
Wie war denn dort der Sex und das Lachen?

Während Frau Thalbach Sex hatte und viel gelacht hat, sind nebenan Menschen in die Wasser-Folter gesteckt worden, wurden Doktorarbeiten darüber geschrieben, wie man pubertierende Jugendliche zum Ausspionieren ihrer Eltern und Mitschüler bringt, ließ sich der sozialistische Adel teure Jagdgewehre schenken, Villen für die Familie und die Ex-Gattin bauen, in denen man dann für eine Sozialbaumiete wohnte und sich auch noch die Strom- und Heizkosten für das Gewächshaus von den Werktätigen bezahlen ließ. Die mentalen Verwüstungen, die der Sozialismus angerichtet hat, lassen sich leider nicht mit den bald 2000 Mrd € für den Aufbau Ost aus der Welt schaffen.

Die Dame sollte den Rat, den man Herrn Sodann, Politik-Clown und Präsidentschaftskandidat der Linken, dringend ans Herz gelegt hatte, künftig von eigenen Ergüssen abzusehen und nur noch die Texte der Drehbücher für Film und Theater auswendig zu lernen und vorzutragen, befolgen. So bleiben uns die verschrobenen Ansichten DDR-Geschädigter und unverbesserlicher - Nostalgiker erspart.

Verbotene Freizeitgestaltung ? SEHR LAUT LACH !!!!! also ich habe meine Freizeit immer sehr gut verbracht, z.B. Freunde treffen, Kino, Theater, Museum, Ausstellungen, lesen, Konzerte, Musik hören, Kneipen/Bars/Disko, verreisen, Auto, Fahrrad, kochen, Zelten, Sportverein usw. usw... und nicht zu vergessen: SEX !!

Auch Banker genießen einen Rechtsschutz in einem demokratischen Rechts-Staat, auch für diese Menschen sollten die Menschenrechte gelten und nicht wie Frau Thalbach indirekt vermuten läßt, dass solche Ganoven an die nächsten Laterne gehängt werden sollen. Wie kann man nur so menschenverachtend denken? Auch ihr Vorschlag, sie nicht zu hängen, sondern sie weiter leben zu lassen und zwar unter Hartz-IV-Bedingúngen. Nach diesen Äußerungen von Frau Thalbach komme ich zu der Gleichung: Banker = Verbrecher = Ganove = Hartz-IV- Empfänger. Frau Thalbach sollte sich mehr um die Kultur des Wortes bemühen und menschenverachtende Äußerungen meiden. Kritik an den Banker begrüße ich, aber niicht in dieser Form. Horst Wurm

Dass die "Wessis" sich fuer diesen trostlosen Truemmerhaufen namens D"DR" nach der Wende nicht besonders interessierten, sollten Sie dann vielleicht doch nicht der alten BRD zuschreiben, der hinsichtlich der D"DR" mit sich weitgehend im Reinen ist. Und wer soll das von Ihnen zweifellos hochgeschaetzte Subventionstheater eigentlich bezahlen, wenn nicht die poesen Kapitalisten?

Meine Damen und Herren, um eine würdige Diskussion führen zu können, müssen wir zwischen Paar Schuhen unterscheiden. Eines ist die Staatsform, die entweder Demokratie oder eine Autokratie oder Diktatur sei. Die DDR war eine Diktatur, und ich glaube nicht, dass mit Ausnahme von Paar Psychopaten jemand auch unter den Linken eine Nostalgie an die Diktatur der SED, Stasi und Bautzen, hat. Dieser Staat ist vorbei und Gott sei Dank. Ganz anderes sind die zwischenmenschlichen Verhältnisse, die sowohl in einem politischen System als auch in anderem etabliert werden können. Die Frage ist, was ist angesagt und was ist verpönt. In ganzem Ostblock waren die Menschen (man musste aber in politischen Themen vorsichtig sein), eher locker zueinander, auf Arbeit wurde viel schneller geduzt, während in Westen (ich rede nicht von Frankreich) bestimmte Distanz zwischen Kollegen und generell zwischen angebracht ist. Und genau da liegt das Problem. Der Mensch ist ein Sozialwesen, und für sein Leben braucht er nicht nur seine bürgerliche Freiheiten und materiale Wohlstand, sondern auch Familie, und Freunde, (Bezugpersonen außerhalb des Familienkreises). Im Osten war und ist immer noch damit OK. In Westen Familienangehörigen sind Bezugpersonen

Vom Facharbeiter zum Leiharbeiter da vergeht einem das Lachen.. Walter Wasilewski

