„Mit den jungen Leuten wird in diesem Land nicht fair umgegangen”

Interview

„Ich kündige den Generationenvertrag“

Experte im engen Sinn ist er nicht, aber eine glaubwürdige Stimme aus seiner Generation: Pawel Kuschke, 20 Jahre, Student, will weg. Er beklagt die Macht der Alten, die geringen Chancen der Jungen und plant die Auswanderung.

Lesermeinungen zum Beitrag

04. Juli 2006 09:11

Frau Schneider,

M. Krcmar (absolvent2)

ah ja... wieso erheben Sie denn das, was Sie da beschreiben - verwöhnte Gören - in die Führungsetagen? Wieso trichtern Sie denn unserer Generation ein, nur der habe es geschafft, der auf einem anonymen Arbeitsplatz (so nicht nach Leistung kontrollierbar) einer großen bekannten Firma "untergekommen ist" ? Wieso wird Engagement und Leistungsbereitschaft verschmäht? Weil eine Generation, in der außer einem massiven Schuldenberg nichts erarbeitet wurde, in der noch Ihr Gießkannenprinzip vorherrschte, Angst vor den wettbewerbsfähigen Jungen hat. Und wieso sollen die darauf warten, dass die patronierten Gören unser Land noch weiter plündern? Und nebenher Buhmann für die Schuldenberge spielen? Gegen diese berechtigte Frage hilft alles Krakeele nicht (das ich mir beim Lesen bildhaft vorstellen konnte).

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29. Mai 2006 13:23

Danke für die Worte

Juliane Herzberg (Peshewa)

Danke für die offenen Worte! Genau das ist mein Empfinden - und es gibt keine Möglichkeit in Deutschland, dies kund zu tun. Es gibt niemanden aus der jungen Politik, der hier Demos organisieren möchte.
Die Schieflage in diesem Land ist erschreckend, und die Politik hält sich die Augen zu und will nichts sehen. Die Reformen sind - wenn überhaupt durchgerechnet - nicht sehr langfristig geplant. "Nehmt von den Lebenden, solange sie nicht tot sind!" ist hier die Devise. So richtig erklären kann niemand diesen wilden Aktionismus. Ich meine hier u.a. das halbherzig umgesetzte Hartz IV, die Gesundheitsreform, die kommende MwST-Erhöhung.

Übrigens, ich bin 23 Jahre alt, bin fest angestellt und - denke auch darüber nach, Deutschland zu verlassen. Ich mag dieses Land, aber nicht unter diesen Bedinungen. Ich bin nicht bereit, für alles in diesem Land mit zu tragen. Ich bin eher bereit, mehr Geld auf die Hand zu bekommen und mein Leben damit selbst zu regeln - auch wenn das Risiko vielleicht höher ist.
Auch ich möchte Kinder und für diese sorgen können. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob das hier nach meiner Vorstellung möglich ist.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg Herr Kuschke und hoffe für uns alle, die in der "untersten" Generation stecken, einen positiven Weg aus dieser Misere zu finden - trotz den Aktivitäten der älteren gegen ein zukunftsträchtiges Deutschland.

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18. Mai 2006 16:24

Viel Erfolg für Ihre Zukunft Herr Kuschka!

Eckhard Schmidt (eckhard43)

Den Generationevertrag haben schon Ihre Eltern gekündigt, indem sie nur 1, etwas Kinder zur Welt gebracht haben und Leute mit 3 Kindern als assozial betrachtet haben. Gottseidank konnte ich meinen Kindern ihr Studium etc finanzieren und zusätzlich einen Haufen Steuern und Sozialbeiträge entrichten.
Vergessen Sie nicht, überall wird nur mit Wasser gekocht und von den erfolglosen Auswanderern spricht keiner.
Viele davon würden gerne nach Deutschland zurückkommen.

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18. Mai 2006 11:24

nicht zulange warten

M. Krcmar (absolvent2)

Liebe Generation der jetzt über 35-jährigen,

Ihr braucht uns bis 35-jährigen für Rente und Pflegeversicherung. Wir müssen bereits jetzt massive Einschnitte hinnehmen, niedriger qualifizierte Arbeit, befristete Arbeit (Manpower etc. mit 1 Woche Kündigungsfrist), wenig Flexibilität im Sinne von Berufswechsel (wer einmal einen Drecksjob macht, bekommt nie wieder etwas Anspruchsvolles), Klientelwirtschaft, nur die Frechsten bekommen elitäre Jobs mit Vergünstigungen, Leistungswille und Bescheidenheit wird als Ausdruck eines Selbsteingestehens schlechterer Qualifikation gewertet usw.! Wir müssen nebenher selber vorsorgen, zahlen aber Beiträge für die sozialen Leistungen Eurer Generation.
Wenn Ihr uns keine faire Chance gebt, sind wir weg! Wir können, dank dem enormen Leistungsdruck, unter dem wir stehen, viel mehr als Ihr!

Denkt darüber nach...

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19. April 2006 19:41

@Claudio Christian Muessig

Günter Haberland (Haberland)

<< Das ist diese Ohnmacht, an der hier nichts mehr zu ändern ist. >>

Wieso Ohnmacht ?

Allein haben Sie natürlich keine Chance, etwas zu ändern - keiner von uns Bürgern.

Aber eine Bürgerbewegung mit entsprechend vielen Mitgliedern könnte ganz schön Bewegung in unser politisches System bringen.
Wenn man mal überlegt, wie viele Mitglieder der ADAC wegen einer relativ simplen Angelegenheit hat, müßte das doch hierbei erst recht funktionieren.

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19. April 2006 14:10

nur mut

Rainer Mächler (wozu)

Jahrgang 66 - 2 Kinder - Sandwichgeneration. Ich finde den Beitrag und die Resonanz ermutigend. Es wird sich doch was ändern. Es ist eine Schande, wie heute in der BRD im Namen der soz Gerechtigkeit Herrschaft ausgeübt wird. Seit Anfang der 90ger bekommt der Sozialrichter Jürgen Borchert vor dem Verfassungsgericht Recht, dass sich die Situation von Familien bessern muss. Lassen Sie sich von Prof. Sinn ( ifo institut ) vorrechnen was daraus geworden ist. Herr Blüm ich halte Ihre Naivität für geheuchelt. Wenn es richtig schlimm wird, sind Sie leider schon tot. Ohne"brain drain" wird sich an den Machtverhältnissen nichts ändern. Der Generationen-ertrag war nie und wollte nie Dreigenerationenvertrag sein. Es ist eine realpolitische Machtantwort, wenn man feststellt: Kinder sind keine Wähler. Herr Kuschke was wollen Sie kündigen? Sie waren nie Vertragspartner.
Der Wegzug ist die Macht des Individuums. Daran ist die letzte deutsche Diktatur gescheitert. Gehen Sie, damit es hier besser wird. Noch hat niemand die Absicht eine Mauer zu bauen. Wenn Sie später zurückkommen, dann haben Sie die wertvollen (Zinseszins) jungen Jahre für sich gerettet. Sie schulden Ihren Eltern Respekt, nicht einem Land, welches 1914, 1939 und 1968ff ie Sozialkassen plünderte. Auch in den 80gern hieß es "no future" , lassen Sie sich von der Politik nicht davon abhalten Kinder zu bekommen,ie sind Bestandteil eines erfüllten Lebens. Lassen Sie sich nicht einschüchtern.

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19. April 2006 12:55

Leider wird in der Diskussion schnell unsachlich beleidigt

Holger Steinmaß (DerHesse)

Hallo,
sehr viele der von Pawel vorgebrachten Argumente sind doch wahr und schlüssig. Als Literatur sei auf das Buch "Das Methusalem-Komplott" von Frank Schirrmacher verwiesen. Die, die meinen, dass junge Bürger in einem nie da gewesenem Wohlstand leben, sollten nicht vergessen, dass es in diesem Streit primär um die Zukunft geht und die sieht zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht bescheiden aus. Die wesentlichen Punkte meines Pessimismuses möchte ich hier kurz angeben. Der Staat ist hochverschuldet. Schaut man beispielsweise in die Bevölkerungsstatistik von Köln, dann ist die Gruppe der 0-18jährigen mit nur 18% vertreten, daher ist das Umlageverfahren später nicht haltbar. Leider bekommen auch sog. bildungsnahe Mitbürger immer weniger Kinder. PISA läßt schlimmes befürchten. Für Beamte fehlen Milliardenbeträge für deren erworbene Pensionsansprüche. Übrigens sollen in einigen Jahrzehnten je 1/3 gut, o.k. oder gar nicht im Alter versorgt sein. Gesundheit wird auch massiv teurer werden. Energie wird immer teurer und wahrscheinlich noch dank bewußter Vernebelung und dem europ. Binnenmarktes aus z. B. tschechischen AKWs importiert werden (Geld und Strom stinken schließlich nicht).
WARUM reagieren wir nicht jetzt, denn je später, desto tiefer werden die Einschnitte werden müssen. Danke.

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19. April 2006 12:18

Kederer: Fragen&Antworten

Dietmar Nix (d.nix)

- Ist Unzufriedenheit eine deutsche Tugend?
Bisher war sie im Westteil nicht wie heute festzustellen. Östlich davon wird nun ebenfalls gesagt, sie habe seit 1990 zugenommen. Falls sich seitdem die Menschen nicht verändert haben, müssen sich wohl die Lebensumstände verändert haben.

- Ist Genügsamkeit eine Schwäche anderer?
Sie ist jedenfalls nicht beim Staat zu finden, der immer teurer wird. Auch nicht bei Empfängern staatl. Auslandstransfers ohne Gegenleistung, oder bei Wirtschaftsflüchtlingen, die zu uns kommen, weil sie woanders weniger bekommen. Wer bleibt noch übrig, der genügsam ist? Anscheinend nur die zahlenden Bundesbürger - sie müssen es sein/werden.

- Ist Nächstenliebe ein überholtes Vermächtnis?
Anscheinend ja, denn weder der Staat noch seine Nutznießer scheinen die Bürger zu lieben, die weiter alles bezahlen sollen und immer mehr "unzufrieden" werden, was natürlich zu Liebesentzug führt - aber nicht zur Reduzierung der Lasten.

- (gilt Nächstenliebe) nur für Asiaten von Bedeutung?
Das Maß der asiat. Nächstenliebe auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking ist für uns kaum erreichbar. Ebenso jenes in der jap. Unternehmenskultur. Aber wir könnten vielleicht dorthin auswandern und so Asiaten von Bedeutung voller Nächstenliebe werden ...

Wenn von Auswanderern die Rückzahlung der hier erhaltenen sozialen Wohltaten verlangt würde, sollten sie die Rückzahlung aller ihrer Beitragsleistungen/Steuern verlangen und so ein glänzendes Geschäft machen.

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19. April 2006 12:11

Generationenvertrag

Andrea Hoberg (corvuscorax)

Ist der Generationenvertrag nicht längst gekündigt? Und zwar von denjenigen der heute etwa 30-40jährigen, die sich der Arterhaltung standhaft verweigern und dieses "schmutzige" Geschäft einigen armen Irren überlassen? Das Problem sind nicht unmittelbar die Alten, sondern vor allem die Jüngeren die nicht mehr mitspielen, weil sie auf einen anderen (besseren??) Geschmack gekommen sind. An Erklärungen, bzw. Ausflüchten für diesen Hedonismus mangelt es nicht. Letztendlich liegt es allerdings m.E. daran, daß Kinder zwar Zeit, Geld und Nerven kosten, in ihrem Sozialprestige aber noch hinter der öffentlichen Müllbeseitigung zurückstehen.
Die sog. Alten könnten allerdings, angesichts ihrer getiegenen Lebenserwartung und verlängerten Einsatzfähigkeit, sich länger nützlich machen, zugunsten der Jüngeren.
Mir sträuben sich auch die Nackenhaare, wenn ich daran denke, wie ich mich abrackere für den Nachwuchs, am Ende aber leer ausgehen soll, wenn es ans Verteilen der Rente geht. Private Vorsorge? Wovon denn? 40 Jahre Beiträge? Wann denn?
Wie wäre es mit dem über Jahrtausende bewährten Modell, daß die Kinder für ihre Eltern zahlen? Und die sich umgekehrt mit um die Kinder kümmern? Utopisch? Heute schon. Schade eigentlich!
Andrea Hoberg

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18. April 2006 17:09

Reisepass einziehen !!

Christian Braun (christianbraun)

Jetzt rächt sich die Einstellung, anstatt selbst zu
arbeiten und eigene Leistungen zu erwirtschaften,
auf Pump zu Lasten der Kinder gelebt zu haben und
(siehe Umlage) deren zukünftiges, zu erwartendes
Einkommen zur Finanzierung des eigenen Lebens-
standards "vorsorglich" verpfändet zu haben.

Es ist unerhört: die junge Generation fügt sich
nicht in diese Rolle und droht mit Auswanderung.

Bezeichnend die Reaktionen mancher Eltern: "unser
Rentenbaby darf nicht weg, nehmt ihm den Reisepass ab,
der soll doch schließlich unsere Schulden bezahlen !!"

(...)

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18. April 2006 13:07

Lehre aus Erfahrung oder vorschneller Schluß ?

Martin Bauer (Martin.Bauer)

»» Vor einiger Zeit stand ebenfalls in der Sonntagszeitung ein Bericht über Blüm, der nun den Chinesen sein Rentensystem aufdrücken will «« (Hr. Müssig; 16.04., 16:22)

»» Blüm bekommt offiziell Schrimps-Schnittchen zum Sekt und wird nach der Abreise ausgelacht. «« (Hr. Nix; 18.04., 03:18)

Auch die deutschen Parlamentarier sind „schlau“. Auch hierzulande werden Botschafter ausgelacht, die von der Kehrseite berichten (ihren Erfahrungen mit privaten Rentensystemen), weil wir eine Zauberformel gefunden haben („der Markt kann’s am besten“), mit der man handeln kann, ohne analysiert zu haben, – an welchen EXTERNEN Faktoren nämlich unser gewachsenes Sozialsystem heute chronisch krankt:

Zitat Albrecht Müller, SPD:
http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&parent=5&idcat=35&idart=423:

»» In der FR vom 26.1.05 erschien ein Interview mit dem chilenischen Präsidenten Lagos. (...)

FR, Jens Holst: „Die international stark beobachtete Privatisierung der chilenischen Rentenversicherung [der Bevölkerung aufoktroyiert damals als Teil des sog. „Wunders von Chile“; Anm. M.B.] beschert vielen Alten eine Rente, von der sie nicht leben können. Muss der Staat einspringen und in vielen Fällen die Altersversorgung aufstocken

Präsident Lagos:
„Ja, das stimmt. [...] Das ist die Lehre, die wir ziehen, und die auch in der deutschen Reformdebatte zu bedenken wäre: DIE PRIVATISIERUNG DER ALTERSSICHERUNG BEDEUTET FÜR DEN STAAT ENORME FINANZIELLE BELASTUNGEN:“ ««

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18. April 2006 09:00

Parasitengeneration ?

Herbert Frohnhofen (Theophil23)

Vielleicht wäre der Ausdruck "Parasitengeneration" treffender als "Schrottpressengeneration"? Keiner Generation wurde jemals von den Alten soviel vererbt, keine hatte jemals einen so gehobenen Lebensstil; und das ohne jemals dafür gerabeitet zu haben. Und jetzt erlebe ich bei einer Bekannten noch folgendes: Sie hat Abitur gemacht und will nach dem Abitur Geld verdienen und "leben"; gleichzeitig soll der Staat Kindergeld und der Vater Unterhalt zahlen sowie die Mutter weiterhin für sie die Wohnung zur Verfügung stellen und die Hausarbeit machen. Das ist parasitäres Leben live; "Schrottpresse" ist das genaue Gegenteil.

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18. April 2006 03:18

Müssig: Blüm/China-Rentenexport

Dietmar Nix (d.nix)

Ein modernes Märchen, aber wahr: Im Januar reiste eine Delegation des japanischen Parlaments nach Berlin, um die Praxis des dt. Sozialsystems zu erkunden in einem Verband, der Problemfälle berät. Die Japaner hatten sich an dt. Medien vorbeigeschmuggelt, auch am Verbandsvorstand in Berlin, der nur teures Buffet und dummes Geschwätz serviert hätte. Die Delegation flogen vielmehr weiter in eine rhein. Großstadt.

Dort saßen die Nadelstreifenanzüge in einem 40 qm Büro einer armseligen Bezirksstelle neben einem tristen Proletenbunker vor einer Brüllstraße und zwei unterbezahlten Angestellten in alten Möbeln mit zuwenig Stühlen. Einen halben Tag lang und teilweise stehend, bekamen sie hastig geschmierte Schnittchen zu Kannenkaffee und alten Keksen. Der formell angekündigte Besuch (ohne pers. Kontakte) war als Scherz bewertet und nicht vorbereitet worden. Wie diese Herrschaften dazu kamen, genau in dieses Büro zu fahren, und woher sie seine Adresse hatten, wird man wohl nie mehr herausfinden.

Diese Japaner waren schlau. Sie haben vielleicht noch schlechten Geschmack im Mund, aber erfahren, was sie wissen wollten. Bis auf die Beteiligten haben nur wenige bis heute davon erfahren. Die Chinesen sind sicherlich nicht dümmer. Blüm bekommt offiziell Schrimps-Schnittchen zum Sekt und wird nach der Abreise ausgelacht. Auch aus Versagern kann man lernen.

Wie hätten es unsere Politiker anstelle der asiatischen Parlamentarier gemacht?
Es war einmal eine Bundesrepublik ...

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17. April 2006 22:10

Gekuendigter Generationenvertrag

Günter Sengpiel (sengpiel)

Der Beitrag des Heranwachsenden erstaunt nun wirklich nicht. Er spricht nur aus, was alle Experten bereits sagten und alle mussten es wissen:
- wir haben eine ueberalterte Gesellschaft und das Nachwuchsproblem ist weitgehend ungeloest,
- unsere sozialen Sicherungssysteme stehen vor dem Zusammenbruch,- passend zur Diskussion kam die Meldung ueber den ‘Gesundheitssoli’,
- wir haben keine Konzepte wie wir aus 5 Mio. Arbeitslosen wieder Beitragszahler machen,
-um die Bildung steht es schlecht bestellt.

