Hilfe für Wirbelsturm-Opfer

Ban Ki-moon in Burma eingetroffen

22. Mai 2008 Knapp drei Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm „Nargis“ ist UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Donnerstag in Burma eingetroffen, um die internationale Hilfsaktion für die Überlebenden voranzutreiben. Ban wurde am Flughafen in Rangun von Außenminister Nyan Win empfangen. Anschließend traf er Ministerpräsident Thein Sein. Auch das besonders stark vom Zyklon verwüstete Irrawaddy-Delta wollte Ban aufsuchen. Der Besuch des UN-Generalsekretärs wurde in den staatlichen Medien zunächst nicht erwähnt.

„Wir konzentrieren uns darauf, Menschenleben zu retten“, sagte Ban vor seiner Abreise nach Rangun in Bangkok. Burma befinde sich in einer „kritischen Lage“. Ban sprach in Rangun zunächst 20 Minuten lang mit Thein Sein. Für den Abend war eine zweite Zusammenkunft geplant. Am Freitag will Ban dann mit dem Chef der burmesischen Militärjunta, General Than Shwe, am Regierungssitz in Naypyidaw zusammenkommen. Die Regierungszeitung „New Light of Myanmar“ berichtete, die „von lokalen und ausländischen Gebern gespendete Hilfe“ werde „systematisch und zum rechten Zeitpunkt“ an die Opfer des Wirbelsturms vergeben.

Mehr als zwei Millionen Menschen benötigen Nothilfe

„Die Regierung hat uns bislang überhaupt nichts gebracht“, sagte der Mönch Piniya Wentha, der in Kaunt Chaung der Nachrichtenagentur AFP im Irrawaddy-Delta. Auch internationale Organisationen seien bislang nicht dorthin gelangt. Nach Schätzungen von Hilfsorganisation benötigen mehr als zwei Millionen Menschen Nothilfe. Nur zögernd ging die burmesische Junta auf internationale Hilfsangebote ein.

Während inzwischen zahlreiche Ärzte aus asiatischen Ländern ins Land gelassen wurden, wurden den Logistik-Experten ausländischer Hilfsorganisationen in vielen Fällen Visa verweigert.

Erster Besuch eines UN-Generalsekretärs seit 1964

Der letzte UN-Generalsekretär, der Burma besuchte, war im Juli 1964 der selbst aus dem südostasiatischen Land stammende U Thant. Burma hat sich seit Jahrzehnten fast vollständig von der Außenwelt abgeschottet. Ban beklagte vor seiner Ankunft in Rangun, dass nur etwa ein Viertel der Hilfsbedürftigen der Wirbelsturmkatastrophe von den internationalen Helfern erreicht worden sei. Vor der Küste Burmas kreuzt das französische Marine-Schiff „Mistral“, das seine Ladung von 1000 Tonnen Hilfsgütern entladen könnte, dafür aber keine Genehmigung erhielt.

Am Sonntag will der UN-Generalsekretär an der gemeinsam von der UNO und den ASEAN-Staaten organisierten Geberkonferenz zur Koordinierung und Finanzierung der Hilfen für die Wirbelsturmopfer in Rangun teilnehmen. Bei dem Zyklon am 2. und 3. Mai kamen nach offizieller Zählung rund 78.000 Menschen ums Leben; rund 56.000 werden noch vermisst.



Text: AFP
Bildmaterial: dpa

 
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