
vieles an alice schwarzers reisebericht finde ich zum teil recht pathetisch, doch wird niemand bestreiten, dass sie eine wichtige diskussion ausgelöst hat. allerdings bin ich mit der frage "wie hätten sie gewarnt werden sollen?" nicht einverstanden. die menschen im irrawaddy delta sind ja durch boote und handel in verbindung. auf diesem weg hätten sie natürlich auch gewarnt/evakuiert werden können, wenn die machthaber es gewollt hätten. es gibt kommunikation jenseits von internet und telefon oder fernsehen, gab es immer. alice schwarzers angriff auf die demokratie (die demokratie hat ihre unschuld verloren) ist natürlich fragwürdig. so kann nur eine person sprechen, die die vorteile der demokratie auf ihrer seite hat. andernfalls wäre sie im hausarrest wie aung san suu kyi, die sie erstaunlicherweise nicht erwähnenswert findet. und zur erinnerung: die griechische demokratie beutete auch schon sklaven und frauen aus.

Frau Schwarzer ist politisch in den achtziger Jahren hängengeblieben. Dogmatisch, intolerant, Anti-Amerika-Reflex - das volle Programm. Schade, dass wir Deutschen in Burma keinen Schaden angerichtet haben. Dann wären wir jetzt an der dortigen Misere Schuld. Die Burmesen haben übrigens auch eine Prise asiatischer Kolonialherrschaft genossen: die Japanische von 1942 - 45. Die Führung in Myanmar hat sich die Freunde ausgesucht, die am besten zahlen (auf diskrete Auslandskonten versteht sich) und die keine Fragen stellen. Für humanitäre Hilfe sind diese Freunde nicht zuständig und die Regierung schon garnicht. Liebe Redaktion, wann schicken Sie Frau Schwarzer nach Zimbabwe? Politisch sind sich Comrade Bob und A.S. sehr nahe. Ich erwarte ihren Bericht von dort mit großer Spannung.

Ich bin kein Freund der Anthropologen, weil ich immer den Verdacht habe, dass die ein Teil der unseligen Helferindustrie sind. Trotzdem soll nicht verschwiegen werden, dass die Gesellschaft für bedrohte Völker in einem offenen Brief Schwarzer kritisiert. Dieser Brief ist interessant deshalb, weil dort auf Tatsachenbasis und nicht der unseligen Schwarzer-Backpackerromantik diskutiert wird. Für die Interessierte: In die Suchmaske eintragen <"Alice Schwarzer verhöhnt Frauen und Minderheiten in Burma" Zülch>

Sehr geehrte Frau Schwarzer, danke, dass Sie Myanmar noch mal aus dem Vergessen emporholen. Nachdem ich vor zwei Wochen eine kleine Summe an eine deutsche Hilfsorganisation gespendet habe, habe ich das Land auch vergessen, weil Ich auch keinen Bezug dorthin habe. Die Reaktionen hier und heute in der FTD in dem Artikel von Stefan Collignon "Falsche Freundin" zeigen, dass Sie mit Ihrem Namen Myanmar zum Thema machen können. Leider droht aber die Diskussion über das Land - wie in anderen Fällen auch so oft in Deutschland - sich in eine Diskussion über eigene Voreingenommenheiten zu verwandeln. Sie sagt damit mehr über die aus, die sich an der Diskussion beteiligen als über die, um die es geht: Die Menschen in Myanmar. Die Kritik, dass Ihr Artikel inhaltlich dünn ist, finde ich berechtigt. Mit freundlichen Grüßen Reiner Stock

Irgendwie ist es nicht nachvollziehbar, das man diesem Land das Recht abspricht seinen Namen selber zu bestimmen. Der Name ist ja auch von der UN anerkannt und dies schon seit Juni 1989. Wir haben doch bei vielen ehemaligen Kolonien Namensänderungen erlebt und diese auch akzeptiert (es handelt sich dabei ja auch um internationales Recht) nur bei Birma wird das ignoriert und Birma ist der Name den die englischen Kolonialherren diesem Land gegeben haben. Kein Mensch sagt mehr Rhodesien oder gar Deutsch-Südwest, eine fast endlose Liste könnte man da anführen. In jüngster Vergangenheit hat Indien die Namen vieler Städte geändert, d.h. man hat die traditionellen Namen wieder eingeführt, e.g. Mumbai statt Bombay, Chennay statt Madras, Kolkata statt Calcutta, etc. etc., das ist ohne Kommentar übernommen worden, e.g. wir haben jetzt offiziell ein deutsches Konsulat in Mumbai aber immer noch eine Botschaft in Rangun. Auch als man in Russland Leningrad wieder in St. Petersburg umbenannt hat ist das akzeptiert worden. Wie nennt man ein solches Verhalten - Schizophren???

Herr Pfitzinger. Ist die wahrheitsgemäße Berichterstattung über die Brutalität der Militärjunta und über die Armut der Menschen in Burma eine Gleichschaltung oder nicht? Und wenn, würden Sie fordern, dass im Sinne des Kampfes gegen die Gleichschaltung die Wahrheit unterdrückt wird und dass die Medien lügen? Ich danke schon mal für die Antwort.

Die Reaktionen von Spiegel und SZ auf Ihren Artikel sprechen ja Bände. Die gesamte deutsche Presse bis hin zur taz klingt so, als wäre sie gleichgeschaltet und würde nur noch die Pressestelle des Pentagon zitieren. In meinem tazblog habe ich festgehalten, mit welch einseitigen Propagandameldungen den Lesern das Gehirn gewaschen wird, wenn es um Birma geht. Danke Frau Schwarzer, Ihr Artikel war dringend nötig!

