
Selbstkritische Beiträge wie von Monitor und Panorama sind wohl in den privaten Medien über die eigene, bezahlte redaktionelle Werbung oder über die ideologische Werbung von INSM nicht zu erwarten. Diese redaktionelle Werbung in den Printmedien wird deshalb inhaltlich nicht richtiger, wenn der unangenehme Mitbewerber ausgeschaltet wird. Durch das Internet entgleist wohl das Informationskartell von Springer, der es gewohnt ist, falsche Positiv-Meinungen zur CDU-Politik zu bilden und sich dadurch maßgeblich an Wahlergebnissen beteiligt. Als GEZ-Zahler hat man schließlich auch ein Recht auf den Zugriff zu den Informationen, die mit seinen Geldern finanziert sind. Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass mit dieser Initiative der letzte Rest von aufdeckendem Journalismus ausgemerzt werden soll.

Daran möchte ich mich anschließen. Das Angebot von FAZ.de ist nicht nur attraktiver als die Printversion, noch dazu ist es zeitgemäß & vorbildlich strukturiert. Apropos vorbildlich, die Debatte über die WWW-Einschränkungen von ARD & ZDF finde ich schockierend & obsolet. Bevor man jene Lstgen rügen möchte, sollte man sich doch viel eher fragen, weshalb andere, sog. Leitmedien, diesen Prozess verschlafen haben? Was bieten andere Internet Portale? Die meisten sind unübersichtl., einseitig, unvollständig, unpraktisch, kostenpflichtig, ledigl. eine Kopie der Printversion, veraltet, etc. Ein Großteil des Angebots enttäuscht & ist anachronistisch! Die ZDF-Mediathek ist in dieser Hinsicht beispielhaft. Endlich bietet jmd vielfältige Zugänge & Auswahl! Mit ihren Möglichkeiten hing sie die Konkurrenz, die ja eigentl. keine sein sollte, um Längen ab. Meiner Meinung nach handelt es sich dabei nicht um Marktverzerrung, sondern um strukturkonservative & fehlkalkulierte Versäumnisse der Privaten. Ich denke, bevor man das WWW-Angebot der des ÖRR in frage stellt, sollte man sich klar machen, dass unsere Medienlandschaft alles andere als ideal gestaltet ist & man vor diesem Hintergrund für die gebotenen Möglichktn von ZDF&ARD dankbar sein sollte!

Und ein anderer Leser: "Ich selbst kann den öffentlich rechtlichen und ihrem seichten konfliktfreien Journalismus nichts abgewinnen." - Tja. Auf der Grundlage solch offenkundig sehr beschränkter Wahrnehmung ist eine ernsthafte Diskussion natürlich nicht möglich. Richtig ist allerdings, daß sich die Öffentlichen im Quoten- und damit Werbezeiten-Einschaltwettbewerb mit den Privaten zu Anpassungen an das 'Unterschichtenfernsehen' veranlaßt sahen. Daraus die Forderung nach Einschränkung oder gleich Abschaffung des ÖRR abzuleiten, ist angesichts dessen, was dann an Rundfunk und Fernsehen in Deutschland übrig bliebe, ein echtes Highlight kultureller Borniertheit. Selbst die Verlage sollten bei aller Anerkennung ihrer eigenen wirtschaftlichen Interessen realisieren, wie sehr sie auch von der Existenz des ÖRR profitieren.

Die Zeitlimitierung der Inhalte ist sicherlich sinnvoll. Eine Mediathek ist hier ja ein gutes Beispiel. Aber die Universalisierung der Inhalte durch Pseudo-Berichterstattung sollte ebenso gestoppt werden wie die Hinweise auf die Angebote in den Informationssendungen. Die Öffentlich-Rechtlichen müssten mehr denn je ihren genuin politisch-informativen Auftrag erfüllen. Aber auch bei ihnen geht es nur um Quote.