Ich schätze Frau Thalbach als gute Schauspielerin. Aber jedes Mal wenn ich lesen muß, daß es in der DDR so toll war, weil die Leute mehr Sex hatten, schwillt mir der Kamm. Wer kann das denn einschätzen? Wurden zwischen 1949 und 1990 vergleichende Studien durchgeführt? Ich habe 26 Jahre in der DDR gelebt. Glauben Sie, wir haben uns nach der Wende darüber auseinander gesetzt, wieviel Sex wir hatten? Und ob das mehr war, als im Westen? Hat die Häufigkeit nachgelassen, weil sich das Gesellschaftssystem geändert hat? Und ob wir mehr gelacht haben, als die Leute im Westen kann man auch nicht beurteilen. Menschen, die nichts zu lachen hatten, gab es auf beiden Seiten genug. Und ja, über was haben wir denn mehr gelacht? Das die im Westen weniger Sex haben? Auf jeden Fall vermitteln solche Aussagen ein DDR-Bild á la Willi Sitte (z.B. Dreiergruppe in Rot). Immer wieder kommen bei Rückblicken auf die DDR egal welcher Art 2 Themen: FKK und Sex. Langsam muß es mal genug sein. Man bekommt den Eindruck, daß die DDR das Land war, wo man überhaupt keine Probleme hatte, lachend durch den Tag ging und so viel freie Zeit hatte (man bekam in der Kaufhalle ja auch alles immer und sofort zu kaufen), daß man sich permanent der Wollust hingeben konnte.

Es braucht einen nicht zu wundern, dass die Ossis mehr Sex hatten. Was blieb den Menschen in einem Staat, in dem ansonsten so gut wie alles verboten war, denn auch anderes übrig, als in ihrer Freizeit miteinander ins Bett zu gehen?

Ob Peter Fechter 1962, als er verblutend eine Stunde laut schreiend im Todesstreifen lag bevor er verrecken durfte, auch so froh war, am „Experiment DDR“ teilgenommen zu haben, wage ich zu bezweifeln. Die linksradikale Geschichtsklitterung in der Bundesrepublik ist einfach nur noch ekelerregend!

Das hat die Nachwendezeit deutlichst gezeigt. Nachdem so manches materielle Bedürfnis - auf Kosten einer immensen Staatsveschuldung - befriedigt wurde, ist im Osten wie vorher schon im Westen mangels anderer Perspektiven irgendwann der triste Alltag und die allgemeine Unzufriedenheit eingekehrt. Daß man für seinen Wohlstand Leistungen erbringen muß, wurde in der West-Werbung nie dargestellt. Den Alltag für sich selbst attraktiver einzurichten ist, Sache des Einzelnen und seiner Lebensanschauung und wird nicht von oben her organisiert - solange man an die Freiheit glaubt. Ansonsten gibt es eben wieder KdF, junge Pioniere und all das, was die Obrigkeit den Untertanen gerne vorgaukelt, um sie umso besser ausbeuten zu können. Richtig ist, daß es auch viel zu viel Schwachsinn in den Medien gibt, aber jeder Einzelne kann entscheiden, ob er sich das antun will oder nicht. DAS SOLL AUCH SO BLEIBEN! Ansonsten nimmt man sehr viel Larmoyanz und Selbstverliebtheit einer sicherlich sehr privilegierten Ost-Kulturschaffenden wahr, die auch weitaus mehr Entgegenkommen erfuhr als der normale Volksgenosse, der samt Sippe Ausreiseanträge in Hohenschönhausen rechtfertigen und in Bautzen ausbaden durfte. Upps - da war sie wieder die Wessi-Sicht....

Liebe Freunde der Antworten von Katharina Thalbach. Euch ist schon klar, daß die Thalbach "´rübergemacht" hat, oder ? Sie lobt eine DDR, die sie als "Erwachsene" gar nicht kennengelernt hat. Als sie den Arbeiter- und Bauernstaat verlassen hat, war sie süße 22. Daß sie da "mehr Sex" hatte als heute, mag sein. Das Problem ist nicht, daß sie in dem Alter "idealistisch" war, in dem Alter ist man im Westen mit der Mao-Bibel durch die Gegend gerannt und wollte "alles mit der 3. Welt teilen", sondern daß sie immer noch "sehr jugendlich" argumentiert. Wenn sie nicht reflektieren kann oder will, sollte man lieber de Bruyn, Loest, Ensikat, Maron oder Uwe Kolbe interviewen ... es wäre doch schändlich "der Welt" glauben zu machen, es gäbe keine klugen ostdeutschen Intellektuellen.

Frau Thalbach: als in der Zeit des grossen Auf- und Umbruchs, 1968 ff, die Jugend der Welt, z.B. in der Bundesrepublik, den USA, der Tschechoslowakei mit freiheitlicheren Lebensformen experimentierte (wer zweimal mit demselben pennt...", "Flower People"), standen die Panzer der DDR in den Verfügungsräumen bereit, ganz begierig darauf, in der Tschechoslowakei einzumarschieren und dort die Freiheitsbestrebungen nieder zu walzen. Soviel zum "Experiment DDR", das Ihnen soviel Spass gemacht hat. (Angesichts solcher Tatsachen bedarf es keiner Wessi-Arroganz).

Ich weiß Sie würde sich nie zwar aufstellen lassen, aber Ihre Ansichten und Ihre gesamtdeutsche Einstellung ist einfach grandios. Sie spricht mir aus der Seele. Für mich eine anbetungswürdige Frau mit großem Intellekt und tollem Herz. Wir sollten mehr solch couragierter Bürger in Deutschland haben um die Schlafenden aufzurütteln. Klasse Interview - Kompliment auch an die FAZ. Bitte mehr davon.

Es bleibt nunmal dabei: die gesammelten gesellschaftspolitischen Weisheiten einer Schauspielerin sind im Zweifel halt genauso relevant wie es umgekehrt Minister Glos´gesammelte Lyrik wäre. Warum die angeblichen "Kommunistenfresser" dann überhaupt antworten? Weil es Menschen gibt, die eine Verklärung eines brutalen Unrechtssystems nicht hinnehmen wollen - gleich von welcher "kompetenten" Person. Aber da die Menschen hier ja so wenig lachen, freut´s mich, daß der Herr Lehmann das so lustig findet. Fragen wir den erstbesten Bautzen-Häftling, ob er auch so herzlich lachen kann.

Meine Damen und Herren, die Arroganz von Wessis, die in vielen Kommentaren zu sehen ist, ist wirklich nicht fassbar. Aber, ich hoffe, dass die Leser von FAZ zu den Menschen gehören, die analytisch denken können. Ich folgende Frage stellen, warum sind unsere osteuropäische .Nachbarn wie Pollen und Tschechei so lange auf EU Aufnahme gewartet haben? Aber die Reisemöglichkeit durch die EU wurde Bürgern diesen Staaten sofort nach der Wende gewährleistet, auch mit der Passkontrolle. Diese Länder sollten Reformprozess absolvieren, wenn es zu früh wäre, hätte die ganze osteuropäische Wirtschaft zusammengebrochen wie die DDR. Was lernen wir daraus, die politische Widervereinigung war richtig, Danke Herr Kohl, aber die ostdeutsche Wirtschaft sollte verschont werden, die DM sollte man erst nach 5 oder 10 Jahren einführen. Damit hätten wir humanitäre Probleme gelöst, also freie Reiseverkehr, aber die DDR Wirtschaft konnte saniert werden, ohne enorme Arbeitslosigkeit und soziale Probleme zu verursachen. Was Sexualleben anbelangt, das war so in ganzem Ostblock, die Menschen wollten einfach vom Leben alles nehmen was möglich war. Es gab keine Sexindustrie, aber ein ONS war eher Normalität, einfach wegen Hormonenspiel.

Auf jedem Fall ist das ein Thema, an dem man sich so richtig abarbeiten kann. Urteile, Vorurteile, Versagens- wie Zukunftsängste, Wut, Frust, ja Hass, das ganze halbbewusste Unbewusstsein der west-ostdeutschen, nun gesamtdeutschen, Gesellschaft sieht sich hier im inneren Konflikt. Aber anstatt den Konflikt aufzugreifen, diesen bei den Hörnern zu greifen, wird doch nur das eigene Abstraktionsvermögen überschätzt, die eigene Rolle nicht begriffen. Wir machen es doch nicht anders als seinerzeit die DDR-Oberen im Angesicht der ihnen die Fäuste entgegenschleudernden Arbeitermassen am 17. Juni. Wir tun so, als wüssten n u r wir, was für alle richtig ist. Brecht wurde damals nicht gehört und heute ist er ehe ganz verstummt. Damals noch flehte er seine Parteibonzen an, doch die große Gelegenheit der Ungelegenheit zu nutzen, die schwieligen Fäuste nicht zu fürchten, sondern sie als das zu nehmen, was sie sind, und was der Partei bis dahin nicht vergönnt war: nämlich als die Konfrontation mit der Klasse, von der man behauptete, dass man ihre Führung sei, denn geführt hat man sie bis dato ehe nicht, man war ihr noch nicht einmal begegnet. Und diese Begegnung, zwischen Ost und West, die steht auch noch aus.

"Mehr Sex, mehr menschliche Wärme, mehr Spass", das sind die Stereotypen der DDR-Jubler a la Frau Thalbach. Mit diesem Interview beweist sie, dass sie - trotz ihres Seitenwechsels - vom damaligen Leben in der Bundesrepublik keine Ahnung hat. Sie verschweigt auch geflissentlich, dass jeder in der DDR damit rechnen musste, dass sein Spass-Partner beim Sex ein Stasi-Spitzel war. Da gab's dann was zu lachen, als alles aufflog!

Ich weiß schon warum ich Sie seit Jahrzehnten als Mensch und Schauspielerin schätze, und gut wie Sie immer wieder "die Finger in die Wunde" legen. Und ein Gutes hatte diese Interview auch ... endlich haben die Kommunistenfresser wieder ein Forum gefunden ! P.S. bitte bitte weiter mit den Kommentaren, herrlich :))

aber das Lachen ist ihnen vergangen. Im Osten wußte "jeder" wer dort regierte. Der Rest wollte es nicht wissen. Hier wurde und wird anders gearbeitet- Wer die Linie nicht kennt rutscht in die Schicht der Versager die sich nichts leisten können die unfähig sind. Diese feinere Art trifft sicher, man schweigt wer will schon dieser Gruppe angehören. Auslachen hat mit dem Lachen des Ostens nichts gemeinsam. Walter Wasilewski

DDR-Kulturschaffende hatten ihren Kopf so weit im Popo der Partei, daß man die eigene Rolle schon mit "wir hatten mehr Spaß" verschönern muß. Da zudem die "Boheme" im Sozialismus zur privilegierten Klasse gehörte - geschichtlich einzigartig - darf man schon ein bißchen Dankbarkeit gegenüber dem Gesellschaftsmodell erwarten. Die DDR hatte schließlich nicht nur "mehr zu lachen", sondern auch mehr Alkoholkonsum und mehr Selbstmorde als der kalte Westen. Allerdings noch in den 70igern zu glauben, an einem Experiment teilzunehmen - trotz Kautsky, Koestler, Gulag, Slansky - zeigt eine Unreife, die uns beten lassen sollte, daß "Kultur" nie, nie mehr eine größere (Staats-)Rolle spielt. @Ebaristo, "Studium" ohne schulische (Abitur-)Voraussetzungen waren eine Massenerscheinung der DDR. Außerdem würden "fortschrittliche Kräfte" die Reglementierungswut der DDR und deren Elitenbildung via "echtem" Abitur und Studium heute als reaktionär und "rechts" bezeichnen. ;-) P.S. Wer behauptete, daß er in D.´s allerallerdunkelster Zeit "mehr Sex" gehabt hätte, würde wahrscheinlich exkommuniziert... nachdem sich seine Familie von ihm distanziert hat. :-)

Frau Thalbach hat erst in Ost-Berlin gelebt. Dann in West-Berlin. Jetzt in Gesamt-Berlin. Sie meint damit sowohl die ehemalige DDR wie auch die alte BRD und das jetztige Deutschland zu kennen. Das ist schon erstaunlich, nein eigentlich ist es eher dreist. Eventuell könnte sie einige ihrer seltsamen Vorstellungen revidieren, wenn sie mal aus ihrem Städtchen heraus käme. Die DDR als "Experiment" zu bezeichnen, und damit alle damaligen Einwohner zu Versuchskaninchen zu degradieren, ist zumindest nicht ungewöhnlich bei Ostalgikern. Es ist aber trotzdem menschenverachtend. Ein Blick über den Tellerrand hinaus könnte hier schon etwas helfen.

