Chinesisches Sprichwort
Jedes Ding hat drei Seiten: eine, die du siehst, eine, die ich sehe, und eine, die wir beide nicht sehen
Die Soldaten stehen immer noch auf Posten wie am ersten Tag. Hände an der Hosennaht. Ihre roten Sonnenschirme sind auch immer noch da. Bei Regen haben sie sich daruntergestellt, dann verschwamm ihr Anblick vor der dichten Wasserwand dieser chinesischen Wolkenbrüche. Der Uniformierte an der Ecke des Zaunes drehte auch noch am Schlusstag der Spiele gleichmäßig seinen Kopf hin und her, hin und her und ließ seinen Blick wandern wie eine menschliche Überwachungskamera. Im Vorübergehen haben wir drei Wochen lang immer wieder zu der Ecke hinübergesehen. War es immer derselbe Soldat? Oder war es immer wieder ein anderer? Die Entfernung war zu groß, um das mit Sicherheit sagen zu können. Bei anderen, an denen wir aus größerer Nähe vorbeikamen, haben wir aber irgendwann gemerkt, dass sich ihre Blicke veränderten. Sie sind von innen nach außen gewandert. Sie ließen die Bilder hinein. Am Samstag hat einer von ihnen ganz außerplanmäßig den Kopf gedreht. Er hat genickt zu einem winzigen Gruß, und vielleicht war das, was sich in seinem Gesicht abspielte, ein Lächeln.