Zwanzig Tage nach dem verheerenden Erdbeben konnten zwei Minenarbeiter in den Bergen von Qingping gerettet werden. In dem Bebengebiet warten Millionen Obdachlose auf Unterkünfte. Einen Ausbruch von Seuchen schließt die Regierung nun allerdings aus.
Aus Angst vor Überflutungen werden im chinesischen Erdbebengebiet weitere Menschen in Sicherheit gebracht, bis zu 1,3 Millionen Chinesen könnten betroffen sein. Soldaten bemühen sich fieberhaft darum, die Dämme des Tangjiashan-Sees abzusichern.
Ist das Karma? hat sich die amerikanische Schauspielerin Sharon Stone laut gefragt. Könnten die Chinesen selbst Schuld sein am Erdbeben - wegen ihrer Tibet-Politik? Dior distanziert sich von seiner Werbeträgerin. Und die entschuldigt sich. Von Roland Lindner
Bildergalerie Die Zeit drängt. Fieberhaft versuchen Soldaten, einen riesigen Stausee abzuleiten, der sich oberhalb der vom Erdbeben zerstörten Stadt Sichuan gebildet hat. Doch anhaltender Regen stoppt immer wieder die Arbeiten. Der Pegel steigt.
In der Erdbebenprovinz Sichuan will China Pandabären retten. Deren Zahl hat zwar wieder zugenommen. Dennoch bleibt der Fortbestand der Art gefährdet, zumal ungewiss ist, ob sie auch in der freien Wildbahn überleben könnte. Petra Kolonko besuchte das Reservat von Wanglang.
Mehr Chinesen als je zuvor spenden für die Opfer des Erdbebens. Aus leidvoller Erfahrung mit ihren Regierenden fragen jetzt aber immer mehr Bürger, ob das gespendete Geld wirklich den Bedürftigen zugutekommt - und fordern mehr Transparenz. Von Petra Kolonko, Peking
Unter den Erdbebenopfern in China sind zahlreiche Kinder. Ihr Verlust ist für die Eltern besonders schmerzlich, weil sie oftmals nur ein Kind haben. So schreibt es die sogenannte Ein-Kind-Politik der chinesischen Regierung für Stadtbewohner vor. Nun soll es für Eltern, die ein Kind verloren haben, erstmals Ausnahmen geben.
Erst das Beben, jetzt die Flut: Im chinesischen Erdbebengebiet wächst die Gefahr von Überschwemmungen. Die Dämme von 35 nach dem Erdbeben entstandenen Stauseen können die Wassermassen kaum noch halten. Andauernde Regenfälle machen auch anderen Staudämmen zu schaffen.
Bildergalerie Zwei Wochen nach dem Erdbeben in Chinas Provinz Sichuan hat die Regierung schon 62.664 Tote gezählt. Für mehr als 24.000 Vermisste besteht kaum noch Hoffnung. Im Katastrophengebiet werden heftige Regenfälle erwartet, dutzende Dämme drohen zu brechen.
Die Art und Weise, wie China mit dem verheerenden Erdbeben in Sichuan umgegangen ist, hat die Welt überrascht - und ein wenig sogar China selbst. Es wird sich zeigen, ob die da aufbrechende Energie in die Entstehung einer Zivilgesellschaft mündet. Von Mark Siemons
China hat nach dem schweren Erdbeben 50 gefährliche Quellen mit radioaktiver Strahlung gefunden. Die Lage sei aber unter Kontrolle, versicherte die Regierung.
Chinesische Behörden rechnen damit, dass der Wiederaufbau der zerstörten Städte und Dörfer im Erdbebengebiet drei Jahre dauern wird. 5,46 Millionen Häuser waren zerstört worden. Unterdessen wurde bekannt, dass auch 50 radioaktive Quellen von dem Erdbeben verschüttet wurden.
Die Zahl der Toten hat sich auch zehn Tage nach der Erdbebenkatastrophe in Südwestchina weiter erhöht: Nun ist offiziell von 51.151 Toten die Rede. Die Zahl der Verletzten wird auf 288.000 Menschen beziffert. Etwa 30.000 Menschen gelten weiterhin als vermisst. Der olympische Fackellauf durch Sichuan wurde unterdessen verschoben.
Im chinesischen Erdbebengebiet sind schon 58 Fälle der lebensgefährlichen Gasbrand-Epidemie bekannt geworden. Auch vor Cholera, Ruhr und Hepatitis A warnt das chinesische Gesundheitsministerium. Es kündigte die Entsendung von 3500 Fachleuten zur Seuchenprävention an.