Nationalmannschaft

Europameisterschaft ohne Bernd Schneider

25. April 2008 Nationalspieler Bernd Schneider von Bayer Leverkusen fällt für die Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich aus. Der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler wurde am Freitag in Hannover wegen eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule operiert.

Wie der Klub mitteilte, fällt Schneider damit für die restlichen Saisonspiele und die am 7. Juni beginnende EM-Endrunde aus. Frühestens Mitte Juli soll der Bayer-Profi wieder ins Training einsteigen können. „Das ist tragisch. Wir haben gehofft, dass er bald wieder zu seiner Form findet“, sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.

„Für die Mannschaft unverzichtbar“

Bundestrainer Joachim Löw will aber noch nicht alle Hoffnung aufgeben, dass er den 81-malige Nationalspieler doch noch nominieren kann. „Ich war informiert über seine gesundheitlichen Probleme und darüber, dass der Eingriff unausweichlich war. Ich werde mich in den nächsten Tagen mit den Medizinern und Bernd Schneider in Verbindung setzen. Bis dahin möchte ich keine Prognose abgeben“, sagte Löw.

Der Bundestrainer hatte Schneider zuletzt eine Einsatzgarantie gegeben. Voraussetzung für eine Nominierung war einzig Schneiders Fitness. „Bernd ist für die Mannschaft unverzichtbar. Er ist ein vorbildlicher Spieler“, sagte Löw. Er sei „einer, der von der Spielintelligenz lebt, von der unser Team immer profitieren kann. Wenn er fit ist und spielen kann, ist er in unserem Kader gesetzt“.

Zuletzt bei Löw nicht mehr erste Wahl

Löw gibt seinen Kader am 16. Mai bekannt und will auf jeden Fall auch nur die 23 Spieler benennen, die definitiv mit zur EM fahren. Nach dem wahrscheinlichen Aus von Schneider kann sich nun wohl Piotr Trochowski vom Hamburger SV Hoffnungen machen.

Seit 1999 spielt Schneider im Nationalteam, war bei zwei Weltmeisterschaften (2002 und 2006) dabei. Die EM in den Alpen wäre seine zweite nach 2004. Der technisch versierte Mittelfeldspieler bildet gemeinsam mit Kapitän Michael Ballack, Torsten Frings, Torwart Jens Lehmann und Miroslav Klose den Mannschaftsrat der Nationalmannschaft.

Doch trotz seiner großen Erfahrung war Schneider zuletzt bei Löw nicht mehr erste Wahl. Dass er jüngst beim Länderspiel in der Schweiz (4:0) zunächst auf dem Spielberichtsbogen in der Startelf notiert war, dann aber als einer von wenigen Akteuren überhaupt nicht zum Einsatz kam, passt in das derzeitige Bild.

Ich werde weiter arbeiten und kämpfen

Auch bei Bayer kam Schneider zuletzt nur sporadisch zum Einsatz. Beschweren wollte er sich trotzdem nicht. „Es geht nicht um mein Befinden, sondern nur um das Team. Als Profi gibt es immer Berge und Täler. Ich werde weiter arbeiten und kämpfen - um meine Form und meinen Stammplatz“, sagte Schneider. Das Uefa-Cup-Aus gegen Zenit St. Petersburg - beide Viertelfinalspiele absolvierte er über die volle Distanz - konnte Schneider nicht verhindern.

Beim 0:2 gegen Eintracht Frankfurt Ende März saß Schneider erstmals seit dem 19. Oktober 2002 über 90 Minuten auf der Bayer-Bank. „Seine Trainingsleistungen sind gut, aber das muss er noch im Spiel umsetzen. Seine Klasse ist unbestritten. Wir wissen, was wir an ihm haben“, urteilte Skibbe zuletzt.

Das Dilemma von Schneider begann im Erstrunden-Hinspiel des Uefa-Cups gegen Uniao Leiria. Nach einem Zweikampf erlitt der Techniker eine komplizierte Knieverletzung. Aus einer zunächst prognostizierten Pause von zwei Wochen wurden am Ende mehrere Monate.



Text: dpa
Bildmaterial: AP

 

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