Ich wuerde mich freuen, wenn einmal detailliert dargestellt wuerde, auf genau welche Weise Quoten errechnet werden. Ich habe gehoert, dass mitnichten die kommunizierte Anzahl von Millionen Personen wirklich stimmt, sondern dass jeweils ca. 2.000 (in Worten: zweitausend !) Menschen fuer den Quoten-Check ausgesucht werden (nach welchem Bewertungssystem und nach welchen Berufsgruppen?). Das heisst, es wird jeweils von einer winzig kleinen Zahl an Zuschauern auf die gesamte Zuschauerquote geschlossen. Ist das nicht mehr als fragwuerdig? Wer weiss Genaues ueber diesen Zaehlmechanismus? Oder darf man das nicht fragen? Die Sender koennten dann ein Glaubwuerdigkeitsproblem bekommen, ja?
Das kann ich nicht nachvollziehen: auf mich wirkt das Sofa immer wie ein Präsentierteller.
Überhaupt finde ich die Art, wie Frau Will die Kritik abbügelt, zu aalglatt. Kann es wirklich sein, dass sie die Kritik in der Presse so cool ignoriert, weil ja die Einschaltquoten stimmen? Vielleicht wäre ein "politisches Proseminar", das etwas gründlichere Beschäftigung mit den Themen erlaubte, ja mal eine wohltuende Abwechslung gewesen...
Auch ich gehöre zu den regelmässigen Zuschauern ihrer Sendung und werde dadurch von Anne Will sicher als Zustimmung verbucht.
Sehr zu Unrecht; ich schaue nur zu, weil ihr die ARD einen hervorragenden Sendeplatz eingeräumt hat und die anwesenden, oft wichtigen Studiogäste aus Politik und Gesellschaft sich durch ihre spontanen Redebeiträge eher decouvrieren, als sie es im Alltag nach Filtrierung durch ihre Pressestelle tun können.
Kurz: Ich halte Anne Will für eine Fehlbesetzung!
Sie hat kein Konzept, ist fahrig, stellt Fragen und lässt den befragten Gast dann oft gar nicht richtig antworten, um sich abrupt dem nächsten Gast mit einer Frage zuzuwenden. Eine Ungehörigkeit!
Die Gesprächsleitung entgleitet ihr oft mit Folge einer vielstimmigen Kakophonie; ihre Hilflosigkeit begleitet sie dann mit Entsetzensausrufen wie:"Mein Gott, hier hört mir ja keiner zu !"
Hoffentlich erlöst uns die ARD bald mit einem geeigneteren Kandidaten.
Sie hat sogar zwei: Frank Plasberg und Reinhold Beckmann.
Detlef Stark
Schade, dass ein FAS-Interview auf das Niveau der "Bild" herunterrutscht! Herr Niggemeier, der dies im Auftrag von wem auch immer geführt hat, hätte auch gleich sagen können: "Ihre Sendung gefällt mir überhaupt nicht, und ich spreche sicherlich im Namen aller Zuschauer"...
Schade! Und das über eine der besten Polit-Sendungen.
"Sind Sie besser für eine Polit-Gesprächsrunde geeignet als Frank Plasberg? Wenn ja, inwieweit? Wenn nein, warum haben Sie den Job?"
Frau Wills kurze und eher schnippische Antworten auf kritische Fragen machen nur allzu deutlich, dass ihr Lernfähigkeit und der Wille zur Veränderung völlig fremd sind.
Man hat geradezu das Gefühl, dass unbequeme Meinungsäußerungen schlicht und ergreifend ihrer eigenen selektiven Wahrnehmung oder Selbstherrlichkeit zum Opfer fallen.
Das Sofa muss wohl bleiben, um das gewöhnliche Volk "vorzuführen". Ich bin immer wieder erstaunt, wie unbedarft die Sofagäste in die Sendung gelassen werden, offenbar weniger eingestimmt, als die Claqueure im Hintergrund.
Aber auch erstaunt, dass Frau Will sich offenbar vor der Sendung überhaupt nicht mit diesen Gästen unterhalten hat und die sie nicht darauf hingewiesen hat, dass sie sie opfern wird.
Gäste wie Moderatorin, beide müssten besser "gebrieft" sein.
Nun, ich schätze, dass die Zeiten einer Talkshow, wo Extrempositionen aufeinanderprallen und dennoch für Aufklärung beim Zuschauer sorgen soll, vorbei sind. Nur mittels FachmoderatorIn kann dieses schwierige Unterfangen sinnvoll gestaltet werden; in diesem Fall (wie auch bei allen anderen Talkshows) nicht vorhanden. Als Gebührenzahler könnte man mehr Input verlangen...
