines Format

Immer mehr Kinofilme sehen wie Fernsehfilme aus - berechenbar, verkitscht, standardisiert. Weil Fernsehredakteure in Filmfördergremien sitzen, trimmt das Fernsehen das Kino auf Sendetauglichkeit - und zwängt es in ein schlichtes Korsett. Von Peter Körte

Lesermeinungen zum Beitrag

31. Oktober 2008 15:26

Hervorragender Artikel

Hans-Hasso Stamer (Mac4ever)

Auch die hier zu Recht beklagte Standardisierung der Ausdrucksmittel ist eine Nebenwirkung des globalisierten Konkurrenzdrucks. Solcherlei produzierte Filme sind eben auch hinsichtlich der Einschaltquoten (und es geht ja immer ums Geld) berechenbarer als Experimente, die schief gehen können. Leider ist das so. Ich habe u.a. deshalb vor 8 Jahren TV abgeschafft und lebe prima "ohne". Und es gibt immer noch gute Filme auf DVD. Und ein 50"-Bildschirm (ohne TV-Tuner) bringt auch etwas mehr Kinoappeal (mit den richtigen Filmen). "Keinohrhasen" habe ich mir angesehen. Ich fand ihn ziemlich mäßig. Offenbar bin ich nicht allein mit dieser Einschätzung:-)

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28. Oktober 2008 22:36

Missbrauch tragischer Ereignisse deutscher Geschichte

heide Roscherh (heiro17)

Tragische Ereignisse deutscher Geschichte, wie Flucht und Vertreibung und Massenvergewaltigungen werden seicht und ohne seelische Beteiligung dem Kommerz geopfert

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27. Oktober 2008 15:26

Stimmt traurig, aber stimmt ...

Peter Zentner (Caterwaul)

... leider, wie ich hinzufügen muss. Vielen Dank an Peter Körte für diese mutige, treffende und traurige Diagnose, die naturgemäß zu keiner Therapie führen wird. Lasst uns nicht hoffen, dass Herr Körte auch Drehbücher schreibt; nach diesem Artikel wird er keines an den Mann oder an die Redakteurin bringen. Die sind nämlich sehr schnell beleidigt, wenn man ihnen reinen Wein einschenkt. Nach ihren Lieblingsfilmen befragt, nennen sie aber stets solche, die qualitativ, filmsprachlich, in Plot und Unterhaltungswert meilenweit über der standardisierten Konfektion stehen, die sie durchwinken. Diese Haltung gilt auch für große Teile der Gegenwartsliteratur, für Pop und Rock, für die bildende Kunst. Wir lieben Fast Food, im Vorbeigehen konsumierbare Kicks. Und wir befreien unsere Kultur seit vielen Jahren von Denkanstößen, Zweifeln, Erlebnissen, Ecken und Kanten — bis sie so biegsam und glitschig ist wie ein Aal, der uns durch die Finger gleitet. Der nächste Aal, denken wir, kommt bestimmt und bringt uns den ultimativen Kick. Er kommt, na klar, ist aber noch glitschiger als sein Vorgänger. Glotze aus, Goethe und P.G. Wodehouse lesen (beide im Original, versteht sich), und man hat eine frappant wirksame Alternative für die Nacht.

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27. Oktober 2008 14:08

Passend ...

Christian Wächters (chw1981)

... zum Vorfilm über die "Massenfilmhaltung", der in den Kinos so häufig gezeigt wird und mit dem Spruch endet: "Kino: dafür werden Filme gemacht!". Der Artikel ist sehr gelungen und hilft, die Güte der (Kino-)filme zu beurteilen.

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