Muss ich darauf antworten? Ja, weil sie so etwas von daneben liegen, auch mit einem :))). Die DDR habe ich als Kind bereits seit den 1970er ausreichend genug im Alltag erlebt. Auch als Erwachsener ist sie mir sehr bewußt in Erinnerung geblieben. Wenn auch nur als Transitreisender nach Polen. Aber auffällig war die "eisige Kälte" in der DDR im Vergleich zu Polen. Man stelle sich vor, man würde hier die schönen Zeiten des "1000jährigen Reiches" verklären. Damals war der Sex besser und wir hatten bessere Witze. Das würde einen Aufstand geben - zumindest in den Medien. Das DDR-System war unfrei, aber damit provozierte es auch Intellektuelle zu mehr oder weniger kreativen und geistigen Höchstleistungen (im Rahmen ihrer unfreien Möglichkeiten). Das ist beachtlich, aber kein Ausweis: es war besser. Ich kenne genug Dramen aus einem Teil unserer Familien die dort lebten. Da kann ich nichts besser finden. Die Menschen waren gezwungen in Unfreiheit das Beste daraus zu machen. Einge haben das respektabel vorbildlich geschafft. Andere werden sich nur angepaßt haben. In einer freiheitlichen Gesellschaft gibt es mehr Vielfalt, im Guten wie auch im Schlechten. Das ist besser. Es fällt mir schwer die Ironie in der Titelzeile zu erkennen.

Positiv ist eines: die teilweise ruppigen Äußerungen von Frau Thalbach und der Kommentatoren hier zeigen, dass Deutschland am Herzen liegt. Das könnte ja auch anders sein, nach zwei Diktaturen und nachfolgenden Umerziehungsversuchen. Das Problem scheint mir zu sein, dass solche Interviews immer zu flach geführt werden (müssen?). Das Selbsterleben ist doch so vielschichtig. Und natürlich wirft jemand, der 20 oder mehr Jahre in der DDR lebte oder leben musste, nicht sein ganzes Leben und Wirken, um Absolution bittend, zu Boden und erklärt es für vollständig schlecht. Das war es sicher nicht, und der Einzelne in der DDR war auch nicht "schlecht". Mauer war schlecht. Stasi war schlecht. Berufsverbot war schlecht. Reiseverbot war schlecht. Man muss aber subtil unterscheiden zwischen dem privaten Sein in der DDR, dem erweiterten privaten Sein (ABV etc.), der Arbeit, der Partei und der daneben entstehenden Sozialkultur. Der Westdeutsche sagte: "DDR ist Mist", der Ostdeutsche hörte: "Ich bin Mist". Feinfühligkeit beiderseits klärt das schnell auf. Doch eines liebe Frau Thalbach, sei gegen Ihren Vorwurf eingewendet, "West"-Deutsche würden sich nicht eingehend mit der DDR beschäftigen: googeln Sie einmal das Buch "Flucht aus Versehen".

Es ist schon erstaunlich zu lesen, wie viele verbohrte Leser die FAZ hat. Andererseits gibt es für mich überraschend zahlreiche "vernünftig" reagierende Leser(eine klare Minderheit, ich weiß). Wer nicht in der Lage ist, Katharina Thalbachs Äußerungen zu verstehen, er muss ja nicht alles billigen, beweist, wie recht sie hat. Wer ihr ernsthaft vorwirft, die Einführung der Monarchie zu propagieren oder Bankmanager aufzuhängen zeigt, wie blind er ist. Er hat nicht mal richtig gelesen. Leser Martin Jende hat an einem sehr grundsätzlichen Punkt übrigens den Nagel auf den Kopf getroffen. Als unzureichende, aber wohl zutreffende Erklärung kann ich nur den Spruch zitieren, den Berliner Gören früher oft benutzt haben: "Blöd bleibt blöd, da helfen keine Pillen, da hilft die ganze Apotheke nicht".

Frau Thalbach muss es ja wissen...dass es in der DDR mehr Sex gegeben hätte als in der BRD, ein "unheimlich wichtige Feststellung"... war sie immer dabei oder woher nimmt sie diese "Weisheit" ? Immerhin trägt sie etwas zur Legendenbildung bei, war ja alles nicht so schlimm!! Ein paar politische Gefangene in Bautzen, ein paar Tote an der Mauer, ein ganzes Volk eingesperrt, gedopte Sportler für den Ruhm des Staates, etwas Stasiüberwachung...die Funktionäre natürlich von allem ausgenommen...! Wir sollten vorwärts schauen und die Wiedervereinigung weder schlecht noch gut reden... die DDR ist Geschichte, die man sehr differenziert, realistisch und nicht "schwärmerisch" betrachten sollte.

