Das verheerende Erdbeben in China hat eine Welle der Hilfsbereitschaft in Gang gesetzt. Tausende junger Chinesen sehen es als ihre patriotische Pflicht an, als Freiwillige bei den Hilfsaktionen mitzumachen.
Erst die Naturkatastrophe bringt das wahre China zum Vorschein: eine sich im Mitfühlen einigende Nation, die schlechte Nachrichten nicht mehr ignoriert und das Schreckliche ungeniert benennt. Von Mark Siemons, Peking
Überlebende finden die Rettungstrupps im chinesischen Bebengebiet nur noch selten - stattdessen geht die grausige Totenbergung weiter. Das Land steht jetzt vor der gewaltigen Aufgabe, mehr als fünf Millionen Menschen eine neue Unterkunft zu schaffen. Von Petra Kolonko, Peking
Durch die Erdbebenkatastrophe in China sind jüngsten offiziellen Angaben zufolge mindestens 40.000 Menschen getötet worden. Viele der fast fünf Millionen Obdachlosen besitzen nur noch ihre Kleidung. Sie sind dringend auf Hilfe angewiesen. Wir berichtet aus einem zum Flüchtlingslager umfunktionierten Stadion in Mianyang.
Die Zahl der Toten ist eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in China abermals gestiegen: Behörden sprechen nun von 40.000 Toten allein in der Provinz Sichuan. Unterdessen wächst die Angst vor Nachbeben. Tausende verbrachten die Nacht unter freiem Himmel.
Im Südwesten Chinas sind Zehntausende Menschen unterwegs, um vor etwaigen weiteren schweren Erdbeben Schutz zu suchen. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von der Rettung eines Mannes, der 170 Stunden unter den Trümmern eines Wasserkraftwerkes verschüttet gewesen sein soll.
Bildergalerie In China hat am Morgen eine dreitägige Staatstrauer begonnen. Um 8.28 Uhr deutscher Zeit - genau eine Woche nach dem Beben - hat die Nation in drei Schweigeminuten der mehr als 50.000 Toten gedacht. Unterdessen teilte das Transportministerium am Montag mit, dass in den vergangenen Tagen rund 200 Rettungskräfte von Schlammlawinen verschüttet wurden.
Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan hat die Regierung in Peking eine dreitägige Staatstrauer für die mehr als 30.000 Todesopfer und Millionen Betroffenen angeordnet.
Es sterben Menschen, es kämpfen Rettungskräfte, es weinen Angehörige - und überall sind die Kameras dabei. Die Offenheit der Erdbeben-Berichterstattung ist in China etwas ganz Neues. Von Petra Kolonko, Chengdu
Nach der Erdbebenkatastrophe in China herrscht jetzt akute Seuchengefahr. In drei Schweigeminuten soll das Volk am Montag um 14.28 Uhr Ortszeit - exakt zum Zeitpunkt des Erdbebens vor einer Woche - der voraussichtlich 50.000 Todesopfer gedenken.
Bildergalerie In den Erbebengebieten im Südwesten Chinas sind nach neuesten Behördengaben mehr als 32.000 Menschen ums Leben gekommen. Das amerikanische Militär fliegt Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete. Es ist das erste Mal, dass Peking nach der Katastrophe Hilfe von ausländischen Truppen annimmt.
Als Bergsteiger bin ich schon in viele gefährliche Situationen geraten, aber niemals in ein solches Erdbeben. Der am Samstag lebend aufgefundene Deutsche berichtet, wie er die Tage bis zur Rettung verbrachte.
Fünf Tage nach dem Erdbeben werden in China immer noch Überlebende aus den Trümmern gerettet - aber es wächst auch die Angst vor einer Überschwemmungskatastrophe.
Chinas Volkswirtschaft bleibt von der Katastrophe fast verschont, weil die Provinz Sichuan nicht zu den wichtigen Fertigungsgebieten gehört. In der Bevölkerung wächst der Ärger über die schlechte Qualität der extrem schnell hochgezogenen öffentlichen Bauten. Von Christoph Hein