Das tat man übrigens 1934 in Deutschland auch,wenn man nicht gerade Jude war oder sich nicht in die "neue Zeit" einordnen wollte. Das tut man immer,wenn man bestimmten Machthabern oder -gruppen nicht im Wege steht oder zu einer Gruppe gehört,die zu Gegnern oder Feinden erklärt wurde oder wird. Sie, liebe Frau Schwarzer und Klakeure, hängen aber offenbar einer unglaublichen Träumerei nach,welche man auch das "DDR-Syndrom" nennen könnte: Weil eine politische Systemveränderung einmal so wunderbar friedlich und "von innen" heraus geklappt hat (dabei übersehen Sie geflissentlich,daß dazu damals ganz andere innere und äußere Vorbedingungen -auch Druck von außen (!)vorlagen) ,müße das nun jedesmal,in ähnlich gelagerten Fällen so sein und für die dortigen Menschen irgendwann gut gehen. Liebe Frau Schwarzer,die Generäle waren und sind vor allem "auf der Hut",um ihre eigene Macht und ihren eigenen Status zu sichern,nicht,um "ihre Menschen" vor der Rückkehr der ehemaligen Kolonialherren zu schützen. Das ist dann doch ein gewaltiger Unterschied !

Sehr geehrte Frau Schwarzer und Freunde : Die Generäle in Burma nun als "auf der Hut" für die kulturelle,wirtschafliche und soziale Integrität dieses Landes zu bezeichenen,weil sie sich hauptsächlich westliche Hilfe und Einmischung verbitten, ist doch sehr grotesk und scheint mir nun wirklich der sehr romantischen Weltsicht von Frau Schwarzer geschuldet.Bei den Klakeuren -auch hier bei den Kommentatoren- scheint mir dagegen ein weiteres Mal -wie bei derlei Anläßen üblich-das "Festival des West-Bashings" gefeiert zu werden. Mit derlei Argumentationen werden sich auch -liebe Frau Schwarzer-zB auch die Machthaber im Sudan jede Einmischung in Darfur verbitten,Robert Mugabe sowieso.Sie werden sicherlich keinen Diktator oder keine Herrschergruppe finden,die dieser -für Propaganda unglaublich tauglichen-Ansicht nicht Beifall zollen würden. Es kommt aber dabei auf die Perspektive an: Natürlich,wenn man im Iraq des S.Hussein nicht zu den aufständischen Kurden ,in Tibet nicht zu den Oppositionellen, im Iran nicht zu den Gegnern der Revolutionären Garden oder im Kosovo des Jahres 1998 zur damals geächteten Volksgruppe gehörte,lebte man durchaus ganz gut.

Hey, plötzlich bin ich ein Fan von Alice S. Bin gewissermaßen vom Saulus zum Paulus konvertiert. Und alles nur wegen dieses Artikels. Nun, ich gebe zu, dass ich gegen A.S. Vorurteile hatte. Bei einer Miss-Konkurrenz – dachte ich immer - hätte sie sicherlich Chancen gegen Charlotte Knobloch oder Frau Engelen-Kefer. Doch das ist hier nicht von Belang. Dass sie die Situation in Myanmar so treffend beschrieben hat, und ausgerechnet in der FAZ ... Mein Respekt! Und die Auslandskorrespondenten? Sie schäumen. (s. SZ Medien am 4.6.) Doch was man von diesen Herren halten sollte, hat uns ja schon Graham Greene klargemacht: sie hocken an der Bar eines Luxushotels und betrinken sich bis vier Uhr früh. Danach werden sie von angeheuerten Trägern in das nächstgelegene Bordell getragen. Am nächsten Tag dann erscheint der fällige Bericht, ganz so wie es dem Mainstream entspricht, ganz so, wie es unsere Amerika hörigen Medien verlangen. Bravo Frau Schwarzer! Ich war zur Jahreswende ebenfalls in Myanmar. Ihr Bericht scheint unbequem. Ich kann ihn allerdings weitestgehend aus eigener Erfahrung bestätigen. Gruß PEP (www.peter-pahlberg.de)

Nachdem ich die Kommentare gelesen habe, bin ich doch einigermaßen erschüttert, über diese unglaubliche Einfachheit des Denkens unsere westlichen Mitmenschen. Immer schön ins selbe Horn und nachplappern, was wir hier ja andauernd von allen Medien ins Ohr gedröhnt bekommen. Macht mich richtig wütend. Hier wird viel geschwätzt ohne einmal in diesem Land, um das es geht gewesen zu sein. Vorurteile, wo man hinschaut und das Bemühen politisch korrekt zu sein!!!! In diesem Artikel von Frau Schwarzer ist nie abgestritten worden, dass es dem Land schlecht geht. Es ist nie gesagt worden, dass sie mit dem Militärregime übereinstimmt. Es ist nie gesagt worden, dass es wünschenswert wäre schnellere Hilfe für die Opfer des Zyklons wäre zugelassen worden. Aber Tatsache ist, dass hier jemand einen Artikel geschrieben hat, der sich bemüht hat dieses Land, seine Menschen, seine völlig andere Kultur und Entwicklung und die daraus resultierenden Umstände zu verstehen. Und zwar jemand, der offensichtlich vor Ort war. Jeder sollte einmal hinfahren, von mir aus auch mit jeder Menge Vorurteilen im Gepäck, gut wäre es natürlich, er wäre auch schon in vielen anderen Ländern dieser Welt gewesen, die Meinung nach solcher Reise, wäre etwas Wert!!!

Bravo!!!!! Frau Schwarzer war schon immer eine Querdenkerin. Endlich jemand, der sich traut,einmal die Sache von einer andere Seite zu beleuchten. Man darf schließlich nicht vergessen, dass auch wir nicht von Propaganda verschont bleiben. Nur ist es bei uns natürlich wesentlich professioneller verackt als in einem Land wie Burma. Ich selbst war auch schon viele Male in Burma und stimme vollkommen mit ihr überein. Natürlich gibt es viele unschöne Seiten des Regimes, aber ist es anderswo wirklich so viel besser? Wir haben Jahrhunderte gebraucht um Demokratie fähig zu sein, wieso sollte es in anderen Ländern schneller gehen? Ganz davon abgesehen, würde ich gerne das asiatische Land gezeigt bekommen, das demokratischen Grundsätzen folgt. Die anderen haben lediglich eine modernere Prpaganda! Burma und seine Menschen sind wirklich bezaubernd und jeder der dorthin reist, wird das bestätigen können und ich wünsche diesem Land viele, viele echte Freunde. Auch der Redaktion der FAZ möchte ich meine Hochachtung aussprechen, diesen Artikel gedruckt zu haben.

