Heike Trumpa und Klaus Buntenkötter wollen zurück

Auswanderer-TV

Das ZDF zeigt Mut zum Scheitern

Kaum ein Genre wird von den Sendern derzeit so konsequent bedient wie die Auswanderer-Reportage. Meist werden Menschen begleitet, die voller Euphorie sind. In einer ZDF-Reportage war es erfrischend anders. Von Peer Schader. Von Peer Schader

Lesermeinungen zum Beitrag

14. Dezember 2006 01:26

Die andere Kultur oder der Auswanderer - Wer oder Was ist das Problem?

Gilbert Waitz (CatManTH)

Danke für den Guten Artikel erstmal.
Ich lebe selbst seit aus beruflichen Gründen über 20 Jahren in diversen Staaten und nun im siebten Jahr in Thailand.
Was man jedem der Auswandert mitgeben sollte ist der wichtigste Hinweis überhaupt, auch wenn er selbstverständlich sein sollte. Wer auswandert nimmt sich selbst mit, das heißt seine Probleme, seine Angewohnheiten einfach alles. Und sein eigenes Leben verpufft nicht einfach wenn man nach 6, 8 oder 14 Stunden Flug irgendwo landet. Dazu kommt dann noch in der Regel das Problem das man erstmal von den Einheimischen Akzeptiert werden muß, sich mit deren Kultur und Sprache auseinander setzen muß und noch vieles mehr. Viele Leute wandern in ein Land aus weil es ihnen im Urlaub gefällt und sie schon über Jahre hinweg dorthin auf Urlaub gehen, nur dort leben ist nicht Urlaub. Von einem Urlaub geht man nach Hause, jetzt ist man dort zu Hause, das ist der Unterschied. Wer also Auswandern will soll es versuchen, sollte aber auch für ein oder zwei Jahre die Möglichkeit der einfachen Rückkehr haben. Es muß immer das Geld für das Ticket nach Hause vorhanden sein, und daß, glauben sie mir ist das größte Problem. Das wichtigste aber ist die Familie, sie muß gemeinsam an einen Strang ziehen.

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13. Dezember 2006 19:32

Boese Geister in Bolivien

Jean Harlsson (Jean_Harlsson)

Es hilft wenn man die Sprache beherrscht... das ist schon richtig.

Das ist bei Herr Buntenkoetter wohl kaum der Fall, wenn er Dinge wie "geh zurueck in dein Land" oder "geht nicht mit Deiner Tochter nachts vor die Tuer da lauern boese Geister" verstanden hat. Gerade in Bolivien ist der "Deutschenvorteil" noch sehr eklatant und man muss schon eine ganze Menge noergeln um Dinge wie "geh zurueck in dein Land" zu hoeren. Das mit den boesen Geistern im Dunkeln muss er wohl auch falsch verstanden haben, sowas habe ich in mehreren Jahren in Bolivien nie gehoert. Waere auch Bloedsinn, wenn es fast das ganze Jahr puenktlich um 18:30 dunkel wird.

Nee, dass hoert sich doch eher danach an als ob jemand unvorbereitet und ohne ausreichende Sprachkenntnis und interkulturelle Kompetenz sein Glueck versucht hat. Und Entwicklungslaender sind da eine besondere Herausforderung.

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13. Dezember 2006 11:36

Qualifizierte Auswanderer

Marvin Parsons (mapar)

Die mir bekannten "Auswanderer" sind entweder zum Ruhestand in den Süden gegangen oder sind Hochqualifizierte. Sie wurden mit Handkuß genommen oder sogar abgeworben und haben jetzt in den USA, der Schweiz, Skandinavien, GB, der Schweiz, in Österreich usw. ein höheres Einkommen, eine interessantere Tätigkeit und/oder bessere Berufsaussichten als hier in Deutschland.

Die hier Gescheiterten, die einfach nur weg wollen und woanders erst recht scheitern gibt es sicher auch genügend. Es ist verständlich, daß das ZDF als Teil der deutschen Verkrustung sich auf diese konzentriert.