Was uns an dem Beitrag aufregt ist, dass dieser junge Mann offen ausspricht, da nicht mehr mitmachen zu wollen. Als Unverschaemtheit kommt hinzu, dass er als Gutausgebildeter sogar die Mittel hat, sich diesem System zu entziehen und seine Ankuendigung wahr zu machen. Dabei sind es die ethisch sauberen Aerzte, die fuer Herr Kuschke Paten stehen: Da lesen wir in Dossiers ueber die besseren Arbeitsverhaeltnisse fuer ausgewanderte Aerzte in England und Daenemark. Warum die niemand als Republikfluechtling verbal an die Wand stellt?
Die Politk muss dringend die Lehren aus diesen Meldungen ziehen: wir haben keine Zeit mehr, die obigen Probleme zu verschleppen. Wir koennen die heranwachsende Generation nicht ueberfrachten und ihrer Perspektive in Deutschland berauben. Ansonsten entziehen sich die breiten Schultern unserem System.

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17. April 2006 21:29

@Herr Eckert - Geld löst sich nicht in Luft auf

A. Ro-Nori (Steuerzahler)


In der ganzen Diskussion um die Renten wird vergessen, dass auch die Generation der Rentner Beiträge bezahlt hat, die von den Regierungen entfremdet wurden.

Z. B.: In den 80er wurden Frührentenmodelle verabschiedet, um die Unternehmerkassen nicht mit Abfindungen zu belasten. Die Krankenkassen bauten mit den Geldern aus dem Gesundheitssystem Kurhotel etc. Beamtenpensionen wurden fällig, obwohl nie Beträge bezahlt wurden.

Geld löst sich nicht in Luft auf! Es wurde schlecht gewirtschaftet und die Rentengelder in die Wirtschaft gepumpt.

Wie schon feststellten, das Problem war bekannt, aber aus Angst vor Machtverlust wurde nichts geändert.

Rentenkürzungen ändern aber dieses Problem auch nicht, wenn immer mehr Arbeitsplätze wegrationalisiert werden. Ich bin auch davon überzeugt, dass private Rentenversicherung jetzt schon kalte Füße bekommen, wenn sie daran denken, dass die starken Jahrgänge in die Jahre kommen und junge Einzahler fehlen. Deshalb liegt es nahe, die staatliche Rente aufzulösen, als weiteres Geschenk an die Wirtschaft. Wollen Sie das?

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17. April 2006 18:03

Generationendiskussion

patrick eckert (eckert6)

In den Leserbriefen überraschen mich die in den Leserbriefen erkennbaren eher unversöhnlichen Positionen nicht. Ich sehe hier eher weitere "Verhärtungen" in der weiteren Diskussion.

Warum ist das Thema so spannend für Junge und Alte ?
Es ist ein nicht untypisches Beispiel für die Reformunfähigkeit unseres Landes mit kaum absehbaren Folgen in der Zukunft.

Begründung:
Aus meiner Sicht ist die Schieflage der Rentenkassen seit Jahren bekannt. Hierbei erstaunt die in der politischen Diskussion kaum reflektierte Höhe der jährlichen Zahlungen des Bundeshaushaltes an die Rentenkassen (2005: 78 Mrd. €), die eher ungern von den großen Volksparteien aufgegriffen wird, da wichtigste Wählergruppen, die Senioren, nicht verärgert werden sollen.

Eine intensive Diskussion über dieses Thema kann nur mit massiven Kürzungen dieses Betrages einhergehen, da sie die junge Generation und die Zukunft unseres Landes massiv beeinträchtigt.

Zum Vergleich sind die Haushaltsbeiträge für die in die Zukunft gerichteten Haushalten Familie, Senioren, Frauen und Jugend bei € 4,5 Mrd. und für Forschung und Bildung bei 8,5 Mrd. € (zugegebenermaßen im wesentlichen Ländersache). Natürlich hinkt der Vergleich ein Stück weit, da natürlich nicht alle Leistungen an Familien u.ä.
hierin abgebildet sind, deutlich wird jedoch eine massive Generationenungerechtigkeit, die jedoch nicht "angegangen" wird, welches ich der Politik hier und heute vorwerfe.


Patrick Eckert





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17. April 2006 01:44

Der Blickwinkel ist entscheidend

A. Ro-Nori (Steuerzahler)


Das Kirchhof-Modell oder andere Modelle stellen nur ein neues Umverteilungssystem dar. Eine Umverteilung, die wenige begünstigt und viele benachteiligt.

Nur leider glaubt die Mehrzahl der Deutschen, dass sie zu den Begünstigten gehören.

Die soziale Marktwirtschaft war einmal eine tolle Idee und wird heute als "neue soziale Marktwirtschaft" verkauft, die in Wahrheit die freie Marktwirtschaft darstellt, die wir während der Industrialisierung hatten. Thyssen erkannte zu diesem Zeitpunkt, dass durch Firmenwohnungen und Firmenläden einen Großteil der Löhne wieder für sich einheimsen konnte.

Nur haben die Regierungen und die Wirtschaft den Faktor Energie schlicht und einfach verschlafen. Deshalb werden die großen Konzerne ihr Heil in den USA suchen. Dieser externe Faktor (Dollarwährung) hat unser System in Deutschland gekippt. Stellen wir uns einmal vor, der Iran und andere Ölländer verkaufen uns das Öl in Euro. (Der Iran und Irak hatten dies übrigens vor).

Diese Tatsache würde die gesamte Weltordnung aus den Fugen reißen und die privaten Renten in den USA würden im Raum verpuffen, mit der gesamten Wirtschaft.

Deshalb lohnt sich ein Blick über den Tellerrand und manch internationale Entscheidung ist ein klarer Schachzug, in die eine oder andere Richtung.

Aus diesem Grunde suche ich immer noch nach einer Definition der "neuen Weltordnung" von Bush.

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16. April 2006 19:25

@ Herrn Bauer, Herrn Seidl

gisbert heimes (gisbert4)

Es ist das ewige Dilemma: die unterschiedliche Wahrnehmung. Menschen wie Herr Seidl sind der festen Überzeugung, daß 'die Staatsquote zu hoch ist', während Herr Bauer den gesellschaftlichen Ausgleich, vielleicht noch volkswirtschaftlich die Nachfrageeffekte einer höheren Staatsquote im Sinn hat. Letzten Endes scheint es wie immer auf die Frage einer mehr 'liberalen' oder mehr 'sozialen' Politikausrichtung hinauszulaufen.

Richtig ist, daß die Menschen nicht gleich sind. Daran scheitern bisher sowohl liberale wie sozialistische Systeme: die einen, weil sie eine nachhaltige gesellschaftliche Befriedung nicht zustande bringen (können), die anderen, weil sie dem Bedürfnis der Menschen nach Unterscheidung (eben!) tendentiell zuwider laufen.



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16. April 2006 16:22

Ich kündige den Generationenvertrag

Claudio Christian Müssig (claudiomuessig)

Pawel Kuschke ist nicht nur eine glaubwürdige Stimme aus unserer Generation, er spricht alles das an, was unsere Generation bewegt. Natürlich hat er Recht so bald als möglich aus unserem „schönen“ deutschen Lande zu fliehen, denn es ist aussichtslos hier noch eine vernünftige Veränderung herbeizuführen. Kuschke hat Recht, wenn er den Politikern jeden Realitätssinn abspricht, sie haben ja keinen mehr.
Vor einiger Zeit stand ebenfalls in der Sonntagszeitung ein Bericht über Blüm, der nun den Chinesen sein Rentensystem aufdrücken will – viel Glück dabei – und den Leuten weiß machen will, dass die junge Generation halt noch mehr Beiträge bezahlen solle um dieses „beste Rentensystem der Welt“ zu erhalten.
Wenn man so etwas liest, dann packen einem nicht nur Zweifel über die Intelligenz einiger Menschen, insbesondere Politiker, man rastet schier aus. Ich zum Beispiel nahm die Zeitung und schmiss sie aus dem Fenster.
Gleichzeitig fühlt man diese Ohnmacht, da man nichts ändern kann. Ich glaube auch nicht, dass dies etwas mit Passivität oder wenig Durchsetzungsfähigkeit zu tun hat. Es ist die Struktur in unserer Politiklandschaft. Gute Ideen sind zwar schön und gut, aber man braucht gerade in der deutschen Politik Leute, die einen Fördern, die einen Lenken. Ist man Minister oder gar Bundeskanzler, dann hat man vorher schon so viele Versprechungen gemacht und sich verbogen, dass aus seinen Ideen nichts mehr da ist. Das ist diese Ohnmacht, an der hier nichts mehr zu ändern ist.

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16. April 2006 14:09

Die Einsteins, auswandern ?

Joachim A Laux (volkswirtlaux)

Der kluge Kopf plane: Auswandern ? Bis auf weiteres wird er einen "leichten" Job zu ergattern suchen. Seine Einschätzungen sind typisch Anfangssemester.

Er will da mitten rein, in die Bevölkerungsballung von aktuell 6,5 mrd Menschen. Als Pflichtfach habe er gelernt, wie funktioniert das: Zukunft ? !
Als angehende Ökonom könnte er es schon wissen.

Zukunft, technischer Fortschritt, funktioniert über vorgetane Arbeit. Über Arbeitsleistungen, die oft ohne, ohne gerechten, Lohn erbracht werden. Investieren ist KonsumSparen. Moa´s Nachfolger lockern jetzt einiges, für Chinesen läuft es auf Zwangsarbeit hinaus. Arbeiten, aber an nichts teilhaben.
In allen Wachstumsmodellen Ostasiens ist Wachstumsfaktor Nr.1: der laufende Zuwachs an Arbeitsfähigen, Ausgebildeten, im Alter von 15 bis 55 Jahren über eine Generation andauernd.

Zukunft ist, jedenfall in Mitteleuropa, Techn. Fortschritte zu produzieren, zu entwickeln: der in Wachstumsregionen, kostenlos erworben und dort, die Mehrwerte schafft.
Der Akademiker Pawel wird ein >Nano Faktor bleiben. Selbst wenn er Einsteins Fähigkeiten erreicht. Der Generationenvertrag ist ein Tauschgeschäft, Geld heute konsumieren. Pawel´s Generationen wird sich zu frieden geben, aus dem A380, beim Überflug, über den scheinbaren Wohlstand, erfreut, aus der Ferne zuschauend zu geniessen. Teilhaben ist nicht. Überholende Kausalität ist es: Hase und Igel. Oder Einsteins Kenntnis über Nanos.

volkswirteLaux

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15. April 2006 22:41

Alles ist relativ.Nur die Realitaet nicht.

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Und das wird der junge Mann schnell feststellen,wenn er ueberhaupt nach Beendigung seines Studiums noch den Mut
haben wird,das warme Nest zu verlassen...

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15. April 2006 20:44

@ Hr. Bauer

Andreas Seidl (ASeidl)

Sie scheinen ja an Verfolgungswahn zu leiden, wenn sie der Meinung sind, daß wir anläßlich einer Staatsquote von ca. 50 % (70 bis 80 % bei nichtselbständiger Arbeit) im Neoliberalismus leben!

Aber träumen Sie und Frau Rodi-Nohr nur weiter, daß der Staat irgendwelche wirtschafliche Probleme lösen könnte, indem er staatliche Wirtschaft schaft. Alle Beispiele in der Welt und in der Geschichte zeigten, daß das langfristig nicht funktioniert und zusammenbricht, sobald die Subventionen versiegen.

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15. April 2006 13:20

Kuhmist-2

Dietmar Nix (d.nix)

Zumindest die Umwandlung von Milchvieh-Ausscheidungsprodukten in Konzeptpolitik ist der BRD schon lange erfolgreich gelungen und ist ein auch weltweit bestauntes Modell. Daß dadurch Deutschland attraktiver geworden ist, haben nur seine eigenen Bürger noch nicht gemerkt.

Hier wird also sicher bald aufklärende Bewußtseins-Arbeit einsetzen, wozu die Initiative "Du bist Deutschland" bereits Pionierleistungen erarbeitet hat, die historisch ohne Vorbild sind.

Beim 2-Liter PKW ist die Stealth-Technologie laut unbestätigten Informationen schon längst durchgebrochen. Im jüngsten Entwicklungsmodell wurde das Fahrzeug nicht nur unhörbar und unsichtbar sondern sogar irreal. Der Technologiestandort Deutschland kann immer noch Innovationen entwickeln, egal, was nörgelnde Skeptiker heute sagen.

Es liegt also nur an uns; weg mit dem stupiden Pessimismus - "der Glaube kann Berge versetzen", sagte schon Hare Krishna ...

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15. April 2006 11:50

Kuhmist

Rud Haller (rodolfissimo)

Oh ja. es ist nötig, daß jeder konstrukive Vorschläge macht.
Da sind staatlich betriebene Windparks und staatlich betriebene Blockheizkraftwerke selbstverständlich unverzichtbar.
Es gehört auch das 2-Liter-Auto dazu, bei dem wir (!) nicht vergessen sollten die neueste Stealth-Technologie einzubauen damit es unsichtbar und unhörbar wird. Bei dem niedrigen Verbrauch rechtfertigt sich auch ein Benzinpreis von 5 Euro pro Liter. Der Preis für das Auto sollte staatlich auf 5000 Euro festgelegt werden. Mit dem Überschuß (!) könnten wir (!) staatlicherseits die Umwandlung von Kuhmist in hochwertige Energie fördern.
Vor allem ist es nötig, daß diese Grundlagen von staatlich beamteten Lehrer in fächerübergreifenden Projekten, zu denen die Naturwissenschaften nicht hinzuzuziehen sind, da es sich ja um gesellschaftliche und ethische Probleme handelt, zwingend gemacht werden.
Wenn wir nun nicht ausgewandert sind, können wir so Deutschland attraktiv machen.

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15. April 2006 10:42

Windpark-Rettung?

Dietmar Nix (d.nix)

Nicht alle guten Ideen betreffen den Problemkern. Exemplarisch die Windkraftwerke. Selbst nach stark gestiegenen Ölpreisen ist der Energiepreis beim Windkraftwerk höher. Unsere Kraftstoffpreise bestehen zu 80% aus Steuern, nicht Ölpreisen. Diese Steuern liegen auch auf Bio-Diesel, er hat fast den selben Endpreis.

Billiger als Windkraft sind trotz Entsorgung Atomkraftwerke. Abhängigkeit vom Uran ist minder relevant, da es Vorkommen auch in Deutschland gibt (Bitterfeld). Unbekannt, nicht wahr? Erneuerbare Energien sind nach heutigen Preisen alle unwirtschaftlich - außer für die, welche sie herstellen. Ihre Verbreitung heißt also steigende Preise.

Daß Weltanschauung über Vernunft gesetzt wird, ist die Misere Deutschlands. Hier wollen einige die gute Luft der Welt retten und reiten uns in den Bankrott, während die Welt grinsend zuschaut, sich über die gute Luft aus Deutschland freut, aber im globalisierten Wettbewerb einen Teufel tut, uns nachzueifern.

Die unproduktive Geldverschwendung liegt wohl in anderen Sektoren. Im Falle der Einwanderer ebenfalls ein von Weltanschauung kontaminierter Sektor. Es ist schön, an einer Stelle 10 Cent zu sparen, aber sinnlos, wenn man an anderer 100 Euro gedankenlos verschwendet.

Da ideologischer Wirklichkeitsverlust wohl nur über Generationen auswachsen kann, bleibt man besser beim Kofferpacken. Auf die Rückkehr logischer Vernunft in Deutschland kann man nicht mehr warten. Ja: "Abstimmung mit den Füßen"!

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15. April 2006 02:59

Wir sind weitgehend machtlos!

Robin Siegemund (Robbson)

Ob die von mir gewünschten friedlichen Demonstration Wirkung hätten, bleibt zu bezweifeln. Vielleicht 2-3 Tage lang sieht man ein paar Menschenmassen im TV oder liest in den Zeitungen darüber... Doch kurze Zeit später ist alles vergessen... die Medien verlieren das Interesse, wie an allen Dingen, die keine Quoten oder Leser bringen. Da mögen die Transparente noch so bedrohlich beschriftet sein und die Schreie noch so laut... vergebens... aus den Köpfen, aus dem Sinn... und alles beim Alten.
Schlimmer noch, wenn kleinere Aktionen überhaupt keine Beachtung finden... man denke da z.B. an den Streit und den Aufruhr zum Bau einer Moschee in Ostberlin, worüber es auf den Webseiten der FAZ (und anderen großen Zeitungen) nicht einmal einen Artikel gibt.

Jeder Einzelne von uns kann nicht mehr tun, als sich vielleicht mit anderen zu organisieren... Foren im Internet einzurichten und kontrovers zu diskutieren. Doch es fehlt die große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und nur diese kann den Druck auf die Regierung erhöhen.
Das scheint ja bspw. bei Geiselnahmen von VIPs im Irak bestens zu klappen, denn im Nu ist die Regierung im Zugzwang und die Millionen fließen...

Die Medien müssen ihre wichtige Rolle erkennen, um die Menschen wachzurütteln... doch bitte nicht nur einmal kurz, sondern permanent und mit echten weitreichenden Aktionen!
Doch den konservativen Blättern fehlt es offensichtlich an Mumm, ohne gleich in die unglaubwürdigen Gefilde einer BILD-Zeitung abzudriften.

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15. April 2006 02:13

Schonhardt: einfache Auswanderung

Dietmar Nix (d.nix)

Unter den Kommentaren hier ist ein hoher Prozentsatz von erfolgreich Ausgewanderten. Neusl., USA, Austr., Kan. haben tatsächlich extreme Hürden. Sie wollen nur reiche, junge, gesunde, hochqualifizierte Zugänge. Von solchen Hürden kann der Einheimische hier leider nur träumen. Gäbe es sie, hätten wir viele Probleme nicht und könnten gleich hierbleiben.

Wer aber weg will, muß nicht sofort an andere Kontinente denken. Neben den Nachteilen der EU gibt es zumindest Freizügigkeit, also freie Wohnortwahl ohne Papierkrieg u. Filterhürden. Man braucht nicht weit fahren, um es besser zu finden. Dänemark hat den Euro abgelehnt und seine Staatsschulden beseitigt. Das spüren auch die Bürger. Die Schweiz hat zwar Hürden, aber einen guten Arbeitsmarkt. Besser als hier ist es fast überall in der Nachbarschaft.