...unglaubliches müssen wir hier lesen. Während wir Anteil nehmen müssen an einer allzu verblendeten Sichtweise einer Touristin, die gerne das Romantische im Exotischen sucht, finden wir eine Relativierung wenn nicht sogar die Negierung von Angst und Ohnmacht. Eine Regierung die aus Angst vor Machtverlust, Meinungsgfreiheit geißelt und Aufständische meuchelt, wird Verständnis gezollt. Wenn demonstrierende Mönche, die sich auf das Recht auf Nahrung, auf Leben, berufen und gegen unmenschlich erhöhte Nahrungsmittelpreise die Straße zum Protest ersuchen, militärisch bekämpft werden, dann hat das nicht mit einem legitimen Gewaltmonopol zu tun. Wahre Freunde? Die Fragmentierung des Landes in über 30 oppostionellen, oder wie von der Regierung als "terroristisch", bezeichneten Gruppen zeugt von nur wenig Einigkeit und Zustimmung zum jetzigen Regierungskader. Sind es doch Machtsüchtige, nach quasi oligarcher Manier, die einen gelben Pfau einsperren, aus Angst seine Federn könnten das Land vergiften. Schluss mit der Polemik, auch ich war noch im Januar im schönen Myanmar, Burma, Birma usw. Mensch kann da viel entdecken: Goldene Pagoden, Landminen, Einbeinruderer, Streumunition, bunte Märkte, einbeinige kleine Mädchen, spielende Kinder....

Das ist der Eindruck, der sich beim Lesen verfestigt. Beispielhaft, daß bei der Frage nach dem Handeln der internationalen Gemeinschaft ausschließlich mit dem Beispiel Amerikas geantwortet wird. Beispielhaft auch, daß die Unterdrückung durch das Militärregime in zwei Sätzen abgetan wird. "Natürlich sind mir die brutalen Methoden der Zentralregierung bei der Unterdrückung oppositioneller und ethnischer Minderheiten nicht entgangen. Es gibt genug Verfolgte und Traumatisierte, die Zeugnis davon ablegen." Auf keinen Fall befürworte ich Stellvertreterkriege, wie die USA sie z.B. in Vietnam geführt haben. Auch bin ich Gegner westlichen Imperialismusses. Aber noch mehr bin ich dagegen, sich scheinheilig auf die Seite der burmesischen Bevölkerung zu stellen, nur um sich gegen die westliche Interessenspolitik zu stellen. Als ob Russland oder China keine solche Politik betrieben! Sanktionen schaden immer zuerst der Bevölkerung und dann (hoffentlich) dem Regime. Die bessere Alternative ist immer, der Bevölkerung die Hilfe zu geben, die ihr ihre Regierung versagt. Aber was, wenn das die Regierung nicht zulässt? Diese Frage wird mal wieder nicht beantwortet!

@Erkelenz "Meinen herzlichen Glückwunsch, er trifft und beschreibt exakt jenen Verdacht, den ich schon seit langem hege: Egal ob Weissrussland, Darfur, Russland, China, Tibet, Irak, Palästina, usw. Menschenrechte werden zunehmend von machtpolitischen Interessen(gruppen) missbraucht ." Auch wenn da was dran ist, ist es immer noch die Frage wie man das thematisiert. Abgesehen davon, das es nicht immer so ist - die Diskussion ist ja auch aus der En twicklungshilfe hinlänglich bekannt - ist hunaitäre Kathasthophenhilfe gleichzeitig auch eine Pflicht. Es ist aber mehr als zweischeidig Probleme damit ausgerechnet im Zusammenhang mit der Sitaution in Burma zu Thematisieren - auch noch in dieser Weise wie Frau Schwarzer das gemacht hat. Bestenfalls könnte man sagen gut gemeint aber völlig daneben. Das könnte man einem Neuling zugestehen, aber nicht einer Journalistin, die schon lange im Geschäft ist - da ist es einfach nur peinlich.

Dieser Artikel bring vieles auf den Punkt was auch mir auf dem Herzen liegt. Die etwas fehlende Recherche zum Namen Burma bzw. Myanmar ist zu verzeihen. Der Vergleich dass man nun alle Länder umbenennen muss, weil Leute aus der Nachbarschaft zuziehen, hinkt. Die von Alice angesprochenen verschiedenen Ethnien angehörenden Menschen leben seit Jahrhunderten, genauso wie die Bevölkerungsmehrheit der Burmesen, in diesen ihren angestammten Gebieten. Das willkürliche Zusammenfassen dieser Völker ist immer noch eine Spätfolge der von uns Europäern zu verantwortenden Kolonialzeit. Sinnvoll wäre, dass man einer, hoffentlich bald kommenden, demokratischen und wirklich freiheitlichen zentralen Verwaltung von Burma hilft mit unterschiedlichen Völkern zusammen zu leben und den Minderheiten das Verbleiben im Staatsverband sinnvoll und attraktiv zu gestalten. Dabei könnte man aus den dümmlichen Fehlern des Nachbarn China sehr viel lernen.

Frau Schwarzer beurteilt die Lage aus 'erster Hand'. Sie hat das Land selber bereist und ist damit eine wesentlich kompetentere und seriösere Quelle als all die Politiker und Journalisten die sich ihre Meinung zu Hause in Deutschland vor dem Fernseher bei einer Flasche Bier und einem guten Abendessen gebildet haben. Ich war schon oft in Asien und kann zumindest sagen, daß man nicht die geringste Ahnung von einem Land haben kann, wenn man nicht selber(!) oft und lange da gewesen war. Ich war noch nie in Birma, habe dazu also keine kompetente persönliche Meinung, aber ich misstraue jedem der dazu nur aus 2. Hand meint mitreden zu können....

Meinen herzlichen Glückwunsch, er trifft und beschreibt exakt jenen Verdacht, den ich schon seit langem hege: Egal ob Weissrussland, Darfur, Russland, China, Tibet, Irak, Palästina, usw. Menschenrechte werden zunehmend von machtpolitischen Interessen(gruppen) missbraucht . Sie haben heute den gleichen Status wie das Christentum frührerer Jahrhunderte: Sie dürfen nicht hinterfragt werden, sie sind heilig. Wer in ihrem Namen angeklagt wird, ist grundsätzlich des Teufels. Wer aber in ihrem Namen anklagt, der ist stets auf der Seite des Lichts. Er ist ein edler Kämpfer für FREIHEIT, DEMOKRATIE, MENSCHENRECHTE, usw. Ich glaube an dieses Märchen schon lange nicht mehr. Alice Schwarzer bescheibt sehr anschaulich und hochinformativ wie es wirklich ist: Wir leben in einer Scheinwelt aus PR-Propaganda und Massenmanipiulation. Aber immerhin gibt es (noch) die Möglichkeit, ab und zu solche Artikel zu lesen.

Ein schlimmer Artikel! Wenn sein Inhalt kennzeichnend sein sollte für die "Freiheits"ideale, die Frau Schwarzer und ihr Blatt vertreten, wunderte es mich nicht, dass Lisa Ortgies dieser Publikation so dermaßen schnell den Rücken gekehrt hat.

Die Autorin besuchte ein Land, "das einst Burma hieß und sich heute Myanmar nennt - weil in seinen Grenzen nicht nur Burmesen leben, sondern viele Ethnien." Dieser Logik folgend, sollten sich zahlreiche Länder Europas in Anbetracht erheblicher Zuwanderung insbesondere muslimischer Bevölkerung schon mal nach einem anderen Namen umschauen. Kann von einem ethnischen Türken erwartet werden, in "Deutschland" zu leben? Wie sollte ein algerisch-marokkanischer Migrant die Zumutung aushalten, sein Aufenthaltsland als "Frankreich" zu benennen? Von Norwegen bis Griechenland, von Portugal bis Polen dürfte Europa vor einer Namensumwälzung historischen Ausmaßes stehen, um die Erfordernisse der Political Correctness erfüllen zu können. Vielleicht sollten sich die Staaten darauf verständigen, die Länder schlicht durchzunummerieren. Dieses Vorgehen würde zumindest den Lapsus verhindern, einen Namen durch einen andersklingenden, aber sinngleichen zu ersetzen, wie im falle von Burma alias Myanmar. Wikipedia schreibt hierzu: "Bama ... von dem sich die englisch ausgesprochene Schreibweise Burma herleitet, und Myanma sind seit jeher die Bezeichnungen für die größte Bevölkerungsgruppe der Bamar in ihrer eigenen Sprache und für ihr Land. "

Meine Burma-Reise ist schon einige Jahre her. Tatsächlich entspricht das Land nicht dem üblichen Bild der Militärdiktatur, und dadurch mag schnell der Eindruck entstehen, das durch westliche Medien geprägte Bild sei falsch, und "alles nicht so schlimm": Man kann über Politik reden, es gibt kein schweres Militär in den Straßen, die Leute suchen den Kontakt und die Gängelung von Behörden ist für Touristen äußerst gering. Das kenne ich von anderen, weniger brutalen Regimes ganz anders. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die harte Hand: Das Gespräch über Politik endet immer schnell, wenn es um konkrete Namen geht. Ehemalige Protestplätze wurden so umgebaut, dass Panzer schnell auffahren können. Die Schlange der Frauen vor dem Haus entpuppt sich als Warteschlange für Getreide - der Getreidepreis war über Nacht verdoppelt worden. Das kommt auch in anderen autokratischen, armen Ländern vor; doch - dies hat nichts mit Imperialismus/historischer Schuld der Kolonialmächte zu tun - es gibt eine gewählte Regierungschefin und ein Militärregime, das dauerhaft seine Bürger unterdrückt - und ihnen nötige Hilfe verweigert. Daran gibt es nichts zu rütteln, aus welchen Motiven auch manch Ausländer Hilfe anbieten.

Ich bin kein Anhänger von Frau Schwarzers romantischer Weltsicht. Natürlich geht ihr da einiges durcheinander. Was die Schwarzer-Verächter jedoch nicht sehen (wollen): daß sie im Falle Burma genau das Gutmenschentum hochhalten, das sie bei Kritik an den Mißständen des Westens gerne lächerlich machen.- Der Impuls, im fernen Burma helfen zu wollen, ist lobenswert. Noch lobenswerter wäre er, wenn er ohne das Getöse um die Junta daherkäme. Im übrigen lehnt Frau Schwarzer die Junta in dem Artikel ohne Wenn und Aber ab. Selbst hier könnte man fragen, was die Junta in ihrer Ablehnungshaltung denn eigentlich bewegt. Nee ist schon klar: sie ist einfach nur böse.- Noch eines: 'wir' beurteilen die Zustände dieser Welt aus unserer heutigen, in Jahrhunderten gewonnenen 'aufgeklärten' Sicht und wollen dabei nicht wahrhaben, daß die Kulturen jenseits unseres Wahrnehmungshorizonts sich nicht nur auf zeitlich unterschiedlichen Entwicklungsstufen befinden, sondern per se unterschiedlich sind. Daß man sie nicht einfach auf unsere Art 'umswitchen' kann. Und daß wir ebenfalls eine durchaus barbarische Vergangenheit haben. Nur eine Vergangenheit?