Im Artikel wird das entscheidende Fehlurteil zitiert, das in der Diskussion zentral ist, aber bislang nicht ausreichend gewürdigt wird. Das Internet ist eben kein Rundfunk, wie vom ZDF-Intendanten behauptet. Hier liegt der Schlüssel des Problems aber auch die Lösung. Der Rundfunk zeichnet sich dadurch aus, daß der Sender den Empfang seiner Ausstrahlung nicht kontrollieren kann. Zusammen mit dem öffentlich Interesse an einer Kontrollstruktur für suggestive Medien ist das Hauptgrund für eine öffentlich-rechtliche Struktur mit einer Gebührenpflicht für die Möglichkeit des Emfangs. Im Internet (und auch allen anderen digitalen Wegen, die die Möglichkeit der Verschlüsselung eröffnen), ist jedoch genau das nicht mehr der Fall: der Sender verschickt seine Daten im Internet nur ganz exakt an bekannte Empfänger, deren Berechtigung er perfekt und ganz einfach prüfen kann. Per Digital-Funk funktioniert das Gleiche durch freigeschaltete Schlüssel. Somit ist es als Stand der Technik und möglich zu bezeichnen, jede Kommunikation freizuschalten oder auch nicht. Das Gebührenmodell kommt somit an sein Ende. Hier ist die Lösung: die Gebühren werden abgeschafft und durch Abonnements ersetzt. Alles andere entspricht nicht der veränderten Lage.

Ich möchte an dieser Stelle mal ausdrücklich den sehr gelungenen Internetauftritt der FAZ loben. Weiter so! Mit freundlichen Grüßen Sönke Peters

Unsere Rundfunkgebühren sichern Qualität und Meinungsvielfalt, die Privaten liefern nur Schrott. Wie kann man ernsthaft diesen Standpunkt vertreten. Die öffentl.rechtl. kaufen wie im Schlussverkauf Personal bei den Privaten ein um dann die gleichen Sendungen im Staatsfernsehen zu verbreiten. Damit wird Schrott hochwertig? Allein die Struktur im öffentl.rechtl. Rundfunk verhindert schon Meinungsvielfalt. Wenn im Rundfunk kein Satz gesagt wird, ohne auf die eigenen .de-domain zu verweisen, werden Tatsachen geschaffen, der Hörer daran gewöhnt, bei den Anstalten nachzuschlagen, anstatt sich unabhängig zu infomieren (frei zu googeln :-) ). Das wird solange gemacht, bis die EU die Nase voll hat, auf den Tisch der Ministerpräsidenten haut und diese in ihre Schranken verweist. Dann ist es aber wohl zu spät, die Mühlen der Politik drehen sich zu langsam, der homo sapiens gewöhnt sich zu schnell an gewisse Dinge. Eine Entkopplung von Rundfunkanstalten und Kanzleien der Länderregierungen sowie eine Gebührenabschaffung bei gleichzeitiger Freigabe der Werbebeschränkungen - das schafft einen fairEREn Wettbewerb, auch im Internet. Ab wo stellt der Staat sich dem freiwillig.

durch eine Organisation ersetzen, die Auftragsarbeiten vergibt oder bestimmte Sendungen u.U. subventioniert. Das Abspielen dieser Sendungen können dann die privaten Sender übernehmen. So würden die öffentlichen Gelder gezielt für Wissenschaftliche Sendungen, Doku, Bildung etc. ausgegeben werden und nicht für seichte pseudo-Unterhaltung. Bei der Gelegenheit sollte man auch das Entscheidungsverfahren, welche Art von Sendungen produziert werden, gründlich überarbeiten. Z.B. sollten die Hochschulen über einen Teil des Budgets mitbestimmen können.

Ich fordere noch höhere Gebühren. Dafür soll es aber auch zum Fersehprogramm kostenlos Chips und Cola für jeden geben. Wie bitte? Das soll sich jeder selbst kaufen, wenn er es will? Wo kämen wir denn da hin, wenn man hier selbst entscheidet, ob man die Erzeugnisse einer öffentlich rechtlichen Anstalt konsumieren möchte oder nicht! - TF

Ich fordere noch höhere Gebühren. Dafür soll es aber auch kostenlos Chips und Bier zum Fernsehprogramm geben. Wer sagt hier, wer das möchte, soll sich das bitte selbst kaufen? Und vielleicht mag ja jemand lieber Käse und Wein zum Fernsehprogramm?

