
Werte, die Sie nicht haben, können Sie natürlich auch nicht verlieren.
<<<... Mit Werteverlust und ähnlichem hat das gar nichts zu tun. Unsere Öffentlichkeit und Rechtssystem zwingt einen gerade zu zum Lügen.
Alle 80 Millionen Deutsche und ich würden bzw. machen es ganz genauso wenn sie in der Klemme sitzen.>>>

Also ich muß mich schon fragen ob die Allgemeinheit überhaupt nichts kapiert. Wenn Jan Ullrich behauptet er ist unschuldig dann macht er das aus einem einzigen Grund: Wer am besten lügen kann kommt in unserem Rechtsstaat am glimpflichsten davon.
Wenn er absichtlich lügt, dann nicht aus dem Grund seine Fans oder die Öffentlichkeit zu verkohlen, sondern, um sich so lange bedeckt zu halten wie möglich bzw. nötig. Warum sollte er was zugeben so lange er nicht einem ordentlichen Gericht gegenüber steht, das hieße ja schlafende Hunde wecken. Die Gegenseite muß jedes einzelne Detail beweisen können und das ist umso schwerer je weniger er freiwillig erzählt. Es gibt hunderte ähnliche Fälle in denen eigentlich alles eindeutig war, aber durch Spitzfindigkeiten im Gesetz und eisernes Lügen keine Verurteilung erfolgte, siehe Krabbe und Co.
Also, sollen sich mal alle Gedanken machen warum Ullrich und alle anderen Verdächtigen des öffentlichen Lebens so offensichtlich lügen. Mit Werteverlust und ähnlichem hat das gar nichts zu tun. Unsere Öffentlichkeit und Rechtssystem zwingt einen gerade zu zum Lügen.
Alle 80 Millionen Deutsche und ich würden bzw. machen es ganz genauso wenn sie in der Klemme sitzen.

Eine gewisse Verwandtschaft der Argumentation der DNA-Verweigerer mit gewissen Vorbringen der Steuervermeider ist nicht zu verkennen. Aber lassen wir das.
Von Jan Ullrich dürfte es an allen einschlägigen Orten und Stellen Blutproben und -reserven die Menge geben. Und - legal oder illegal - an ein paar Körperpartikel von ihm für eine DNA zu kommen, dürfte kaum unmöglich sein; wie letztlich bei uns allen.
Das Problem Ullrich stellt sich in einem weiteren Kontext als dieser hier etwas borniert wirkenden Rechtsstaatlichkeitsthese. Der Mann ist eine Person des öffentlichen Interesses und hat als solche viel Geld hin und her (und auch in seine Taschen) bewegt und ein paar Emotionen obendrein.
Sein Verhalten ist ein weiteres Mosaiksteinchen in dem Bild des Verfalls von Moral und Werten, an die wir ohnehin nur noch heuchlerisch vorgeben zu glauben.

Herr Dieterle begibt sich mit seinem Kommentar auf rechtstaatliche Abwege,das sei ihm gegönnt,aber ernstnehmen muss man das nicht.
Was sich heutzutage im Bezug auf Datenschutz abspielt ist mal grundsätzlich ne Frechheit....wie soll man da bitteschön ruhigen Gewissens seine DNA abgeben?
Vielleicht hat er gedopt,vielleicht auch nicht, nur einen Unschuldsbeweis mit einer DNA Probe anzutreten ist mir wirklich zutiefst zuwider und zeigt die ungezügelte Perversion kranker Gehirne in einem ^Rechtsstaat^.

sich am 'Tour-de-Frongs' des Kleinbürgers Jan Ullrich und seiner Erbärmlichkeit ergötzt (die sich durch Mißgeschicke aller Art nicht mehr verbergen läßt - wie sollte das auch sein?) - dann kommen solche frustrationsgeladenen Kommentare wie die des F. B. dabei heraus :-).
Erbarmen!

ich versuche mir gerade vorzustellen wie Rudy Pevenage Jan Ullrichs Blut ohne dessen Wissen nach Spanien gebracht haben soll (wie von zear 4fear vorgeschlagen). Ey Ulle, gib mir mal n Liter Blut, ich will Blutwurst machen. Klar doch Rudy, machen wir doch jede Woche so.

