NPD

Klingt eigentlich toll

Von Stefan Niggemeier

Wie umgehen mit der NPD?

Wie umgehen mit der NPD?

22. September 2008 Es gibt gute Gründe, die NPD nicht zu Wahlsendungen des Bayerischen Rundfunks einzuladen. Sie haben wenig mit der NPD und viel mit dem Bayerischen Rundfunk zu tun - und den Menschen, die dort politische Sendungen moderieren und eine Schande für den öffentlich-rechtlichen Journalismus in Deutschland sind. Andreas Bachmann und Matthias Keller-May stellten in dieser Woche Fragen an Spitzenkandidaten der Kleinparteien, und als der bayerische NPD-Spitzenkandidat Sascha Roßmüller an der Reihe war, konnte man Bachmanns Angstschweiß durch den Fernseher riechen.

Die BR-Leute, ungeübt in der elementaren Disziplin des kritischen journalistischen Nachfragens, hatten sich offenbar darauf verständigt, die NPD als „Wolf im Schafspelz“ zu entlarven, und kamen auf die Idee, das dadurch zu tun, dass sie über den Schafspelz redeten. Bachmann wies gleich zu Beginn darauf hin, dass sich das NPD-Programm gar nicht so sehr von dem anderer Parteien unterscheide. Und Keller-May nannte als Beleg dafür, dass die NPD eigentlich viel schlimmer sei, als sie täte: „Überall, wo Sie auftreten, gibt es heftige Gegendemonstrationen.“

Klingt toll

Ein andermal sagte Keller-May: „Herr Roßmüller, wir sind schon wieder bei dem Punkt, wo ich sag': Klingt toll, ich hab' wieder den Eindruck, wir reden von zwei verschiedenen Parteien.“ Bevor der BR-Mann „klingt toll“ sagte, hatte der Neonazi gefordert, weniger Geld für Aufklärung über Rechtsradikalismus in den Schulen auszugeben. Mutig empörte sich Bachmann, dass die NPD in ihrem Wahlprogramm behaupte, die Arbeitslosenquote liege in Bayern um sieben Prozent: „Jetzt ist das aber nachweislich falsch, denn die Arbeitslosenquote liegt in Bayern bei 3,9 Prozent.“ Na, da ahnt man, warum die Partei vom Verfassungsschutz beobachtet wird: Sie übertreibt die Arbeitslosenzahlen.

Der Vertreter der ÖDP tat das einzig Richtige, beschwerte sich über die Möchtegernfragen der Moderatoren und nutzte seine Redezeit, vor den Neonazis zu warnen, bevor er ging. Die BR-Männer waren empört und warfen ihm vor, er habe seine Redezeit „vergeudet“.

Text: F.A.S.
Bildmaterial: ddp

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