Mir fallen gar keine Wörter ein, die einerseits juristisch unangreifbar sind und anderseits meine Verachtung ausdrücken, die ich für diesen Bericht und ihre Autorin empfinde. So zynisch und imperialistisch habe ich noch NIE über die Not von zu Tausenden verreckenden Menschen gelesen. Wie schon von einem Vorschreiber erwähnt (sorry, liebe faz.net - es handelt sich ja um einen "Mitbewerber"), sollte der Artikel von Matthias Matussek im Spiegel-online nicht ungelesen bleiben. In beachtenswerter Höflichkeit drückt dieser Mann aus, was hier in der faz.net vielleicht als ergänzender Beitrag fehlt: Realismus, Anteilnahme und eine Schilderung ohne "in der Sänfte" durch dreckverschmierte, hart arbeitende Frauen getragen zu werden...

gehört als Ikone der Frauenbewegung in den Bücherschrank, ab und zu abgestaubt. Mehr Relevanz kann man ihr nach diesem Beitrag nicht mehr zubilligen. Erinnern wir uns, es geht um eine humanitäre Aktion, beim Tsunami waren auch amerikanische Soldaten im Einsatz, sind diese Gebiete militärisch überrannt worden. Nein, also dies als Grund für die Ablehnung humanitäre Hilfe ist schlicht zynisch und dumm. Wenn ich am Verhungern bin oder kein Trinkwasser habe, frage ich bestimmt nach den Absichten der Helfer, sondern versuche zu überleben. Dort ist jede Hilfe nötig und wichtig. Frau Schwarzer hat hier schlechterdings in Bildzeitungsmanier zwei Ebenen vermischt. Zukünftige politische Freunde, ist eine Opposition neuerdings in ihren Anliegen, sich einer unmenschlichen Militärjunta zu entledigen, unglaubwürdig, weil sie amerikanische oder europäische Hilfe annimmt. Wenn bitte schlägt Frau Schwarzer als Freunde vor, russische Oligarchen, afrikanische Diktatoren, lateinamerikanische Pseudorevolutionäre, chinesische Einparteidiktatoren , japanischen Eliten oder doch besser die Illuminaten. Man fragt sich, ob Frau Schwarzer die Räucherstäbchen in dem von Ihr besuchten buddhistischen Tempel geraucht hat?

Was würde wohl die hochprominente, von aller Welt bewunderte Dauergefangene der Junta in Knast oder Hausarrest dazu sagen, was die emanzipationsbewegte Alice Schwarzer da so von sich gibt? So von Frau zu Frau oder Mensch zu Mensch? Was würde wohl die hochprominente, von aller Welt bewunderte Dauergefangene der Junta in Knast oder Hausarrest dazu sagen, was die emanzipationsbewegte Alice Schwarzer da so von sich gibt? So von Frau zu Frau oder Mensch zu Mensch? Ich denke, man sollte sich von den ideologiefixierten "Emanzipationsphantasien" à la Schwarzer emanzipieren. Wie kann das Anbieten medizinischer Hilfe als Kapitalismus, als Bevormundung oder gar als "Neokolonialismus" denunziert werden? Medizinische und andere Hilfe im Katastrophenfall sind Akte der Humanität. Das ist Emanzipation von Not und Elend. Wenn Diktatoren daneben klein aussehen, dann ist das deren Problem und evtl. das von Frau Schwarzer. Allerdings könne wir mit den Aussagen von Frau Schwarzer leben, die Menschen in Burma nicht. So gesehen sind für uns nicht die Generäle das von Frau Schwarzer zitierte "kleinere Übel". Das kleiner Übel ist Frau Schwarzer mit ihren Verdrehungen - aber nur für uns...

Es werden verschiedene Ebenen (unzulässig) vermischt: Das eine ist die Lage der bevölkerung in den betroffenen gebieten - wenn man nicht vor Ort war nach dem Taifun, erscheint es fragwürdig, die aktuelle Situation aus der Ferne zu beurteilen. Das Agieren von Hilfsorganisationen, das durchaus auch kritisch zu betrachten sein kann, weil es eben auch eine 'Hilfsindustrie' und Konkurrenz um die Spendenmittel gibt, ist wenn dann eine Kritik an der Umsetzung, aber nicht an der Notwendigkeit der Unterstützung. Das alles noch zu vermischen mit einer subjektiven Einschätzung der allgemeinen politischen Lage verquickt mit der Beurteilung der Reaktionen der Militärregierung auf dem Hintergrund einer - grundsätzlichen - Debatte um den Einfluss des Westens, das ist ziemlich viel Geknäule. Eine stringente Argumentation lässt sich daraus nicht ableiten. Denn man könnte ja gerade genau umgekehrt sagen: Selbst wenn der Westen sich unzulässig einmischt, es einen tendenziösen Blick gibt, ist eine derartige Katastrophe nichts, mit dem Burmas Regierung Politik gegen die eigene Bevölkerung machen sollte - die Hilfen keine Verpflichtungen nach sich ziehen. Und:Das Thema ist zu wirklich ernst um es derart feuilletonischtisch anzugehen.

Liebe Frau Schwarzer, ich hoffe die vielen Kommentare streicheln ihr Ego. Sie haben es sich offensichtlich zur Lebensaufgabe gemacht unsere Gesellschaft zu provozieren und da nun selbst wir Männer über ihre feministischen Kampfthesen nur noch müde lächeln können, muss eben ein neues Thema her. Da bieten sich doch Militär-Diktaturen, die ihre Bevölkerung sterben lassen,wunderbar an. Einfach immer schön gegen den Strom schwimmen, auch wenn man dabei in einem moralischen Ekelsumpf landet. Jahrelang habe ich Ihren Namen nicht mehr gehört und es ging mir gar nicht mal so schlecht dabei, aber leider haben Sie es mit Ihrem gezielten(?) Missgriff wieder mal ganz nach oben in den Blätterwald geschafft. Da hatte das Sterben der Kinder in Burma ja doch noch einen Sinn... Grüße A.Streich

Na ja, man muss auch versuchen, Frau S. zu verstehen. Es ist Herbst, die Sonne geht unter. Da muss etwas zur Stimmungsaufhellung her, um das Präsenium ein wenig riefenstahlmäßig aufzupeppen. Einerseits entledigt man sich einer Chefredakteurin, die, warum auch immer, nicht konveniert; andererseits sezerniert man Lobhudeleien, die eine faschistoide Generalsclique in einem milden, humanen, geradezu aufgeklärten Licht erscheinen lassen. Tja, was tun Menschen nicht alles, um der eigenen Bedeutung zu huldigen: Ich bin diejenige, die tatsächlich weiß, was in Burma abgeht. Alle anderen nicht! Nebenbei: Empfehle die offene Antwort von Matthias Mattusek auf SPON. Echt lesenswert!

Lange habe ich in einer deutschen Zeitung auf einen solchen Artikel gewartet, der in Kenntnis der besonderen Situation von Myanmar (als ein Land mit einer nur vom Buddhismus und nicht nach westlichen Kriterien beurteilbaren viel längeren Kulturgeschichte wie Deutschland) mutig eine Lanze bricht für einen autochtonen Entwicklungsweg. Ich war selbst - wenige Tage vor dem Zyklon Nargis - in Myanmar und musste die meisten meiner Vorurteile korrigieren, die ich in meinem Rucksack mit gebracht hatte. Es tut weh, aus den Kommentaren - auch des SPIEGEL und anderer Printmedien - herauslesen zu müssen, dass Journalisten für notwendige differenzierte Beurteilungen kaum eine Chance haben. Der FAZ sei Dank - und Alice Schwarzer.

Bei der Lektüre von Frau Schwarzers Artikel konnte ich micht nicht einmal mehr ärgern, wie dies Herr Matussek in seiner Replik auf SPON getan hat. Ich war einfach nur noch enttäuscht. Nicht von Frau Schwarzer (da hatte ich ja keine besonderen Erwartungen), sondern von der FAZ. Es häufen sich leider derartige Ausreißer nach unten in der journalistischen Qualität dieser, meiner liebsten deutschsprachigen Zeitung. Ärgern konnte ich mich erst, als ich einige der ersten Kommentare zum Artikel las, denn es ist widerlich wie Satte und Freie hier Unterdrücker und Verursacher von Hunger in den Schutz nehmen und auf die Garanten der eigenen Freiheit (den bösen Westen) einprügeln. Möge ein kafkaesker Traum sie eines besseren belehren. Darum mein Dank an die späteren kritischen Vorredner, insbesondere an Herrn Matussek, dessen Antwort (Link zur Replik: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,556969-2,00.html) ich nur einen Wunsch an die Redaktion der FAZ hinzuzufügen habe: Bitte denken Sie in Zukunft zweimal nach, bevor Sie ein derart menschenfeindliches Werk abdrucken. Danke.

... hätten Sie geschwiegen wär'n Sie Philosoph(in) geblieben.

die ihr endlich begreiflich machen,dass Alter nicht immer Weisheit einschliesst!

Ich war lange Englischlehrer und Grundschulrektor in einem Lager für Flüchtlinge aus Burma in Thailand. Ich habe hunderte Burmesen und Burmesinnen, Karen, Mon und Angehörige anderer Minderheiten in jedem Alter unterrichtet und habe dabei viele gute Freunde/Innen gefunden. Bevor man nach Burma reist, sollte man sich gut überlegen, ob man damit nicht mehr Schaden anrichtet, als es den Menschen Burmas nutzt. Frau Schwarzer hat sich darüber nicht ausreichend Gedanken gemacht und hat sich dann vom Regime blenden lassen. Sonst würde sie nicht im allerbesten Neokolonialherrenstil aus romantischem Hochglanzbilderbuch-Urlaubswissen heraus über Burma und seine Not so unkorrekt urteilen und dabei die Leiden der Völker Burmas derart herunterspielen. Anstatt der schönen Urlaubserlebnisse sollte sie vielmehr die unzähligen Menschenrechtsverletzungen und die Misswirtschaft, die das Land an den Abgrund treiben, überdenken. Frau Schwarzer macht sich zur Fürsprecherin eines der brutalsten und menschenverachtendsten Regime unserer Welt. Sie ist weniger eine Freundin Burmas, sondern eine Freundin von besonderem Exklusivurlaub. Wichtigtuerei und Urlaubskick sind wichtiger als Menschenrechte. "Thailand ist ja aber auch sooo touristisch geworden..!"

Man lese den offenen Brief von Matthias Matussek in Spiegel online (http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,556969,00.html) - dem ist nichts hinzuzufuegen! Holger Butenschoen

Sehr geehrte Frau Schwarzer, Ihren Beitrag zum aktuellen Burma-Thema finde ich verwirrend und teilweise auch bestürzend. Handwerklich unterlaufen Ihnen ärgerliche - und diskriminierende - Fehler ("Hasenscharte" ist nun wirklich nicht der journalistisch oder politisch korrekte Terminus). Leider finde ich Ihren Beitrag eher zynisch denn hilfreich. Sie stellen doch tatsächlich die Militär-Junta als Schützerin der Menschen dar. Warum? Damit Sie auch bei Ihrem nächsten Besuch archaisches und naturverbundenes Leben bewundern können? Er erscheint mir wie eine Erörterung, bei der sich die Schülerin nicht genau festlegen kann, worum es nun eigentlich gehen soll. Daher tut es mir leid, dass ich Ihnen keine gute Note ausstellen kann. Beim nächsten Mal vielleicht?

In Frau Schwarzers Weltbild stecken derart eklatante logische und offensichtliche Widersprüche, daß ich mich frage, wie Schwarzers Artikel von anderen Kommentar en als "klar" bezeichnet werden kann. Was ist denn der Unterschied zwischen Birma und Afghanistan oder Somalia? Warum ist soll es gerechtfertigt sein, dorthin westliche Kulturwerte zu exportieren und nach Birma nicht? Warum ist es völlig legitim, den Afghanen vorschreiben zu wollen, wie dort die Frau gekleidet sein sollen und der somalischen Bevölkerung zu verbieten, daß Ihre Mädchen auf ekelhafte Weise verstümmelt werden während das Verteilen von Nahrungsmitteln und medizinischen Gütern in Birma als westlicher Kulturimperialismus gebrandmarkt wird? Man kann nicht auf der einen Seite den Medien und Ihren Berichten über die beiden letztgenannten Ländern glauben und den selben Medien in Bezug auf Birma dann misstrauen. Man kann nicht den Export westlicher Gleichberechtigung propagieren und dann gegen Kulturimperialismus wettern. Damit ich richtig verstanden werde: Ich bin weder für die Burka noch für die Beschneidung von Mädchen. Und genausowenig bin ich für ein Verhungern und Verbluten lassen der Burmesen.

dass die westlichen Demokratien immer als das Böse dastehen und die menschenverachtenden Diktaturen immer wieder auf das Verständnis von irgendwelchen westlichen ........... (tja hier fehlt mir ein geeignetes Wort). Da werden Schlächterschergen in Schutz genommen vor den angeblichen kolonialgelüsten Demokratien, die nur aus ihrer Geschichte gelernt haben und nicht mehr eine Appeasment betreiben. Zu Erinnerung der letzte Aufstand des birmesischen Volkes wurde blutig niedergeschossen, dank auch der wahrlich unkolonialistischen und wahrhaft demokratischen chinesischen Regierung in Bejing.

Ich frage Sie: wieviele Leid geplagte würden Ihrer Besserwisserei zustimmen?

Katastrophenhifle als Neokolonialismus zu bezeichnen ist der typische Reflex brutaler Machtgieriger Despoten. Das war bei Mengistu in Äthiopien 1984 der Fall als er sich mehr um kommunistische Paraden als um die an Dürre hungernde Bevölkerung kümmerte, das ist im darbenden Zimbabwe Mugabes, dem es ausschliesslich um Machterhalt und persönlicher Bereicherung, aber nicht um das hungernde Volk geht nicht anders. Nun sehen wir die burmesische Junta, die am längsten ihr Volk drangsalierende Diktatur des 20. Jahrunderts, wie sie lieber zehntausende ihrer Untertanen elendig verrecken lässt als sich wie zivilisierte Menschen zu benehmen. Vielleicht gibt es einen Grund dass die Junta anscheinend Frau Schwarzers Propagandareise genehmigt hat. Solche Freunde haben die Militärs sicher gern. Auf meiner persönlichen Reise in Burma habe ich mit vielen Burmesen gesprochen die allesamt ihre Junta verachteten und ein grosses Verlangen nach Demokratie und Öffnung des Landes hatten. Diese Menschen brauchen uns als Freunde.

Die Perspektive einer reichen Touristin, die ihren journalistischen Verstand zu hause ließ. Die Vorstellung einer Welt, in der die Armut eine melancholische aber freie Gesellschaft erzeugt, die von ihren friedliebenden Diktatoren, die alles fremde und böse und westliche abhalten, beschützt, nennt an allgemein Weltnationalismus. Wie *Selbstzensur* romantisch muß man sein um Tausende Tote und Sterbende als frei und beschützt vor westlichem Kolonialismus zu bezeichnen? Wahrscheinlich hat Bush persönlich den Generälen einen neue Stadt gebaut und zwingt sie da zu wohnen. Ebenso wie er alle Telekommunikation im Delta eigenhändig zerstörte während England gemeinschaftlich tief Luft holte um den Taifun zu erzeugen. Oh wie böse... Vielleicht bin ich einfach zu weichherzig, aber als ich die Bilder sah mit Bergen von toten Kinder und dem Wissen das noch Berge dazu kommen weil diese reichen *Selbstzensur* Herren (tschuldigung) um ihre Macht fürchten, verstand ich die Welt nicht mehr. Keine Politische Macht und auch keine noch so wertvolle Kultur darf, auch nicht um ihrer Existenz willen, Hilfe verweigern. Nie, ohne Ausnahme, auch nicht von falschen Freunden. Ach nee, macht Spaß an Tuberkulose zu sterben, besonders Kindern.

Ja, Burma braucht echte Freunde und davon sehr viele. Und deshalb braucht es mit Sicherheit keine Alice Schwarzer, die die Generäle als kleineres Übel hoffiert, welche Hilfsgüter und Hilfsleistungen blockieren, Menschen aus blanker Angst vor Machtverlust umkommen lassen. Die Aussagen von Frau Schwarzer sind m. E. zynisch, geprägt von Kenntnisfreiheit und völlig daneben. Aber die Generäle werden sich über Schwarzers Einlassungen freuen, sind sie doch systemstabilisierend.

der böse US-Imperialismus will also die Katastrophe für seine eigenen Interessen missbrauchen. Der dachte wohl es traut sich niemand das aufzudecken; hat aber nicht mit der mutigen Alice Schwarzer gerechnet. Die hat nämlich den Mut dem Biedermann die Maske vom Gesicht zu zerren; die mutige Alice Schwarzer. Was die hier vorführt, ist die die übliche Paradoxie, Verlogenheit des Feminismus. Die sanften weißen westlichen Männer werden verbal geprügelt ohne Ende. Alles Mörder, Vergewaltiger, Kinderschänder, Räuber und Frauenunterdrücker. Widerspruch zwecklos, alles wissenschaftlich bewiesen. Zu wenig Frauen in Führungspositionen wird da schon mal rhetorisch mit Auschwitz verknüpft - während die im Bericht aus Burma die Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi NICHT EINMAL (in der Wahrnehmung der "Frauenrechtlerin" ist Aung San Suu Kyi offenbar keine Frau) erwähnt! Kann die auch nicht. Jedenfalls wäre deren Unterstellung des Neokolonialismus nicht mehr möglich genauso wie der Unsinn, die heutigen Zustände auf die angeblich schlimmen Taten der Weißen von vor 3 Generationen zu begründen. Tatsachenverdrehung, Rosinenpickerei, Heuchelei - eben typisch Schwarzer.