A.Keno
P.S. Ich erinnere mich noch an das Thema "Brand in Ludwigshafen" und frage mich bis heute, warum der Schauspieler des Ludwigshafener Tatort eingeladen wurde. Völlig überflüssig. Eine besser vorbereitete Sendung kann man schon verlangen ...
Anne Will ist mit ihrer Sendung noch neu. Der Zuschauer verhält sich abwartend und beobachtet. Dies und eine Portion Neugier darauf, was die nächste Sendung präsentiert, könnte eine Ursache für die Einschaltquote sein, die Frau Will so erfolgssicher macht. (Bedeutet die Zahl aber auch, dass 4,5 Millionen bis zum Sendungsende angesehen haben?) Seit den letzten Sendungen gehöre ich zu den "Wegdrückern":
Ich habe immer deutlicher die Wahrnehmung, dass interessante Argumentationen, die nicht den Erwartungen der Moderatorin entsprechen, ziemlich rigide "weggebügelt" werden. Das hat nichts mit notwendig straffer Gesprächsführung zu tun, sondern teilweise mit starrem "Durchziehen" im Sinne eines gewünschten Ergebnisses der Sendung. Ich glaube auch, dass ihre dauerironische Art, ihr ständiges überlegenes Lächeln noch manchen Zuschauer mehr von der Sendung fernhalten könnte. Was die Auswahl der Gäste betrifft:
Der Mix macht es aus,der Mix zwischen kompetenten bekannten Leuten und
kompetenten unbekannten Insidern, zwischen nicht immer den gleichen Politikern, Wirtschaftsleuten, Medienmenschen und "einfachen" Bürgern von der Alltagsfront...
Herr Niggemeier, wenn es um den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk geht, sollten Sie nicht Frau Will zu einem Interview laden, sondern Diejenigen, die das öffentliche Recht im Rundfunk verantwortlich vertreten.
Kein Hersteller eines Parfums und kein Handyfabrikant würde ein Model im Namen seiner Firma zu Wort kommen lassen, dem die Worte und der Gesichtsdruck, ja sogar die Verkleidung vorgegeben ist. Frau Will ist nur die Handlangerin der Meinungsführer aus Politik und Lobbyismus, die deren häßlichem Geschäft ein unschuldiges Gesicht gibt; sie hat keine Chance, selbst zu gestalten oder gar die Beteiligten der Runde zu bestimmen. Selbst die Konzepte eine Sendung werden bis ins Detail als Schauspiel ausgekungelt mit Thesen, die selbst von den professionellsten Schauspielern, unseren Politikern, nicht überzeugend vorgetragen werden können. Die Öffentlichen Medien verkaufen ihre Lebenslügen in einer geeigneten Verpackung, und die wird in Gestalt von von Frau Will zur Verfügung gestellt.
Herr Jauch war schließlich nicht dazu bereit, den Persilmann im Öffentlich Rechtlichen Rundfung zu spielen. Darum hat er auf dieses ehrenhafte Amt gern verzichtet.
Die FAZ sollte infolgedessen mit dem deutschen Staatsfunk ein wenig kritischer umgehen.
Nach den Indiskretionen mittels eines (anscheinend etwas angestaubten) kritischen Papiers aus dem Programmbeirat verteidigt Frau Will vehement ihre Sendung, die sie für interessant und informativ hält. Nun, das sollte sie, immerhin verdient sie damit ihre Brötchen.
Ich selbst habe ihre Sendung zwei-, dreimal eingeschaltet, gestehe aber, daß ich es nie geschafft habe, eine von diesen bis zum Ende anzuschauen. Es war mir einfach zu langweilig einer Auswahl gängiger Polit- oder Sonstwie-"Celebrities" beim Absondern ihrer allseits hinlänglich bekannten Sprechblasen zuzusehen und zu hören oder dem gegenseitigen Niederbrüllen beizuwohnen, wann immer die Sprechblasen sich in unterschiedliche Richtungen entwickelten.
Frau Will gibt an, etwa 4 Millionen Zuschauer pro Sendung zu haben. Geht man davon aus, daß etwa die Hälfte der Bundesbürger potentielle Zuschauer sein könnten, spricht sie also 10% davon an, die den Empfang von Sprechblasen unterhaltsam finden oder die Langweiliges - warum auch immer - kurzweilig finden. Die anderen 90% haben demnach, so wie ich auch, kein Interesse daran, sich von sprechblasenabsondernden "Promis" anöden zu lassen. Ob man nun angesichts dessen von einer erfolgreichen Sendung reden kann, bleibt offen.
von St.N., die Antworten von Anne Will in Normaldruck. :-)))))