Sehr geehrter Herr Dieterle,
die iranische Regenbogenpresse schreibt, in Teheran sei ein Bierdeckel gefunden worden, auf dem handschriftlich "Claus Dieter, Franks Neffe" geschrieben steht. Die Polizei vermutet, dass es sich hierbei um ihren Tarnnamen handelt, liegt ja auch auf der Hand, Franks heisst ja auch ganz bestimmt Frankfurter Allgemeine... Da Alkoholgenuss in Iran verboten ist, haben die Mullahs eine Fatwah gegen Sie verkündet. Die FAZ hat sich natürlich nicht mit Ihnen solidarisiert und Ihnen gleich mit der Kündigung gedroht. Aber Sie finden das überhaupt nicht schlimm, denn wir wissen ja, wer unschuldig ist, läßt ohne viel Getue...

Keiner will es gewesen sein und doch weiß jeder, daß ungedopte bei dem gegenwärtigem Leistungsniveau keine Chance haben. Nur machen kommen mit Glück davon, wie Amstrong, andere haben Pech wie Ulrich oder Mühleck (Langläufer, Olympiasieger).
Würde man wirklich konsequent durchgreifen, müßte man die Tour de France mangels Teilnehmern absagen, also lebt man weiter mit der Heuchelei einzelne zum Sündenbock zu machen. Das auf die Spitze getrieben könnte bedeuten, daß der Wettkampf letztendlcih nicht mehr von den Sportlern, sondern von Funktionären und Denunzianten ausgetragen wird.

Immer wieder stelle ich fest, dass sich die Menschen gegenseitig nicht mehr zuhören. Das "Argument, ein DNA-Test sei entwürdigend", meint nicht die Prozedur des Verfahrens an sich. Gemeint ist vielmehr die Tatsache, seine eigene Unschuld beweisen zu müssen. Und das ist entwürdigend.
Die Unschuldsvermutung ist alles andere als "formaljuristisch". Ich bin schockiert, dass eine solche Aussage in der FAZ veröffentlicht wird, auch wenn es ein Kommentar ist. Ich stelle mir gerade vor, alle Bürger würden, wie Jan Ulrich, erst einmal ihre Unschuld beweisen müssen. Wie sollte das funktionieren? Wie weise ich nach, dass ich Etwas nicht gemacht habe?
Herr Dieterle vermutet, dass "schwerwiegende Indizien" vorliegen "müssen". Das reicht für stimmungsmachende Journalisten vielleicht aus, gute Recherchen mit stichhaltigen Aussagen sehen anders aus. Vor Gericht reichen Indizien meistens nicht aus, jemanden zu verurteilen.
Ich warte mit meiner Verurteilung von Jan Ulrich, bis mir ein konkreter Beweis vorgelegt wird. Das halte ich auch so mit den Menschen, denen ich täglich begegne.

Wenn der Kleinbürger zum Promi wird, und wenn dieser Kleinbürger ein erbärmlicher Mensch ist, und wenn sich diese Erbärmlichkeit durch Missgeschicke aller Art nicht mehr verbergen lässt, sondern durch die Massenmedien wie durch ein Vergrößerungsglas den Kleinbürgern erbarmungslos zurückgespiegelt wird, dann sind diese betroffen.
Dieses Schauspiel erleben wir gerade am Beispiel Jan-Tour-de-Frongs-Ullrich.
Frank Bach
P.S. Zum Thema Doping ist alles Notwendige schon längst gesagt.

Hat sich schonmal jemand überlegt, dass zwar Ullrichs Blut in Spanien liegt, er aber zu diesem Zeitpunkt kein Blutdoping praktiziert hat? Also Pevenage (ohne Wissen Ullrichs) sein Blut dorthin gebracht hat und U. nichts davon wußte... Somit wäre verständlich, warum U. einem DNA-Test nicht zustimmt - er wäre dann angeblich für etwas überführt, was er nicht begangen hat.
Wäre zu überlegen...

Viele Menschen wären doch in einer vergleichbaren Situation von sich aus bestrebt Ihre Unschuld zu beweisen, nicht weil sie es müßten, aber wer sich seiner Unschuld sicher ist, brennt doch in der Regel geradezu darauf die falschen Anschuldigungen zu wiederlegen. Jan Ulrich ist einfach unglaubwürdig.

Jan Ullrich ist ein Schön-Wetter-Promi. Er hat sich für das öffentliche Leben eines Stars entschieden, ist aber nur bereit, die eine Seite der Medaille zu tragen - den Ruhm, den Luxus, die Anerkennung. Kritik und Diskussionen über mögliche Fehler (auch ein Promi ist nicht frei von Fehlern) kann er nicht ertragen. In meinen Augen ist er feige und erbärmlich. Das ist keine Vorverurteilung, sondern mein ganz persönliches Bild von einer Person, über die ich mir zwangsläufig Gedanken machen muss, ob ich will, oder nicht, weil sie eine Person des öffentlichen Lebens ist und ich nicht mal beim Lesen der Nachrichten um sie herum komme.

