Nach dem Zyklon

Bundesregierung: Internationale Hilfe für Burma erzwingen

Obwohl die Situation der Menschen im Katastrophengebiet zusehends verzweifelter wird, hat die Militärregierung in Burma unbeirrt ihr Referendum über eine neue Verfassung begonnen. Wie Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul der Sonntagszeitung sagte, unterstützt die Bundesregierung den internationalen Willen, die Hilfe für die Zyklon-Opfer gegen die Junta durchzusetzen.

Lesermeinungen zum Beitrag

12. Mai 2008 12:55

An Herrn Skalski!

Stefanie Neubert (contactsteff)

Nein, Herr Skalski, nicht historisches Unwissen der jungen Generation spricht aus meiner Frustration, sondern die Erkenntnis, dass esoft die USA sind, die (manchmal auch zum positiven, siehe Beispiel Serbien/Kroatien) Organisationen wie die UNO mit ihrem Einfluss unterlaufen und untergraben und nur allzu oft (und leider vermehrt eben NACH dieser sagenhaften Luftbrücke, siehe nur Militärdiktatur in Brasilien als weniger prominentes Beispiel) in eigenen, zweifelhaften Interessen in das politische Geschehen eines Landes eingegriffen haben - und dabei eben oft nicht an die Menschen gedacht haben. Ich verstehe Ihre Dankbarkeit, aber die USA sind - zu meinem großen (!!!) Bedauern - heute nicht mehr die Demokratie, die sie vielleicht einmal waren.... aber meine Kritik bezog sich ja auch nicht nur auf die USA. Aber über die Richtigkeit der Vergabe von (mit westlichen Wertvorstellungen verbundenen) Olympischen Spielen, an einen Staat, der sowohl kultur-historisch als auch politisch nicht in dieser Tradition steht, will ich mit Ihnen (wenigstens hier ;o) ) nicht diskutieren. Mit freundlichen Grüßen!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
11. Mai 2008 16:12

An Jan Friedrich

Jan Skalski (Skalski)

Sie schreiben: "Nichtsdestotrotz ist die Liste der negativen Interventionen mindestens von gleicher Länge. Es sei an die Kriegsgründe für den Irak erinnert, von denen sich im Nachhinein nicht ein einziger belegen lies. " Die von Ihnen erwähnten "negativen" amerikanischen Interventionen, sind nicht das Thema hier, ich befürchte Sie können diese Interventionene auch nicht ausreichend beurteilen, die Burmesen hätten sich sicherlich eine humanitäre Intervention der USA, mindestens nur eine kurzfristige, gewünscht. Im Irak hat auch wie in Burma eine Klicke das Volk unterdrückt, was damals niemanden interessiert hatte. Diese Klicke ist weg, das irakische Volk darf die demokratie "probieren", Sie und Deutschland sind weit weg und unterstützen das irakische Volk auf dem neuen Weg nicht. Daher wäre Ihr kommentar diesbezüglich genauso wenig bedeutend und hilfreich wie Ihre/deutsche Hilfe an die Iraker.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
11. Mai 2008 15:54

An Stephanie Neubert

Jan Skalski (Skalski)

Danke für Ihre Antwort. Bin in den Jahren 1981-1983 im polnischen Gdansk/Danzig mehrfach auf die Strasse gegangen, daher kann ich mich in die Lage der demonstrierenden Burmesen versetzen. Meine 5-jährige Mutter hatte im Jahr 1945 nach dem Krieg amerikanische Hilfen verspeist. Daher bin ich sehr allergisch gegen das historische Unwissen und daraus resultierende Unverständnis bei weiten Teilen der jungen deutschen Generation.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
11. Mai 2008 10:55

Korrektur

Stefanie Neubert (contactsteff)

Ich meinte natürlich das Schweden sich oft - wie momentan auch Frankreich - in hohem Maße engagiert zeigt. Mehr als eben USA und (leider) Deutschland. Aber das nur, um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, meine Formulierung war nicht eindeutig!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
11. Mai 2008 10:48

an Herrn Skalski - Teil 2

Stefanie Neubert (contactsteff)