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13. Dezember 2006 11:29

Auswanderer-TV

georg kayser (georgkayser)

Ich habe leider die Sendung nicht gesehen. Aber ich kann zustimmen aus eigener Erfahrung nach Studium in England und 4 Jahren Arbeit in Spanien, dass es mit dem Vorteil Deutscher zu sein (wie es vielleicht in den 50érn herrschte) vorbei ist, wie es viele Auswanderer denken moegen, und man deswegen zumindest am Amfang viel schlucken muss. Deswegen finde ich den Kommentar auch pauschal so nicht richtig, das alle Leute die im Ausland scheitern, Nieten sind und deswegen auch im eigen Land schon scheiterten. Natuerlich kommt es aber auch immer auf den Ausbildungsgrad an und ob man z.B. von einer Firma ins Ausland geschickt wird, oder ganz von neuem anfangen muss, abgesehen von persoenlichen Schwierigkeiten und Vorlieben.
Man sollte sich aber auf jeden Fall bemuehen, sofern man kann und aber auch "darf", sich in eine fremde Gesellschaft zu integrieren. Dies faellt eben manchen leichter als anderen.
Insgesamt finde ich es gut und richtig es zu probieren wenn man den Drang verspuert. Eine persoenliche Berreicherung ist es auf jeden Fall, und es oeffnet einem die Augen ueber viele Sachlagen und Menschen.




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13. Dezember 2006 10:27

Vielleicht sollte man auch unterscheiden

Thomas Wenzel (Coloneltw)

Ich denke viele verwechseln ihren Urlaub in der Südsee mit dem Leben da. In Deutschland hat man eine Sicherheit, eine teure aber sie ist da. Ich denke auch an Auswandern. Ich bin jetzt 24, habe ein Glück Arbeit und versuche mit privaten Vorsorgen in die Rente mir ab 65/67 einen schönen Lebensabend im Ausland zu machen, ohne dort zu arbeiten. Vielelicht lege ich mir auch eine Eigentumswohnung dort zu wo es warm ist und mache dann da immer meinen urlaub und im Alter ziehe ich dort eventuell hin. Aber wer weiß was in 40 Jahren ist. Ich dneke man hat in Deutschland auch mit einfachen Arbeiten (alla 400€ Job) die Möglichkeit sich zu ernähren, noch. Der Sozialstaat wird in den nächsten 10 Jahren verschwinden. Auswandern ist schwierig. Wenn Ausländer hier her kommen, haben sie das Glück von unserem Sozialstaat zu profitieren und sich einzubinden in die Gesellschaft. Damit erleichtern wir den Start. Das machen andere nicht. Hier gilt §1 jeder macht Seins und das ist vielen nicht bewusst, sie sind es nicht gewohnt, dass kein Aufpasser namens Staat da ist.

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13. Dezember 2006 09:18

Auswanderer-TV

karl moster (karl-moster)

Ich habe mir diesen Bericht im ZDF angesehen.

Die Lebensläufe sind ganz klar, in Deutschland gescheidert, und nun gehen Sie nach "irgendwo oder nirgendwo". Diese Leute hatten in Deutschland schon keine Pläne mit Ihrem Leben und ich nenne sie einfach verantwortungslose Träumer.
Hartz IV lässt grüßen.

Da ich selbst 20 Jahre ohne Unterbrechung im Ausland (Spanien, Portugal) gearbeitet habe, kenne ich eine ganze Menge dieser Traumtänzer sie sind nicht integriert, sie beherrschen keine Landessprachen. Sie Leben von der Hand in den Mund. Sie sind auch für diese Länder unbrauchbar.

Sonne und Meer machen nur Spaß und Sinn wenn ich mir in diesem Land auch einen gewissen Lebensstil erarbeitet habe und mir einen schönen gegrillten Fisch, in einem Restaurant
mit Meerblick leisten kann.

Grüße an alle Auswanderer

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13. Dezember 2006 09:01

Bravo Herr Duebel!

manuel vaid (mvaid)

Sehr gute Analyse von Ihnen: Kurz. Deutlich. Richtig.
MfG

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13. Dezember 2006 08:07

ZDF ist Teil des Problems

Hans-Joachim Duebel (aduebel)

Das ZDF mit seiner gigantischen Verschwendung von Steuergeldern - lassen wir doch den Euphemismus 'Gebuehren' - ist Teil des deutschen Reformstaus.

Von einer Institution, die aktiv mithilft, Junge und Qualifizierte aus dem Land zu treiben, ist wohl kaum unabhaengige Berichterstattung zu diesem Thema zu erwarten.

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