Mal unabhängig von der Frage ob Jan Ullrich klug handelt oder nicht, ist es für mich unverständlich wie ein Journalist einer demokratischen Zeitung behaupten kann, dass der Anspruch auf die Unschuldsvermutung "formaljuristisch" sei. Dieser Anspruch ist einer der bedeutendesten und konstituierenden einer demokratischen Ordnung. Mit diesem Anspruch sind der Willkürherrschaft und der Willkürrechtsprechung Grenzen gesetzt. Es ist historisch befremdlich und gesellschaftskritisch unhaltbar, wenn Begriffe so entwertet werden. Das rekurrieren auf die Unschuldsvermutung ist ein gutes und inhaltlich bestimmtes (somit kein formales) Recht, das Jan Ullrich zusteht und auf welches er sich begründet berufen darf.
Gerade in der Frage der Wirksamkeit der Kündigung durch sein Team wird diese Frage entscheidend sein. Nicht weil die Arbeitsrichter "Formaljuristen" sind, sondern weil genau die Beantwortung dieser Frage den Unterschied macht zwischen einem Rechtsstaat und einer "Bananen"republik. Für Jan Ullrich aber auch für Lance Armstrong gilt: Solange keine Dopingeinnahmen nachgewiesen ist, haben sie auch nicht gedopt. Und zwar nicht nur formaljuristisch sondern tatsächlich nicht.

Es nervt, jeder stürzt sich auf das Thema,
aber es ist doch allen klar.
behandeltes Blut liegt in Spanien, und ein DNA Test
schafft juristische Klarheit.
Wer braucht Sie noch?
Ulrich nicht!
Laßt Ihn, jede weitere Zeile ist jetzt überflüssig,
der Mann macht sein eigenes Rennen, in seiner eigenen Realität.
C'est la vie.

Wer einen Radfahrer gebrauchen kann, der es in den letzten Jahren immer wieder aufs Podium geschafft hat - zugeben werden muß hier, dass es (fast) nie bis ganz oben gereicht hat - wer jemanden braucht, der der Meinung ist, dass es ausreicht, hinter dem Zweiter lang genug herzufahren, um selber Erster zu werden, dem der mutmaßliche Griff in die Apotheke kaum geschadet hat, dem sei empfohlen, hier zuzugreifen.
Deutschland hat lange treu zu ihm gestanden und manche Eskapaden tapfer ertragen, den einen oder anderen Teamwechsel verziehen, den sieben Jahre lang vermissten Angriff auf Lance Armstrong vergessen ...
Aber irgendwann einmal muß Schluß sein. Wenn sich jemand dagegen wehrt, Beweise gegen Doping beizubringen, verzichtet der deutsche Patriotismus nicht nur auf den Fahrer, sondern auch auf alles andere ...
Wer die Latte vor lange vor der Saison soooo hoch hängt, dem sei es gegönnt, dass er im Abendrot seiner Kariere endlich alles richtig macht - ohne positiven Doping - Befund, Winterspeck im mediterranen Raum und Drogen in der schwäbischen Rennkarosse

Es ist richtig möglichst viel zu tun Straftäter zu überführen! Hierbei ist jedoch auf die Rechtstaatlichkeit zu beachten. Es ist schon erstaunlich wie in letzter Zeit immer wieder in bestimmten Fällen verlangt wird, dass ein angeblicher Täter seine Unschuld zu beweisen hat. Dies ist eine Umkehrung der Rechtstaatlichkeit. Auch wenn es scheinbar einfache und eindeutige Möglichkeiten für den Unschuldbeweis gibt. Man sollte jedoch nicht übersehen, dass sich seit einiger Zeit der Staat als großer Datensammler betätigt und jeder freiwilliger DNA Tester mit großer Sicherheit seine Erbgutinformationen in einer Datenbank ablegt. Was mit diesen Daten dann in Zukunft geschieht, ist völlig ungesichert. So wird zur Zeit in Süddeutschland ein großer Flächen-DNA-Test (mehr als 100 tausend getestete Personen) durchgeführt. So sehr ich auch dafür bin, Verbrecher dingfest zu machen, bin ich gegen eine Massenhafte Speicherung der menschlichen individuellen Erbgutinformationen. Der Gläserne Bürger rückt hierdurch wieder einen Schritt näher!

Ich kann Sie zu Ihrem Artikel nur beglueckwuenschen.
Es mutet schon eigenartig an, wenn ein Herr Ullrich, der zurzeit offensichtlich in etlichen Schwierigkeiten steckt, stur und beharrlich auf seiner Unschuld besteht, jedoch sich hartneckig weigert, einen auf der Hand liegenden Test zu absolvieren, der seine Lage einwandfrei klaeren wuerde. Als Verantwortlicher eines neuen Radsport-Teams wuerde ich jetzt noch weniger geneigt sein ihn zu engagieren.

...und hat es auch nicht anders verdient.
Für Radprofis müssen doch wohl andere Maßstäbe gelten als für Hans Müller, der des Diebsahls einer Packung Kaugummi im lokalen Aldi bezichtigt wird! Schuldig beim ersten Indiz, bis die Unschuld bewiesen ist. Da es doch so einfach wäre!
Von mir aus auch generelle Schuld, ohne Indiz: Mitfahren bei der Tour darf nur, wer einen DNA-Test macht und sich permanenten Dopingkontrollen unterzieht. Anders geht's halt nicht, nach 2 Jahren hätten wir uns dran gewöhnt... Und bei diesen Sponsoren ist das auch zu bezahlen.

Vorsicht! Ein einzelner Test für Herrn Ullrich zum Beweis seiner (Un-)Schuld mag moralisch und rechtlich problemlos sein - ein Massengentest zur Verbrechensaufklärung ist da schon eine andere Sache. Während Herr Ullrich ein Einzelfall ist, dessen DNA lediglich für wenige Untersuchungen genutzt wird, wird es bei kriminaltechnischen Tests ab dem Augenblick problematisch, an dem eine Aufbewahrung der DNA durch staatliche Behörden erfolgt - selbst, wenn der Betroffene unschuldig ist. Der Aufbau einer Erbgutkartei stellt - ähnlich der Rasterfahndung - einen Akt staatlicher Willkür und Kontrollsucht dar, der gegen die wichtigsten Menschenrechte verstößt und jede/n Menschen nur als potentiellen Straftäter betrachtet, anstelle den manchmal schwer akzeptablen, aber im Grunde gerechten Satz "Unschuldig bis zum Beweis der Schuld" gelten zu lassen.
Dass Herr Ullrich sich auf diesen unverzichtbaren Grundsatz moderner Rechtsordnungen beruft, ist für viele ein harter Brocken: Schützt der Rechtsstaat etwa Schuldige? Dennoch: es ist sein gutes Recht, eine freiwillige DNA-Probe zu verweigern! Bei der angeblich erdrückenden Macht der gegen ihn sprechenden Indizien spielt das aber letztlich auch keine Rolle mehr.

Das von den Mitarbeitern der FAZ oftmals im Wege einer unkritischen Hofberichterstattung - traurig, aber wahr - zu Unrecht hofierte Bundesverfassungsgericht würde die Frage, ob jemand, der "unschuldig ist..." sich "ohne viel Getue ein paar Tropfen Speichel" entnehmen lassen muss, mit absoluter Sicherheit wegen eines in jeder Hinsicht unverhältnismäßigen Grundrechtseingriffs verneinen.
Es stößt sehr übel auf, wenn Sie einerseits seit Jahren die auch von der Präsidentin des Zentralrates der Juden jüngst scharf kritisierte Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum angeblichen Versammlungsrecht der Neonazis mit einer kaum noch nachvollziehbaren Vehemenz verteidigen, während Sie und Ihre Redaktion offenbar nichts dabei finden, daß demjenigen der "unschuldig ist, ...ohne viel Getue eben ein paar Haare oder ein paar Tropfen Speichel" entnommen werden.
Ich habe es mit Interesse gelesen und man soll ja die Hoffnung nie aufgeben: Vielleicht lassen Sie in Zukunft die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, die in letzter Zeit zunehmend problematischer werden, des Öfteren einmal durch Ihren Sportreporter kommentieren. Wenn er dort auch zu einem so eindeutigen Urteil wie bei Ullrich gelangte, wäre das sehr erfreulich!

Sind wir eigentlich wieder zurück im Zeitalter der Inquisition? Wo man nicht die Schuld eines mutmaßlichen Täters beweisen mußte, sondern der Beschuldigte seine Unschuld? Aber wenn die hoch bezahlten Juristen des ach-so-wohlmeinenden Kommunikationskonzerns ausreichend Gründe für die Kündigung gefunden haben, dann MUSS das ja stimmen.... Lieber Herr Dieterle, bitte beweisen Sie uns, daß sie nicht von der Telekom bezahlt werden!