PR-Profis lieben die Unsichtbarkeit

PR-Profis

Die Spin-Doktoren

Sie stricken Legenden, verbreiten Gerüchte und fördern Karrieren: PR-Profis haben es selten so bunt getrieben wie heute. Spin-Doktoren tauchen dort auf, wo es kracht. Das beste Beispiel dafür ist der Siemens-Skandal.

Lesermeinungen zum Beitrag

09. Mai 2007 22:55

Wo ist das Problem?

S. Seebohm (baeldaeg)

Mich erstaunt immer wieder die Heuchelei der Journalisten, die Artikel wie diese verfassen. Man gebärdet sich als der Prometheus der mit der Fackel in der Hand tapfer für den Sieg der Wahrheit kämpft und drum herum lauter böse "Spin Doktoren". Als würden die Öffentlichkeitsarbeiter und nicht die Journalisten die Zeitungen vollschreiben!

Es sind doch Journalisten, die tagtäglich daran interessiert sind, schnell und zuverlässig Informationen für ihre Recherchen zu erhalten. Was um alles in der Welt spricht dagegen, dass sich eine Profession für den Bereich der Informationsbereitstellung gebildet hat?

Die Medienwelt ist mittlerweile ein grausames Scherbengericht. Wer sich darin ungeschickt bewegt, dem droht, vor einem Millionenpublikum völlig anders wahrgenommen zu werden, als es adäquat wäre. Was ist daran illegitim, sich für dieses Scherbengericht einen Anwalt zu nehmen? Wie es sonst vor Gericht selbstverständlich ist.

Was ist daran nicht erlaubt, die eigene Position so verständlich und so vorteilhaft wie möglich zu schildern, oder schildern zu lassen? Es ist Aufgabe des Journalismus, die Argumente zu sammeln, zu erörtern und sachgerecht darüber zu berichten. Das kann ihm auch niemand abnehmen.

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07. Mai 2007 14:04

professionelle Schönrednerei und Manipulation

Alexander Woick (alex.woick)

Solche Leute sind Schuld daran, daß ich und wie ich in vielen Gesprächen rausgehört habe auch viele meiner Bekannten nicht einen Cent mehr für die Aussagen von Managern, Vorstandsvorsitzenden und natürlich auch Politikern geben.

Es ist gar nicht mehr möglich, sich anhand der verfügbaren "Information" ein Bild über die tatsächliche Lage zu machen. Zu groß ist der Wust von Fehlinformation, Kolportierungen, Gerüchten. Darunter ist das Wissenswerte nicht mehr mit vertretbarem Aufwand auffindbar. Stimmungsmache ersetzt Fakten und Klarheiten.

Fazit: ich beurteile die Leute nur noch nach ihren Taten. Ihren Worten höre ich nicht mehr zu, es sind eh immer die gleichen. Wer in Vorleistung getreten ist und was gutes getan hat, den beurteile ich gut. Wer nichts gutes getan hat (egal wieviel gutes er erzählt hat), schlecht.

In ganz besonderer Weise gilt das für Politiker, denn bei denen klafft die Schere zwischen Reden und Tun noch viel mehr als bei Wirtschaftsgrößen. Bei den Wirtschaftsgrößen weiß man ja mittlerweile, daß sich dem Shareholder-Value für den nächsten Quartalsbericht alles unterordnet und mein Job ein Wegwerfjob ist, wenn er gerade im Moment für unrentabel erachtet wird. Bei den Politikern weiß man gar nichts.

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07. Mai 2007 13:06

Immerhin

Ricky Janisch (KingBuzzo1)

schreiben sie ja drüber. Ich sehe das positiv. Viele Journalisten kapieren jetzt, daß die Zeit der altbundesrepublikanischen Gefälligkeitsspielchen vorbei ist.
Es sind doch viele reflektierte Artikel jetzt zu finden.
Mir macht es immer noch oder wieder Spaß, Zeitung zu lesen.
Ich hoffe, es wird bald noch mutiger dargestellt, daß es wie bisher nicht weiter gehen kann.
Ich hoffe auch, daß bei Ereignissen, die als Fanal für das neue Jahrtausend stehen, und deren Auswirkungen, genauer hingeschaut wird.
Auf Lügen lässt sich keine gute Zukunft aufbauen.
War so, ist so und wird immer so sein.
Wer zum Vorteil Mächtiger oder zum eigenen Vorteil öffentliche Meinung manipuliert oder verdreht, der schafft sich
selbst, metaphysich gesehen, einen individuellen Resonanzboden, das Thema Manipulation betreffend.
Das ist ganz sicher so und auch bei genauem und nachhaltigen Hinschauen zu beobachten.

MfG

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07. Mai 2007 11:05

Pfui!

Andreas Bächtle (Andreas_B.)

Da sieht man mal wieder, wie krank und verdreht unser Wirtschaftssystem ist, das wir solche Berufsgruppen benötigen!

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07. Mai 2007 10:03

Spin-Doktoren und Journalismus

otto morgenroth (aurora2)

Es ist nur zu hoffen, dass diesen sog. PR-Profis noch mehr solche Erfolge wie mit Hrn. Kleinfeld von Siemens passieren, denn es zeigt dass selbstverliebte, eitle Manager sich sog. PR-Profis bedienen um Ihr Bild in der Öffentlichkeit zu beschönigen und ggf. sogar strafbarerweise Insiderinformationen zu Benutzung weitergeben. In unserer Medienwelt wollen alle Manager wie Politiker der Öffentlichkeit ein Bild vorspiegeln, das nicht der Wirklichkeit entspricht. Bezahlen muß diese Schauspiel der Bürger und Aktionär dem das Theater präsentiert wird.
Man kann nur hoffen, dass es zukünftig noch mehr Flops gibt.

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07. Mai 2007 08:40

Prof. Gerüchtestreuer und Selbstzensur der Medien

A. Malliki (a.malliki)


Medien in Deutschland informieren nicht mehr, sie sind zu Abschreiberlingen von ausgesuchten Pressemitteilungen mutiert, die der Leser mit teuren ABO-Gebühren auch noch bezahlen muß.

Diese Propagandamaschine funktioniert aber nur im Zuge von Gefälligkeit, Siemens und Volkswagen sind hier Paradebeispiele der Korruption.

So manche gemeinnützige Organisation hat dagegen feinsäuberlich recherchierte Unterlagen, die niemals zur Veröffentlichung kommen, weil die Selbstzensur der deutschen Medien das verbietet. Jede schädliche Information, die einen Blick hinter die Kulissen wagt, ist heute verboten. Aufklärung ist VERBOTEN!

Journalisten, die sich an diese ungeschriebenen Gesetze nicht halten, werden einfach entlassen. Aber meist ist es so, dass die Artikel von freiberuflichen Journalisten verfaßt werden und diese dann einfach keine Veröffentlichungen mehr erhalten. Die Macht des Kapitals ist schon lange in den Medien angekommen.

Das Mitspracherecht von Wirtschaft und Politik bei der Besetzung von Schlüsselposition innerhalb unserer Medien ist mittlerweile unerträglich und flächendeckend. Beispiel Arbeitslosenzahlen:

Ein anständiger Journalist würde diese Statistik zerpflügen und zwar schon in der Überschrift!

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