Fast in jedem eurpäischen Land wird aktuell über eine drastische Beschneidung der öffentlich rechtlichen Sender nachgedacht, oder wurde diese bereits durchgeführt. Damit meine ich deren Budget, nicht deren Rechte. Das wäre auch bei uns Sinnvoll. Wir haben das teuerste Fernsehen der Welt, aber was liefern wir wenn wir uns einmal ehrlich sind ? Kritischer Journalismus ? Nicht das mir das in den letzten 15 Jahren begenet wäre, simple Wiedergabe von passiertem, auf möglichst freundliche weise, vor allem wenn Politiker betroffen sind. Wer eine staatliche Presse, wie einer meiner Vorredner, als so wichtig befindet, dass er sogar die privaten Zeitungen abschaffen würde, ist sich meiner Meinung nach nicht bewusst wie das Leben in Ländern wie Russland oder China ist, wo genau dass der Fall ist. Wollen sie wieder ein Propagandaministerium, welches darüber entscheidet was für uns arme einfache Bürger wichtig ist ? Ich selbst kann den öffentlich rechtlichen und ihrem seichten konfliktfreien Journalismus nichts abgewinnen. Das öffentlich rechtliche Programm, welches ich in Zeiten von Schlagerparade, Marienhof und co, auch nicht mehr wirklich Bildungs/Kulturfernsehen nennen würde ist ja gar nicht Thema dieser Debatte.

Private Medien- und Nachrichtenagenturen verfolgen die Interessen ihrer Eigentümer. Sie stellen damit ein Gleichgeweicht zu den eventuell abweichenden Interessen des Staates her. Hat vielleicht schon mal jemand mitgekriegt, dass sich Deutschland immer mehr in Richtung eines Überwachungsstaats entwickelt? Melden Sie mal ihr Auto um. Oder kaufen Sie sich mal einen Hund. Fast jeder Aspekt unserer Privatleben wird überwacht. Ich habe noch nicht davon gehört, dass die Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten große Skandale aufgedeckt hätten. Wie steht es damit, dass in Deutschland Atomwaffen der Amerikaner lagern? Was ist mit den deutschen Waffenproduzenten, die über Umwege Terroristen weltweit beliefern? Was ist mit den deutschen Firmen, die in China die Umwelt verschmutzen und Kinder arbeiten lassen? So etwas liest man nicht im Magazin für Politische Bildung, sondern in FAZ, Spiegel, Handelsblatt... etc. Auf die lächerliche journalistische Leistung der ÖRR kann ich gern verzichten. Welcher private Sender besitzt schon eine Villa auf einem ausgehöhlten Berg (=Parkhaus) mit Privattankstelle (SWR Stuttgart, Villa Berg?).

Lasst der ARD und dem ZDF auch das Internet. Vor allem durch die hohen Gebühren ist das mehr als gerechtfertigt, Ohne Grenzen. Ausserdem ist das eine gute Alternative zu Zeitungen und Zeitschriften, wo alles nur Geld kostet. Die Verlage sollten mit ARD und ZDF zusammenarbeiten.

Die kommerziellen Medien können den öffentlich-rechtlichen in Qualität und Unabhängigkeit nicht das Wasser reichen. Schlimmer noch, die Mechanismen des Marktes sorgen dafür, dass journalistische Qualität und Unabhängigkeit zunehmend zugunsten von Kostenreduzierung und Profitmaximierung unter Druck gerät. Als erfolgreich gilt ein kommerzielles Medium nicht mit starker Redaktion, großem Korrespondentennetz und umfangreicher Berichtertattung, sondern ausschließlich mit hoher Kapitalrendite. Die fällt naturgemäß umso höher aus, je wenigeer Journalisten umso weniger recherchiert haben für unkritische und wirtshaftsfreundliche Berichte. Die grundgesetzlich vorgeschriebene Funktion der Presse in der Demokratie können nur starke und zukunftsfähige öffentlich-rechtliche Medien garantieren. Dafür würde ich notfalls auf die kommerziellen ganz verzichten.

Mag es auch vielfach Anlaß zur Kritik am öffentlich-rechtlichen Programm geben, so wie die Herrschaft Guido Knopps und seiner Epigonen über die visuelle Geschichtsvermittlung oder das bewußt konflikt- und inhaltsfreie Unterhaltungsprogramm zwischen 18:00 und 22:00 (also zu genau der Zeit wo sich die arbeitende Bevölkerung vor dem modernen Kaminfeuer Fernsehen versammelt), aber: Das private Fernsehen ist eine Katastrophe und dies in jeder Hinsicht, intellektuell ebenso wie journalistisch und vom Unterhaltungswert kann man da schon nicht mehr sprechen, würden nicht hin und wieder einmal Spielfilme gesendet. Selbiges gilt auch im Internet, wo die privaten Fernsehanbieter erst recht treiben können was sie wollen; es wäre also dringend geboten, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen sich auch in der virtuellen Welt tummeln darf, da ohnehin die Grenzen zwischen Fernsehen und Internet am verschwinden sind.