Von Matthias Alexander
15. Januar 2008 Dass die Deutsche Börse einen Umzug in Erwägung zieht, war in Maklerkreisen schon länger bekannt. Dass sie sich nach Eschborn absetzen würde und zwar zunächst in eine gebrauchte Immobilie, hat die Immobilienberater jedoch genauso überrascht wie die Stadtregierung. Eher war man davon ausgegangen, dass das Unternehmen mit der großen Tradition und der stolzen Bilanz die Gelegenheit nutzen würde, etwas für die Selbstdarstellung zu tun und aus dem etwas abgelegenen Hausen näher an den Brennpunkt des Geschehens heranzurücken. Geeignete Grundstücke wären zweifellos zu haben gewesen, und das zu einem günstigen Preis – zum Beispiel im Europaviertel an der Messe oder im Neubaugebiet Gateway Gardens am Frankfurter Kreuz.
So bedauerlich die Entscheidung der Börse mit Blick auf die Frankfurter Stadtkasse ist – der Trend auf dem Büromarkt geht eher in die umgekehrte Richtung, von der Peripherie ins Zentrum. Die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) etwa wollen aus dem Mertonviertel in einen Hochhaus-Neubau an der Friedrich-Ebert-Anlage ziehen. Viele kleinere Unternehmen und Kanzleien, deren Namen der Öffentlichkeit nicht so geläufig sind, haben diesen Schritt in den vergangenen Jahren schon gemacht; er wurde ihnen durch günstige Mietpreise nach der großen Immobilienkrise erleichtert.
Makler raten zu weiteren Bauten
So stark ist die Flächennachfrage im Bankenviertel, dass sich die Projektwickler investitionsfreudig wie seit fast zehn Jahren nicht mehr zeigen. Die Makler feuern sie an und raten zu weiteren Bauten. Mehrere Hochhäuser werden demnächst neu entstehen – das Kaiserkarree“ an der Neuen Mainzer Straße, das Winxx“ auf dem Degussa-Areal und eben das T 185“ für PwC.
Die Stadt hat also trotz des Börsenschocks allen Anlass, mit Selbstbewusstsein in die Standortdebatte zu ziehen. Als Zeichen dafür könnte sie schleunigst den neuen Hochhausrahmenplan präsentieren. Visionen von neuen Türmen beflügeln die Phantasie von Investoren und Bürgern gleichermaßen. Vom Magistrat wurde zunächst auch angekündigt, noch vor Weihnachten werde der Plan den städtischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt. Geschehen ist jedoch nichts. Das sollte sich schleunigst ändern.
Text: F.A.Z.
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