Manche EU-Länder haben niedrigere Löhne. Doch entscheidend ist die Relation zu Lebenshaltungskosten, Steuern, Abgaben, Miete. Genaue Analyse ist gefragt. Wäre das nicht eine Rubrik für die FAZ? Systematisch ähnlich wie Fonds-Analysen und Investment-Tips. Wichtig auch Zukunfts- und Entwicklungsperspektiven der Länder. Euro-Aspiranten unter den Ziel-Ländern sollte man besser ausflöhen. Was nach der Einführung des Euro meist kommt, haben wir hier ja schon gesehen.

Ich wollte das mal als Website aufziehen. Wenn die FAZ es nicht macht, läßt sich das wiederbeleben, auch wenn meine Wahl schon getroffen ist. Interessenten können mir eine pers. Nachricht schicken.

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15. April 2006 00:23

@Herr Wenzel

A. Ro-Nori (Steuerzahler)


Zu Herrn Wenzel:
Das Steuermodell von Herrn Kirchof wird auch nichts an der Situation ändern.

Bereits 1971 wurde klar, das ein großer Teil unserer Wirtschaftsproduktivität an die Ölkonzerne abfließt. Nichts, aber auch gar nichts wurde unternommen. Ausnahme: Atomkraftwerke, die von Uran abhängig sind und ein großes Risiko bergen, Unsummen an staatlichen Geldern verschlungen haben und angeifbar machen.

Stellen wir uns einmal vor, Deutschland würde es schaffen, mit erneuerbaren Energien zu produzieren. Die Technologie haben wir. Das würde dem Standort Deutschland Attraktivität verleihen.

VW und sein Käfer sind legendär. Warum strengen wir uns nicht an, das gleiche mit einem 2-Liter-Auto zu machen, in einem staatlichen Betrieb. Warum betreiben wir keine staatlichen Windparks? Warum verbrennen wir Müll ohne Blockheizkraftwerke? Unsere Bauern entsorgen die Jauche auf den Feldern, anstatt Energie zu gewinnen. Ein Kirchof-Modell ist nun wirklich kein Ideengeber für die Wirtschaft.

Wir haben Potential und das müssen wir nun wirklich nicht als Kombi-Löhner oder Ein-Euro-Jobber billig an die Wirtschaft abgeben.

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14. April 2006 21:14

Schwörer hat die Spur

Ludwig Wenzel (ludwen)

Ja, lassen wir uns auf Denker wie Prof. Dr. Paul Kirchhof ein! Es gibt noch mehr davon.

Deren Denkart und Geradlinigkeit wird in Deutschland mehr Anhänger finden als wir ahnen.

Alles was bis jetzt zum Thema Kirchhofs Steuerreform lief versandete in der Wahlkampfwüste und war ein Riesenkommunikationsproblem.

Vielleicht ist der Leidensdruck jetzt stärker, wie die 200 LEserstimmen bereits an dieser Stelle zeigen.

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14. April 2006 20:08

Konstruktiv: Abschaffung der Flaechentarifvertraege und des Kuendigungsschutzes

Lars Johannes (lars.johannes)

Waere doch schon mal ein Anfang. Aber solange man dafuer beleidigt wird dass man darauf hinweist, dass es die Marktwirtschaft ist die Deutschland reich gemacht hat, wird sich so schnell nix aendern.

Fuer viele die ungefragt als Menschenmaterial zur Finanzierung der Rente herangezogen werden ist es schlicht nicht auszuhalten dass man fuer diese offensichtlichen Vorschlaege zum Wohle aller, die wie gesagt nur ein keiner erster Schritt waeren, direkt zum Extremisten gestempelt wird.

Vielleicht sollte man auch einfach Selbstbetrug zum Straftatbestand erklaeren. Aber wer sollte die ganzen Gefaengnisse finanzieren.

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14. April 2006 15:05

Schwörer: Goldreserven

Dietmar Nix (d.nix)

- Die Goldreserven sind schon weg, es war eine Kohl-Aktion Anfang der 1990er. Angeblich sei solche Deckung der Währung heute überlüssig, hieß es damals. Die FAZ hatte berichtet.

- Klar kann man die Autobahnen verkaufen, das wird auch bald gemacht, vielleicht deshalb überall die Baustellen. Aber die Preise, welche die Maut dann kostet, möchte bestimmt keiner hier bezahlen. DIE Maut ist dann für alles, was Räder hat, selbst Oma auf Rollschuhen.

Es ist und wird ja schon alles verkauft: Staatsbeteiligungen, Telefon, Häfen, Kanalisationen, usw. bis herunter in die Kommunen. Ist das nicht bekannt? Und? Wie haben sich die damit verbundenen Preise seither entwickelt: Strom, Abwasser, Bahn, Postpakete, Briefe?

Jau, die "freie Wirtschaft" wird´s schon richten ... Oh heilige Einfalt ...

Der Laden hier ist restlos im Eimer, es gibt nur noch Schulden. Man kann nur wählen, von wem man gehäutet werden will: vom Staat oder ausländischen Holdings. Dieser Staat verschenkt bis heute noch Geld ins Ausland, das er sich vorher erst leihen muß. Schröder und seine Ostasien-Fluthilfe. Wie heißt es aber immer wieder in Talk-Shows: "Der Staat kann nicht pleite gehen, unmöglich." Da fragen wir doch gleich mal in Argentinien nach, wie sowas geht! Schon vergessen?

Oh Herr, schmeiß´ Hirn vom Himmel, mit solchen Ideen gehts noch schneller als ich dachte. Laßt´s mich doch bitte wenigstens noch die Koffer zuende packen ...

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14. April 2006 13:35

Goldreserven

Christoph Schwörer (Schwarzwaelder)

Verscheppern wir doch die Goldreserven und was sonst noch in der Generation vor uns an Werten, die niemand braucht, erarbeitet worden ist. Verkauft die Autobahn an BMW, Daimler und den alten Piech-Clan, dann können jene, welche die Autos bauen auch die Infrastruktur besorgen. Gebt das Geld denen, die jetzt auf der Empfängerseite des Sozialsystems stehen und sagen, dass sie Deutschland wieder aufgebaut haben, - sofern diese noch leben. Falls noch was übrig bleibt, blecht die 1,5 Billiarden Schulden.

Der Rest der Frühpensionäre, für den nix mehr übrig bleibt, muss halt einmal weinger im Jahr nach Mallotze fliegen - Urlaub am Bodensee ist auch schön, und die Kohle bleibt im Land.

Somit bleiben vielleicht auch die Jungen. Gute Ideen gibts genug. Gehen wir nach dem Motto vor: "no taxation without representaition" und lassen die jetzt buckelnden den alten Bremsklötzen der schwarz-roten Gewerkschaftsregierung den Marsch blasen. Was nutzt eine Politik der Kleinen Schritte, wenn sich die Gesellschaft mit Siebenmeilenstiefeln weiterbewegt?

Unsere Eltern werden nicht drunter kommen, zumindest meine nicht. Diese haben mir ein Studium ermöglicht - (Direkt und über den Umweg der Steuern).

Lasst uns Junge frisch anfangen - ohne die "alte" Hypothek. Wenn wirs nicht schaffen -Pech gehabt.
Manche "alten Hasen" die sich noch jung fühlen sind jedoch willkommen beim Umbau. Lieber Herr Prof. Dr. Kirchhof, würden Sie nochmals zur Verügung stehen wenn es gelänge...?

Grüsse

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14. April 2006 11:20

Haberland: Konstruktiv

Dietmar Nix (d.nix)

Eine Endlos-Schleife: Wer protestiert, dem wird entgegnet, daß er doch bessere Ideen bringen soll. Das aber ist auch nur Kritik (am Protest) und selbst immer noch keine Idee.

Ideen gab es viele in den letzten 20 Jahren. Manche hatten auch schon mal Bezug zu den Problemen. Gelegentlich waren vernünftige dabei. Parteien haben so auch Wahlen gewonnen. Aber sobald sie regierten, waren die Ideen plötzlich verschwunden. Im günstigsten Fall passierte nichts, im anderen wurde es schlimmer. Und das war der häufigere Fall.

Man kann sich mit etwas Glück, Ideen und Beziehungen in eine Bundespartei/Amt hieven. Wer aber von seiner Idee überzeugt ist und sie ernst meint, wird kaum ertragen, sie im Sand verlaufen zu sehen - nicht etwa deshalb, weil sie schlecht ist.

Selbst erlebt: Eine politische Idee kam auf den Tisch, offensichtlich auch die richtige Lösung, aber der Pate sagt: "... dafür gibt es keine Mehrheiten!". Damit war die Idee erledigt, wie gut sie ist, spielt keine Rolle. Ich bemitleide jeden, der dann immer noch gute Ideen finden will. Wer mit dieser gestörten Wirklichkeitswahrnehmung nicht zum Psychater geht, und seine Idee auch nicht ernst meint, der wird Politiker.

Wer genauer wissen will, warum hier der Ofen aus ist, der grabe die berühmte "Scheuch-Studie" aus von einem Politikwiss. an der Uni Köln. Und schaue sich auch seine Biographie an, wie es ihm ergangen ist, seit er sie publiziert hatte. Wahrheit tut weh, aber hierzulande nur dem, der die Wahrheit sagt.

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14. April 2006 07:36

Herr Kuschke mag gehen

Karlheinz Wiechel (wiechk)

Aber er sollte vorher eine Rechnung erhalten : Was hat seine Familie und die Geselschaft in ihn investiert . Was wird er davon zurückzahlen ? Mit Sicherheit nichts. Entschuldigung: Ich bin nicht gefragt worden , ob ich leben will . Wer hat ihn erzogen ? Wir , unsere Gesellschaft.
K.Wiechel

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14. April 2006 07:29

192 Lesermeinungen

Günter Haberland (Haberland)

.... und nicht eine beschäftigt sich mal konstruktiv mit der Frage, was eigentlich in diesem Land verändert werden müßte, um Pawel und seine Leidensgenossen vom Auswandern abzuhalten !

Stattdessen nur gegenseitige Vorwürfe, die außer Verärgerung nichts, aber auch gar nichts bringen.
Dazu allgemeines Geschimpfe auf "die Politik", die die Probleme nicht bewältigt - auch gar nicht bewältigen kann, wenn man sich die Gegensätzlichkeit der hier vertretenen Standpunkte mal vergegenwärtigt.

Wenn's die Politik also nicht schafft, warum dann nicht selbst nach vernünftigen Lösungen suchen ?

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14. April 2006 01:01

Provokation Kuschke

A. Ro-Nori (Steuerzahler)


Hervorragende Einzelfalldarstellung mit dem Ziel der Polarisierung.

Es ist immer wieder eine Verschiebung der Schuldigen festzustellen, von den Rentnern über Geburtenrückgang zu den 68er. Immer werden Randerscheinungen als Infektionsherde enttarnt, aber das streuende Geschwüre wurde bis heute nicht entdeckt.

Zitat aus CNN (Merrill Lynch): "Deutschland ist der Motor der EU".

Was passiert also mit diesem Auto? (Betonung liegt auf AUTO) Ein Ersatzmotor ist nicht zur Stelle. Für die Werkstatt bleibt keine Zeit. Es werden nur während der abschüssigen Fahrt die Bremsen geölt, die Spritzufuhr erhöht und jede Kurve begradigt.

Für Herr Kuschke bleibt zu hoffen, dass er trotz der waghalsigen Fahrt, nach seinem Studium noch über genügend Zeit und Kapital verfügt, um ein ruhiges, lukratives Plätzchen in der globalisierten Welt zu finden.

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13. April 2006 23:06

Kuschke & Co.: habt ihr euch nun ausgekotzt?

gisbert heimes (gisbert4)

Allmählich geht mir diese Larmoyanz gewaltig auf den Wecker. Immer noch eins drauf und noch eins drauf: was muß dieses Deutschland doch für ein Sch***land sein!

TROLLT EUCH!!!

Müssen wir hier eben ohne eure Superiorität kleinere Brötchen backen. Und wenn wir verhungern, verhungert IHR hier wenigstens nicht mit.

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13. April 2006 22:59

Gisbert Heimes: Sagen

Dietmar Nix (d.nix)

Ich sage eigentlich nichts, was nicht jeder BRD-Akademiker 10 Jahre nach dem Examen weiß. In Einzelaspekten höre ich es inzwischen auch aus England. Insofern brauche ich mir über mein Milieu keine Gedanken zu machen. Da ist ja von angeblichen "Besserverdienenden" bis zum "Entwicklungspotenzial aus suboptimalem Grundkontext" für jeden was dabei.

Der ehemalige Seifenpulver-Abfüller bei Henkel war da schon lange promoviert, Doktorandenseife, sozusagen. Er hatte da auch schon zwei Jahre Arbeitsamt-Umschulung hinter sich zum "medizinischen Dokumentar". Einen Beruf, den auch Jahre später nicht mal das Arbeitsamt kannte, logisch, es gibt ihn ja auch bis heute nicht und wird es auch nie geben. Aber dahin umschulen kann man ja trotzdem mal, Ausbildung zahlt sich immer aus...

Wer nicht weiß, was ich sagen will, der schaue auf den gerade unten folgenden Beitrag, der bezweifelt, daß es auf diesem Planeten ein besseres Land als die BRD gibt. Entweder redet der von einem anderen Planeten oder ist Bundespolitiker. Aber das kommt wohl aufs gleiche heraus ...

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13. April 2006 18:45

Phänomen Kuschke

Ludwig Wenzel (ludwen)

Es ist ein Phänomen - da beklagt sich ein erwachsenes Kind, das selbst zur Zeit noch gar nicht betroffen ist von den Ungerechtigkeiten, die ihm drohen könnten, wenn es ersteinmal zum zahlenden Teil der Solidargemeinschaft gehört. So eine vorausschauende, risikoabschätzende, kluge, für sich selbst vorsorgende Jugend wollten wir doch immer!! Also ihr Erzieher: Ziel erreicht oder Thema verfehlt??
Das Phänomen Kuschke, das so viele Gemüter erhitzt, ist deshalb so einzigartig, weil es gar keinen realen Notstand beschreibt, sondern Verlustängste. Würde eine Rentnerin, die 5 Kinder erzogen und ihre Eltern gepflegt hat und deshalb nur Teilzeit erwerbstätig war, sich an gleicher Stelle über ihre armutsnahe Rente beklagen - sie würde wenig Resonanz erleben, eher Spott und Häme vielleicht als Zuspruch und Unterstützung? Selber schuld, wer sich bilanzschädigender Risiken behaftet. Aber die Bilanz eines LEbens hat andere Quantitäten und Qualitäten - sie ist privat, persönlich, trauernd, liebend, existentiell reich oder arm und mitunter voller Gnade.
Herr Kuschke will Kinder haben und will für sie sorgen. Das ist großartig. Dafür alles Gute. M-Th. Wenzel

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13. April 2006 17:55

Frankreich

Till Meinhof (tillhd)

Also, ich weiß nicht, was an den Protesten in Frankreich so nachahmenswert sein soll - außer der Tatsache, dass überhaupt jemand protestiert. Der antikapitalistische Widerstand gg. eine Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufseinsteiger, der vielen arbeitslosen Jugendlichen überhaupt erst eine Chance gegeben hätte, zeugt doch nur von Realitätsverlust und extremer Reformangst. Das einzige, was bei uns anders ist, ist unserer Demomüdigkeit, und ich bin nicht sicher, ob die schlecht ist.

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13. April 2006 17:29

Tja, Herr Nix, was wollen Sie uns eigentlich sagen?

gisbert heimes (gisbert4)

Daß Pawel Kuschke & Co. Recht haben?

Daß das System nicht funktioniert?

Oder daß Sie sich im falschen Milieu aufhalten?

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13. April 2006 17:20

Naja

Thomas Wenzel (Coloneltw)

Ich bezweifle, dass es auf diesen Planeten ein besseres Land gibt oder ein Perfektes. Ich denke er wird auch im Ausland auf Dauer nicht glücklich werden. Was Deutschland, und auch andere Länder brauchen, wäre mal ein Resett. Eine neuverteilung von Macht, Geld und Eigentum. Momentan wehren sich die, die viel zu verlieren haben aber Frankreich und auch die Proteste in Deutschland deuten schon an, dass sich viel tun wird die nächsten Jahre und es wird definitiv viel blutiger. Welcher Unternehmer lässt sich schon gern was wegnehmen. Aber unsere Probleme sind nicht neu. Viele haben diese und andere folgen uns. Daher sollte man sich genau überlgen wenn man ausreist wohin man geht. Dänemark, Norwegen und Schweden haben das schon hintersich. Australien, Neuseeland usw. stehen noch davor, ich gebe ihnen noch 20 Jahre, dann stehen sie and er selben Schwelle. Zu diesem zeitpunkt wird das hier schon vorbei sein. Entweder friedlich oder mit einem Bürgerkrieg Arm gegen Reich. Und das können die Reichen nicht gewinnen, da auch die Bundeswehr zu den Armen zählt.
Aber wer weiß das schon genau. Ich wünsche dir viel Glück im Ausland.

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13. April 2006 14:44

@ Gisbert Heimes: "wenn sie wirklich so gut sind"

Lars Johannes (lars.johannes)

@ Gisbert Heimes:
Zitat:
"Darüber hinaus gilt: wenn sie wirklich so gut sind, wie sie sich sehen, hätten sie auch hier ihre Chance. In einer weiter globalisierten Welt wird es anderswo am Ende auch nicht besser sein."

Das ist zynisch und dumm. Meiner Erfahrung sind unter den Jungakademikern die Chancen generell schlecht. In diversen Assessment Centnern habe ich immer mit Leuten zusammen gesessen die um Laengen fitter waren als die Trolle aus der Personalabteilung. 5-6 Praktika vor und nach dem Studium, 1-3 Jahre Auslandserfahrung, Noten nie under 2,0, Betreibswirte, Volkswirte und Ingenieure (also das was man studieren "soll"). Wir konkurrieren mit Leuten die nach 20 Semestern uninspirierten Studiums und Arbeitsverweigerung einen kuendigungsgeschuetzten Arbeitsplatz bekommen haben. Einen Einstiegsjob unter "Qualifikationsniveau" gibt es fuer uns nicht, da wir den ja nicht lange behalten wuerde und dann die Kosten der Bewerbersuche umsonst gewesen waeren.

Wir sind mit staendig steigenden Arbeitslosenzahlen aufgewachsen und deswegen immer durch die Furcht motiviert uns koennte es auch so ergehen, wenn wir uns nicht anstrengen. Es ist uns trotzdem so ergangen weil die aelteren Generationen die Volkswirtschaft mit dem sozialen Geblubber planmaessig zu Grunde gerichtet haben. Jetzt erzaehlen sie mir nochmal ich soll wieder zurueck.

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13. April 2006 08:10

Umfeldanalyse-2

Dietmar Nix (d.nix)

Ich ergänze, was die genannten Akademiker inzwischen für Berufe hatten, seit sie Anfang 1990 ihr Examen absolvierten:
- Erben hatten Stagen beim reisenden Consulting. Bei einem führte das zeitweise zu anständigem Beruf (Ende: Rationalisierung). Von den anderen war einer schlau genug, sich mit Angespartem als Hausvermieter unabhängig zu machen (vor dem Euro noch möglich). Die übrigen lange Dauerjobber, jetzt Privatiers.
- Drei Nichterben, ebenfalls Consulting, aufs Einkommen angewiesen. Der Jurist verschollen, ein weiterer muß sich erst einen Moment orientieren, wo er ist, wenn er morgens wieder in einem neuen Hotel aufwacht. Der dritte jetzt Berufsschullehrer.
- Zwei Ingenieure in vielen IT-Unternehmen. Kinderchefs erhöhten Arbeitszeitenen "um neue Herausforderungen zu schultern", lehnten Gehaltserhöhungen ab, "weil es an Geld fehlt", fahren aber einen neuen Sportwagen. Erst Kündigung führte zum Gehaltsangebot, das jeweils abgelehnt wurde.
- Unter Geisteswissenschaftler ohne Erbe und fast allen Jobs schien einem das Seifenpulver-Abfüllen bei Henkel als der beste. Geregelte Fließbandarbeit, bei der man in Ruhe nachdenken kann. Die anderen Ladenverkäufer in Blumen, Bäckerei, Schreibwaren. Löhne noch um 10 DM/h reichte netto kaum zum Leben mit Familie.
- Der 13 Jahre Wartelehrer hatte bei den Eltern überwintert, die Einstellung kam überraschend. Seine Meinung deckt sich heute exakt mit den jeweils neuesten Verlautbarungen der Bundesparteien.

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13. April 2006 00:00

Flüchtlinge.

gisbert heimes (gisbert4)

Der Grundtenor der 'Flüchter' ist, daß sie in D keine ausreichenden Chancen für sich sehen. Sie seien leistungsbereit, aber erstens stimmme die Gegenleistung nicht (zu wenig), und zweitens wolle man ihre Leistung oft gar nicht (Arbeitslosigkeit).

Da kann man nur sagen: wenn sie im Einzelfall woanders mehr bekommen, ok. Wenn sie hier keine Arbeit finden - auch ok.

Darüber hinaus gilt: wenn sie wirklich so gut sind, wie sie sich sehen, hätten sie auch hier ihre Chance. In einer weiter globalisierten Welt wird es anderswo am Ende auch nicht besser sein.

Die bisherige Diskussion hier ist voll von Allgemeinplätzen und nichts weiter als die Frucht einer langen politischen Kampagne, die von interessierter Seite zur Verbesserung ihrer eigenen Verhältnisse lanciert ist. Präzis: um ihre Besitzstände, die durch die Globalisierung ebenso wie die der abhängig Beschäftigten bedroht sind, abzusichern.

Natürlich gibt es Mißstände in Deutschland. Jeder Art sogar. Entweder man tut was dagegen, oder man haut ab. So einfach ist das. Ob es die Besten sind, die abhauen, wird man sehen, wenn sie wiederkommen: reich wie Onkel Dagobert oder, um hier wenigstens Hartz IV mitzunehmen.


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12. April 2006 21:06

Kinder oder Auto?

Till Meinhof (tillhd)

Hallo Christopher Tan,
"sicher ist es richtig, dass mit der Geburt eines Kindes bei Besserverdienern/Akademikern ein größerer Teil des Einkommens wegfällt und somit über die Opportunitätskosten nachgedacht werden muss. Aber ist geld denn wirklich immer das erstrebenswerteste? Sind denn ein großes Haus und zwei Sportwagen ... mehr wert als Kinder?"

Nein, nicht mehr, aber sie sind auch etwas wert... Für zwei Gutverdiener gibt es eine luxuriöse Alternative zu Kindern, für sozial Schwache nicht. Es geht ja nicht um "ganz oder gar nicht"-Entscheidungen. Ob man Kinder will oder nicht hängt nat. von vielen Faktoren ab, neben dem Geld oft mehr von den beruflichen Einschränkungen, die Kinder mit sich bringen. Diese Einschränkungen sind nicht unerträglich. Aber sie sind vorhanden bei berufstätigen Menschen, die Steuern zahlen - im Gegensatz zu Menschen, die sowieso wenig Chancen auf berufliche Selbstverwirklichung haben.
M.E. ist es ein Konstruktionsfehler des Sozialstaats, dass man den Menschen den Zwang, Kinder AUCH (nat. nicht in erster Linie!) als Stütze im Alter zu brauchen, genommen hat. Das klingt brutal, aber es ist die einzige Möglichkeit, den Sozialstaat (der grundsätzl. erhaltenswert ist) vor bewusster oder unbewusster Ausbeutung zu schützen. Natürlich sollte der Sozialstaat auch für Kinderlose sorgen, aber es sollte ein Unterschied gemacht werden.

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12. April 2006 21:04

Danke, ich dachte schon ich waere alleine!

Lars Johannes (lars.johannes)

Zusatz zum Kommentar von eben:
Danke der FAZ, dass sie das Thema ueberhaupt aufs Tapet gebracht hat. Die Bisherige Diskussion darum war ja so virutell wie die Sozialpolitik. Es ist erschreckend wie "die Alten" versuchen der juengeren Generation den Mund zu verbieten waehrend alle laut nach noch mehr Privilegien schreien.
Die gute Frage ist allerdings ob es irgendeine Moeglichkeit gibt den Widerstand gegen die jetztige Politik zu institutionalisieren. Ausserhalb dieses Forums waeren sicherlich die Stimmen die eine vernuenftige Diskussion niederbruellen wuerden die lauteren. Also: wie soll man sich organisieren? Antworten bitte an ljohannes@hotmail.com.

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12. April 2006 20:53

Was Deutschland einzigartig macht!

Lars Johannes (lars.johannes)

Ich muss gestehen noch nicht alle Beitraege gelesen zu haben, aber Deutschland ist schon ein einzigartiger Fall. Die aelteren Generationen neiden ihren Nachkommen ein Aufwachsen in relativem Wohlstand. In allen anderen Laendern hingegen ist es das Ziel dass es nachwachsende Generationen einmal besser haben. Es scheint, dass der Sozialstaat die Leute WIRKLICH versaut hat.
An alle die sich wegen scheinbarer Undankbarkeit beschweren: Die Lasten die der Generation der unter-30-jaehrigen schon aufgehalst wurden gehen weit ueber das hinaus was ihre Ausbildung usw. kostet. Eine Entscheidung wegzugehen ist da nur rational. Ich glaube auch nicht dass die Rueckzahlung von Studiengebuehren daran etwas aendern wuerden.
Liebe Gruesse aus Washington!

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12. April 2006 20:50

Schon interessant

Andreas Seidl (ASeidl)

wie hier viele Foristen über den Herrn Kuschke herziehen. Verbieten, bestrafen, Paß abnehmen, zur Kasse bitten etc. lauten die Forderungen.

Niemand stellt die Frage, was wir tun können, um der jungen Generation eine Perspektive zu bieten.

Wir treiben die Arbeitsplätze zukzessive ins Ausland, da wir nicht wahrhaben wollen, daß wir die Globalisierung nicht verhindern können und uns an unsere alten Zöpfe klammern.

Wir finanzieren unseren Wohlstand zum Teil mit Wechseln auf die jungen Generationen.

Wir zementieren unsere Ansprüche gegen den Staat und bürden den Jungen nicht mehr leistbare Anforderungen auf.

Wir verhindern erfolgreich jede Veränderung, die unser Land zukunftsfähig machen würde.

Wir machen es der Industrie schwer neue Technologien in Deutschland zu entwickeln, zu erproben und anzuwenden.

und wir wissen alles besser als die anderen.

Guten Abend wünscht einer vom Schwanz der "Sandwitch Generation".

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12. April 2006 14:37

Loesungen?

Rene Busch (bure1309)

Was gibt es also fuer Loesungsvorschlaege?

Da Mensch fuer sich das Beste aus den gegebenen Strukturen herausholen, muessen wir (wahrscheinlich die Politiker) diese Strukturen aendern.


Und da man Strukturen durch Action aendern kann, was muessen also wir (das Wahlvolk) machen, damit die Strukturen geaendert werden?

Generalstreik?
Neue Parteien?
Steuer- Abgabenverweigerung?
Auswanderung?



Rene

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12. April 2006 13:05

Umfeldanalyse

Dietmar Nix (d.nix)

Mit meinen 45 Jahren wage ich einen Rundblick im eigenen Bekanntenkreis, meist Akademiker:
- Drei haben sich mangels Jobchancen auf die Verwaltung des Erbe zurückgezogen und kommen so durch, sie pflegen Hobbies.
- Ein weiterer hat auf der Warteliste für Lehrer nach zwei Promotionen mit Bestnote nach 13 Jahren Wartezeit jetzt eine Lehrerstelle.
- Ein Ingenieur ist froh, angeheiratetes Erbe bald antreten zu können und aus IT-Jobs herauszukommen, die finanziell nicht mehr lohnen.
- Dessen Frau, Medizinerin, hat sich als Hausfrau auf die Erziehung des Kindes zurückgezogen. In der Neurologie hatte sie 70 Stundenwoche und kaum Geld.
- Ein Jurist, ohne Erbe, kam zu einer reisenden Truppe von Motivationsberatern/Consultern. Seitdem verschollen.
- Ein diplomierter Versicherungsmanager (IT) hat nach der Übernahme durch Amis das Handtuch geworfen und wurde Lehrer an der Berufsschule.
- Zwei Geisteswissenschaftler, darunter einer promoviert, haben weder Erbe noch Job und sind Sozialfälle, einer von ihnen lebt vom Kindergeld, die Frau, Akademikerin, chancenlos arbeitslos.
- Ein promovierter Kunsthistoriker hat an einer Uni 20 Jahre als Dozent (außerplanmäßige Professur) auf Zeitverträgen gearbeitet, nach Krankheit Entlassung, heute Sozialfall.
- Einer hatte das Gymnasium (Gesamtschule) abgebrochen, Autolackierer, dann im "Sport-Marketing" selbständig gemacht, und vor ein paar Jahren ein Schloß bei Dieppe in Frankreich gekauft.
Stimmt: Deutschlands Kapital ist die Bildung ...

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12. April 2006 12:58

Gier ist gut - falsch. Gier zerfrißt einen.

gisbert heimes (gisbert4)

>>>Generationenvertrag kündigen...
Peter Steffensdorff (steffensdorff)11.04.2006, 16:42
...Und: Natürlich nehme ich, was ich kriegen kann. Gier ist gut - und die Summe der Egoismen ist wohlfahrtsfördernd. Auf gehts - los gehts - weg gehts! asap.<<<

Wenn die Summe der Egoismen wohlfahrtsfördernd wäre (ich nehme mal zu seinen Gunsten an, daß er nicht wohlfahrtsfördernd nur für sich meint), dann wäre die Welt längst in Ordnung, und auch er hätte keinen Grund zur Klage.

Dieses Phantom der 'invisible hand' und die ihm zugeschriebene phänomenale Wirkung sind weder historisch noch logisch dingfest zu machen und nichts anderes als die Camouflage der ganz gewöhnlichen, primitiven Habgier. Ist so.

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12. April 2006 11:59

Generationen

Ludwig Wenzel (ludwen)

es ist die innere Kündigung, die sich latent vollzieht, weil das Vertrauen fehlt. Vertrauen in eine integere Vorgängergeneration, in die Integrität von Lehrenden, Erziehenden, in die Integrität von Staatslenkern.
"Die Verfassung eines Staates sollte nie so sein, dass sie die Verfassung ihrer Bürger ruiniert." /S. J. Lech; polnischer Aphorimsus/
Ich möchte diesen Aphorismus hier angewendet sehen nicht im Bezug auf das Grundgesetz als Verfassung, sondern wohl eher auf die Verfasstheit des Staates. Fehlende Transparenz, Misstrauen, die Diktatur des Neides und Vorteilsdenken führen zur innerlichen Resignation und bringen junge Menschen nicht weiter. Die Chance zur Religion, zur zweckfreien Beziehung, zu Gottvertrauen und unentgeltlicher Hingabe im familiären Rahmen sollten alle jungen Menschen erhalten. Dankbarkeit ist Vorstufe bzw. Anlass zur Übernahme von Verantwortung.
Politik und Wirtschaft sind sekundäre Bereiche. Die Basis für Zukunftsoptimismus, Beziehungsfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft gründet in der Familie.

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12. April 2006 11:55

von Schwarzseher und Pessimisten

Thomas Gerth (MarcaurelI)

Ich verstehe nicht, weshalb Deutschland ständig so schlecht gemacht wird. Dieses Land hat noch immer das beste Gesundheit- und Rentenssystem, erwirtschaftet ein Bruttosozialprodukt in Multibillionenbereich und muß sich trotz vorhandenen Verbesserungsbedarf seiner schulischen, beruflichen und universitären Ausbildung nicht schämen. Man sollte nicht übersehen, daß dieses Land einen gigantischen Kapitalstock, eine hervorragende Infrastruktur im baulichen, gesellschaftlichen und juristischen Bereich hat, die auf jedenfall sicherstellen, daß auch in Zukunft - mit dann vielleicht nur noch 70 Mio Deutschen - das BSP nicht sinken wird. Mit der im Moment herrschenden Panikmache wie "demographische Zeitbombe"- Malthus und seine Theorien lassen grüßen - blenden wir die Realität aus und verbessern nichts. Sicher wäre es für Herrn Kuschke eine sinnvolle Erfahrung den Generationenvertrag zu kündigen (den ich übrigens überhaupt nicht unterschrieben habe !) und einige Jahre im Ausland zu verbringen. Falls er das gelobte Land findet wünsche ich ihm viel Glück, es könnte aber auch sein, daß die Verhältnisse in anderen Teilen der Welt ihn wider in die Heimat treiben.Was wir brauchen ist keine Jammerei, sondern Änderungen an unseren gesellschaftlichen Systemen. Hierzu zählen Gesundheit, Rente und vor allem eine geänderte Finanzierung der Lasten. Der erwirtschafte "Kuchen" wird auch in 30 JAhren noch groß genug für alle sein, wenn wir ihn richtig auf die Menschen und ihre Probleme verteilen

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12. April 2006 11:14

auch nach Kohl kein Mathematiker

Rud Haller (rodolfissimo)

Ostrenten aus der Portokasse?
Marktfähige Werte von 1989 gibt es schon lange nicht mehr.
Die Werte, die diesen Monat ausbezahlt werden, wurden vorigen Monat geschaffen und zwar so, daß sie heute gerade noch etwa ihren Wert haben. Nicht früher.
Das Rentenproblem besteht in West und Ost nur, weil auch diesen Monat von so wenigen so viel, wie nächsten Monat ausbezahlt werden soll, kaum geschaffen werden kann.
Die langfristige Anlage für Renten- und Sozialaufwendungen war und ist die Grundlüge aus der die heutige Erwartungsmentalität folgt.
Man beachte auch, wie viele, die bei Rente an Deutschland denken, auf Mallorca nur noch Europäer sind. Die Ferienweltmeister sind, so soll man glauben, in die Beschäftigungslosigkeit gezwungen worden? ;-)))

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12. April 2006 11:02

Aufschrei der leider schon viel zu sehr "Durchsozialisierten"

Peter Luther (nesraeb)

Nur in wenigen Kommentaren kann ich mich hier wiederfinden. Ich gehöre zur sog. "Sandwich-Generation". Ich habe mir MIT ARBEIT eine Existenz in Deutschland geschaffen und möchte das Land - meine Heimat - auch nicht verlassen. Ich habe NICHT studiert, sondern immer gearbeitet. Muss ich mich nun jetzt de facto beschimpfen lassen dafür, dass ich mir ein bisschen was geschaffen habe? Muss ich mich jetzt dafür anfeinden lassen dafür, dass ich keine Kinder zeugen kann? IHHHHHHH, ein Kinderloser!!! So etwa? Ich glaube, viele Meinungen sind hier nur noch ideologisch geprägt. Wenn ich da schon wieder in jedem zweiten Satz etwas von "neoliberal" lesen muss... Hallo lieber Schreiber, was heisst das denn eigentlich, hm?
Zustimmen kann ich denen, die direkt oder unbewußt die immer unverhohlenere Selbstbedienungsmentalität und das Anspruchsdenken anprangern. Da sehe auch ich Ähnlichkeiten zum Mittelalter. Oben auf der Burgzinne die Fürsten, unten am Burggraben das Volk - in Erwartung der Essensreste!
Aber immer wieder schwingt hier mit, dass es doch jemand richten müsse - der Staat!
Das ist prima, denn: DER STAAT BESTEHT JA BEKANNTLICH NICHT ZULETZT AUS SEINEN BÜRGERN!
Es geht um das Mitmachen, das Vormachen und vieles mehr! Beispiele gefällig? Bitte sehr:
Wie wäre es z.B. damit, ab sofort nicht mehr die Zigarettenkippe aus dem fahrenden Auto zu werfen, oder Leuten, die in der Bahn die dreckigen Schuhe auf die Sitze legen bedeuten, dies zu unterlassen und das auch durchsetzen..ok?

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12. April 2006 10:05

Problem erkannt .... aber auch verstanden?

