Verfolgung, Hausarrest, Folter - noch immer werden Menschenrechte in China systematisch verletzt. Beteuerungen der Regierung, die Situation werde sich vor den Olympischen Spielen bessern, haben das kaum geändert. Westlichen Politikern stellt sich die Frage, ob sie das Verhalten der chinesischen Regierung öffentlich anprangern sollen.
Die Diskussion zeigt, dass wir immer noch nichts von der Pluralität der Welt begriffen haben. Die Menschenrechte, bei uns seit dem Mittelalter zumindest gedanklich entwickelt, werden in Europe flächendeckend gerade mal seit ein paar Jahre eingehalten. Sie sind Ausruck europäischen Denkens, europäischer Geschichte, auch unseres hegemonistischen Weltbildes. China hat eine andere Geschichte, andere Kriterien für das Wohlergehen seines Volkes, die älter sind als unsere Zeitrechnung. Wer denkt, er könne China mit Protestaktionen beeindrucken irrt sich gewaltig. TienAnMen ist für uns ein blutiges Fanal der Unterdrückung, für China ein weiteres Grüppchen irrgeleiteter Unruhestifter das im Interesse des Volksganzen ruhiggestellt wurde. Wer hat Recht? Mit Holzhammermethoden erreichen wir gar nichts, mit Einbindung in die westliche Welt vielleicht wesentlich mehr.
Wenn ich so ein Bild sehe wie dieses mit der Reihe chinesischer Polizisten, die diese Delinquenten und hellblauen Westen mit verhüllten Gesichtern vorführen, dann möchte ich, der ich ja nicht nur Bildbetrachter, sondern recht eigentlich Zeitungsleser bin, doch recht gern wissen, welche Geschichte sich hinter diesem Bild verbirgt, das für mich keineswegs selbsterklärend ist. Ein solches Bild ohne erklärende Unterschrift oder Bezugnahme im Text mag die Emotionen ansprechen (»irgendeine Schweinerei läuft da ab ich China«) aber der Verstand geht leer aus. Qualitätsjournalismus sollte aber gerade den Verstand ansprechen, nicht das Gefühl. In letzter Zeit begegnen mir hier immer öfter solche nicht klar einem beschriebenen Ereignis zuzuordnenden Bilder. Das finde ich bedauerlich und ich hoffe, dies ist nicht Zeichen einer Tendenz hin zum Bild-Journalismus.
Die Meinung von Herrn Sandschneider erinnert an Alice Schwarzer: Reform von Innen heraus, ohne Einmischung von aussen. Birma und China - wie sich die Bilder gleichen. Aber die Hoffnung stirbt nie!
darf man doch die Wahrheit nicht sagen ! Es muß alles der Netiquette entsprechen, sonst wird gelöscht. Genauso ists in der Politik schleimen und rumeiern. Dass die USA die größte Verbrecherorganisation ist wird verschwiegen. wer hat einen Krieg auf Lügen bassierend angezettelt ? China foltert vergewaltigt unterdrückt wer sagt was dagegen niemand. Sportler werden in ein Land geschickt wo Menschenrechte aufs brutalste verletzt werden, was sagt unsere Merkel ?? Schweigen im Walde was sagt der Steinmeier ? Schweigen im Walde ! Was sagt die CDU CSU SPD ? Schweigen im Walde. Dies ist eine feige verlogene scheinheilige Politik.
Ich halte mich seit einiger Zeit in Hong Kong auf und habe Kontakt zu Chinesen aus verschiedenen Teilen Chinas. Von daher weiss ich, welch verheerende Wirkung die westliche Reaktion auf die Ereignisse in Tibet und die Stoerung des Fakellaufs hatte. Die Berichterstattung ueber die Unruhen in Tibet und die Verknuepfung dieser Ereignisse mit den olympischen Spielen wurden als abgekartetes Spiel empfunden. Einige Tibeter randalieren, pluendern, zuenden Haeuser an und attackieren wehrlose Zivilisten. Polizei u. Militaer schreiten ein, um die Ordnung wiederherzustellen u. erwartungsgemaess koennen genau die Fotos um die Welt geschickt werden, auf die man es abgesehen hatte. Weil das nicht reichte, wurde zusaetzlich mit Manipulationen nachgeholfen. Das ist nach meiner Einschaetzung die vorherrschende Sicht in der chinesischen Bevoelkerung. Man fuehlt sich unfair behandelt, im Stich gelassen und ist zutiefst verletzt. Die Folge ist ein enorm gewachsenes Nationalgefuehl, das kurz darauf durch die Erdbebenkatastrophe einen weiteren Schub erhalten hat. Mit oberlehrerhaftem Auftreten kann in diesem Klima nur das Gegenteil erreicht werden, zumal hier genau registriert wird, dass gegenueber Russland oder den USA offenbar ein anderes Mass gilt.