Ein Eingreifen in innenpolitische Ungereimtheiten ist immer zwiespältig, war aber eben in wirtschaftlich günsitgeren Fällen schon öfter (erstaunlicherweise) möglich. Sie müssen schon entschuldigen, dass es mir ein wirklich bitteres Gefühl in der Magengegend verursacht, wenn ich daran denke, dass tausende von Kindern alleine und ohne Hilfe mitten im Chaos einer Naturkatastrophe alleine gegen Hunger, Krankheit und elenden Tod kämpfen müssen. Und dann stellt sich die nächste Frage, warum wird, wie oft in Krisenregionen üblich, nicht auf einen mächtigen Nachbarn eingewirkt, positiven Einfluss auf die Situation auszuüben und eine Vermittlerrolle einzunehmen (von solchen Forderungen, geäußert entweder durch USA, UNO oder auch EU habe ich noch nichts gehört, auch darauf bezieht sich meine Kritik). Darf man im Vorfeld der Olympischen Spiele solche Themen nun gar nicht mehr in China ansprechen? Meine Kritik war im Ärger des Moments zu plakativ geäußert - ja. Aber leider ist hier die Bereitstellung von Hilfsgütern alleine wohl auch nicht die Lösung.... Mit freundlichen Grüßen, S.Neubert

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
11. Mai 2008 10:30

an Herrn Skalski!

Stefanie Neubert (contactsteff)

Hallo Herr Skalski! Ja, zum Teil gebe ich Ihrem Kommentar und der damit verbundenen Kritik an meiner vorher geäußerten Meinung Recht! Die Hilfsgüter stehen bereit und es ist natürlich die Junta, die "momentan" die Schwierigkeiten verursacht.... Aber man sollte nicht außer Acht lassen, dass es Länder gibt, die ihren Aufwand für Hilfsaktionen noch wesentlich selbstloser betreiben (ja, vermutlich auch als Deutschland, vielleicht hätte ich "uns" mit einschließen sollen und allen voran - wie so oft - Schweden) und dass man (na, oder wenigstens ich) sich schon fragt, warum diese Junta eigentlich noch an der Macht ist. Oder haben wir alle schon wieder vergessen, dass erst im Oktober letzten Jahres ein Aufschrei gegen eben diese Militärregierung um die Welt ging und die damals "Aufständigen" zumindest von Seiten sämtlicher von mir genannten Organisationen und Regierungen ziemlich im Stich gelassen wurden. Und insoweit habe ich mit meiner Äußerung schon Recht, denn die Burmesen wollte bis dato keiner militärisch befreien und mit Demokratie beglücken und bisher hat auch noch keiner der genannten Regierungen/Organisationen irgendwelche Sanktionen ausgesprochen, falls dem Elend im Land nicht entgegengewirkt wird.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
11. Mai 2008 10:27

Das Muster ist vorgegeben

San Isidro (San_Isidro)

Im jüngsten Rambo-Movie muss Sylvester Stallone Missionare retten, die Hilfslieferungen nach Birma bringen wollen. Die Missionare im Film spielen die buddhistsichen Mönchen, die auf jedem zweiten Agentur-Foto zu sehen sind und bereitwillig nach militärischer Intervention rufen. Am besten macht man den Herrn Lama zum Interimspräsidenten der neuen Übergangsregierung. Der beantragt einen 100 Milliarden-Kredit beim IWF (angesichts der verheerenden ökonomischen Situation) zu Zinsätzen, die der Dringlichkeit und Höhe des Kredits angemessen sind. Zu dessen Schuldendienst muss dann wohl Myanmar als Immobilie parzelliert und verkauft werden. Die Zeit drängt, der Reispreis explodiert. Die Pläne dafür oder ähnliches sind so fix und fertig wie das Drehbuch des Rambofilmes. Her mit dem roten Quadrat!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
11. Mai 2008 10:26

Ein Regime von Moerdern!

