
Ich schließe mich der Meinung von Michi Meier an! Dabei trennen uns 50 Jahre.- Offenbar hängt die Meinung zu diesem Thema nicht von der Generation ab- ich bin fast 2 Generationen älter als Michi und er könnte bequem mein Enkel sein- sondern von Intelligenz, zu Deutsch: Einsichtsfähigkeit und Bildung.-

Ich zähle mich ja nun nicht unbedingt zum sprachverfallenen Teil der Bevölkerung, aber was eure (Gast-)Autoren in letzter Zeit so raushauen ist einfach nicht mehr feierlich. Ein Artikel wie dieser beschäftigt sich mit Lesefaulheit? Inhaltlich stimme ich sogar sehr gerne zu, aber selbst im wissenschaftlichsten Umfeld käme wohl niemand auf die Idee, die Kollegenschaft mit derartigen Texten zu belästigen. Vielleicht eine selbst-erfüllende Vorhersage? Nicht-belesene Menschen gibt es heute so viel wie früher auch. Der Unterschied liegt allein darin, dass auch diese heute im Internet "eine Stimme" bekommen haben. Und darin, dass auch ohne jahrelange Studien heute gute Ideen entwickelt werden können - eben weil jede Art von Vorwissen in komprimierter Form verfügbar ist. Ist das jetzt so schlimm?

Dieser Artikel ist der größte Schrott, den ich dieses Jahr gelesen habe. Sie beleidigen die Intelligenz Ihrer Leser. Nicht zum ersten Mal. Carr hat mindestens zwei sehr bemerkenswerte Bücher geschrieben (IT doesn't matter; The Big Switch) und keines von beiden aus soziologischer Perspektive oder mit soziologischen Methoden, sondern als Wirtschaftswissenschaftler. Er wendet das neoklassische Paradigma konsequent auf gewisse Phänomene an und entdeckt dabei interessante Widersprüche. Mit Habermas oder Lyotard hat das NICHTS zu tun. Herr Jungen gibt vor, einen Text zu kritisieren, den Carr gar nicht geschrieben hat, aber nach der schon größenwahnsinnigen Meinung von Jungen besser hätte schreiben sollen. Künftig werde ich nicht nur jeden Artikel von Herrn Dath, sondern auch von Herrn Jungen vermeiden. Geschwätz kann ich überall lesen.