Jörg Keller (malvis)

Leider zeigt mir Herr Kuschkes Beispiel, daß es um Deutschland wirklich sehr schlecht bestellt ist.
Ist es nicht geradezu zynisch, wenn jemand, der glücklicherweise nie Mangel erleiden mußte, nun auf die Chancen in Ländern zeigt, in der viele Menschen in wirklicher Armut leben? Wenn jemand eben diese Chancen nur deshalb nutzen kann, weil er die Voraussetzungen auf Kosten seiner Eltern und der Gesellschaft geschaffen hat, ohne natürlich zu vergessen, darüber zu schimpfen?
Ja, es gibt riesige Probleme in diesem Land, aber wurden diese von Arbeitern, Rentnern und Arbeitslosen geschaffen? Nein, die müssen sie immer nur ausbaden.
Es war die geistige Elite dieses Landes, die Politiker, die Arbeitgeber, die diese Miesere heraufbeschworen. Sie haben die Gesetzte gemacht oder die Kaufkraft des Landes dem kurzfristigen Profit geopfert. Den andern blieb nur alle vier Jahre dazu ja zu sagen oder extremistische Parteien zu wählen ....
Wer also könnte denn nun etwas verändern, Konzepte erarbeiten und das Land voranbringen? Wer, wenn nicht die geistige Elite? Und nein, es reicht nicht das Vorzeigen eines Parteibuches als politische Arbeit anzusehen. Das hat in der DDR auch nicht gefruchtet.
Ich hoffe inständig, daß das Bild der egoistischen Habgier, das Herr Kuschke aufzeigt, nicht das seiner Gesellschaftschicht ist (auch wenn ich fast täglich eines schlechteren belehrt werde).

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12. April 2006 09:26

Die Lage ist noch sehr viel ernster!

Sören Premer (Tom45)

Diverse Lageeinschätzungen wichtiger internationaler Einrichtungen sehen für Europa bereits ab 2015 eine wirtschaftliche und kulturelle Situation wie aktuell im Nahen Osten.



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11. April 2006 20:23

Herr Kuschke, wie wichtig ist Ihnen Deutschland?

Andreas Neubert (Citizen_Kane)


"Deutschland lebt über seine Verhältnisse."
"Ein Wohlfahrtsstaat, der nicht mehr finanzierbar ist."
"Vieles ist ja längst zu spät."

Pawel Kuschke ist ein erschreckendes Beispiel dafür, wie sehr die "neoliberale" Propaganda der letzten Jahre ihr Ziel erreicht hat, nämlich das Denken der Menschen in diesem Lande zu bestimmen.

Dass man neoliberalen "Rattenfängern" nicht blind hinterherlaufen muss, haben die Demonstrationen in Frankreich gezeigt, die ja überwiegend von Jugendlichen Studenten initiiert sind.

Herr Kuschke, ich bitte Sie das zu tun, was man von Studenten erwarten sollte, nämlich die Behauptungen und Meinungen die sie hier so offen äußern auch mal kritisch zu hinterfragen und sich neutral zu informieren. Ihre "neoliberale" Standardrhetorik klingt doch arg nachgeplappert (Pardon für den Ausdruck).

Die momentane "neoliberale" Mainstreamideologie, die in "Wissenschaft" und Medien verbreitet wird, ist nämlich tatsächlich nur EINE Meinung. Haben Sie sich z.B. mal gefragt, warum gerade eine Zeitung wie die FAZ Ihre Meinung abdruckt?

Und da Sie Deutschland verlassen wollen: Wir brauchen vor allem auch kritische Studenten, die das Establishment hinterfragen. Dazu gehört auch ein aufgeklärter Patriotismus. Und das heißt auch, Deutschland halt eben NICHT zu verlassen, sich der Gegenwart zu stellen, und sich für ein Land einzusetzen, damit es ein gutes Land für alle wird.




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11. April 2006 18:38

Solidarität ohne nationale Identität??

Horst Schlemmer (lewin1)

Ich, 23, bin ebenfalls (noch) Student.

Durch Schule und öffentliche Diskussion wurde in mir und meinen Altergenossen jede Entwicklung eines nationalen Bewußtseins, jeder Anflug von Stolz auf dieses Land im Keim erstickt (Danke 68er!).

Und nun fordert man von uns, die "Helden der Demografie" zu spielen und Deutschland vor der endgültigen Errosion zu bewahren?

Solidarität über das eigene Fleisch und Blut hinaus? Mit mir nicht.

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11. April 2006 17:18

DDR 2006: hier kommt keiner raus !!

Christian Braun (christianbraun)

Der Vorschlag von H. Mielke verdient es, hervorgehoben
zu werden, zeigt er doch eindrucksvoll wie tief unsere
Gesellschaft gesunken ist:

Wenn die Kinder sich weigern, als Rentensklaven
unsere Schuldenberge abzutragen, dann sperren
wir sie doch einfach ein. Hier kommt keiner raus !!

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11. April 2006 16:41

Kohl und Blüm waren nun mal keine Mathematiker!

Jörg Gondermann (joeyyy)

Nach Verfolgung der Lesermeinungen zum Thema glaube ich, dass die wenigsten die Ursachen der derzeitigen Situation erkannt haben.

Es ist schlicht nicht möglich - wie es Kohl und Blüm suggerierten - Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherungen für ein Volk von 20 Millionen Menschen von einem Volk von 60 Millionen aus der Portokasse mitzufinanzieren.

Für alle Menschen aus den neuen Ländern, die 1990 in Rente gingen, wurde nie eine einzige Mark in die Kassen eingezahlt! Und viel besser ist das bisher noch nicht geworden.

Die Menschen dort haben zwar nicht umsonst gearbeitet, aber eben systembedingt keine marktfähigen Werte geschaffen, die eine Gegenfinanzierung darstellen könnten.

Das hat nichts mit Ost-/West-Diskussion zu tun, sondern mit Mathematik und Volkswirtschaft.

Und nun blühen die Landschaften im Osten eben nicht sondern belasten die Westländer - angetrieben von sozialistischen Gleichmacherparolen - überproportional. Auch das lässt sich nachrechnen. Eine politische Entscheidung aus den späten 1980ern ist nun einmal zur finanziellen Katastrophe der 2010er bis 2050er Jahre geworden.

Punkt.

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11. April 2006 16:39

Abgründe

gisbert heimes (gisbert4)

tun sich da auf, was die Generation U 30 da teilweise von sich gibt. Tja, trau keinem unter 30, hieß es bei den 68ern mal, als sie in die Jahre gekommen waren.

Wenn Kommilitone Pawel Kuschke sagt, daß er für sich selbst nicht fürchte, wohl aber für Deutschland, dann kommt darin die Hybris eines 20jährigen zum Ausdruck, dem einfach noch ein paar Denkprozesse fehlen. Was in dem Alter durchaus verständlich und verzeihlich ist.

Aber gut, daß die FAZ den Blick in die Spalten deutscher Studentenseelen mal ein bißchen ermöglicht hat.

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11. April 2006 15:58

Vielleicht ist ja einer der Gründe

emanuel fuchs (funkschatten)

Vielleicht ist ja einer der Gründe, warum es Deutschland besser gehen könnte eben der, daß Menschen wie Herr Kuschke sich vom deutschen Staat über Jahre eine teure Ausbildung, die nur teilweise zurückgezahlt werden muss, bezahlen lassen, um sich dann ins Ausland zu verdrücken?

Statt mit ihrem erworbenen Wissen und ihren Fähigkeiten zu versuchen, Impulse zu geben?
Warum geht er nicht in die USA, jetzt schon, in the land of free, erfreut sich günstiger Steuern, niedriger Benzinpreise, und bezahlt den Preis, den ein Studium auch wert ist, anstatt seine geistige Inflatulenz in einer besten Tageszeitungen Deutschlands auszusondern?

Anstatt über Ungerechtigkeit und zu hohe Steuern zu jammern - eine unangenehme, sehr deutsche Eigenschaft - sollten wir alle unseren Blick einmal ins Ausland, zum Beispiel ins so viel gelobte Skandinavien, richten, wo die Dinge zum Teil doch erheblich schlimmer liegen.
Wahrscheinlich hat Herr Kusch noch nie längere Zeit im Ausland verbracht, anderenfalls könnte er solche Sätze doch nur unter Schmerzen absondern.

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11. April 2006 15:35

Seh' ich bis ins Detail auch so. Bin selbst Student, Berlin

Michael Gromotka (gromotka)

Wie im Betreff.

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11. April 2006 14:06

Danke!

Julius P. Dennert (jdennert)

Danke, dass endlich jemand öffentlich ausspricht, was viele fühlen. Ich persönlich würde sogar eine drastische Rentenkürzung der laufenden Rentnergeneration für angemessen halten. Warum sollen nachfolgende Generationen dafür hinhalten, dass man sich über Jahrzehnte von Blüm & Co. hat blenden lassen? Das wäre einen Zeichen der Solidarität mit den kommenden Generationen.

MfG J. Dennert (34 Jahre)

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11. April 2006 12:57

Auf zur Steuben-Parade

Rud Haller (rodolfissimo)

Auswanderer haben seit Jahrhunderten zum Ansehen Deutschlands beigetragen. Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben und General Steuben hatten ähnliche Gründe wie wir sie dieser Tage lesen. Darum braucht uns nicht viel Sorge sein.
Was Sorge machen muß ist, daß unter den Zurückbleibenden diejenigen meinen sich aufspielen zu müssen, die ihr Anspruchsdenken pflegen. Daß Diejenigen Ausbildungskosten verlangen und zurückverlangen wollen, bei jenen jede Bildungsinvestition vergebens oder höchst fraglich war und noch ihren Computer aus Taschen Anderer bezahlen lassen wollen.

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11. April 2006 12:36

@Mielke: die Mauer gibt es seit 1998 nicht mehr

Richard Herden (richardherdenqwert)

Sehr geehrter Herr Mielke,

in der DDR war damals sicher alles besser,
aber bei uns im Westen können wir Regimekritikern
nicht einfach den Reisepass wegnehmen.

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11. April 2006 12:28

Egoismus...

Till Meinhof (tillhd)

Lieber Christopher Tan,

"70 Kinder in sozial schwachen Familien mit schlechten (Bildungs-)Aussichten für die Kinder und maximal 30 in gutverdienenden. Denn die "Besserverdiener" sind meist zu egoistisch, ihre materiellen Ansprüche und Freiheiten eines Kindes wegen einzuschränken."
- der erste Teil ist richtig, den zweiten Teil könnte man auch provokant anders formulieren, in etwa so: Für Leistungsempfänger, die keine oder nur sehr wenig Steuern zahlen, sind die mit Kindern verbundenen Opportunitätskosten viel niedriger/inexistent. Dagegen verliert eine Akademikerin, die sich nur noch um Kinder kümmert, viel Geld (gleiches gilt natürlich für Männer). Das Ganze hat mit Moral o. Egoismus nichts zu tun - der Egoismus ist bei allen ungefähr gleich! Die Lösung: Nicht mehr Kindergeld für alle sondern geringere Steuerbelastung für Familien.

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11. April 2006 12:01

Betroffenheit, Wut, Unverständnis auf allen Seiten - und wer hat Recht?

gisbert heimes (gisbert4)

Zunächst mal wir jungen mit unserem Anspruch auf Zukunft.

Was für eine Zukunft?

Ich fürchte, wir haben genau die Zukunft im Auge, die wir den Alten jetzt vorwerfen und offenbar neiden.

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11. April 2006 08:45

undankbare Brut

Alexander Kriegel (alejandrobatlleuy)

Dafür haben wir die Kinder doch in die Welt gesetzt:

Damit sie später unsere Schulden bezahlen
und uns ein Leben auf Pump ermöglichen.

Oder hat da etwa jemand die Rechnung
ohne den Wirt gemacht ?

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11. April 2006 07:30

Macht endlich 'was oder wir gehen!

Robin Siegemund (Robbson)

... so oder ähnlich könnten Parolen lauten, mit denen wir auf die Straßen gehen müssen! Denn einen Abwanderungsboom der jungen Generation würde unseren Sozialstaat härter treffen als alles andere. Wir müssen den öffentlichen Druck erhöhen, denn ohne diesen passiert wie immer NIX.

Soll das eine Drohung sein? Ja, aber sicher doch! Es ist das einzigste Instrument, das dem machtlosen jungen Menschen von heute bleibt, um in Deutschland etwas bewirken zu können. Das einem im Alter von 18 Jahren gegebene "Privileg" wählen zu dürfen, nennt man hierzulande Demokratie. Doch unsere Stimme hat nur auf die Richtung Einfluß, in die an bestehenden Gesetzen "herumgedoktert" wird. Die Umsetzung von Versprechungen und echten Reformen sind auch diesmal ausgeblieben, im Endresultat gibt es für uns keine taugliche politische Autorität!

Es ist eine Schande, junge Menschen verurteilen zu wollen, die ihre Zukunft in einem Land suchen, das nicht Deutschland heißt. Doch Auswanderer protestieren nur passiv... wir brauchen aber Menschen, die auf die Straßen gehen und es dort mit aller Kraft herausschreien!!
Rührt sich dann immer noch nix bei den alten Damen und Herren in den Führungsriegen... ja dann ist Zeit zu gehen.

PS: Werte Frau Merkel, Deutschland kann sich keine Politik der kleinen Schritte leisten! Es müssen Reformen auf den Tisch, die, je länger sie aufgeschoben werden, um so härter ausfallen. Aber es gehört wohl zur Natur des Menschen, das Ungemütliche aufzuschieben...bis zum GAU.

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11. April 2006 06:35

Schaut euch an.

Marcus Rech (marcusrafael)

Wieviele deiner Generation gibt es die so denken wie du. Wieviele deiner Generation ziehen sich an wie du. Wieviele deiner Gefährten tun so wie du.

Ihr habt es doch selbst in der Hand ihr seit doch nie wirklich durch dick und dünn gegangen. Ihr sitzt vor euren Rechnern und Büchern und studiert Theorien die teilweise älter seit als ihr selbst. Keiner beschwert sich über das Bildungssystem, keiner beschwert sich über seinen Lebensstil aber wer seit ihr wirklich? Ihr seit die Nachkommen der 72er bis 76er Jahrgänge. Ihr beschwert euch über das Sytem aber sucht Schutz hinter euren Diplomen. Hilft es euch? Teilweise aber nur den besten. Und selbst wenn einige von euren Jahrgängen etwas bewegen bleibt es immer eine Minderheit die befiehlt. Und auch ihr werdet früher oder später vor die Wahl gestellt Ich und/oder die anderen und wenn ihr dann älter seit und Familie habt wird sich euer Verhalten anpassen da ihr nicht aufs Spiel setzten möchtet was ihr erreicht habt. Ihr habt noch nicht einmal angefangen zu arbeiten und habt schon Angst vor dem realen Leben.
Es gibt kein Rezept für das Leben und die meisten der Studierenden haben KEINE Ahnung von der Welt . Ich kenne Jungs die mit 28 Jahren Millionär wurden in nur 4 Jahren nicht weil Sie BWL studiert haben oder IT, nein diese Jungs haben hart gearbeitet jeden Cent mitgenommen und diese Jungs haben so wie ich ihr Studium nach 2 Semestern abgebrochen und für ihre Zukunft gekämpft. Cleverness is KING. Meine Zukunft? Frage in 2 Jahren

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11. April 2006 04:53

Das Grass ist immer Gruener uebern Zaun!

Georg Dargelies (ragnita)

Immer langsam mt den jungen Pferden!
Um sich im Ausland zu establieren gehoert etwas mehr als
lebhaftes Verlangen!
Ich bin mit 27 Jahren auch Ausgewandert.
Euere verstaendlich mutigen Ansichten haben etwas zu viel Zuckerguss.--Meine ersten 4 Monate habe ich 7 Tage
12 Stunden am Tag gearbeitet!
Wenn man das schoene Bildchen von Pawel Kuschke
ansieht und er beklagt sich ueber die Macht der Alten die
ihn so weit gebracht und gefuettert haben. Gratis Ausbildung die hier(Nord Amerika)25000-30000$kostet !
Da kann mann nur den Kopf schuetteln.
Hier fliegen keine gebratenen Tauben herum, und die
Arbeit die man gerne haben moechte oder in dem man
Studiert hat sind nicht so leicht zu "Fangen"
Nichts fuer Ungut, aber mit dem Mund kommt mann hier nicht Weit!
Georg Dargelies.

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11. April 2006 02:16

Reflektieren und in sich gehen!TeilII

Marcus Rech (marcusrafael)

Jeder weiss das es schlecht aussieht zumindest die betroffenen. Aber kann man in der heutigen Zeit wirklich erwarten das jemand sich um den nächsten kümmert? Auch wenn es nicht Christlich ist so ist es jedoch die Tatsache. das Problem ist nicht nur auf Deutschland begrenzt auch in in anderen Ländern ist die Globalisierung vorhanden. Es findet eine Verschiebung statt und Deutschland wie ganz Europa hat nicht die Resourcen(Natürliche) um selbst eine Planung durchführen zu können. Wie können Unternehmen die auf dem Weltmarkt ihre Rohstoffe beziehen so kalkulieren das die Planung nicht in 6 Monaten ihre Gültigkeit verliert und somit der ganze Kuchen sich neu verteilt. Personalkosten zählen eben zu den Faktoren die einen sehr grossen Posten fast jedem Unternehmen beherbergt. Sicher könnte man es dem Bürger leichter machen und nicht derart in die Tasche greifen (19%). Aber letzlich wird sich daran nichts ändern. Auch wenn man auswandert oder in einem anderen Land arbeitet bleibt das Leben immer das gleiche und arbeiten muss man überall (Zumindest gibt es anderswo arbeit). bevor ich nach Deutschland zurückkomme in 1 o. 2 Jahren suche ich mir eine Halbtags oder 3/4 Stelle und möchte das tun was mir Spass macht ohne darüber nachzudenken was ist in 30 Jahren. Ich bin nur einmal jung und versuche aus jedem Tag das beste herauszuholen.
In sich gehen und sein eigenes Glück finden.
Trockenes Brot und eine schlichte Tasse Kaffe und das wissen das meine Kinder herzlich sind.

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11. April 2006 01:51

Reflektieren und in sich gehen!TeilI

Marcus Rech (marcusrafael)

Fort Mcmurray, Kanada, 17:34 Ortszeit, Montag.
"Ich stehe um 5:30 morgens auf bereite einen Kaffe und ein Stück Brot ohne alles. Ich rufe in Deutschland an dort ist es 13:30 Uhr meine Kinder sind zurück aus der Schule beide werden dieses Jahr in das Gymnasium wechseln. Meine Frau erscheint von der Arbeit. Wir reden, alles ist in Ordnung ich mache mich auf den Weg zur Arbeit. Arbeitsbeginn 6:30 Uhr Arbeitsende 20:30 6- 7 Tage die Woche, Wochenlang und jetzt kommt der Sommer. Mehr Arbeit mehr Müdigkeit, mehr Geld. 4000 - 5500 € netto im Monat. Ich mag Geld ich liebe es nicht".
Heute habe ich nicht gearbeitet seit 13 Tagen hatte ich 2 Tage frei aber mir macht es Spass.
Was hat das alles mit dem Beitrag zu tun?
Nun ich bin 31 Jahre alt und von Beruf Kaufmann 2002 habe ich mich selbständig gemacht und mich jeden Tag aufs neue motiviert und versucht gutes Geld zu verdienen.
man sollte als junger Mensch zu denen ich mich zähle versuchen nicht nur das materielle zu sehen. Ich fuhr schöne Autos und ich habe immer noch meinen Jaguar XJ40 in der Garage stehen. Aber brauche ich das? muss ich immer die neuesten Technik zu hause haben oder sollte man immer jeden Hype mitmachen ist es besser auszuwandern. Mir genügt ein Stück trockenes Brot zu Frühstück und eine schlichte Tasse Kaffe . Aber jeder soll es so haben wie er möchte. Wir leben in einer Zeit der Globalisierung es gibt keine Vaterlandsliebe sondern Märkte welcher Markt verspricht die beste Rendite was kann ich für mich tun!.

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10. April 2006 22:19

So ein Artikel war echt mal überfällig

Tobias NYSE (TobiasNYSE)

Bin 26, lese die FAS, und kann eurem Interview Gast nur beipflichten. Auch ich sehe es nicht ein, ein Sozialsystem zu unterstützen was über kurz oder lang nicht mehr leistungsfähig seien wird. Jeder, der die einfachen Grundrechenarten beherrscht kann sich das gerne selber ausrechnen. Ich habe den eklatanten Eskapismus der momentan herrschenden Generation auch satt. Wir, die junge Generation haben das eben erkannt, und rennen nicht wie die Lemminge ins verderben.

Für mich gibt es auch nur zwei Möglichkeiten, entweder selbständig werden oder auswandern. Auf jedenfall werfe ich mein Geld nicht für Rentenbeiträge aus dem Fenster. eigenvorsorge ist die Devise.

PS: dieser Artikel hat ja ein enormens response, alle Achtung, weiter so. . .

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10. April 2006 21:01

Auswandern und Demographie

Ben Hur (titopoli)

Die hier vorgebrachten Vorwürfe an Pawel Kuschke sind so überflüssig wie ein Kropf. Er wird wie viele andere so handeln, wie er es für richtig findet. Andere mögen anders handeln, wenn sie das richtig finden.

Es hilft nichts: Die Auswanderer sind eines Tages ausgewandert und fehlen uns hier. Zurück bleiben die Alten, die Schwachen, die Zögerlichen, die Inaktiven, die Harzempfänger, die unproduktiven. Wir können dies im Mikrokosmos mancher ostdeutschen und Ruhrgebietsstadt bereits beobachten.

Dort verschiebt sich die Relation nicht nur von Jung nach Alt, sondern auch von aktiv zu inaktiv, von ausgebildet zu nicht ausgebildet. Der Druck auf die noch nicht abgewanderten wird immer größer. Arzt, Supermarkt und Apotheker sind dann nur noch per Tagesreise zu erreichen.

Dieses zugegebenermaßen sehr dunkle Szenario ist bereits Realität, wie neuere demographische Zahlen und Prognosen zeigen.

Wird es auch das ganze Land betreffen? Wenn wir die Aktiven abwandern lassen und die präsumptiven Sozialhilfeempfänger zum Ausgleich von Emigration und niedriger Geburtenrate einwandern lassen - ja. Da hilft kein Moralisieren.

Ist eigentlich bekannt, daß ein jeder, der 40.000 versteuert, für jeden weiteren Euro MEHR Steuern als den Höchststeuersatz + Soli bezahlt? Wozu dann die Anstrengung? Ist eigentlich bewußt, wie demotivierend dies für jede weiter wirtschaftliche Tätigkeit ist?

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10. April 2006 19:42

Kündigung

Christian Knoche (christian.knoche)

Also, mal ganz ehrlich: mit Moralpredigten kann man ja Aufmerksamkeit erreichen, aber mehr auch nicht. Wenn es letzlich an die eigene Tasche geht, dann sind die größten Moralapostel meist diejenigen, die als erstes das Handtuch werfen.
Meine persönliche Entscheidung steht jedenfalls fest: Nach dem Studium gehts ab ins Ausland, und zwar mit allen Konsequenzen. Warum auch nicht? Alle großen deutsche Helden der Neuzeit (Becker, Beckenbauer, Schumacher usw.) machen es doch vor! Wenn die zurückkommen und sagen: Jawohl, ich zahle hier meine Steuern, ehrlich und für einen guten Zweck! - Dann überlege ich es mir vielleicht auch nochmal. Ansonsten arbeite ich lieber wo ich mein Geld behalten kann. Vorsorgen kann man ja auch privat, da hat man dann allerdings die Garantie das im Ernstfall auch gezahlt wird und nicht der gute Vater Staat rückwirken bis 1950 irgendetwas ändert. Der Staat hat sich unglaubwürdig gemacht.

Und das ich meine guten alten Eltern, erwartungsgemäß mit einer niedrigen Rente ausgestattet, unterstützen werde, versteht sich von selbst. Auch mein Bruder wird da mitmachen, das ist schon geklärt. Das wird dann eben unser ganz privater Generationenvertrag. Aber vom Staat zwingen lasse ich mich nicht.

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10. April 2006 19:26

Ich bin schon weg

Lutz v.Grafenstein (grafixel)

Tschüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüsss!

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10. April 2006 19:16

Es braucht nichteinmal die studierten Stimmen

Andreas Wessels (PhunkyData)

Nur mal so zu einem meiner Vorredner.
Das Beispiel Ackermann in ein Verhältnis mit dem Bezug von Leistungen zu bringen ist völlig legitim.
Herrn Ackermann in den Bezug zu Wertschaffung zu bringen, in indess unmöglich.
Ein Punkt den ich persönlich dem jungen Mann hier noch ergänzen würde.

Ich habe die Nase gestrichen voll davon das sich Politiker und Wirtschaftslobbyisten die Taschen voll stopfen und wenn es dann auffliegt, auch noch allen ernstes ungeschoren davon kommen.
Man predigt dem normalen Bürger etwas von Moral und Ethik und hinter dem Rücken frisst die Demokratie ihre eigenen Kinder, wie es Thilo Bode in einem Buch treffender nicht beschreiben konnte.

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10. April 2006 17:32

Studenten - Studieren - Wie die Made im Speck auf Kosten des Staates?

Björn Kohnke (TanaisBJ)

Wenn ich die Kritiker des Herrn Kuschke hier so lese wird es mir um "Deutscheland" so richtig bange. Viele haben noch nicht einmal die Missstände in der Bildungspolitik mitbekommen. Studieren auf Kosten des Staates? 350 Euro BaFöG, ein 9-qm-Zimmer in einer 12er-WG, Bücher in der vorletzten Auflage vom Onlineauktionshaus, lange Studienzeiten durch fehlendes Lehrangebot, ganze Fakultäten schließen unvermittelt... halt der ganz normale Luxus an einer deutschen Hochschule. Und dann ab ins Praktikum... Und dann ab in die Arbeitslosigkeit? Ich bin mit dem Studium fast durch und kann es wie viele meiner Kommilitonen kaum erwarten endlich da raus zu kommen. Die Zeiten in denen in den Vorlesungen mit Blümchen im Haar munter Schals und Pullover gestrickt wurden sind nun schon lange vorbei und existieren nur noch in den Geschichten unserer Profs. Aber was hat denn nun diese Blumengeneration zu Stande gebracht? Woher kommen denn unsere politischen Generationslenker? Ich fühle mich leider mehr als nur Machtlos! Woher soll die Motivation kommen? Ich werde jetzt neben dem Studium in die Selbstständigkeit gehen! Eine etwas andere Flucht aus den schwierigen Systembereichen...

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10. April 2006 16:57

Studenten mit fünfjahres Horizont

A. Ro-Nori (Steuerzahler)

Die Studiengebühren haben die Studenten kleinlaut geschluckt. Getreu nach dem Motto, das werden schon die "Alten" bezahlen.

Leider hat die angehende Elite nicht bemerkt, dass sie auch die Studiengebühren ihrer eigenen Kinder später selber aufzubringen hat.

Das gilt auch für den Rest des Getöses. Soll er doch gehn! Shanghai wäre genau das richtige Ziel, damit er sieht, für was es sich zu kämpfen lohnt.

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10. April 2006 16:50

den Nagel auf den Kopf getroffen

Vanessa Weber (weber2109)

Als derzeitige Lehramtsstudentin für Politik und Englisch kann ich Pawel Kuschke nur zustimmen, wenn er sagt, die Jungen (und somit das Kapital der BRD) sei in diesem Land chancenlos. Überfüllte Hörsäle, gestresste Professoren, Ausfall von Lehrveranstaltungen. So sieht die Investition der Bundesrepublik in ihre Zukunft aus. Wie sollen unter solchen Bedingungen Lehrer ausgebildet werden, die in ihrem späteren Berufsleben in Brennpunktschulen unterrichten sollen? Wie sollen unter solchen Bedingungen die zukünftigen "Denker" und "Köpfe" des Landes (wie beispielsweise Wissenschaftler) ausgebildet werden? Der Staat investiert stattdessen lieber in die Symptome des krankenden Systems, als in neue Chancen durch Investition in Bildung und somit in die Zukunft des Landes. Schließlich ist Bildung und Wissen der bedeutendste Rohstoff des Landes und muss daher entsprechend gefördert und beachtet werden.

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10. April 2006 16:46

Weniger Worte und mehr Taten

Los Närgli (lma666)

Wenn unsere perfekt abgesicherten Politiker vielleicht endlich mal anfangen würden, die zu jeder Wahl versprochenen Reformen auch umzusetzen und nicht nur die Abgabenschraube anzuziehen, dann würde mancher denkender Jungakademiker vielleicht eine Perspektive sehen.
Aber:
- 4/12 des Jahres Krankenkassenbeiträge zu bezahlen, die nur deren Verwaltungsaufwand decken.
- "Unsummen" in eine Rentenkasse zu bezahlen, die jahrzehntelang geplündert wurde und für die jetzt neu hinzukommenden eher nicht mehr bringen wird
- jede Eigeninitiative in einer Flut von Gesetzen und Vorschriften zu ersticken
- Steuergesetze, die die "Reichen" begünstigen und so komplex sind, daß selbst Steueranwälte und Steuerberater nicht mehr durchblicken.
- Eine Familien- und Bildungspolitik, die unseren einzigen langfristigen Standortvorteil (Bildung+Know-How) konsequent erodiert.

All dies wissen unsere Politiker seit mehr als 15 Jahren oder müßten es wissen.
Daß es bisher keiner für nötig gehalten hat, an den Ursachen zu arbeiten, zeigt, daß unsere Regierungen einfach nur den Lobbies dienen.
Und wenn man nicht zu denen gehört, dann ist man im Ausland als junger, unabhängiger, gut ausgebildeter besser dran.

Aber in Berlin ist die Klärung von Kommunikationsprobelmem zwischen Bundestrainer und "dem Kaiser" wohl wichtiger.

Ich aknn den Mann gut verstehen und würde es genauso machen.
Denn die Schuld an die Generation meiner Eltern bezahle ich lieber direkt als in Form einer Rentenkasse.


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10. April 2006 16:22

Wer bleibt noch in Deutschland?

Axel Leonhardt (ALeonhardt)

Ich kann die Motive von Herrn Kuschke absolut nachvollziehen und habe volles Verständnis. Auch ich habe die letzten Jahre in Großbritannien gearbeitet und war richtig froh, während dieser Zeit endlich einmal für mich selbst finanziell vorsorgen zu können, ohne daß das ganze Gehalt in den Sozialkassen von Vater Staat verschwindet. Da macht arbeiten gleich wieder viel mehr Spaß.

Der Generationenvertrag in Deutschland hat ausgedient und wird nie mehr wieder funktionieren. Da helfen auch keine Durchhalteparolen, wie "die Generationen vor uns hatten es auch schwer" und "da müssen wir jetzt eben durch". Immer weniger Erwerbstätige können nicht immer mehr Alte finanzieren. Noch leben wir in einer, wenn auch "sozialen", Marktwirtschaft. Dort sollte eigentlich die Selbstvorsorge an erster Stelle stehen und nicht das ständige Überbelasten einer jungen Generation mit maroden Sozialsystemen.

Warum investiert der Staat in die kostenlose Ausbildung seiner jungen Leute, treibt sie dann aber ins Ausland? Es ist erschreckend, als ich in London sah, wieviele Jungakademiker im Ausland ihre erste Anstellung annehmen müssen, obwohl sie lieber in Deutschland arbeiten würden, dort aber nichts bekommen. Wenn diese jungen Leute erstmal ihre Familien im Ausland gegründet haben, werden sie mit Sicherheit niemals wieder in die deutschen Sozialkassen einzahlen. Auch ich werde in ein paar Jahren wieder weg sein, denn für mein Alter und meine Familie möchte ich lieber privat Vorsorge treffen.

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10. April 2006 16:17

Generationen gemeinsam getrennt

German Feldmann (achwas)

Es stimmt so vieles - Aufgeben durch dauerhaftes Auswandern sollten wir Deutschland nicht, auch wenn wir eine fundamentale Krise haben, die externe und interne Gründe hat. Althergebrachte eine wohlige Existenz versprechende Gewissheiten unserer sozialen Marktwirtschaft sind im Zeitalter der Globalisierung und technischen Entwicklung nicht mehr so einfach haltbar. Bedauerlich und von den jüngeren Menschen unserer Gesellschaft zu recht mit Wut im Bauch betrachtet ist der innergesellschaftliche Umgang mit der Herausforderung: Wider besseren Wissens wird seit Jahrzehnten politisch wenig bis nichts Nachhaltiges gemacht um das tragende Gerüst unserer Gesellschaft entsprechend zeitgemäß zu reformieren. Stattdessen sitzt auf vielen Ebenen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine reformunfähige Allianz von Blockierern und Besitzstandswahrern, deren Altersgrenze tatsächlich nah an der Problemgrenze entlang läuft (über 50 - unter 40). Die `junge´ Generation sieht sich immer mehr Forderungen gegenüber und zahlt die Zeche. Unverständlich ist das in Deutschland die Generationen gegeneinander in Stellung gebracht werden. Wir können nicht ohne einander und leiden letztendlich alle drunter und weder jung noch alt werden vom Stillstand profitieren. Demokratie bedeutet auch die Fähigkeit zur Veränderung. Mischen wir Bürger uns ein - oder lassen wir es weiter zu, das starre Systeme, durch org. Lobbyismus gesteuerte Politik und Filz/Korruption das gemeinsame Interesse blockieren?!

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10. April 2006 16:12

anmerkung zum kostenlosen studium

hans meier (docspike)

Ich, 27 und bald mit Medizin fertig, beabsichtige durchaus ebenfalls mich ins Ausland zu verdrücken.
Die behauptete staatliche Finanzierung meines Studiums ist eine lächerliche Anmaßung. Nur weil der Staat Universitäten und ihren Professoren Geld gibt heißt das noch lange nicht, daß wir Studenten davon viel Wirkung haben. Es heißt ja nicht umsonst "Etat für Lehre UND Forschung". Dreimal darf raten wer nicht weiß wofür ein Professor hier den größeren Anteil vorsieht. Tatsächlich finanziert hat diese Ausbildung mein mit über 50% besteuerter Vater. Dieser hat die Bücher, die Wohnung, den Laptop und all die anderen Dinge bezahlt welche letztendlich meine Ausbildung ermöglicht haben. Über einen deutschen Staat der sich einbildet ich schulde ihm etwas kann ich nur lachen. Ich schulde meinen Eltern und Großeltern, und diesen werde ich auch geben was immer ich kann, sobald ich verdiene.

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10. April 2006 16:10

Kuschke hat recht und wird beschimpft

Markus Teuber (arathorn)

Wahrscheinlich wird Herr Kuschke von manchen deswegen so heftig beschimpft,weil er die richtigen Dinge sagt.Als Idotie werden seine Aussagen dargestellt,er sei ein Plünderer und Egoist,kneifen würde er,man will ihn gar enterben,den Sozialschmarotzer und an die chinesische Grenze fliegen mit dauerhaftem Rückreiseverbot ,den Eierschaukler und Sozialbanausen.
Dabei haben die,die Herrn Kuschke solchermaßen kommentieren ,gar nicht verstanden ,worum es ihm geht.
Er will eigentlich Deutschland nicht verlassen,er will hier arbeiten,vielleicht auch Kinder großziehen und reell und in Maßen Steuern zahlen (auch für zukünftige Studenten).Das Auswandern ist seine letzte Wehrhaftigkeit,weil er nichts anderes mehr hat,um sich zu wehren,um zu verändern,um zu einem Neubeginn für ihn zu kommen.Daß sich in Deutschland nichts änderen läßt,kein Wandel stattfindet,endlich einmal wirklich reformiert statt nur herumgedoktert wird,daß man sich auch einmal andere Länder zum Vorbild nimmt und nicht immer nur deren schlechte Seiten hervorkehrt,um zu zeigen,wie gut wir es hier doch haben,das haben doch eben jene zu verantworten,die jede Art von Veränderung nur als Angriff auf ihre (!) Heile Welt verstehen. Offenbar sind sie in Deutschland immer noch in der Mehrheit,denn nur deswegen kann die Politik so agieren wie sie agiert.

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10. April 2006 15:34

Folgerichtige Entwicklung!