Nun mal halblang. Es stimmt, dass viele Wessis Ignoranten sind, was die Beschäftigung mit der Kultur [sic!] der DDR angeht. Ich war als Westler sicher inwischen 30 mal im Osten - beruflich und privat - und habe trotzdem immer noch bisweilen das Gefühl, Terra Incognita zu betreten. Aber ich bemühe mich. Das manche Ossis auch nicht besser sind, beweist allerdings das unglaublich verunglückte Ende des Interviews, das von Peter Sodann abgekupfert sein könnte. Monarchie ist keine schlechte Staatsform, "unsere sogenannte Demokratie", alle preisen den Kapitalismus, Banker sind grundsätzlich Verbrecher... Verstösst das eigentlich nicht gegen die Netiquette? Nein, Frau Thalbach, auch im Westen wollen nicht alle "den Kapitalismus"; was viele schon wollen, ist eine funktionierende Marktwirtschaft, in der Menschen ihre individuellen Fähigkeiten entwickeln können und deren Führungspersonal (in Politik und Wirtschaft) man auswechseln kann. Das ist für mich die beste MÖGLICHE Welt. Ich kenne im Übrigen sehr menschenfreundliche Banker, die sich noch um die Lebenssituation ihrer Kunden Gedanken machen (aber die schon erwarten, dass man in der Lage ist, das eigene Geld zu zählen, bevor man es ausgibt).

Bevor über 10 Millionen Bürger jeden Tag erzählten, wie bescheiden sie seien, nur ihren Idealen nachstrebten, innigste Nachbarschaftsverhältnisse pflegten und gleichzeitig ohne entsprechende Gegenleistungen Renten-, Kranken- und sonstige von den Besserwessis aufgebaute Kassen plünderten, hatte auch der Westen mehr zu lachen. Ob der Sex wirklich schlechter war ist schwer nachzuweisen, da es im Westen genügend andere erlaubte Themen gab. Frau Thalbach ist sicher eine hervorragende Schauspielerin - aber in diesem bigotten Auftreten verkörpert sie die DDR durch und durch. Man sollte die DDR-Länder alle wieder aus der BRDeutschland herauslösen. Dann hätten alle Deutschen wieder etwas zu lachen und die Ossis - es sei ihnen vergönnt - wieder den besseren Sex!

Während Frau Tahlbach mit einigen Äußerungen sicherlich richtig liegt (mangelndes DDR Interesse/Verständnis der Westdeutschen), entpringen andere wohl eher dumpfen Gefühlen als kritischer Reflektion. Im historischen wie im Ländervergleich ist Kapitalismus nicht gleich Kapitalismus und Demokratie ist nicht gleich Demokratie. Eine der größten Schwächen des Kommmunismus war dessen Versagen im Umgang mit Komplexität und Differenzen. Man hat fast den Eindruck als spiegelte sich diese Schwäche im politischen Denken (und Fühlen) von Frau Thalbach. Oder ist das ganze nur mäßig gelungene Provokation?

... wie dreist mittlerweile verklärte DDR-Nostalgie geboten wird. Sodann, Gysi und Lafontaine sollten alle DDR-Anhänger mitnehmen, den OST-Zwergstaat wieder aufbauen, Grenzen schliessen und ich persönlich helfe Ihnen gerne beim Mauerbau. Haut ab und nervt nicht mehr. Den Soli stellen wir aber ein ..

Dieses Interview macht deutlich, wie vergiftet das Geschenk des Herrn Schabowsky war. Der Hauptschaden seiner Hinterlassenschaft, liegt nicht in der verrotteten Infrastruktur oder den Industriebrachen einer in Grund und Boden gefahrenen Volkswirtschaft, obwohl wir die vielen Milliarden Euro Transferleistungen bei der jetzigen Sanierung der Finanzwirtschaft gut gebrauchen könnten. Der wahre Schaden ist in vielen (nicht allen) Köpfen der 16 Mio Mitbürger, um die sich die Bevölkerung der Bundesrepublik vergrößert hat. Es ist zutiefst menschlich, dass sich die Leute (Ost) an die Annehmlichkeiten unseres Gemeinwohls (West) in kürzester Zeit gewöhnen. Was von einer Sozialisation in der ehemaligen DDR aber wahrscheinlich unausrottbar übrig bleibt, ist neben mangelndem Verständnis für die Zusammenhänge in einer sozialen Marktwirtschaft, die Sympathie für autoritäre Systeme (Königin) einschließlich des darin enthaltenen Mangels an rechtstaatlichen Prinzipien (Ganoven an Laternen hängen). Das ist offensichtlich das Erbe einer Generation, die unter einem totalitären Regime groß wurde und sich nun über die „systematisch vereinzelt und verblödeten“ Bürger auslässt, die sich mit der Mühsal demokratischer Prozesse arrangieren.