Alex G. (sgate)

Ich selbst lebe seit einiger Zeit in Thailand und bin da schon ein wenig vertraut mit der doch sehr andersartigen Mentalitaet. Bereits zwei Tage vor der Katastrophe wurde die Regierung informiert, dass es ein sehr starken Sturm geben wird. Was hat diese Regierung getan. Nichts!!! Aber warum auch. Die Abstimmung stand ja unmittelbar bevor. Und das war ebend wichtiger. Menschenleben bedeuten dieser Regierung nichts! Das hat sie ja eindrucksvoll bereits im letzten Jahr gezeigt. Ebenfalls die unterlassene Hilfeleistung in den betroffenen Gebieten. Aber tote Nein-Waehler sind gute Waehler. All das zeigt wie unmenschlich diese Regierung ist. Ich behaupte sogar, das dies ein ganz gezieltes Vorgehen des Regimes ist. Daneben streicht man ja auch die netten Geschenke der westlichen Welt ein. Ein Verteilung an die wirklich betroffenen Leute wird nicht statt finden!!! Wenn hier nicht ein sofortiges Eingreifen der Welt erfolgt, ohne Wenn und Aber, dann werden hundertausende einen qualvollen Tod finden. Daneben ist noch nicht abzusehen, wie sich die Zerstoerung des groessten Reisanbaugebietes sich auswirkt. Jedenfalls ist eine Unmenge an Kapital erforderlich, das Land wieder nutzbar zu machen. Aber das ist dem Regime egal.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
11. Mai 2008 09:01

Internationale Hilfe für Burma erzwingen... heißt:

Stanislaus Swerd (Olympionike)

„Bundesregierung: Internationale Hilfe für Burma erzwingen“... heißt: Chinas Kommunisten ihren Lügelächeln und Frieden beschwörenden Wörtern überhaupt kein Glauben zu schenken!

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
11. Mai 2008 01:49

Der Versuch einer Zusammenfassung

Jan Friedrich (Bagurke)

Eigentlich sind wir uns doch alle einig, nämlich das die Militärregierung in Burma ihre eigene Bevölkerung sterben läßt und das dagegen dringend etwas getan werden muß. Auch ich bin der Meinung, daß UNO/EU/USA/etc. viel zu langsam reagieren, wenn man bedenkt, daß es hier um tauende Menschenleben geht und jeder Tag zählt. Eindeutiger kann sich eine Situation nicht darstellen um zu dem Einsicht zu gelangen, daß die humanitäre Hilfe notfalls auch mit einem Militäreinsatz durchgesetzt werden muß. Oftmals werden in den Kommentaren die USA erwähnt, entweder mit Kritik oder Lob für vergangene Leistungen (Luftbrücke). Dazu würde ich gerne folgendes beitragen: Die Leistungen der USA in der Vergangenheit insbesondere für Deutschland stehen außer Frage. Nichtsdestotrotz ist die Liste der negativen Interventionen mindestens von gleicher Länge. Es sei an die Kriegsgründe für den Irak erinnert, von denen sich im Nachhinein nicht ein einziger belegen lies. Ich zähle mich nicht zu den "Amerikahassern" sondern eher zu der Gruppe Amerikafreunden, die mit konstruktiver Kritik versucht positiv einzuwirken. Auch ich empfinde das französische Engagement als höchst positiv und das Verhalten Chinas einmal mehr als feige und menschenunwürdig.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
10. Mai 2008 23:32

Oh, wieder die Chinesen sind dafür schuld

jack kamtam (jack_Kam)

Ja, ganz typisch, wieder mal die Chinesen sind schuld, wenn morgen euer Klo verstopft sind, schimpt ihr die dreckig Chinesen, dann sind die Problem gelöst, all sind glücklich, wie herrlich.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
10. Mai 2008 23:29

Chin. Regierung hat schon 1 Mio US Dollar und 30 Mio Chin. Yuan gespendet

C L (nochmal)

ich erfahre aus chin. Internet Seite, dass chin. Regierung schon 1 Mio US Dollar und 30 Mio chin. Yuan gespendet hat, Dazu noch private Spenden von chin. Firmen und privaten Personen. Chinesische Hilfesorganisationen sind auch bereit und warten auf die Einladung von der Regierung von Burma. Die deutschen erfahren von der deutschen Medien doch nur gefiltete und negative Information über China. Ausser die wenigen Deutschen, die lange Zeit in China gelebt haben, haben die meisten Deutschen und ihre Politiker doch keine Ahnung von China.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
10. Mai 2008 23:29

@Uwe Fisch (luilaber) - Eben, da kommt was auf uns zu.