Frau Schwarzers Artikel laesst mich durchatmen, ob der Beruhigung darueber, dass es doch noch Menschen gibt deren Analysefaehigkeit und Weitsicht ueber die Brillenranddistanz der Medien dieser Tage hinausgeht. Ich arbeite seit sieben Jahren im Nachbarland Myanmars, Thailand, habe Myanmar natuerlich bereist und kann Inhalt, Kommentar und Emotion zu 100% bestaetigen. Was in diesen Tagen zu Naturkatastrophen zu Myanmar und China um die Welt tickert ist unreflektiert und oft nicht von guter Intention: China nutzt professionell public relations, um Tibet im Sekunden-Augenblick vergessen zu machen und die Weltpresse applaudiert Chinas Offenheit. Das arme Burma dagegen wird mit Hilfs-Fliegern beglueckt aus denen bei Oeffnung der Ladeluke zunaechst einmal ein ueberdimensionales Plakat mit "Help from the Amerikan People" entrollt wird. Dass diese Art von politisch motivierter Hilfeleistung auch von einer Militaerregierung nicht mit offenen Armen engegengenommen wird ist verstaendlich. Wer Myanmar kennt fragt sich, ob die Militaerregierung nicht um Potenzen besser ist, als das was die Englaender mit diesem Land veranstaltet haben. Die heutigen Hilfsbereiten Freunde Myanmars sind alles andere als selbstlos. Burma braucht echte Freunde.

Der gute Grund, aus dem sich Burma westlicher Hilfe verschliesst, hat sich mir absolut nicht erschlossen. Beim Lesen wartete ich den gesamten Artikel gespannt darauf, dass dieser gute Grund (oder vielleicht gar diese guten Gründe) aufgezählt wird. Aber ausser der Mitteilung, dass die Verfasserin des Beitrags mit vielen Menschen geredet hat und mit vielen Menschen (u.a. mit einbeinigen Fischern) unterwegs war, habe ich wenig Konkretes erfahren.

und Alice Schwarzer geht darauf mit keinem Wort ein. Diese partiellen und unvollständigen Analysen mit dementsprechend z.T. falschen Schlussfolgerungen sind ein Markenzeichen von ihr - und viele scheinen nicht einmal zu merken, wie menschenverachtend das im Ergebnis sein kann.

Endlich wird einmal fair über die Realität in Myanmar berichtet. Alice Schwarzer sei es gedankt. Die von Amerika und den Briten, die das Land jahrelang ausgeplündert haben, blind übernommenen verzerrten Berichte und Heucheleien sind allmählich unerträglich. Der verhängte Wirtschaftsboykott schadet ausschließlich dem verarmten Volk , nicht den Regierenden. Wenn man dem Land wirklich helfen will , sollte man diese Blockaden endlich beenden. Eine erpresserische Politik ist kurzsichtig und schafft keine Freunde. Dr. Erhard Leicht Kurhausstr. 56 65719 Hofheim

Frau Schwarzer schildert die Zustände in der Vergangenheit sehr gut,nur,sie geht nicht auf die Situation nach dem Taifun ein.Ihre Meinung,die Erneuerung des Landes müsste aus dem Inneren kommen,erinnert an unsere Geschichte in den Enddreissiger Jahre letzten Jahrhunderts.Die Verhaltensweisen Frankreichs(Daladier) und Englands(Chamberlain )stärkten die damals herrschenden Führer,einer Erneuerung aus dem Inneren war auch damit der Boden entzogen.

Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen und ich kann nur jedes Wort voll unterstreichen. Meine Wochen in Myanmar haben mich auch gelehrt, dass die dortige Realitaet mit dem was die Medium tentenzioes und schlecht oder ueberhaupt nicht unterrichtet verzapfen wenig zu tun hat. Und die "obergescheiten" Politiker sollten einmal vor Ort sehen, was sie mit ihren "politisch korrekten" Massnahmen anrichten!! Statt dem Volk zu helfen wird deren Los nur noch haerter gemacht.

Das wäre schön, wenn das sanftmütige Volk aus eigener Kraft die Unterdrückung durch Kolonialismus, Post-Kolonialismus, Neo-Kolonialismus, Maoismus, Raubtier-Militärherrschaft, Neo-Kapitalismus, Bildungsrückstand und weiterem gewaltfrei abwerfen würde! Unterstützt durch empathische Touristen! Wie? Das Modell für die Welt?

Echt Klasse der Bericht. Er weicht von der offiziellen Medienversion der deutschen Presse ab. Die ideologische Beeinflussung in unserem Land hat ähnlich wie zu DDR-Zeiten Hochkonjunktur. Es muß ja irgend einen Grund geben, warum keine Hilfsleistungen angenommen werden. Auf eine "Friedenstruppe" hat dort weder die Regierung, noch die Bevölkerung Bock.

Ein Artikel der wieder einmal zeigt, dass bei weltanschaulichen Extremgruppen die Wahrnehmung der Wirklichkeit so einige Probleme bereitet; gerade von einer so genannten Frauenrechtlerin hätte man erwarten gekonnt, dass sie das Paradoxon der britischen Kolonialherrschaft in Indien erkennen könnte: Die berühmt-berüchtigten Witwenverbrennungen haben dort die Briten verbieten lassen und nicht der friedensverrückte Gandhi, wie auch das Faktum, dass Frauen politische Rechte haben und persönlich frei sind, wenn auch oft nur formal, aus dem Westen gekommen ist, da die Eliten (einschließlich Gandhi), die Indien in die Unabhängigkeit führten, an britischen Universitäten ihr Handwerkszeug gelernt haben. Ferner scheint es mir merkwürdig im Angesicht eines solchen Regimes sich gegen militärische Interventionen auszusprechen: Die waffenlose Opposition steht dieser Despotie hilflos gegenüber, was die Niederschlagung der Proteste vor kurzem zeigte, und eine Regierung, die nach einer verheerenden Naturkatastrophe, ihrem hungernden Volk rät es solle sich doch von Amphibien ernähren, hat das Schicksal der absoluten Monarchie in Frankreich verdient, deren König dem Volk riet doch Kuchen zu essen, wenn es kein Brot habe.

ein kluger und ausgewogener Artikel, davon könnte man mehr gebrauchen.