Ach, die Deutschen spielen noch diesen Druck-Spiel. Jeder Chinese weiss, dass die Deutschen Druch auf China machen wollen. aber wer in China stellt Wert darauf? Wer will auf China immer Druck machen, wird selbst immer mehr Druck fühlen! Wer will ein Land, das UN-Sicherheitsrat-Sitz hat, isolieren, wird von der ganzen Welt isoliert! Jetzt man in China igonoriert Deutschland einfach. der 2. Schritt ist Deutschland zu verachten. Dann kommt der ganze Boykott gegen Deutschland! Deutschland ist noch nicht stark genug, um mit China Druck-Spiel zu spielen, nicht wahr?
Die Kritik der westlichen Politiker über Menschenrechte in China ist für die meisten Chinesen gar nicht interesant, da die absolute Mehrheit der Chinesen mit der aktuellen Menschenrechte in China ziemlich zufrieden sind. Es gibt zwar ab und zu Menschenrechtverletzungen, systematisch sind sie aber sicherlich nicht. Die Kritiker verstehen die Chinesen überhaupt nicht. Die einigen Chinesen, die mit der Beijing Regierung sehr unzufrieden sind, sind sehr oft von den meisten Chinesen nicht beliebt. Sie sind der Verlierer der Gesellschaft und denken oft sehr extrem. Obwohl sie zu den absoluten Minderheit gehören, sind sie sehr laut und beliebt im westlichen Ausland, da viele westliche Politiker sie sehr gern unterstützen. Die meisten westlichen Politiker verharren auf einem Standpunkt, der gegen den absoluten Mehrheit der chinesischen Bürger ist. Der Wunsch der westlichen Politiker kann nur realisiert werden, wenn die Mehrheit der Chinesen ihre Meinung akzeptieren. Wenn nur einige dafür, und die absolute Mehrheit dagegen sind, haben die westlichen Politiker überhaupt kein Chance. Die Menschenrechte in China sind gar nicht so schlecht wie die meisten westlichen glauben. So perfekt sind sie in Deutschland eben nicht.
...ist, denke ich, der absolut richtige Weg. Die Zivilgesellschaft ist in der westlichen Welt im letzten Jahrzehnt erheblich erstarkt und bietet einen hervorragenden Weg, um Druck auf Regierungen auszuüben. Natürlich entsteht dort ein Konflikt zwischen vitalen Interessen des Staates, aber das schränkt ja nicht das Recht des Bürgers ein, für seine Überzeugungen einzustehen und Druck auszuüben. Die Landminen-Kampagne damals hat ja gezeigt, dass es möglich ist, aus der Zivilgesellschaft international heraus etwas zu bewegen. Um aber wirklich Druck auf China ausüben zu können bräuchte man vor allem die Unterstützung der politischen Schwergewichte. Die aus Russland oder den USA würde wohl eher verhalten ausfallen angesichts des eigenen Umgangs mit dem Thema. Die wirtschaftlichen Beziehungen (oder sind es Abhängigkeiten?) werden ihr Übriges dazu tun. Deshalb ist meine Prognose: Im Fernen Osten nichts Neues.
Getöse hat China in Bewegung gebracht, nicht Leisetreterei. ´ Eine Diktatur, die ihre eigene Bevölkerung ausblutet und seit Jahrzehnten internationale Kosmetik am Image mit mehr oder weniger Erfolg betreibt, hat kein Interesse an Menschenrechten. Dort lebt eine Elite verdammt gut von den bisherigen Verhältnissen, wozu sollte sie sie ändern. Das Buch China in der Modernisierungsfalle hat mich in meinem unguten Bauchgefühl bestärkt, dass nicht Handel mit Wandel geschieht, sondern wie tricksen wir die blöden Langnasen aus.