Telekommunikation

Benq steht vor der Insolvenz

3000 Beschäftigte müssen zittern: Der Handyhersteller Benq Mobile ist in Deutschland finanziell am Ende und plant, Insolvenz zu beantragen. Die Pleite hat auch Auswirkungen auf Chiphersteller Infineon, der Großkunde bei Benq ist.

Lesermeinungen zum Beitrag

29. September 2006 09:29

BenQ Insolvenz

Heider Heydrich (Nichtwaehler)

Der Vorgang bei BenQ läuft nach dem selben Schema ab, wie es Daimler-Chrysler mit der Dornier Luftfahrt GmbH vorgemacht hat. Entsorgung eines Unternehmens durch Zuzahlung (Glattstellung der Bilanz) an einen "Entsorger". Auf der Strecke bleiben die Mitarbeiter und die Betriebsrentner. Die letzteren müssen sich darauf einrichten, ihre Rente mit Abschlägen zukünftig von dem Pensionssicherungsverein zu erhalten. Doch jegliche Anpassung ihrer Rente (auch keinen Inflationsausgleich wie bei den Beschäftigten der öffentlichen Hand) für ihren weiteren Lebensabend können sie vergessen.
Für diese Management Meisterleistung werden die Vorstände von Siemens noch mit 30% Gehaltsaufschlag belohnt statt gefeuert zu werden.
Heider Heydrich
Jägerstraße 7
82237 Wörthsee

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29. September 2006 09:05

Pferdehändler in neuen Positionen

Dietrich Wollheim (tillwollheimgmx.de)

Es ist außer Zweifel, daß dieses Vorgehen von Anfang an genau so geplant war.
Leider werden heute keine Pferde mehr benötigt, so daß diese Karaktere in andere berufszweige ausgewandert sind. Man sieht das bei der Energie, bei der Börse (Neuer Markt!) und leider nun auch im Managemt von einst realtiv soliden und seriösen Unternehmungen.
Diese Nimmersatts, die sich nicht schämen sich Gehählter zu genehmigen die 1000-fach über dem eines Arbeiters liegen, die aber oft schlechtere Arbeit abliefern als die Arbeitnehmer sollen sich mal in Acht nehmen.
Es muß nicht so Ruhig bleiben und es wird es auch nicht.
Mich würde es nicht wundern, wenn auch bei uns mal Sprengstoffgürtel in Mode kommen - Gott bewahre uns davor!!

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28. September 2006 19:41

schade..

Christian Nordmann (chris_nordmann)

Harald Lehmann aka "nufnuf" hat vollkommen recht! genau unser system ist das problem ... und leider wird sich vermutlich bis 2009 auch nicht mehr viel daran ändern, bis dann zwangsläufig leider die radikalen in den bundestag einziehen und die politik endlich einsieht, dass man diesen "sozialstaat" nicht weiter vor sich herträumen kann.
die handys von benq (die, die hier in deutschland produziert werden) werden häufig vollkommen zu unrecht schlecht geredet: es gab lieferschwierigkeiten und auch softwareprobleme, welche sich inzwischen jedoch erledigt haben... das vorzeigemodell ef81 ist in seiner klasse meiner meinung nach (mit der aktuellen softwareversion) nicht zu schlagen.

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28. September 2006 19:33

BenQ am Ende

Dirk Nickel (Teddy0123)

Clever gemacht. Erst sich die Übernahme versüssen lassen dann die Insolvenz und die Mitarbeiter stehen dumm da. Wenn man die Führung denen überlässt die das vorher vor die Wand gefahren haben kann das nicht funktioneren. An den Schaltpositionen waren immer noch Siemensianer. Wer so Arrogant ist wie die Herrscher bei Siemens und am Kundenwunsch vorbei produzierern oder erst reagieren wenn alle anderen Anbieter das schon haben, der muss die Schuld am Desaster nicht sonst wo suchen sondern bei seinen Managern die sich für solche Glanzleistungen ihre Bezüge erhöhen wollen.
An der Basis und dem Willen der Mitarbeiter hat es nicht gelegen.

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28. September 2006 17:12

Produktangebot unattraktiv

Robin Siegemund (Robbson)

Daß die früheren Siemens Handys einmal qualitativ hochwertig waren, steht außer Frage (allerdings je nach Modellreihe unterschiedlich). Doch Langlebigkeit ist heute beinahe schon zweitranging, wenn alle 2 Jahre der Handyvertrag verlängert oder gewechselt und teils for free ein neues Handy gesponsert wird.
Und hier wählen Kunden zunehmend nach Design, Ausstattungsmerkmalen und Flexibilität. Und ganz besonders bei den letzten beiden Punkten kann BenQ-Siemens kaum noch punkten. Ein brauchbares UMTS Handy mit WLan oder einer innovativen Bedienweise? Flexibilität bei der Softwareauswahl durch ein Betriebssystem wie SymbianOS (gewinnt mehr und mehr Marktanteile) oder WinCE? Alles Fehlanzeige bei BenQ-Siemens. Durch die Bank weg Produkte, die entwicklungstechnisch einige Zeit hinterherhinken. Für mich jedenfalls unattraktiv.

Ach und was die 3000 Beschäftigten betrifft: Da würd' ich mir bei den erfahrenen Ingenieuren, Technikern und BWL'ern keine Sorgen machen, denn in dieser Branche werden ständig qualifizierte Leute händeringend gesucht.

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28. September 2006 16:35

Strategische Planung

Chris Kru (chris712)

Eine traurige Sache für die Belegschaft, allerdings
überrascht es mich nicht sehr, dass BenQ nun die finanziellen Spritzen in seine Deutsche Tochter stoppt. Warum denn auch nicht? Ursprünglich wollten die Taiwanesen die Standorte und Produktion in Deutschland doch auch gar nicht übernehmen, sondern lediglich die Marke, um dann die Produktion in Asien selbständig weiterzuführen. Die (zeitliche) Übernahme der Standorte/Produktion wurde aber zur "Vorraussetzung" bei dem Deal. Das dies von Anfang an zur strategischen Planung gehörte und somit lediglich von temporärer Natur ist, dürfte (hoffentlich) nicht nur den Personen aus der Mobilfunkbranche einleuchten. Eine spätere Verlagerung der Produktion von Deutschland nach Asien bzw. die Liquidierung der Produktion in Deutschland war sicherlich bereits vor der Übernahme eine abgemachte Sache mit dem damaligen executive board von Siemens und anderen (politischen) Entscheidungsträgern in Deutschland. Siemens hat sich somit "sehr gut" aus der Verantwortung gestohlen und bewahrt "offiziell" Gesicht. Willkommen im Zeitalter der Globalisierung!

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28. September 2006 16:14

Siemens hätte möglichkeiten gehabt.

Peter Turowski (comitum)

Jahrelang habe ich Siemens die "Stange" gehalten, sei es Mobilgeräte oder Maschinensteuerungen. Leider ist dort selbst der kleinste Sachbearbeiter von sich und der Marke so überzeugt das für Kundenwünsche kein Platz ist. Die Handysparte hat Siemens nicht ohne Grund in den Sand gesetzt und viele andere werden folgen.

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28. September 2006 16:06

Schade dass Volkswirtschaften nicht Pleite gehen können

Harald Lehmann (nufnuf)

ein sauberer Neuanfang wär für das ganze Land allemal besser als das Dahinsiechen in Raten. Geschichten wie bei BenQ haben sich doch in den letzten Jahren massenhaft abgespielt, wer könnte nicht aus dem Stand etliche aufzählen. Kein Wunder, dass unter den herrschenden Rahmenbedingungen auch die Wiedervereinigung von Anfang an eine Bleiente werden musste.
Das Getöne der Gewerkschaftsbetonköpfe als Abgesang gehört da schon untrennbar dazu.
Um es auf den Punkt zu bringen - die Deutschen sind nicht mehr fleißig und kreativ genug, um noch in der oberen Liga mitzuspielen. Das machen jetzt andere und vom westdeutschen Wirtschaftswunder wird bald kein Hahn mehr krähen. Die japanischen Autos sind auch schon des Längeren besser, der Weg ins relative Abseits ist gewiesen im Land der Pisaschwächlinge und Sozialneider. Schade eigentlich, aber für ein bescheidenes Auskommen wird es wohl noch reichen.
Die Nachachtundsechziger Generationen bilden sich zwar viel ein auf ihre unherroischen Tabubrüche, aber hinterlassen haben sie nur Scherben und eine sinnentleerte, richtungslose Gesellschaft. Darin sehe ich die Gründe hinter den Symptomen...

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28. September 2006 15:43

Kühl durchdacht

Sebastian Arnoldt (sebumundo)

Ich selbst arbeite bei IBM. Solche Vorfälle sind weder dem Zufall noch der schlechten Performance zuzuschreiben. Der Trend geht eindeutig in Arbeitsverlagerung gen Osten. Wer da noch bei einem Großunternehmen bleibt (und nicht in einem festen Managementstuhl sitzt) und auf eine gesicherte Zukunft hofft, gibt sich einer Illusion hin, die mit schmerzhaftem Aufwachen bestraft werden wird.

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28. September 2006 13:52

Fluch der Marken

Andreas Seidl (ASeidl)

Was den Planern entgangen sein dürfte ist die Tatsache, daß die Marke Siemens im öffentlichen Ansehen für Qualität und Wertarbeit in Deutschland steht. BenQ ist eine Asiatische Billigmarke, die die Masse nicht kennt. Dementsprechend braucht man nicht erwarten, daß das Preisgefüge der einstigen Handymarke Siemens unter dem Namen Benq am Markt noch wettbewerbsfähig ist, zudem man auch die Nachteile der Siemens Handys mitgenommen hat.

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28. September 2006 12:34

3000 Arbeitsplätze so gehts

Alexander Seidel (Invest1)

..die Asiaten hatten bei den deutschen Lohnkosten keinen Grund einen anderen Weg zu gehen.
Siemens hat sich auf diese Art einen Imageschaden erspart ?!
Armes Deutschland...

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28. September 2006 12:32

Das ist erst der Anfang...

Dieter Linde (linde-buch)

Dies ist wohl das erste Beispiel dem noch einige folgen werden. Aus meiner Sicht wird die Enterprise-Sparte des Bereiches COM von Siemens genau diesen Weg ebenfalls gehen. Es wird ein "Partner" gesucht von dem zunächst gesagt wird, dass er die Geschäfte erfolgreicher weiterführen wird. Evtl werden noch einige Millionen dazu gelegt, damit der Deal auch tatsächlich über die Bühne geht. Dann wird alles an Liquidität entzogen was geht. Dann folgt die Insolvenz. Die Vereinbarungen (z.B. betr. Alterversorgung), die die Mitarbeiter mit der ehemaligen Mutter, der Siemens AG, hatten, sind hinfällig, da es eine andere Firma ist und Zustimmung durch die Mitarbeiter erfolgt. Abfindungen sind nicht mehr relevant, und und und...
Klar doch, dass Klaus Kleinfeld 30% mehr Gehalt verdient hat - oder?

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