Flash Gordon kehrt zurück

Ein Prachtkerl alter Schule

Von Harald Keller

Eher harmlos: Flash Gordon (Eric Johnson) kommt wieder ins Fernsehen

Eher harmlos: Flash Gordon (Eric Johnson) kommt wieder ins Fernsehen

07. Oktober 2008 In der Regie von Mike Hodges kam 1980 das bombastische, mit Ornella Muti und anderen namhaften Stars besetzte Superheldenspektakel „Flash Gordon“ in die Kinos - schön schrill, schön bunt und naiv. „Flash Gordon“ aber ist ursprünglich ein Serienheld. Der 1934 von Joe Connolly und Alex Raymond entwickelten Figur waren schon im Comic immer neue Abenteuer aufgegeben, und die von 1936 an fürs Kino gedrehten Serials kamen nicht unter zwölf Episoden aus. Womit nochmals Gelegenheit gegeben wäre zu der Anmerkung, dass Fortsetzungsserien ursprünglich für das Kino und nicht etwa für das Fernsehen entwickelt wurden. Das Fernsehen hat ihnen aber einen gehörigen qualitativen Aufschwung beschert.

Die 2007 von Peter Hume für den amerikanischen Sci-Fi-Channel entwickelte „Flash Gordon“-Adaption ist zwar weit weniger opulent geraten als der Kinofilm von einst und muss auch ohne Ornella Muti auskommen - sie bleibt mit ihrem geziemenden Unernst aber der Interpretation von Mike Hodges im Geiste treu. Steven Gordon (Eric Johnson) ist kein Schwerdenker, sondern Leichtathlet, und trägt seiner Schnellfüßigkeit wegen den Beinamen Flash. Obwohl er früh den Vater verlor, der bei einem Laborunfall ums Leben gekommen sein soll, hat sich Flash zu einem unbekümmerten Kerlchen entwickelt, das stets optimistisch an die anstehenden Aufgaben herangeht.

Sie schreiten durch die Dimensionen hindurch

Einzig getrübt wird sein Dasein durch den Umstand, dass ihm irgendwie seine Jugendfreundin Dale Arden (Gina Holden) abhandenkam und nun mit einem Kriminalbeamten liiert ist. Dennoch hat man noch des Öfteren miteinander zu tun. Die Ereignisse zu Beginn der Serie, die hierzulande vor drei Wochen startete und noch deren neunzehn dauert, schweißen beide sogar eng zusammen. Es fliegen die Fetzen, und die Funken springen, so dass Dales Verlobter bald schon als überzählig erscheint.

Wie sich nämlich zeigt, ist Flashs Vater keineswegs verstorben, sondern hat eine Möglichkeit gefunden, von einer Dimension in die andere zu hopsen. Nun wird er auf Mongo, dem Reich des Tyrannen Ming (John Ralston), gefangengehalten. Ming, dessen Macht auf dem Wassermonopol gründet, verlangt auch die Alleinherrschaft über die Technik zum Durchschreiten der Dimensionen. Die aber befindet sich noch auf der Erde, und so schickt er immer neue Sendboten aus, das Geheimnis zu ergattern. Umgekehrt müssen Flash und die von Mongo stammende Kriegerin Baylin (Karen Cliche) gelegentlich durch den interdimensionalen Tunnel, um dem teuflischen Imperator eins auszuwischen, und bekommen es regelmäßig mit dessen Tochter Aura zu tun, die Flash Gordon mit unverhohlenem Wohlgefallen betrachtet, die aber leider nicht von Ornella Muti gespielt wird.

Beiläufige Ironie

Es ist also im Großen und Ganzen eine einzige Kinderei, die hier vonstattengeht. Da kommen Motive aus „Sliders“ und „Primeval“ zusammen, und der Planet Mongo erscheint wie eine Jules-Verne-Illustration, obgleich aus Kostengründen in der ja auch sehr schönen freien Natur Kanadas oder in alten Fabrikhallen gedreht wurde. Das Spannungsmoment basiert zumeist auf dem guten alten Wettlauf gegen die Zeit, die Komik aus den Versuchen, die kühle Baylin mit irdischen Gepflogenheiten vertraut zu machen. Ausgesprochen witzig ist es, wenn ein biederer Wachmann einem fauchenden mongolesischen Barbaren droht: „Bleiben Sie, wo Sie sind. Ich gebe Ihnen sonst Grünflächenverbot.“

Ohne dass hier auf besonders reflektierte Art ironisiert würde, wird „Flash Gordon“ von allen Beteiligten mit einem unübersehbaren Augenzwinkern serviert. Gezwungenermaßen, denn verglichen beispielsweise mit der bei RTL 2 voraufgehenden ambitionierten Serie „Heroes“, wirkt diese eher schnurrig. Es kann natürlich, wer gern Sinnsuche betreibt, die Monopolbestrebungen des Gierhalses Ming als zeitkritische Metapher auffassen. Das aber bleibt Ansichtssache.

Flash Gordon läuft jeweils mittwochs um 22.05 Uhr bei RTL 2.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Jeff Weddell/© SCI FI Channel

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