Mir ist nach der Wende sehr positiv aufgefallen, wie gut das (nachbarschaftliche) Verhältnis der Menschen jenseits des Eisernen Vorhangs war, wie nett, hilfsbereit und fröhlich sie im Umgang miteinander in ihrer kleinen Welt waren. In Bezug auf die große Welt wurden sie bespitzelt und eingesperrt. Der Westen dagegen war und ist schon seit längerem satt und degeneriert und leidet an der totalen Sinnkrise (immer härter Arbeiten um sich hedonistisch auf das Materielle zu konzentrieren). Die Gesellschaft ist gestreßt, depressiv, was man u.a. an der brutalen Kinderfeindlichkeit merkt. Wer bringt uns die Menschlichkeit zurück (weder Einsperren noch materielles Wohlstandsdenken sind offensichtlich Lösungen)? Der Papst?

Sie und Ihre Frau spielen bestimmt viel Golf :)))

Woher wollen Sie -Frau Thalbach-denn wissen,wer hier im Westen mehr oder weniger Sex und zu lachen hatte?! Waren Sie immer und überall und jederzeit dabei ? Ihre Darstellung beschreibt vielmehr den -allerdings insgeheim-"arroganten Ossi". Denn hier spiegelt sich ja (mehr oder weniger) unterschwellig doch die allgegenwärtige Meinung der meisten "Ossis" (und machner westdeutsche Kommunisten) wieder: Die DDR war doch gar nicht so schlecht ,sie wurde nur schlecht ausgeführt ! Nicht das System war schlecht,nur Ulbricht,Honecker und die Stasi! Aber wenn das wäre,ja dann dürfte man doch mit gleicher Vehemenz genauso berechtigt postulieren : NICHT DER KAPITALISMUS IST SCHLECHT,sondern er wird NUR SCHLECHT AUSGEFÜHRT ! Ihr Hoch auf die Monarchie allerdings bestätigt ein weiters Mal die unumstrittene These: Der Deutsche wünscht sich gemeinhin einfach den "Führer"-Staat.Ob nun nationalsozialistisch,ob von Sozialistischen Arbeiter-Kommissaren geleitet,ob in der vom gutmütig großväterlichen König und Kaiser geführten Monarchie - der Deutsche will einfach geführt und geleitet werden! Basta!

Die Menschen verklären ihre Jugend und meinen dann - aus subjektiver Sicht -so schlecht sei alles nicht gewesen. Noch besser bei Frau Thalbach: Es war sogar so richtig lustig und mehr Sex gab es auch. Böse Zungen werden einwenden, daß bei der Langeweile drüben noch der schlechteste Kalauer für Abwechslung sorgte. Aber wahrscheinlich wars so lustig, weil Menschen wie Frau Thalbach ihre Ansichten zu Regierungssystemen kundgetan haben: Sie will die Monarchie wieder haben. Der gute König, upps, Königin natürlich in Zeiten der Emanzipation, sitzt gütig auf ihrem Thron, weiss alles, kann alles, ist gütig und weise und gibt lieben Untertanen gute Ratschläge. Die Untertanen sind alle Bäcker, Bauer und Müller und sind allesamt brave, fleißige, dicke, nette Männer. Neben der Königen sitzt Schneewitchen und daneben die Prinzessin mit dem Froschkönig. Sooooo schön das alles.

doch Menschen sind, die den Mut aufbringen sich klar auszudrücken. Ich "wußte " gar nicht daß man sich so offen ausdrücken darf, Verbrecher bei den Banken. Ich werde doch noch einen Juristen aufsuchen, um heraus zu finden was ich schreiben darf. Es gibt schon Dinge in dieser Republik die gehen schon sehr in die Kriminalität über. Ich freue mich auf Gysy / Lafontaine im Bundestag, es kommt nicht darauf an wieviel Stimmen sie haben werden, sondern was sie erzählen, wie und von wem der typsiche Normalbürger um die Qualität seines Daseins betrogen wird.

Vielleicht hättest du diesen Satz danach auch noch lesen sollen: "Alle sind beherrscht von Angst, Dummheit und Kleinmut – auch ich."

Das Anekdotische an ihrer Darstellung stimmt wahrscheinlich – sie hatten wohl mehr Sex, darüber gibt es sogar Studien – und doch geht sie in der Analyse eklatant fehl. Brechts Einfluss ist wohl verflossen. „Die Manager an die Laternen“, das ist die Maxime der Französischen Revolution, weil es damals noch keine Vorstellung davon gab, wie eine gesellschaftliche Matrix wirkt. Sie spricht es einmal an, ohne es zu bemerken: sie habe auch kleinmütige Angst! Warum wohl, doch nicht, weil sie vereinzelt ist, sondern wohl eher, weil sie sich der Automatismen nicht mehr zu erwehren weiß. Wofür sind denn die Organisationen des Klassenkampfes? – Doch wohl um genau diese zu brechen. Schon vergessen? - Klara Zetkins Spruch: Wir Kommunisten haben den Massen nur voraus, die Freiheit der Einsicht in die Notwendigkeit. Nur im Kampf lässt sich die Matrix durchschauen und durch Solidarität auch stückweise überwinden, endgültig wohl aber nur, wenn die Matrix gebrochen ist. Solange leben wir mit dem Kleinmut wie mit dem Opfergeist, beidem gleichzeitig und zusammen. – Automatisches wie Revolutionäres Subjekt, das ist im Kampf kein Widerspruch.

Gut das es noch solche bemerkenswerten Menschen gibt, und eine sehr gute Schauspielerin noch dazu ... eine tolle Frau !!

Mit Ihren Äußerungnen belegen Sie, dass Ihr Vorwurf gegen die Wessis, die sich angeblich so gar nicht für den Osten interessieren, auf Sie selbst zurückfällt. Offenbar wissen Sie auch erschreckend wenig über die Gesellschaft, in der Sie, offenbar nicht so schlecht, leben. Ihre Behauptung etwa, dass Sie als Künstlerin "keinen Cent" verdienen würden, wären Ihre Leistungen so schlecht, wie die der bösen, bösen Banker, ist schlicht abwegig. Erstens finde ich derartige Verallgemeinerungen, samt "hängt sie auf"-Parolen, eher kleinkariert und rückständig, DDR halt. Und zweitens zeigt ein Blick in unseren Kultur- und Subkultur-Betrieb, dass man sehr wohl auch mit eher dürftigen "künstlerischen" Leistungen sehr, sehr viel Geld verdienen kann. Und das häufig genug auf Grund von Zwangsgebühren oder reichlich fließenden Subventionen. Vielleicht sollten Sie mal darüber nachdenken, wo die viele schöne Staatsknete wohl herkommen wird, wenn man all die bösen Ganoven-Bosse erst mal "aufgehängt" respektive zu Hartz IV-lern umqualifiziert hat. Seit Peter Sodann nicht mehr so ein unreflektiertes Gequatsche gelesen - aber der kann sich wengstens auf Demenz berufen. DDR-Nostalgie ist und bleibt für mich unsinnige Verherrlichung einer Diktatur.

Ostdeutsches Selbstbewusstsein wird hier bewiesen. Und das verdient Anerkennung. Der große Bruder Westdeutschland hat den keinen armen Ostbruder stets nie ernst genommen und bestenfalls wohlwollend ignoriert oder bemitleidet. Dass es nun immer mehr Ossis gibt, die sich nicht rollengerecht verhalten, zu ihrer Vergangenheit mit all ihren Facetten stehen, mag vielen Wessis befremdlich sein oder nicht schmecken. Ist aber so und in Anlehnung an Herrn Wowereit: Das ist auch gut so ! Vielleicht wird man irgendwann dann auch im Westen erkennen, welche Chance 1990-94 vertan wurde, indem man versuchte die DDR nur administrativ in den Westen einzugliedern, anstatt die eigene Position selbstkritisch zu überdenken.

Es ist doch schön, dass es glückliche Ossis gibt. Schließen wir die Grenzen wieder und schaffen den Solidaritätszuschlag ab. Dann haben die dort wieder etwas zum Lachen.

noch einen von meiner Frau, sie meinte zu Titelzeile oben:" Die hatten doch nichts anderes zu tun gehabt!" ;-)

dafür gibt es heute kollektive Verblödung durch die Medien und jeder Hampelmann bekommt seine eigene TV-Show im Fernsehen, egal ob er es gelernt hat oder nur ein Fleischer ist! Zu DDR-Zeiten musste man ein Studium absolvieren bzw. eine harte Ausbildung, um im Fernsehen auftreten zu können und auch in anderen Bereich musste man ein Studium vorweisen bspw. im Erziehungsbereich! Heute darf dies jeder machen, der sich dazu berufen fühlt und als Schulbildung reicht der Hauptschulabschluss - das ist der wahre Grund für kollektive Verblödung im Westen! Selbst in Österreich ist der Bereich der Kindergärtnerin mit einem Studium verbunden!

Ja, ja im Osten war ja alles viel besser. Darum ging es auch allen so gut. Es sind eben vor dem Mauerfall nur die "Blöden" abgehauen.

Wenn man meint, daß alle außer einem selbst blöd seien, sollte man an den guten alten Billy Occam denken und die umgekehrte Erklärung in Erwägung ziehen...