Nach dem Erdbeben

Peking bittet Öffentlichkeit um Hilfe

Drei Tage nach dem Beben schwinden die Überlebenschancen

Drei Tage nach dem Beben schwinden die Überlebenschancen

15. Mai 2008 Die chinesische Führung hat die Öffentlichkeit am Donnerstag um Hilfe für die Erdbebenopfer gebeten. Konkret ging es um Ausrüstung von Hämmern und Schaufeln über Kräne bis hin zu Gummibooten, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Das Staatsfernsehen hatte gezeigt, wie Retter oft mit ihren bloßen Händen nach Verschütteten graben mussten. Unterdessen wurden 101 weitere Hubschrauber in die von dem schweren Erdbeben verwüstete Provinz Sichuan entsandt. Die 71 militärischen und 30 zivilen Helikopter sollen die Rettungs- und Bergungsarbeiten unterstützen. Für die mehr als 20.000 von Trümmern Verschütteten kommt die Hilfe womöglich dennoch zu spät. Drei Tage nach dem schweren Erdbeben in China schwinden ihre Überlebenschancen.

Derzeit sind mehr als 116.000 Angehörige von Armee und Polizei für Rettungs- und Bergungsarbeiten aufgeboten. Über dem schwer zugänglichen Erdbebengebiet sprangen Fallschirmspringer ab. Auch wurden Hilfsgüter abgeworfen. China erlaubte einem japanischen Rettungsteam, nach Sichuan zu reisen. Zwei russische Frachtflugzeuge brachten tonnenweise Hilfsgüter.

Behörden warnen vor einer Flutwelle

Gerettet!

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Die Regierung in Peking hat nach eigenen Angaben weitere 250 Millionen Yuan (23 Millionen Euro) für Hilfsmaßnahmen angewiesen. Damit stieg die Gesamtsumme der staatlichen Katastrophenhilfe auf 1,11 Milliarden Yuan (103 Millionen Euro). Die öffentlichen Spenden - sowohl Geld als auch Sachgüter - belaufen sich auf 877 Millionen Yuan (81 Millionen Euro).

Die Zahl der bestätigten Toten wurde am Donnerstag unverändert mit etwa 15.000 angegeben. Doch dürfte die tatsächliche Opferzahl noch weit höher liegen. Etwa 65.000 Menschen seien verletzt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Es mangelt an Trinkwasser, Nahrung, Medikamenten und Zelten; Zehntausende sind obdachlos.

Den Überlebenden drohte neue Gefahr durch beschädigte Staudämme. Oberhalb der Stadt Beichuan, wo Tausende noch unter Trümmern liegen, hatte ein großer Erdrutsch den Jianjiang-Fluss blockiert. Das Wasser staute sich zu einem See, die Behörden warnten vor einer Flutwelle. (Siehe auch: Im Zentrum der Erdbebenregion: „Viel schlimmer als erwatet“)

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, REUTERS

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