11. Juni 2008 Tausende Chinesen sind am Mittwoch wieder in ihre Städte unterhalb des Tangjiashan-Sees zurückgekehrt, nachdem die Gefahr eines Dammbruchs abgewendet worden war. Aus Furcht vor einer Flutwelle hatten die Menschen teils seit Wochen auf Anhöhen in provisorischen Lagern ausgeharrt.
In den Städten der Provinz Sichuan bot sich den Einwohnern knapp einen Monat nach dem verheerenden Erdebeben immer noch ein Bild der Verwüstung. In Mianyang schlugen die Menschen wieder auf den Straßen Zelte und Behelfslager auf. Soldaten halfen ihnen beim Tragen ihres Hab und Guts, die Behörden verteilten Plastikfolien und Trinkwasser. Viele Häuser wurden bei dem Erdbeben der Stärke 7,9 schwer beschädigt.
Zudem fürchten sich viele Menschen vor Nachbeben und kehren auch deswegen nicht in ihre Wohnungen zurück. Obwohl sie immer noch obdachlos seien, seien die Lebensbedingungen in der Stadt besser als in den Lagern, sagten viele.
China dankt für deutsche Hilfe
Die Gefahr eines Dammbruchs am Tangjiashan-See erklärten die Behörden am Dienstag für gebannt, nachdem etwa die Hälfte des Wassers des durch einen Erdrutsch entstandenen Sees durch einen Kanal abgeflossen war. Politiker, Soldaten und Rettungskräfte versammelten sich unterdessen in Peking in der großen Halle des Volkes, um der Opfer des Erdbebens vom 12. Mai zu gedenken. Rettungskräfte berichteten emotional von ihren Einsätzen. Die Veranstaltung des Propagandaministeriums wurde im staatlichen Fernsehen live übertragen.
Unterdessen hat der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao sich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel für die umfangreiche Hilfe Deutschlands nach der Erdbebenkatastrophe in Sichuan bedankt. In dem ausführlichen Telefonat am Dienstag bot Frau Merkel der Volksrepublik weitere Unterstützung für den Wiederaufbau an. Das teilte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm mit.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP