20. April 2008 Am Abend der Landtagswahl haben die Frankfurter Sozialdemokraten gejubelt – endlich wieder stärkste Kraft in der Stadt. Die Genossen in der Mainmetropole fühlen sich als Sieger und sind doch von der Macht Lichtjahre entfernt. Weiter noch als Andrea Ypsilanti im Landtag mit ihrem gefühlten“ Sieg.
Denn der SPD ist der Koalitionspartner abhandengekommen. Die Grünen haben mehr als ein Techtelmechtel mit der CDU begonnen, die beiden Parteien führen mittlerweile eine stabile Ehe auf Zeit, die allem Anschein nach mindestens bis zur nächsten Kommunalwahl im Jahr 2011 halten wird und wahrscheinlich noch eine weitere Wahlperiode. Solange sich CDU und Grüne aneinander binden, bleibt den Sozialdemokraten der Weg in die Stadtregierung versperrt. Zumal sich Schwarz-Grün von vornherein der Unterstützung der FDP versichert hat. Geht der Regierungskoalition die Mehrheit aus, tankt sie einfach aus dem liberalen Reservekanister.
Unter diesen Umständen deutet vieles darauf hin, dass die SPD die nächste Kommunalwahl schon verloren hat – gleichgültig, wie gut sie abschneidet. Umso wichtiger ist für die Sozialdemokratie die Oberbürgermeisterwahl 2013. Die populäre Petra Roth darf aus Altersgründen nicht mehr antreten, die CDU muss mit einem neuen Kandidaten ins Rennen gehen, der Stadtrat Boris Rhein blickt schon sehnsüchtig zu den Startblöcken hinüber.
In dieser Wahl besitzt die SPD eine reelle Chance – wenn sie einen vorzeigbaren Kandidaten präsentiert. Doch ein Siegertyp ist nirgends in Sicht. Aus der Landtagsfraktion kommen der Frankfurter Parteichef Gernot Grumbach, Michael Paris und, ja, Andrea Ypsilanti in Frage. Die Möchtegern-Ministerpräsidentin zählt freilich im Augenblick zu den unbeliebtesten Politikern im Lande, ob ihr Stern in der Partei 2013 immer noch leuchtet, muss sich erst noch erweisen. Dass der wenig charismatische Grumbach oder der flatterhafte Paris die Herzen der Frankfurter Wählerschaft in notwendiger Zahl gewinnen könnten, darf man bezweifeln.
Als Siegertyp könnte sich der Bundestagsabgeordnete Gregor Amann erweisen, doch die Linken in der Partei werden ihn zu verhindern wissen. Bleibt ein Kandidat von außen. Doch wer wird sich nach den schlechten Erfahrungen des damaligen Oberbürgermeisters Hauff mit seinen Frankfurter Genossen auf ein solches Himmelfahrtskommando einlassen? Noch hat die SPD zwei, drei Jahre Zeit, sich für die Schicksalswahl vorzubereiten.
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