So sieht man sie selten: Der eine (Gottschalk) jubelt glücklich, der andere (Jauch) staunt stumm

Reich-Ranicki und Gottschalk

Mit Kafka zur Fernseh-Million

Sie lohnt sich also sogar im Fernsehen: die Bildung. Das haben am Donnerstagabend Thomas Gottschalk und Marcel Reich-Ranicki im zuweilen bildungsfernen Programm von RTL unter Beweis gestellt - und wurden mit Kafka Millionär für einen guten Zweck. Von Michael Hanfeld

Lesermeinungen zum Beitrag

22. November 2008 23:01

Das soll Bildung sein, Herr Hanfeld?

Nicolas Hepp (Martin1950de)

Bildung ist doch wohl kein völlig zusammenhangloses Einzelwissen, sondern ist und bleibt gedankliche Duchdringung eines Wissensgebiets oder Sachverhalts. In diesem Fall erkennt jeder halbwegs Gebildete die völlige Durchkomponierung einer solchen Show von vorne bis hinten. Sie glauben doch wohl nicht im Ernst daran, dass die Millionenfrage mit Herrn Reich-Ranicki als 'Joker' und der ZDF-Diskussion zwischen Herrn Gottschalk und ihm in der kollektiven Erinnerung wirklich rein zufällig eine Literaturfrage war? Was wäre das für ein fast unglaublicher Zufall bei einer Sendung, die ansonsten so gut wie nichts dem Zufall überlies. Wer etwas Bildung hat, sieht das sofort inklusive vorab die Reihenfolge der Kandidaten. Multimillionäre in Umarmung. Hauptsache, die Gage stimmt. Der Verzicht für wohltätige Zwecke gilt ja nur für die 'Gewinnsumme'. Mein Eindruck: Schauspielerei und ein großes Stück Verlogenheit.

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21. November 2008 14:46

Kafka Hauptthema bei FAZ.net

Falk Hammer (FalkHammer)

Kafka war das einzige Thema das bei der FAZ haeufiger und intensiver behandelt wurde als Obama und die olympischen Spiele, jeder der da ordentlich mitgelesen hat muesste wissen das Dora seine letzte Lebensgefaehrtin war.

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21. November 2008 10:30

Jeder bekommt das was er verdient!

Roland Stumpp (Kieler2008)

Nachdem sich gestern Abend die 2 größten Kapitalisten des Deutschen Showbusiness ein eindrucksvolles Stelldichein gaben, und dem gutgläubigen Klientel vermitteln konnten was sie doch für großherzige Menschen sind, ist die Fernsehgeschichte wieder um ein Spektakel reicher. Der RTL Spendenmarathon hat wieder alles aufgeboten was Geld bringt! Selbst Herrn Hanfeld konnte man aktivieren, der 10 Minuten nach Sendeschluss bereits einen fertigen Artikel präsentierte. Ich finde das zollt Respekt!

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21. November 2008 10:23

Kafka ...

Christian Allgeier (christian09)

... war dieses Jahr Thema im Deutschabitur. Marcel Reich-Ranicki war also wohl nicht der einzige Mensch der bei der Beantwortung dieser Frage hätte helfen können. Ich selbst konnte mich zumindest noch gut genug an den Unterricht erinnern, um zu wissen, dass Dora Diamant Kafkas letzte Lebensgefährtin war. Bei den gegebenen Antwortmöglichkeiten war diese Frage für jeden, der jemals auch nur ansatzweise mit Franz Kafkas Biografie in Berührung kam, nicht sonderlich schwer zu beantworten.

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21. November 2008 09:59

Die Eisenbahnreisenden auf der Bühne ihres Auswendiggelernten

Stephanie Reyntjes (StephanieRe)

Franz Kafka: F.K.: Eisenbahnreisende Wir sind, mit dem irdisch befleckten Auge gesehn, in der Situation von Eisenbahnreisenden, die in einem langen Tunnel verunglückt sind, und zwar an einer Stelle, wo man das Licht des Anfangs nicht mehr sieht, das Licht des Endes aber nur so winzig, daß der Blick es immerfort suchen muß und immerfort verliert, wobei Anfang und Ende nicht einmal sicher sind. Rings um uns aber haben wir in der Verwirrung der Sinne oder in der Höchstempfindlichkeit der Sinne lauter Ungeheuer und ein je nach der Laune und Verwundung des Einzelnen entzückendes oder ermüdendes kaleidoskopisches Spiel. ** Und als draußen an Schilder "Sie leben in von Wirbel und Werbung, und Bild-, äh: Wildung verstellten Kulissen" vorbeisausten, nahmen sie die Zeichen nicht wahr; weil sie in Mitten eines Wirbelssturms sich eingerichtet hatten. (St.R.)

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21. November 2008 09:11

Schön passend

Anette Holländer (Gravitationsstrudel)

Die Sendung hatte - zugegeben - schon ihren Unterhaltungswert, allein schon wegen dieser permanent winkenden und singenden Schwestern (sind die wirklich so naiv, wie sie sich darstellten???). Aber waren das nicht ein bisschen zu viele komische Zufälle? Die Reihenfolge, in der die Promis in die Mitte kommen, steht ohnehin schon vorher fest. (Bisher konnte ich bei jedem Prominenten-Special die Reihenfolge voraussagen - es hat immer gepasst!) Dann bekommt die Bauernfreundin die Euterfrage, die Jacob Sisters müssen sich ein ums andere Mal an diesen doppelsinnigen Fragen blamieren (Stichwort: "Urinstinkt"), und zur Krönung glänzte Thomas Gottschalk am Ende mit dem wohl passendsten Telefonjoker der Welt bei der Kafka-Frage. Da war zu vieles inszeniert. Schade eigentlich. Die Sendung bräuchte das meines Erachtens nicht. Sie wäre mit ein paar Promis aber ganz normalem zufälligen Ablauf interessant genug. Oder bin ich jetzt die Naive?

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21. November 2008 09:09

Kafka war ...

Dirk Walbrühl (Kelen)

... bei mir noch Prüfungsstoff in der Schule, und das ist keine 10 Jahre her. Heute darf nicht mal mehr Goethe im Abitur geprüft werden; zu schwer, heisst es. So stimmt mich die Meldung eher nachdenklich. Hätte niemand sonst die Frage beantworten können? Lohnt sich Bildung nur in Fernsehquizshows? War die Frage wirklich Zufall in einer hochinszenierten Medienwelt? Wird kulturelle Wichtigkeit oder Obskurität einer Information nun an der Preisgeldstufe bei Wer Wird Millionär festgemacht?

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21. November 2008 07:30

Naja, wer's glaubt

Egon Jensen (egojen)

Gelungene Show - ist doch klar, dass jede Show besser wird, wenn sie gut vorbereitet wird und man sich vorher abspricht. Und es ist ja auch werbewirksamer, wenn RTL auf diese Weise seine Spenden verteilt (wie das Geld verteilt wird, bestimmen die natürlich intern). Aber dass man uns hier nun auch noch weissmachen will, es sei alles "fair" zugegangen wie beim ollen Kuhlenkampff, ist doch schon dreist. Oder sind Sie wirklich so naiv, Herr Hanfeld?

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21. November 2008 07:24

Kaspertreffen

Ralf Schneider (ralf61)

Muss ja ein erbaulicher Abend gewesen sein. Ist es nicht schön das der gute Zweck bei diesen Kaspertreffen in besten Händen ist? Wenigstens hat RR kapiert das er dazugehört, gut so!

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20. November 2008 23:45

Kapital ist schnell!

Roland Stumpp (Kieler2008)

Unabhängig meiner Überschrift stelle ich mir zunehmend die Frage, ob die sogenannten Verantwortlichen uns mit solchen Aktionen klar machen wollen, das sonst nichts mehr hilft. Eine Sendung zum Thema zunehmende Armut diese Woche im öffentlich rechtlichen TV stellte den Zustand so dar, als ob es eben normal wäre dass Menschen sich mit Flaschen sammeln am Leben halten. Die Ursache der Armut und der Tatsache dass über 2 Millionen Kinder nur unzureichend zu essen haben, scheint niemand mehr bekämpfen zu wollen. Ich halte es für unerträglich mit welcher Gleichgültigkeit die Ursachen mittlerweile abgehandelt werden. Ich halte es aber auch für unerträglich wenn alle sogenannten Promis vor den Spenderkarren gespannt werden, um im Nachgang dadurch noch höhere Gagen für Werbeauftritte zu kassieren. Ein Millionengeschäft bei dem der staunenden TV Klientel die guten Taten der TV Promis eindrucksvoll präsentiert werden.

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