
Ich teile Trauer und Zorn bezüglich des tragischen Todes dieser mutigen Journalistin.
Aber die Verlärung bezüglich der Pressefreiheit finde ich widerlich.
In unserer schönen Gesellschaft ist doch die Pressefreiheit, ich meine nicht die hohle Frase, sondern die deren Verlust wir mit der Ermordeten beklagen, längst zu Grabe getragen worden.
Journalisten müssen hierzulande nicht getötet werden, wenn sie derart brisante Dinge anfassen wollen würden.
Geheimdienste steuern und oder bespitzeln Journalisten, die Zensur selbst findet in den Redaktionsstuben und den Etagen der wirtschaftlichen Entscheidungsträger statt. Verlage oder Zeitungen wie die, für die die Politowskaja gearbeitet hat gibt es doch erst gar nicht in unserer Medienlandschaft. Und wenn wirklich mal was brisantes durchsickert wird eingeschüchtert, durchsucht und ermittelt und letztendlich diskreditiert.
Also stellen wir uns doch bloß nicht als das leuchtende Beispiel und als Verteidiger der Meinungsfreiheit hin, deren Verriß wir bei uns selbst lange schweigend hingenommen haben.