11. Januar 2007 Günther Jauch wird keine politische Talkshow für die ARD moderieren. Er habe am Donnerstag die Nachfolge von Sabine Christiansen abgesagt, sagte Jauch der Deutschen Presse-Agentur. Als Begründung gab der 50-Jahre alte Moderator unter anderem an, dass die ARD darauf gedrungen habe, er solle journalistisch exklusiv für das Erste tätig sein und eine weitere Sendung übernehmen. Ich wollte aber keine Zusagen über den Sonntagabend hinaus geben, so Jauch.
Als weiteren Grund nannte Jauch, dass die ARD die Zuständigkeit für seine Show den Chefredakteuren habe unterstellen wollen. Damit wäre nach meiner Auffassung die Sendung dem ständigen Risiko ausgesetzt, zum Spielball der politischen Farbenlehre innerhalb der ARD zu werden. Dies entspreche nicht seinem Empfinden von innerer Freiheit und äußerer Unabhängigkeit.
Diskussionen waren nicht hilfreich
Jauch, derzeit mit der Show Wer wird Millionär? und Stern TV bei RTL aktiv, sollte Christiansens Nachfolge im September 2007 antreten. Die Gespräche mit den Intendanten Fritz Pleitgen (Westdeutscher Rundfunk) und Jobst Plog (Norddeutscher Rundfunk) sowie Programmdirektor Günter Struve seien konstruktiv und von großem Vertrauen begleitet gewesen, fuhr Jauch fort.
Die Abstimmungen rund um sein Vertragswerk seien jedoch durch die Diskussionen um Schleichwerbung, den Jan-Ullrich-Vertrag und die Werbeverpflichtungen anderer ARD- und ZDF-Moderatoren erschwert worden. Auch Wortmeldungen aus den Reihen der Rundfunkräte seien nicht immer hilfreich gewesen.
Jauch hatte Werbeverträge gekündigt
Die ARD hätte ihm zwar seine Werbeaktivitäten nicht untersagt, aber auf der anderen Seite habe er bereits seine Werbeverträge gekündigt oder auslaufen lassen. Diese Zugeständnisse zeigen, wie sehr ich an dem Format am Sonntagabend interessiert war.
In den vergangenen Wochen hatte es in der ARD zunehmend Stimmen gegeben, die sich kritisch gegenüber der Verpflichtung Jauchs geäußert hatten. So sagte die künftige WDR-Intendantin Monika Piel, dass sich künftig prominente Moderatoren entweder fürs Privatfernsehen oder für die ARD entscheiden müssten.
Dass die ARD und ich uns gesucht, aber dann doch nicht gefunden haben, ist sicher schade, aber für alle Beteiligten durchaus verkraftbar, sagte Jauch. Mit seinem Haussender RTL habe die Entscheidung nichts zu tun. Ein höher dotiertes Angebot des Kölner Privatsenders habe ihm nicht vorgelegen und damit nicht zu seiner Entscheidung beigetragen.
Text: FAZ.NET mit miha. und Material von dpa
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