Wer wird künftig Fußball zeigen?

Fußball im Fernsehen

Journalisten in der Abseitsfalle

Um die kostbare Fernsehware Bundesliga zeichnet sich ein Bieterkampf ab. Es wird viel Geld im Spiel sein. Die journalistischen Standards künftiger Fußballberichte im Fernsehen werden dabei eher eine Nebenrolle spielen. Von Jochen Hieber

Lesermeinungen zum Beitrag

01. Februar 2008 10:35

Wer will denn heutzutage noch Qualitätsjournalismus?

Nathalie Neumann (NathiNeu)

Die Leute wollen Fußball sehen, davon hat sie noch kein Kommentar oder Kommentator abgehalten. Manch einer ist bereit, dafür Geld auszugeben, daß er die Spiele live im Fernsehen sieht.
Ich halte es für normal, daß die Reporter, die die DFL einstellt, die Weisung mitbekommen, die Ware so zu präsentrieren, daß möglichst viele Leute die Spiele sehen wollen und dafür bezahlen. Die Reporter selber sehen sich ja auch nicht als Journalisten, sondern als Vermarkter.
Qualitätsjournalismus findet ohnehin woanders statt. Wichtig ist somit, daß die Freie Presse für sich selbst einen journalistischen Auftrag definiert und umsetzt.
Im übrigen: Daß dann schön geredet wird, möchte ich sicher annehmen. Daß dann schöngeredet wird, steht leider zu befürchten.

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31. Januar 2008 21:36

Vom Platz gestellt

Jörg Beckmann (JLEBeckmann)

Zweifellos liesse sich die Qualität mancher Fußball-Berichterstattung auch noch verbessern. Doch sobald die Berichte über Fußball von Reportern gemacht werden, die vom Fußball bezahlt werden, kann es nur schlechter werden.

Da hat Jochen Hieber vollkommen recht. Das wäre in der Tat eine schöne neue Fußballwelt: Der FC Bayern bezahlt seinen Berichterstatter gleich selbst. Höchstens darf der Gegenverein noch seine Stimme dazu geben....Mein Gott, wie dumm müssen Fußballanhänger sein, wenn sie da noch mitmachen....?

Es kann allerdings noch viel schlimmer kommen: Die Berichte in eigener Sache werden so lobhudelnd sein, dass am Ende sie keiner mehr sehen mag...

Die wirklichen Journalisten würden da nicht nur in die Abseitsfalle geraten, nein, sie würden ganz offiziell vom Platz gestellt. Kritische, sprich echte journalistische Berichterstattung kann es dann nicht mehr geben. Wie der berühmte Kommunikationsforscher Larzarfeld es einst sagte: Wer die Musiker bezahlt, bestimmt, was gespielt wird.
vom Platz gestellt.

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31. Januar 2008 20:56

Immer mehr, immer mehr, immer mehr,...

Sebastian Gläser (SeFrGl)

Weshalb muss eigentlich kontinuierlich mehr Geld für Fußball ausgegeben werden? Würden alle Fußballfans in Europa ihr Pay-TV abmelden bzw. gar nicht erst bestellen, dann könnten wir alle die Live-Spiele ohne Extrabezahlung sehen und die Stars des Sports könnten trotzdem von ihrem Einkommen leben.

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31. Januar 2008 18:43

qualität der journalisten

Klaus Rösch (klbr)

Ich weiss nicht weshalb die journalistische Qualität bei dem möglichen DFL Scenario wie in dem Bericht geschildert schlechter werden könnte.
Zur Zeit tummeln sich da viele Schwätzer die kaum Regelkenntnisse haben, die nur kommentieren aber nicht berichten was abläuft und die meistens auch noch voreingenommen auf "Ihre(n) Verein(e) schauen und entsprechend kommentieren.
Wenn auch nach der zweiten Zeitlupe viele dieser Experten nicht erkennen wollen oder können was die Sachlage ist und oft auch noch nach dem Spiel dem anwesenden Schiedsrichter Experten Ihre unbedarfte Meinung aufdrücken wollen dann kann ich mir sehr wohl vorstellen dass die journalistische Qualität enorm verbessert werden könnte.
Auch jetzt, nicht mehr so schlimm als zu RAN Zeiten, werden Spiele schöngeredet oder niedergemacht je nach persöhnlicher Neigung.

Man sollte sich ein Beispiel nehmen am ORF, sachliche und kompetente Reporter und Analysten, und wenn Sie chauvinistisch werden dann in einer netten und freundlichen Art.

Es kann nur besser werden

Rösch

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