Die Methoden der GEZ

Datenschutz leichtgemacht

Der Gebühreneinzugszentrale werden bei der Datenbeschaffung umfangreiche Sonderrechte eingeräumt. Den ersten amtlichen Brief in ihrem Leben erhalten manche Kinder von der GEZ. Eine neue Folge unserer Serie.

Lesermeinungen zum Beitrag

23. September 2007 14:06

unheimlich schnell

David Brandstädter (trop)

Meine Freundin ist Schülerin und wohnt bei ihrer Mutter, die angemeldete Rundfunkgeräte besitzt. Neben der Schule jobbt sie in einer Bäckerei und verdient dort zwischen 200 und 250€ im Monat. Im August (Ferienzeit) lag sie mit 396€ über dem "maßgeblichen monatlichen Regelsatzes für Haushaltsangehörige beträgt" von 278 Euro. Zwei Wochen nachdem das Gehalt auf ihr Konto gebucht wurde, bat ein Zettel der GEZ im Briefkasten sie um Kontaktaufnahme - unheimlich oder?

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11. September 2007 14:37

GEZ und Adressverlage

Klaus Behrendt (Snafu123)

Ein bisher wenig beachtet Problem bei den geschilderten GEZ-Praktiken ist die Verflechtung von GEZ und Adressverlagen. Bei den Adressverlagen existiert eine Spielart, nämlich die des "Listcompiling". D.h. ein potentieller Adressanbieter, erzeugt einen vermietbaren Adressbestand nach dem Motto je mehr Freiberufler auf der Liste und so höher der Handelswert. In der Praxis h.d. bereits die Teilnahme an einem Fachkongress oder eine Interessenbekundung in einem Networking-Portal zu einem bestimmten Thema kann jemanden ohne weiteres Zutun zu einem Unternehmensberater oder anderem Selbständigen machen.
Erst durch die GEZ ist der so zu Unrecht titulierte gezwungen auf seine Kosten, die fehlerbehafteten Datenbestände wieder zu korrigieren, die GEZ erhält, wie alle anderen Mieter dieser Bestände, dafür eine Vergütung und besorgt damit also das Geschäft der Adressverleger auf Kosten der vermeintlichen Gebührenzahler.
Vor diesem Hintergrund kann man nur einen Rat geben: Sie haben das Recht zu schweigen – alles andere wäre bei dieser Organisation auch viel zu teuer.

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11. September 2007 12:30

super Beispiele

Rolf Zinner (RolfZinner)

Es ist faszinierend zu sehen, wie im Auftrag der öffentlich rechtlichen Sender die Gelder eingetrieben werden. Auf der IFA habe ich in der letzten Woche bereits eine Inititative gesehen "schonbezahlt.de" die darauf hinweisst was man an Gebühren an GEZ und auch GEMA zahlt. Vielleicht ist es langsam an der Zeit aus den GEZ Gebühren endlich eine Steuer zu machen. Zahlen muss doch sowieso jeder. Und auf diese Weise würden die Geldeintreiber überflüssig, denn das Finanzamt könnte einfach die Gebühren/Steuern einbehalten.

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11. September 2007 12:22

König, ich denke aber doch

Berthold Grabe (BGrabe)

Sollte tatsächlich die Freischaltung nur nach Zahlung erfolgen, ansonsten aber freie Wahl gelten, denke ich das ARD und ZDF zusammen weniger Zuschauer als Premiere blieben.
Die angebliche Qualität dieser Sender würde sehr schnell sehr viel kritischer gesehen, wenn dafür ein reguläres Angebot exisiterte.
Niemand wäre bereit für ein marginal besseres Programm 1000% mehr zu bezahlen, abgesehen, dass es geradezu ein Kunstück ist, mit soviel besserer Finanzausstattung gerade mal nur ein minimalst besseres Programm als das Privatfernsehen zustande zu bringen.

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11. September 2007 10:12

Methoden

Jürgen Villmer (Villmer)

Eine ausdrücklich öffentlich-rechtlichen, aber nicht rechtsfähige Verwaltungsgemeinschaft (auf der Website heißt es aber auch Unternehmen! offenbar ist man sich bei der GEZ des nicht definierbaren Status` bewußt) sammelt ungezügelt Daten, schickt Gebühreneintreiber los, setzt Fristen, die im rechtstaatlichen Sinne aufgrund ihrer Kürze keine sind, und verfolgt sogar Bürger im Ausland. Das lässt mögliche Vergleiche zu; vielleicht ist die GEZ ja die neue Stasi der BRD?

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11. September 2007 08:58

GEZ nur der Anfang

Jochen C. Müller (jocmueller)

Das ganze Wort heißt nicht nur GEZ. Hängen Sie noch ein tapo an das Kürzel ran, das sind genau die Methoden, die benutzt werden.

J. Müller

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11. September 2007 08:57

@Menzel: stimmt nicht so ganz...

Othmar König (oko_finder)

Was die GEZ treibt ist unzumutbar und es stimmt auch, dass sie weg muss. Dass aber niemand die öffentlich-rechtlichen Programme sehen will, darf man wohl bestreiten. Ich jedenfalls bin froh, dass es noch Sender gibt, bei denen die Massenverblödung der Zuschauer nicht zur primären Strategie zählt. Dafür bin ich auch gerne bereit zu zahlen. Wer das nicht will, darf sich weiter mit Inselexibitionismus und Renovierungssoaps die Zeit vertreiben...

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11. September 2007 08:54

Das Problem sind ARD und ZDF

Dirk Meid (dimed)

Die GEZ mit ihren teilweise rechtswidrigen Methoden ist ja nur das letzte Glied in der Kette. Hauptproblem sind die öffentlich-rechtlichen Sender, die sich nicht mit wirtschaftlichen Maßstäben messen lassen müssen, sondern sich mit Hinweis auf die kulturelle Grundversorgung beim Gebührenzahler bedienen dürfen. Mit unseren GEZ-Gebühren werden z.B. bei der Vergabe der Fussball-Bundesliga-Rechte die Preise in die Höhe getrieben, weil die ARD fleißig mitbietet. Überhaupt geben ARD und ZDF viel Geld für Sportrechte aus, bei Königs-Hochzeiten übertragen ARD und ZDF teilweise parallel, beide leisten sich gleich mehrere Politik-Magazine, Auslandskorrespondenten, Nachrichtensender usw. Wenn der SWF bei uns eine regionale Veranstaltung überträgt, reisen schon zwei Wagen voller SWF-Mitarbeiter nur zur Vorbesprechung an. RTL oder SAT kaufen Beiträge z.B. über Verkehrsunfälle bei kleinen Produktionsunternehmen ein, statt eigene Teams zu senden etc.
Wenn die Politik die beiden Anstalten nicht wirklich auf die Grundversorung beschränkt, wird uns die GEZ noch lange Stoff für Zeitungsartikel und Leserbriefe liefern.

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11. September 2007 05:19

Abschaffung des Datenschutzes

Oliver Rühl (oruehl)

Den Datenschutz brauchen wird so langsam nicht mehr. Ist nur hinderlich. Vorratssdatenspeicherung - Onlinetrojaner... und nun möchten die Länder auch, dass die GEZ einen erweiterten Zugriff auf Adressen erhält

"10. Rundfunkänderungsstaatsvertrag" sieht vor, dass die GEZ auch Kundendaten von Unternehmen und gewerblichen Adresshändlern abfragen darf."

Diese Meldung hätte besser in die Einleitung des Artikels gepasst!
Sollte das durchkommen, könnten z.B. Adressen bei den Providern und Mobilfunkbetreibern an die GEZ gelangen. Gerade in Hinblick auf die PC-Gebühr wäre das sehr lukrativ für die GEZ.

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11. September 2007 03:09

Unglaubliche Zustände

Oliver Mell (Oli123)

Die berichteten Fälle, mit einigen kleineren Anpassungen würden einer Geschichte aus dem Mittelalter, dem guten alten Raubrittertum, dem wohlfeilen und meist recht willkürlichen Eintreiben von Zöllen und Austellen von Passierscheinen zum Taschenfüllen alle Ehre machen. Wäre es nicht die GEZ und damit die öffentlich Rechtlichen und damit der Staat, so wäre das wohl schnell am Pranger und abgeschafft. So muss etwas, der öffentlich rechtlihe Rundfunkt am Leben gehalten werden, der sonst WESENTLICH kleinere Brötchen backen müßte. DA geht dann ja Einfluss verloren. In anderen Ländern klappt es mit der Information der Bürger auch ohne öffentlich Rechtlich recht gut.

