22. September 2008 Der Strukturwandel macht es spannend. Jeder vierte Abiturient in Deutschland gibt nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens Faktenkontor als Berufswunsch irgend etwas mit Medien an. Damit zählt die Medienindustrie für junge Leute zu den drei interessantesten Berufsfeldern.
Bei der halbstaatlichen Hamburg Media School (HMS) gibt es etwa fünfmal so viele Bewerber wie Studienplätze. Die Erwartungen der Berufseinsteiger erfüllen sich offenbar: Beispiel Journalismus. 80 Prozent der Jungredakteure mit weniger als zwei Jahren Berufserfahrung sind laut Faktenkontor mit ihrer beruflichen Situation zufrieden - trotz hoher Arbeitsbelastung und eher niedrigem Gehalt.
In den vergangenen Jahren waren die Chancen für den Einstieg in Medienunternehmen nicht schlecht. Gestärkt von einer guten Werbekonjunktur und dem Aufbau digitaler Medien, suchten viele Anbieter zusätzliche Mitarbeiter.
In schwierigeren Zeiten ist eine gute Ausbildung umso wichtiger
Nun aber treten immer mehr Medienunternehmen auf die Bremse. Das Zeitschriftenhaus Burda (Focus) kündigte für dieses und nächstes Jahr Einsparungen von insgesamt 10 Prozent im Printgeschäft an. Der größte deutsche Regionalzeitungsverlag, die Essener WAZ-Gruppe, bereitet ein Sparprogramm vor. Seit mehr als einem Jahr auf Sparkurs ist der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat.1.
Schwinden mit der schwächer werdenden Konjunktur die Chancen für den Berufseinstieg im Mediengeschäft? Nicht zwingend, glaubt der Medienwissenschaflter Armin Rott, der an der HMS und der Bauhaus-Universität Weimar lehrt. Auch klassische Medienunternehmen wie Verlage und Fernsehsender investieren weiterhin im Online-Bereich, sagt Rott. Ebenso bieten zahlreiche junge Internet-Medienunternehmen Chancen.
Doch ist in schwierigeren Zeiten eine gute Ausbildung umso wichtiger. Mit einem unspezifischen Berufsbild ist es sicherlich schwerer, sagt Rott. Wer sich also während des Betriebswirtschaftsstudiums durch Praktika oder einen gezielten Studienschwerpunkt im Mediengeschäft vorbereitet, hat bessere Aussichten.
Bildmaterial: www.personalmarkt.de
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