05. Juni 2007 Andreas Möller wird spätestens zum 1. September Chefredakteur des von Gruner + Jahr herausgegebenen Magazins Park Avenue. Er tritt die Nachfolge von Andreas Petzold an, der die Redaktion von Park Avenue seit August 2006 übergangsweise übernommen hatte - zusätzlich zu seiner Aufgabe als Chefredakteur des Stern. Jetzt bleibt Petzold Park Avenue als Herausgeber verbunden.
Andreas Möller wechselt aus der Chefredaktion der Bild-Zeitung, wo er für Specials zuständig ist, zu Gruner + Jahr. Zuvor, von 1997 bis 2004, war er Chefredakteur der später eingestellten Allegra. Dort hatte er in den neunziger Jahren unter anderem mit Andreas Petzold zusammengearbeitet, als dieser noch Chef der Frauenzeitschrift und er dessen Stellvertreter war. Begonnen hatte Möller seine Laufbahn 1978 als Volontär bei Bild in Essen, von 1982 bis 1989 war er Redakteur der Quick, er wechselte als Autor zur Bunten, 1992 wurde er stellvertretender Chefredakteur der Super-Illu.
Viel Reputation gewonnen
Möller übernimmt eine Park Avenue, die sich unter der Führung seines Vorgängers Petzold spürbar erholt hat. Unter seiner Ägide entwickelte das Blatt eine inhaltliche Linie, die man zuvor vermisst hatte. Petzold habe, sagte der Gruner + Jahr-Vorstand Bernd Buchholz, das Blatt nicht nur weiterentwickelt, sondern es geschafft, ,Park Avenue' neu auszurichten, zu positionieren und zu etablieren. Das Blatt, ergänzt Herausgeber Petzold, habe journalistisch zu einer sehr eigenständigen Linie gefunden. Und wir haben in den vergangenen Monaten auch viel Reputation gewonnen. Mit diesem anspruchsvollen Journalismus wird Andreas Möller den Kurs von ,Park Avenue' erfolgreich fortsetzen.
Der Kurswechsel war allerdings auch bitter nötig, hatte der vorige Chefredakteur Alexander von Schönburg das Blatt doch nicht eben mit Fortune geführt. Dabei profitiert Gruner + Jahr davon, dass die mit großem Aplomb aufgetretene Konkurrenz von Vanity Fair doch eher strauchelt, als dass sie den Markt der Hochglanzmagazine im Sturm erobert hätte. Due Auflagenangaben der Magazine darf man mit Vorsicht genießen: Park Avenue nennt derzeit eine Auflage von 90.000 Exemplaren. der Konkurrenzverlag Condé Nast gibt an, Vanity Fair werde mit rund 100.000 Stück im Einzelverkauf abgesetzt, zuzüglich 20.000 Abo-Exemplaren. Grossisten werden mit der Einlassung zitiert, es seien einzelne Ausgaben mit 50.000 bis 80.000 Exemplaren im Handel gewesen.
Text: F.A.Z., 06.06.2007, Nr. 129 / Seite 37
Bildmaterial: Gruner und Jahr
Ihr Klager klagt: Die Trauerfeier für Robert Enke in ![]()
Morbide Schaulust: der Tatort ... es wird Trauer sein und Schmerz übt Medienkritik
Samt unter Strafe: das iranische Regime fürchtet den weichen Protest
Google Book Settlement: ohne Deutschland, aber auch beim zweiten Anlauf umstritten