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10. September 2007 23:24

Datensätze wuchern, dazu Verfassungsbruch

R Rossi (suchtdasglueck)

Von mir hat die GEZ drei Datensätze, dabei gibt es meinen Namen nur einmal auf der Welt. Solange ich Post bekomme, die tonal ein Vergehen unterstellt - ich besitze keinen Fernseher - können die auf Klärung des Sachverhalts lange warten. Derweil wuchern die Datensätze und deren Bearbeitung kostet Geld.
Außerdem verweigert die GEZ Informationen über die Verteilung der Gebühren an TV und Radio. Es steht zu vermuten, dass gemeldete Radiogeräte das Fernsehen erheblich quersubventionieren. Mindestens das dürfte gesetzes- wenn nicht sogar verfassungswidrig sein.

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10. September 2007 23:17

Danke für diese Serie

Joachim Haeberlen (Haeberlen)

Ich hoffe, die Verantwortlichen in Politik und auch die beim Verfassungsgericht, die ja bald ein Urteil zu fällen haben, lesen sie. Hoffentlich nehmen sich auch andere Medien dem Thema einmal an.

Es wird wirklich Zeit, dass eine Debatte über die öffentlich rechtlichen Sender, ihre Aufgaben und ihre Finanzierung geführt wird.

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10. September 2007 21:32

Genau, Herr Schliefkowitz!

Michael Menzel (Galenos)


Das ganze ist eigentlich kein Problem mehr. Wenn die schon den Wahnsinn mit den PC Gebühren mit dem Fortschritt der Technik und "neuartigen Empfangsgeräten" begründen dann ist eine Verschlüsselung der Aussendungen längst überfällig, da ausgereift und ein alter Hut.

Bei den "gebührenpflichtigen Handys" wird immer vergessen, daß man ohne einen Provider und eine verschlüsselte SIMM garnichts empfangen kann. Und an den Provider zahlt man eben auch und vor allem bei Datenübertragung nicht zu knapp.

ALLE wissen, - danz Deutschland weiß - wenn die öffentlich unrechtlichen Abzocker ihre Sendungen als Pay-TV verschlüsseln würden, würde das gesamte System sofort, auf der Stelle zusammenbrechen. Weil kein Mensch diese Sender sehen will,- noch dazu für die höchsten Gebühren der Welt!!!!

Was für ein Wahnsinn das Ganze. Und man ist hilflos.

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10. September 2007 21:05

Gottseidank habe ich mich hier in Amiland...

T. K. (timo.kohlberger)

...nicht beim deutschen Konsulat gemeldet, sonst waeren mir die GEZ-Haescher auch hier noch auf der Spur. Und das wo ich des oefteren deutsches Radio uebers Internet hoere.

Anderseits, wenn die GEZ nun anfaengt Deutsche auch im Ausland zu verfolgen, koennte ich ja mal versuchen bei den US Behoerden Asyl zu beantragen. Wenn ich denen die FAZ Artikel vorlege, glauben die mir das sicher sofort.

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10. September 2007 20:03

wie Kohlhaas u. seine Hengste?

Heinz Dieter Chiba (hadeze)

denn die Anti-GEZ Stimmung ist noch nicht reif. Manchmal entsteht eine Welle des Bewusstwerdens, dass vieles ändern kann. Meistens aber sind nicht genug auf ein Thema konzentriert u. nichts geschieht. Ich hoffe natürlich, dass das ganze GEZ Gebäude, die einst die DDR Zentrale an der Spree, morgen gestürmt wird aber es ist nur ein persönlicher Traum. Was nützt uns aber das Gerede von Transparenz und Fairness in der Politik, wenn diese kriminellen GEZ Machenschaften einen bequemen Platz im Lande finden? Wenig. Zuerst lernt man, wie die GEZ uns ausblutet. Dann kommt Wut. Danach die Einsicht, dass sich nichts ändern wird, denn es ist doch allen Wurst. Dann kommt Trauer, dass man als Einziger hilflos dasteht, denn nichts wird geschehen, auch wenn die FAZ sich ehrlich bemüht. Kein Wunder, dass Trauer in Depressionen ausufert. Michael Kohlhass wollte Gerechtigkeit. Am Ende von Kleists Novelle war er u. seine einst starken Hengste erbärmlich geschunden, körperlich, seelisch. So krank macht uns die GEZ in der Mitte unserer Gesellschaft auch heute. Aber sind wir wirklich ein Volk von masoschistischen Obrigkeitsfetischisten? Müssen wir, wie lange noch, die Ungereichtigkeit lesen und mitansehen? Wir werden sehen.

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