Mike Ratsch (MultiBalloon)

Das muss man sehen, dass nicht jede Kultur von jüdisch-christlichen Kategorien der Nächstenliebe und Empathie als wichtiges Verhaltenrepertoire geprägt ist. Dieses Konzept existiert in China z.B. einfach nicht. Wie ein chinesischer Bekannter mir sagte: "Fällt Einer, gehen die Anderen weiter, da hat man halt Pech gehabt. Eine Hand zu reichen ist nur legitim und anerkannt innerhalb der Familie, nicht ein allgemeingültiges Prinzip." Uns sollte schon klar werden, dass das Konzept des Individualismus als unabdingbare Vorraussetzung aller Überlegungen zur Struktur und Rechtfertigung menschlichen Handelns und Legimitation überindividuellen Handelns, das wir uns über Jahrhunderte als Recht hart erkämpft haben, so in vielen Ländern einfach nicht existiert. Mit der zunehmenden wirtschaftlichen Macht dieser Länder und der rein quantitativen Dimension von Verhaltensmodellen (wie viele Menschen leben welche Überzeugungen) ergibt das für unser europäisches Selbstbewusstsein und unseren Behauptungswillen eine gewaltige Herausforderung.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
10. Mai 2008 19:31

"Bundesregierung erhöht den Druck auf Birma"

Michael Menzel (Galenos)

Soll man lachen oder weinen? Auf jeden Fall ist die Aktivität der Bundesregierung absolut lächerlich. Glaubt denn der Steinmeier, daß die Verbrecher-Regierung von Burma sich von ein paar Telefongesprächen beeindrucken läßt? Ist das der Druck? Oder daß Merkel mit Ban Ki Moon telefoniert? Was ist das für ein laues Geplänkel auf der untersten Sohle eines Engagements. Inzwischen sterben Menschen - täglich tausende, stündlich, minütlich. Haben die alle die Hosen voll, China könnte wieder die beleidigte Leberwurst spielen, weil sie doch am nächsten dran wären und somit zuständig - aber die machen natürlich nichts. Eine Diktatur kratzt der anderen kein Auge aus. Menschenleben haben in Diktaturen noch nie gezählt. Warum sollte sich das ändern. Ein Hoffnungsschimmer ist, daß die Franzosen Schneid zeigen und ein Kriegsschiff mit lebensnotwendigen Mitteln jetzt losschicken. Das ist zu loben! Und die Amerika-Hasser in Deutschland und in Fernost haben zumindest in diesem Fall keinen Anlaß, wieder einmal Beschuldigungen loszulassen, daß irgendwer das Land okkupieren will. Nötig wäre es! Es erinnert an die Situation in Serbien/Kosovo, wo die Amerikaner sich über den Saftladen UNO hinweggesetzt haben und einen Genozid verhinderten.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
10. Mai 2008 19:14

Wann wacht die 'alte Welt' endlich auf?

Uwe Fisch (luilaber)

Egal was es ist, Tibet, Mynamar usw. China ist immer dagegen. Und der Hammer ist, dass die Chinesen das wirklich so meinen. Ich meine die Bevölkerung. Die schauen mit großen Augen zu wie ein Nachbarvolk, verreckt. Ist halt so. Da können auch im eigenen Land Sklavenarbeiter wie vor 100 Jahren gehalten werden, na und? Die Mentalität ist nicht mit unserer zu vergleichen. Im Internet kann man sehen wie 2 gefasste Diebe mal kurz (ca. 10. min) mit Steinen zu Tode gebracht werden, nicht von einem Einzelnen. Die, die nicht steinigen schauen halt zu. Wie nun auch , Pech gehabt Mynamar. Aber wir, d.h. die noch führenden Industrienationen sollten uns schon einmal darauf gefasst machen was uns passieren wird, wenn wir mal Hilfe von einem Handelspartner China erwarten. Die werden uns genauso kaputt gehen lassen. Hauptsache in den Jahren davor hat der Profit gestimmt. Es ist noch eine ganz andere Welt und wird sich wahrscheinlich auch nie ändern. SIe nutzen Mynamar als Handelspartner und Zugang zum Meer und wahrscheinlich auch als Waffenkunde. Hätten so auch Einfluß auf die Generäle, aber warum denn die Finger krumm machen? Und die Westliche Welt kann es mal wieder nicht verstehen.....

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 15 von 21 Lesermeinungen
1 | 2 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche