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Motorola KRZR K3

Elegant, hochwertig und verflixt schnell

Von Michael Spehr

14. Juni 2007 Bei Motorola läuft derzeit alles etwas chaotisch. Spannende Produkte wie das Q9-Smartphone mit Windows-Betriebssystem hängen in der Warteschleife. Derweil kopiert Samsung diesen Alleskönner, packt jede Menge Software dazu und spendiert Wireless-Lan. Und kommt damit viel früher als Motorola auf den Markt (zum SGH-i600 siehe F.A.Z. vom 15. Mai). Dann wird das Z8 auf der 3GSM-Messe angekündigt, ein schickes Handy in ungewöhnlicher Bauform mit Symbian-Betriebssystem. Als hätte alle Welt vergessen, was die Amerikaner im Februar in Barcelona zeigten, wurde dasselbe Handy Mitte Mai noch einmal als Neuvorstellung präsentiert. Warten wir mal ab, wann es tatsächlich im Handel ist. Schon zu haben ist indes das KRZR K3, eine neue Variante des KRZR K1 mit mehr Speicher, höherer Display-Auflösung und schnellerem Datentransport. Wir haben es einige Zeit ausprobiert.

Von der Anmutung und Verarbeitung her wirkt dieses Klappenhandy hochwertig und robust. Da braucht man keine schützende Tasche oder Ähnliches, es passt prima in die Hosentasche (10,4×4,3 ×1,7 Zentimeter, 105 Gramm) und übersteht manchen Sturz ohne Beeinträchtigungen - ordentliche Qualität für 350 Euro. Aufgeklappt präsentiert sich die brillante Anzeige und die Motorola-typische Tastatur, die aus einer Folie herausgeätzt ist. Eine Vierwegewippe mit zusätzlicher Taste in der Mitte ist für die Bedienung zuständig. Hier gibt es gegenüber anderen Motorolas kaum Änderungen und mit größeren Fingern das ewige Problem, zum richtigen Zeitpunkt die eher kleinen Tasten der Wippe zu treffen.

Die Web-Qualitäten gefallen

Das Innendisplay mit 240×320 Pixel wird ergänzt durch ein kleines, farbiges Außendisplay, das sich bei geschlossener Klappe als Sucher für die eingebaute Kamera nutzen lässt. Die Auflösung der auch als Kamkorder nutzbaren Optik beträgt zwei Megapixel, die Fotoqualität ist aber nur ausreichend. Die Kamera hat Probleme mit dem Weißabgleich: Häufig weisen die Fotos einen Rotstich auf, viele sind verwackelt. Zudem dauert es etliche Sekunden, bis die Kamera überhaupt einsatzbereit ist. Eher ist die Akustik zu loben. Satte mehrstimmige Klingeltöne im Midi- oder MP3-Format sind dabei, ferner gibt es eine ordentliche Freisprecheinrichtung und einen MP3-Player, der sich seine Stücke wahlweise vom internen Gerätespeicher (50 Megabyte) oder von der Micro-SD-Karte (256 Megabyte mitgeliefert) holt, die man auch im laufenden Betrieb entnehmen kann.

Das Motorola ist ein Triband, und im Unterschied zum K1 ist nun UMTS mitsamt dem Datenturbo HSDPA vorhanden. Ein kleiner MPEG-Spieler gibt Filme aus dem Internet wieder. Unterwegs ins Netz zu gehen, die E- Mail abzufragen oder Daten mit Bluetooth zu übertragen: das alles funktioniert prima, wenn man die Prozedur der Einrichtung der Datenkonten überstanden hat und sich ein bisschen in der Materie auskennt. Als Web-Browser kommt eine Software von Opera zum Einsatz, die durchaus gefällt.

Datenturbo ohne Spaßfaktor

Eine Diktierfunktion ist an Bord, und die Sprachwahl funktioniert ordentlich ohne vorherige Lernphase, so dass man einfach nur „Namenwahl - Klaus Müller“ vorspricht. Das gefällt. Bluetooth stellt den Kontakt zur Freisprechanlage im Auto her, wie beim K1 gibt es A2DP für die Stereo-Musikübertragung. Infrarot und Profile für verschiedene Situationen (etwa „Besprechung“, „draußen“) fehlen. Ein Flugmodus sorgt dafür, dass man auf MP3-Musik, Adressen, Termine und E-Mail auch dann zugreifen kann, wenn das Funkmodul abgeschaltet ist, und dank dem Mini-USB-Anschluss kann man das Handy sogar am PC oder Notebook laden.

Der Akku hält ungefähr drei bis vier Tage durch. Wer seine privaten Daten via Outlook ins Handy übertragen will, muss die mitgelieferten Phone Tools nutzen. Die Software ist grauenhaft, lässt sich auf vielen PCs gar nicht installieren und greift tief in das Betriebssystem ein. Fazit: Mit dem K3 ist man gut beraten, wenn ein robustes Gerät für schnelle Datenübertragungen mit HSDPA am Notebook gefragt ist. Als Multimedia-Maschine macht es indes weniger Spaß.



Text: F.A.Z., 12.06.2007, Nr. 133 / Seite T2
Bildmaterial: Hersteller

 

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