J. Oster (ajoster)

Ich bin nicht überrascht, dieses Interview zu lesen, und bin überzeugt, in Zukunft noch weitere solcher zu lesen. Täuschen Sie sich nicht, wir werden die Jugend nicht halten können, wenn das zu einem Trend wird. Das ist doch ganz normal, daß man dort sein Auskommen sucht, wo dies möglich ist. Die High Potentials, die Wissenschaftselite tun das doch schon sein langem!

Ich meine nicht, daß es richtig ist, die jungen Menschen wegen der ihnen gewährten Ausbildung an Deutschland zu binden. Wir leben doch in einer freizügigen Gesellschaft! Alles andere würde doch die Versklavung der Jugend bedeuten. Nein, es gibt keine Alternative, die Hausaufgaben der Poitik müssen endlich gemacht werden: Mehr Freiheit und Verantwortung für den Einzelnen, anstatt den fürsorglichen Staat weiter auf die Spitze zu treiben.

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10. April 2006 15:26

Brain-Drain

Maico Ferreira (Migrator)

Die Entscheidung von Hrn. Kuschke ist absolut verständlich. Auch ich überlege nach meinem Studium mein Glück in einem anderen Land zu suchen.

Dagegen finde ich die Meinung mancher hier absolut unterstes Niveau die uns jungen Menschen vorwerfen, wir wären die Geier, die auf Kosten des Staates uns die Bildung nehmen und dann abhauen.

Zunächst einmal hat man in D eine Schulpflicht, während der Zeit der Schule beginnt man seine Persönlichkeit aufzubauen, lernt hinter gegebene Strukturen zu schauen und bildet sich seine Meinung. Dann wird verlangt das man in der globalisierten Welt sich qualifizieren muß um einen Job zu bekommen. Man beginnt mit einer Ausbildung / Studium; lernt mehr, beginnt mehr zu begreifen und erkennt die Lächerlichkeit der politischen Elite und ihrer Entscheidungen. Man erkennt die eigenen Wünsche und Hoffnungen und realisiert das diese in D wohl kaum zu erreichen sind. Nun entschließt man sich, ins Ausland zu ziehen; in Länder die einem nach eigenem Einschätzen mehr Möglichkeiten bieten. Und was muß man sich anhören von manchen Lesern? Das man gefälligst hier zu bleiben hat, weil man alles von diesem Land mit auf den Weg bekommen hat ansonsten ertönt die Populismusstimme und verlangt mögliche Sanktionen...am besten noch mit einem neuen Führer...

Manche Leser sollten sich eher fragen ob dieses "Brain Drain" Deutschland nicht jeglicher Wettbewerbsfähigkeit beraubt anstatt sich hier mit leerer Polemikals Möchtegern-Patrioten darzustellen.

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10. April 2006 15:25

Wo bleibt der Druck auf die Politik?

Birgit Schmidt (Chayra)

Wenn ich die Beiträge im Laufe des Tages so verfolge, so zeichnen diese doch ein sehr deutliches Bild von der Situation in Deutschland. Es wird nicht nur die Frage diskutiert, ob Auswandern eine gerechtfertigte Lösung ist, sondern auch die jahrzehntelange verfehlte Politik angeprangert.

Allein - ich frage mich: Wo bleibt der Druck auf die Politik? Wo und wann kommt der Druck von der Straße? Einer meiner Vorredner schrieb, dass Emigration lautlos vonstatten geht und daher viel zu spät bemerkt wird. Dem kann ich nur eineingeschränkt zustimmen. Zusammen mit der wachsenden Zahl von Nichtwählern und zusammen mit den Menschen, die in eine "innere Emigration" gegangen sind findet hier ein stummer Protest statt, der seinesgleichen sucht. Leider bleibt stummer Protest auch ungehört.

Ich würde mir wünschen, dass diejenigen, die nicht nach dem St. Floriansprinzip Schuld auf andere abwälzen und die nicht ständig mit dem Gejammer beschäftigt sind, sie kämen immer zu kurz, dass diejenigen endlich mal aufstehen und zeigen, wie es im unserm Land eigentlich wirklich steht. Das wäre dann ein Aufstand der Anständigen, der den Namen wirklich einmal verdient hätte.

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10. April 2006 15:25

Es gibt kein richtig oder falsch....

Stefan Aurin (aui-wowie)

Wie immer geht es hier nicht um schwarz oder weiß. Einige Punkte des Artikels sind aus meiner Sicht absolut valide - Andere hingegen empfinde ich persönlich als zu "Generationen-Egoistisch". Jeder Junge Mensch in diesem Land sollte ein kleines Stück grundlegender Dankbarkeit gegenüber der älteren Generation mitbringen. Diesen Generationen ist schliesslich unsere heutige Situation, ob positiv oder negativ, prinzipiell zu verdanken. Hierzu zähle ich nicht zuletzt unsere Ausbildungseinrichtungen - auch wenn hier nach Jahren des Tiefsschlafs endlich mit beiden Händen angepackt werden muss. Es geht nicht darum den Generationen-Vertrag zu kündigen, es geht vielmehr darum die Errungenschaften des Sozialstaates auf ein neues Fundament zu stellen und sicher das eine oder andere Fettpolster abzubauen. Aus meiner Sicht müssen wir hin zu mehr Verantwortung des Individuums, weg von unserem arbeitslastigen und querfinanzierten Systemen. Dies wird ein harter Schnitt werden, doch sollte man lieber die Notbremse ziehen als die kommenden Generationen ungebremst in die Schuldenfalle zu manövrieren, weil man den Weg des geringsten Widerstandes sucht.

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10. April 2006 15:21

Naja... viel geredet, wenig gesagt

Michael Schultz (Offensichtlich)

Also Herr Kuschke hat ja nicht unrecht. Ich bin auch 20 Jahre jung und dementsprechend mit ähnlicher Situation konfrontiert. Dennoch kann ich nicht verstehen, was Herr Kuschke machen will bzw. wohin er gehen will.

Ich denke Sie (Herr Kuschke) machen es sich sehr einfach wenn Sie sagen (sinngemäß) "Ich will Kinder und Familie und finanziell abgesichert sein, also verlasse ich Deutschland"... Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der solche sicherlich sehr vernünftigen Ambitionen so blauäugig sein kann zu meinen das nur wir als Deutsche diese Probleme haben.

"Ich kündige den Generationenvertrag" klingt ja superflockig und jungrevolutionär, aber im Grunde genommen drücken Sie sich lediglich vor genau Ihrer Verantwortung gegenüber den alten Menschen in unserem Land.

Sie haben völlig Recht wenn Sie sagen: OK, was ich reinbezahle mein Leben lang, bekomm ich niewieder raus.

Das ist ein grundlegendes Problem, dass aber nicht nur in Deutschland herrscht, sondern aufgrund der Globalisierung und der Geburtenrate in beinahe allen industrialisierten Ländern so aufzufinden.

Aufgrund Ihres Studiums nehme ich an, Sie hegen Ambitionen nach Asien auszuwandern. Ich bin jetzt schon gespannt, wie lange Sie dort mit Ihren westlichen Vorstellungen von Arbeit und sozialem System bleiben werden.

Ich wünsche Ihnen dennoch alles Gute auf Ihrem Weg!

Michael Schultz

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10. April 2006 15:04

Unrecht hat er nicht

Friedrich Jeschke (Fritzos)

Es ist schon befremdlich, dass jetzt Herr Kuschke von vielen hier zum ,,Bumann" gemacht wird. Das er eine weltweit anerkannte und einmalige Ausbildung erhält und dann verschwinden will ist egoistisch aber nachvollziehbar. Kreditfinanzierte bzw. kostenpflichtige Ausbildungen sind evt. eine Lösung aber sie birgt wiederum viele Probleme. Wer dann seine Ausbildung zurückzahlt hat kein Geld mehr für neue Investitionen, beispielweise Haus ( Eigenheim) und Kinder & Famile. Herr Kuschke geht sicherlich seiner Verantwortung aus dem Weg aber bei der aktuellen Lage sollten wir so fair sein, ihm keinen Vorwurf zu machen. Ich finde selber auch, dass Jahrzentelang falsche und schöngeredete Perspektiven vermittelt worden sind. Allerdings sollten wir, die junge Generation, nicht weglaufen sondern, auch wenns hart ist, die Bürde auf uns nehmen. Die Generationen vor uns haben es nicht getan oder konnten es nicht tun aber wir können die Last für unsere Kinder mindern wenn wir immerhin auf die Zähne beissen. Soll Herr Kuschke seine Träume und Pläne verwirklichen, soll er den ,,Generationenvertrag kündigen" aber die Diskussion über eine Person bringt Deutschland nichts. Es gibt viel mehr ,,Schmarotzer" die, im Gegensatz zu Herrn Kuschke (wird er überhaupt später in Deutschland einen Job bekommen ? Wird er sonst nicht so oder so dem Steruzahler auf der Tasche liegen) an den Pranger gehören.
Wir haben eine riesen Last und eine riesen Aufgabe. Packen wir es an und hören wir auf zu jammern!

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10. April 2006 15:02

Insolvenz + Restschuldbefreiung

Steffen Rupp (steffenrupp)

Tja, wem ist es zu verübeln, seine Zukunft nicht in einem Land zu sehen, dessen Zukunft bereits heute über Staatsverschuldung und - natürlich ausschließlich berechtigte- Rentenansprüche an eine Minderheit von Reichen wirksam verkauft ist?

Ein Land, in dem das morgen durch Steuern aufgebrachte Geld heute bereits ausgegeben ist?

Für uns alle, die hier bleiben, rate ich folgendes: im Falle der Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit sollten wir stets an die Möglichkeiten denken, das ein anstehendes Insolvenzverfahren bietet...

Wir können dann immer noch auf die Restschuldbefreiung setzen.

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10. April 2006 15:01

Insolvenz + Restschuldbefreiung

Steffen Rupp (steffenrupp)

Tja, wem ist es zu verübeln, seine Zukunft nicht in einem Land zu sehen, dessen Zukunft bereits heute über Staatsverschuldung und - natürlich ausschließlich berechtigte- Rentenansprüche an eine Minderheit von Reichen wirksam verkauft ist?

Ein Land, in dem das morgen durch Steuern aufgebrachte Geld heute bereits ausgegeben ist?

Für uns alle, die hier bleiben, rate ich folgendes: im Falle der Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit sollten wir stets an die Möglichkeiten denken, das ein anstehendes Insolvenzverfahren bietet...

Wir können dann immer noch auf die Restschuldbefreiung setzen.

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10. April 2006 15:01

Verantwortung der Bildungselite

Andreas Reimer (andreasreimer)

Lieber Pawel,

interessante Meinung, aber etwas zu Einseitig wie ich finde.

Sicherlich sehe ich genau wie du (als Student der Wirtschafts- und Politikwissenschaften bleibe ich mal beim du) einen starken Veränderungs- und Verbesserungsbedarf in vielen Bereichen der Bundesrepublik. Aber sollte man sich nicht auch einmal die Vorzüge vor Augen halten, die dieses Land bietet?

Ich habe hier in mehreren Beiträgen gelesen, dass die Studenbedingungen schlecht seien. Dazu kann ich leider nur für meinen Standort, C-v-O Universität Oldenburg, sagen, dass dem nicht so ist. Auch in BWL! Aber mal etwas globaler gesehen ist es schon eine gewisse Errungenschaft, eine Schulbildung für Jedermann anbieten zu können. Ich möchte jetzt nicht auf das Thema Pisa abschwenken, aber an die teilweise verheerenden Verhältnisse in asiatischen Ländern hinweisen. Daneben gibt es viele weitere, exzellente Beispiele.

Sicher haben wir teilweise veraltete und nicht angepasste Strukturen in Deutschland, dennoch sehe ich gerade uns in der Verantwortung dies zu ändern. Als Bildungselite Deutschlands sollten wir die ersten sein, die diese Herausforderung annehmen. Wenn alles so einfach wäre, würde dir das Leben dann Spaß machen? Ich liebe die Herausforderung!

Gruß Andreas Reimer

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10. April 2006 14:37

Plünderer wie ihn

Benjamin Streeck (bstreeck)

Pawel Kuschke hat zwar geäußert, was viele meiner Generation denken, doch hat er sich gleichzeitig intellektuell disqualifiziert. Jemand, der den “Generationenvertrag kündigt” aber noch schnell die kostenlose universitäre Ausbildung mitnehmen möchte, besitzt mehr Dreistigkeit als dieses System vertragen kann, und entpuppt sich damit als beispielhafter Mitverursacher für die aktuelle Schieflage. Die kostenlose universitäre Ausbildung dann noch schamlos als “Investition” zu bezeichnen... naja, ich resigniere.

Ich persönlich habe ein großen Teil meiner Jugend in den USA verbracht und bin während der Middel- und High-School immer davon ausgegangen, mein Studium eines Tages durch Stipendien und Kredite selbst finanzieren zu müssen – also eine persönliche Investition zu tätigen. Auch ich spiele mit dem Gedanken einen weiteren Lebensabschnitt im Ausland zu verbringen... doch nicht ohne zumindest auch im Hinterkopf zu haben, dass ich der Gesellschaft zumindest meine Ausbildung schuldig bin, wenn nicht viel mehr.

Für alle im Interview angesprochenen Probleme hat Herr Kuschke auch keine Antworten, was ihm nicht zu verübeln ist – ich habe ja auch keine – aber wenigstens kann man versuchen nicht Teil des Problems zu werden. Es sollten schleunigst Kreditfinanzierte Studiengebühren eingeführt werden, dann wären wir “Plünderer” wie Herrn Kuschke wenigstens früher los.

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10. April 2006 14:17

Einzige Möglichkeit

Thomas Wirth (thomas.tw.wirth)

Leider ist der von Pawel Kuschke angestrebte Weg die Einzige Möglichkeit für gut ausgebildete Deutsche, um Ihre Rente zu sichern und ein Einkommen zu verdienen, das international ihrer Qualifikation entspricht.
Meine Fallstudie: 30, Dr. rer. pol, vormals bei einer deutschen Grossbank, vor zwei Jahren Auswanderung in die Schweiz.
Vorteile:
- Sicheres Renten-System mit kapitalgedeckter Betriebsrente,
- Im Schnitt kann jeder, der mit entsprechender Qualifikation in die Schweiz auswandert, sein Netto-Einkommen aufgrund geringerer Steuern / Sozialabgaben und höherer Gehälter ungefähr verdoppeln. Ca. 20 % höhere Lebenshaltungs-Kosten wiegen diesen Vorteil nicht auf.
- Keine Beschimpfung als s.g. "Besserverdienender",
- Besseres Wetter und schöne Landschaft
Nachteile: Keine.
Wer den ersten Stein wirft, sollte sich selber fragen, ob er nicht auch gehen würde, wenn er die Möglichkeit hätte.
Ich bin nicht der Einzige - Momentan gehen aufgrund der Globalisierung, dem Rentensystem und der besseren Arbeitsbedingungen immer mehr hoch Qualifizierte ins Ausland. Es bleiben letztlich nur die, die
a) nicht gehen können aufgrund mangelnder Qualifikation
b) Nicht gehen wollen, da sie aus persönlichen Gründen gehindert sind oder noch nicht erkannt haben, dass "Patriotismus" ein Begriff des letzten Jahrhunderts ist.

Ich wünsche Hr. Kuschke alles Gute in seiner neuen Heimat und bestärke ihn bei seinem Entschluss !

Dr. T. Wirth

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10. April 2006 14:10

Ist Idiotie eine neue Philosophie?

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Ich lese im Internet in 6 Sprachen,aber zu diesen Geadanken aknn ich nur sagen:wenn Idioten philosophieren...
Was der junnge man studiert besagt scvhon eineges.Wer zum Kuckuk braucht Ostasienkunde?Das ist soviel Wert,wie Kunsthistorie zu studieren.
Soll er mal in Singapure versuchen:sich eine Zukunft aufzubauen...(Die Stadt ist sit voll von reichen Gebaeuden,Banken-Paleasten und Luxhotels.Die Menschen wie Du und ich wohnen is Wohnblocks,die den so geschmaeten DDR-Plattenbauten kaum das Wasser reichen koennten.(Und die so gross sein duerften,wie ...ich will lieber nichts schreiben).
Aber vielleicht wird er dort ein Bankier werden.Banken naemlich gibt es dort,wie Sand am Meer.
Man koennte sich Fragen wozu soviel Banken in einem so kleinen Staat?
Aber das koennte man auch ueber Banken auf Jersey und Guernsey fragen,wo auch die greosten deutschen Banken eine Niederlassung haben(so wie auch in Singapure).Man muss ja doch noch Steuern sparen duerfen,nicht wahr?Fuer sich und fuer die Klienten(Offshore Methoden).
Der junge Mann sollte lieber den Vertrag mit seinen Traeunem kuendigen...
Aber in 2 Jahren kann der weiche Teil seines Schaedels ja noch zuwachsen...

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10. April 2006 14:09

habe gekündigt

Gerrit Schwarz (Gerrit2150)

Der junge Herr hats verstanden. Mit dem Vorschlaghammer auf die Strasse zu gehen ist leider gesetzeswidrig. Die politische Debatte wird auf dem Niveau von Christiansen Plattitüden geführt. Land ist nicht in Sicht. Deutschland ist immernoch so satt, dass es sich nicht bewegen kann.

Also bleibt uns nur der passive Widerstand. Ich arbeite im Ausland wie circa ein viertel meiner "jungakademischen" Bekannten. Die anderen haben in der Regel ein gaaanzz tolles Praktikum, natürlich unbezahlt. Einer sogar bei der FAZ.

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10. April 2006 13:47

Emigranten wählen nicht!

Ben Hur (titopoli)

Diese Entwicklung hat Prof. Heinsohn in seinem Kursbuchartikel "Finis Germaniae" deutlich beschrieben. Und auch die Konsequenz für die Zurückgebliebenen, die es nun wieder ein wenig schwerer haben werden. Dies wiederum hat zur Folge, daß die nächste "Gruppe" auswandert, ......

Ich denke, daß die ökonomische Nutzentheorie hier angewandt werden kann.

Gefährlich ist, daß die Auswanderer nicht mit Plakaten durch die Straßen marschieren, sondern still und heimlich verschwinden. Wie die Firmen. Man merkt es erst, wenn sie schon länger weg sind, wenn es zu spät ist.

Aber Politik reagiert nur, wenn der Druck der Straße da ist oder Wahlen vor der Tür stehen. Emigranten wählen nicht!

.

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10. April 2006 13:40

Schulbildung entschädigen?

Stefan Sedlaczek (sedlaczek1)

Herr Kuschke und mit ihm viele andere hätten eine kostenlose Ausbildung "genossen", heißt es immer wieder. Das ist nicht ganz richtig. Es sind genau ALLE, die eine staatlich besorgte Schulausbildung bekommen, (selbst die Privatschulen haben staatliche Vorgaben umzusetzen und werden staatlich beaufsichtigt), und zwar zwangsweise.

Anstatt von Auswanderern irgendwelche Leistungen zurückzufordern, sollte der Staat die seinem Bildungssystem zwangsweise zugeführten Menschen für die gestohlene Zeit und die schlechte Behandlung entschädigen.

Solange die Dinge in Deutschland nicht so gesehen werden, sondern á la DDR die Freiheitsliebenden eingesperrt werden sollen, braucht man sich über Auswanderungswünsche nicht wundern. Und wer kann, sollte schleunigst gehen, denn die vielen Nationalisten und Sozialisten in Deutschland werden diese Freiheit wohl nicht mehr lange zulassen.

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10. April 2006 13:36

Gut so

Klaus Jeziorkowski (Jeziorkowski)

Ja, er hat recht. Sogar eine Nachricht wie die vom Rücktritt Matthias Platzecks bestätigt ihn noch. Warum gibt es bei uns so viele Ältere, die eine Dreifachbelastung glauben übernehmen zu „müssen“, drei Jobs, für die drei Frauen oder Männer da sein sollten? Was denkt ein Arbeitsloser, wenn die Überfunktionäre in Wirtschaft und Politik sich so unentbehrlich vorkommen, daß sie unter dekorativem Stöhnen die Arbeit von dreien oder fünfen tun, und für ihn, den Arbeitslosen, nicht mal ein Job übrig ist. So bedeutend und genial können diese Vielarbeiter und Pöstchenhamsterer doch gar nicht sein, daß sie den anderen, die auch gerne arbeiten würden, an Arbeit gar nichts mehr übrig lassen. Aus diesem Land auszuwandern, ist sicherlich das Beste. Ich würde es allerdings auch den Vielfachfunktionären dringend empfehlen, auf einer fernen Pfefferinsel über ihren verheerenden und egoistischen Arbeitskapitalismus nachzudenken. Und die Politik, die diese Multifunktionäre betreiben, ist in ihrer Qualität auch entsprechend katastrophal, weil sie für kein wichtiges Detail wirklich Zeit haben zum Nachdenken. Wie soll Pawel Kuschke in dieser verkorksten Gesellschaft einen Platz finden? Wahrscheinlich müßte seine Generation auch hier einmal so auf den Putz hauen, wie es in Frankreich geschieht.

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10. April 2006 13:23

Kündigung

Michel Deutsch (ulrich.deutsch)

Sollte einer meiner Söhne so argumentieren, würde ich ihn sofort enterben.

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10. April 2006 13:11

Verständnis !!

Okay Krandaoglu (mado1)

Einen jungen Menschen, der noch voll in seiner Ausbildung steckt ohne Hoffnung auf das was ihn danach erwartet kann ich gut verstehen.
Die Probleme die wir zur Zeit in Deutschland haben betreffen meistens junge Menschen (Arbeitslosigkeit, Sozialreform, Bildungsmisere, usw.)
Eine sichere Existenz kann man sich in Deutschland schon lange nicht mehr wie vor 20 Jahren aufbauen. Es wird eine viel größere Flexibilität von der Jugend erwartet zu der man in der Vergangenheit selber nicht bereit war.
Was benötigt wird ist Perspektive in jeder Hinsicht - vor allem aber Perpektive für die Jugend und für deren Zukunftsaussichten.
Es kann wirklich nicht angehen das man in Deutschland, eine noch immer gute Ausbildung erhält, und dann ins Ausland abwandert weil hier die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmen.

okay krandaoglu

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10. April 2006 13:11

Seht zu, wie ihr alleine klarkommt...

Marc Müller (Krzyzak)

Bei solch einem Beitrag reißt mir die Hutschnur. Schade, daß die FAZ diesem Studenten eine solche Plattform bietet.
Ich selbst bin Student, 27 Jahre und studiere im 8. Semester Politikwissenschaften und mittlere und neuere Geschichte (Deutschland und Polen) in Göttingen. Für mich stellt sich ebenfalls die Frage, was ich nach meinem Studium machen soll. Fest steht für mich, daß ich zwar einige Jahre nach Polen gehen werde um dort meinen Dr.Phil zu machen und mich für die deutsch-polnische Versöhnung einzusetzen, danach aber wieder nach Deutschland zurückkommen werde. Ich sehe meine Zukunft hier in diesem Land, das die Generation meiner Großeltern zu einer wahrhaften Demokratie aufgebaut hat und in dem ich u.a. meine Wurzeln habe.
Wie soll es denn mit Deutschland bergauf gehen, wenn immer mehr qualifizierte, gebildete Menschen dieses Land verlassen?
Diese "seht zu, wie ihr alleine klarkommt" Haltung des Herrn Kuschke ist leider weit verbreitet.
Wir als junge Bürger der Bundesrepublik Deutschland müssen uns für dieses Land einsetzen und dürfen es nicht den hetzenden Massen überlassen. Wir müssen uns politisch, in demokratischen Parteien, organisieren und unsere Zukunft, auch die unserer eventuellen Kinder in diesem Land sehen.
Mitmachen ist gefragt. Weglaufen ist keine Lösung.

Marc Müller


PS: Aus gegebenem Anlass untersage ich es der Redaktion von stoertebeker.net diesen Text auf ihre Homepage zu übernehmen.

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10. April 2006 13:10

Generationenvertrag

Franz Josef Hoelken (Hoelken)

Herr Kuschke studiert bisher ohne einen eigenen finanziellen Beitag. Die Basis dazu hat die von ihm geschmähte Generation gelegt. Es ist schon erstaunlich,dass Menschen in unserem Staat alle Annehmlichkeiten in Anspruch nehmen, aber sobald sie von der Gesellschaft gefordert werden kneifen sie und flüchten vor jeder Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft

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10. April 2006 13:09

Liebe FAZ.net Redaktion

Stefan Schmidt (StSchmidtSG)

Bitte leiten Sie den Wortlaut des Interviews und aller dazu eingegangenen Lesermeinungen doch einmal an die einschlägigen Verantwortlichen weiter. Gemeinhin herrscht ja die Auffassung, dass diese Politikerkaste in einem Elfenbeinturm vor sich hin schlummert und am wahren Leben nicht mehr teilnimmt. Vielleicht läßt sich der eine oder die andere doch aufwecken...

An dieser Diskussion läßt sich übrigens auch sehr anschaulich die unterschiedliche Mentalität zwischen uns Deutschen und unseren französischen Nachbarn beobachten. Dort ist die Fähigkeit zur Erzeugung öffentlichen Drucks auf die Politik wohl ausgeprägter.

Nicht, dass ich die Wirkung dieser Forums kleinreden möchte - aber das Thema gehört in eine breitere Öffentlichkeit. Nur, wer außer der FAZ bietet Herrn Kuschke und nicht nur den Blüms und Münteferings dieser Welt ein geeignetes Forum? Sabine Christiansen etwa?


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10. April 2006 13:03

Ich kündige den Generationenvertrag”

Hans-Joachim Harbisch (bisquitking)

Ich bedaure sehr, dass so ein Sozialbanause wie Sie ausgrechnet in der Stadt studiert, in der ich lebe und in der viele Menschen unter Bedingungen in den letzten 50 Jahren gearbeitet haben, von der sich so ein Eierschaukler wie Sie keine Vorstellungen machen kann.
Wenn Sie von Kündigung eines Vertrages sprechen, in den Sie noch nicht einen Cent eingezahlt haben, dann ist dies schon sehr merkwürdig. Bis jetzt nämlich haben Sie dem deutschen Steurzahler nur extrem auf der Tasche gelegen. In Ihrem Falle würde ich dafür plädieren, eine Studiengebühr sofort einzuführen und die Jahresgebühr für Ihre nächsten zwei Jahre zu vervierfachen.
Dann würden Sie wenigstens etwas von dem zurückzahlen, was Sie der Allgemeinheit bisher gekostet haben.
An dann einen Freiflug an die chinesische Grenze, verbunden mit einem dauerhaften Einreiseverbot in die Bundesrepublik.


Und nun schon jetzt gute Reise!

Compadre

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10. April 2006 13:00

Typisch Deutsch und auch wieder nicht

Patrick Seidler (PatrickSeidler)

Es ist sicherlich typisch Deutsch, zu jammern, aber das ist anderswo genauso...
Ich studiere selbst seit mittlerweile 2 Jahren in Schweden und habe auf jeden Fall eine Sache beschlossen: Ich werde alles daran setzen, nicht wieder nach Deutschland zurückzukehren. Nicht, weil ich nicht den Willen besitze, etwas in meinem eigenen Land zu bewegen, doch weil es in Deutschland praktisch unmöglich geworden ist, das Land voranzubringen. Oft werde ich hier gefragt, warum ich mein eigenes Land nicht so mag, wie vielleicht andere ihre Heimatländer. Ich habe bis heute keine präzise Antwort gefunden. Doch Pawel kommt dem ganzen schon sehr nahe. Ich für meinen Teil sage, dass ich nur ca. 80 Jahre zu leben habe, in dieser Zeit meine Familie auf einen erfolgreichen Weg gebracht haben möchte und selbst am Ende sagen möchte, du hast das Beste getan für dich und für die Menschen, die dir wichtig sind. Das ist alles, was ich brauche, um glücklich zu werden, doch dieses Glück, das sagt mir ein inneres Gefühl, werde ich nicht in Deutschland finden. Und in Sachen Generationenvertrag: Meine Eltern haben immer alles getan (und weniger der Staat), um mir alles zu geben, was ich nur erträumen kann, und sie haben mich so erzogen, dass ich das gleiche tun werde, wenn sie mich einmal brauchen. Und das gleiche hoffe ich, an meine Kinder weitergeben zu können.

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10. April 2006 12:54

Die Augen verschließen und gehen ist keine Lösung

Karl Jürgen Happ (kjhapp)

In der Analyse stimmen ich Herrn Kuschke zu,

- wir leben in Deutschland seit Jahren über unsere Verhältnisse
- die Situation in Deutschland wird nicht besser nur durch eine andere Regierung.
- die Schere in der Gesellschaft klafft von Jahr zu Jahr weiter auseinander
- ein Land, das nur nach dem Gesichtspunkt "was bringt m i r das" regiert wird und in dem sich alles aus betriebswirtschaftlicher Sicht rechnen muß, läutet selbst sein Totenglöckchen.

Schauen wir doch einmal ca 20 Jahre in die Zukunft.
Die Deutschen - insbesondere die höheren Schichten - bekommen keine/kaum Kinder. Das Bildungsniveau wird drastisch sinken. Die Zugereisten mit den höheren Kinderzahlen werden in den Schulen nicht nur die Mehrheit an Kindern stellen, sondern in dramatischer Weise die deutsche Kultur verändern.

Was dem entgegenwirken könnte ist eine Politk der Zuversicht. Sämtliche Sach-Subvention abbauen. Firmen sollten Insolvenzrücklagen zahlen.

Und vor allem: Parlamentarier sollen Verantwortung für ihre Entscheidung übernehmen. z.B. bei nicht ausgeglichenem Haushalt mit Privatvermögen haften. Das stärkt die hinteren Reihen und entmachtet Lobbyisten.

Dazu braucht Deutschland junge Kräfte, die diese Aufgabe in Angriff nehmen und mit langen Atem den aufreibenden Weg mit Idealismus gehen.

Ich wünche Deutschland daß sich viele hierfür engagieren, daß die öffentlichen Abgaben sinken und sich Privatleute auch wieder leisten können, Dienstleistung zu kaufen

Karl Happ

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10. April 2006 12:31

Ich kündige den Generationenvertrag...

Kei Müller (keimue)

Durchaus interessant! Ich bin ebenfalls 20 Jahre alt und studiere im 4. Semester Maschinenbau. Das Bild der Ratten zu bemühen, die als erste das vermeintlich sinkende Schiff verlassen, ist hier möglicherweise etwas unangebracht, kam mir jedoch unmittelbar nach der Lektüre des Interviews in den Sinn. Die blühenden Landschaften Australiens oder Neuseelands bzw. asiatischer Zwergenstaaten also sollen es sein, Inbegriffe der verklärten Idylle für viele meiner Altersgenossen, begehrte Ziele für orientierungslose Rucksacktouristen, die sich in den Weiten des australischen Outback verlieren möchten. Sollten Sie indes für Kaugummis mangels Verschreibung Stockschläge beziehen oder bald in einem kommunistisch-turbokapitalistischen Land leben wollen, so steht Ihnen auch dies natürlich frei. Ihre "Kündigung" ist keine Absage an Deutschland, sondern ein Zugeständnis an Ihre Bequemlichkeit, eine Flucht aus Furcht vor dem eigenen Unvermögen, welche ich bei der Oberflächlichkeit Ihrer Aussagen wohl auch teilen würde. Verspüren Sie kein bisschen Euphorie, wenn Sie an kommende Herausforderungen denken? Glauben sie nicht an Veränderung aus eigener Kraft? "Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehen. Den letzten werde ich vielleicht nicht vollbringen, doch versuchen will ich ihn!". Diese Einstellung scheint Ihnen wohl völlig fremd. Es stimmt: die Leitsungsfähigen gehen. Aber die Schwachen flüchten.

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10. April 2006 12:27

Nur die Spitze des Eisbergs

B. Keim (bkeim)

Die von Herrn Kuschke geäußerte Meinung ist leider kein Einzelfall, sondern nur die Spitze eines Eisbergs. Dieser Eisberg verkörpert eine Generation, welche die Diskussionen leid sind, die nicht zu dem fundamentalen Politikwechsel führen, der längstens überfällig ist.
Wen wundert's?
Die erste Klage der Alten ist natürlich, dass sich hier jemand höchst unsolidarisch verhält. Nur, wo blieb die Solidarität dieser Alten vor dreißig Jahren, als man daran ging permanent mehr auszugeben als einzunehmen und die Defizite über Schulden finanzierte? Der Schuldendienst für diese Defizite ist heute der Teil im Staatshaushalt der Neuinvestitionen stark zurückdrängt. Und diese Situation wird sich in den nächsten Jahren noch erheblich verschärfen.
Ist es die Blauäugigkeit der Politik oder die ihrer Wähler, die zu dieser verheerenden Situation geführt hat?
Ärgerlich ist es, wenn hier Stimmen auftauchen, die den Jungen die Emgration vorzugsweise verbieten würden, oder wenn, dann nur nach Rückzahlung der Investitionen die der Staat in sie getätigt hat. Dieses Argument wurde in der DDR auch verwendet, um den Menschen das Auswandern zu verbieten. Im Dritten Reich nannte man dies "Reichsfluchtsteuer". Ärgerlich, wenn hier zu solcherlei Gedanken mancher Beifall klatscht.

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10. April 2006 12:20

Was 1989 geklappt hat, kann wieder funktionieren!

Erol Bilecen (Bilecen)

An alle diejenigen, welche gerne eine (finanzielle) Mauer um Deutschland hochziehen wollen, damit möglichst viele mit dem Schiff untergehen:
Gott sei Dank haben unsere Politiker in ihrem Streben nach einem grossen Europa nicht wirklich begriffen, was sie da (aus ökonomischer Sicht) tun: Sie vereinfachen die Mobilität, stärken die Konkurrenz der Gebietskörperschaften (Länder, Regionen) untereinander und zwingen sich mittel- bis langfristig selbst zu mehr Effizienz.
Alle, die jetzt Reformen wollen, dürfen nicht nach Strafen für diejenigen, die gehen, verlangen. SIE sind diejenigen, die den wirklichen Druck ausüben, der auch verstanden wird. Das hat 1989 übrigens schon einmal geklappt.
Da "Voice" in dieser Demokratie der Besitzstandswahrer (Rente mit 65 und nicht später! Keine 2h mehr pro Woche im öffentlichen Dienst! etc.) keine Chance hat und "Loyalty" nur mit in den Untergang führt, ist "Exit" die einzige Möglichkeit, dem "Management" klarzumachen, dass man mit ihnen und ihrer Politik nicht einverstanden ist. Wenn ich einen Laden oder ein Restaurant nicht gut finde, gehe ich ja meist auch einfach nicht mehr hin.

Wie gesagt: 1989 hat es schon einmal geklappt, warum sollte es nicht wieder funktionieren? Nach einem echten Reformumbruch sind diese so dringend benötigten intelligenten Leute sicher wieder schnell hier und helfen mit.

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10. April 2006 12:09

Schämt Euch!

gus holler (gus.holler)

Es ist doch unglaublich, wie dreist hier einigen in ihren Beiträgen einen jungen Menschen für das eigene Wohl verhaften wollen. Vaterlandsflucht war ein Drohinstrument eines anderen - längst untergegangenen - Staates, der nicht in der Lage war, den Bürgern eine Zukunft aufzuzeigen.

Und Solidarität von einer jungen Generation zu fordern, die - außer ideologisch diffuser - Schulbildung nichts erhalten hat, ist mehr als dreist. Solidarität verlangen kann doch nicht der, der zeitlebens mehr ausgegeben hat als er verdient hat - warum sonst wäre der Bundeshaushalt so rot. Und veranwortlich ist die Generation, die diese spendablen Politiker zugelassen hat.

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10. April 2006 11:57

Gleiche Situation Gleiche Meinung

Joachim Kehr (Joachimkehr)

Ich Stimme Pawel generell zu auch wenn ich es nicht ganz so negativ sehe.
Ich habe aber auch vor Europe nach meinem Studium zu verlassen da ich es genausowenig einsehe wie Pawel warum ich helfen soll den Karren aus dem Dreck zu ziehen wenn sich der Grossteil der aelteren Bevoelkerung weigert flexibler zu werden und mehr Risiko zu wagen (durch z.B. flexiblere und zum teil auch laengere Arbeitszeiten, weniger Kuendigungsschutz etc). Genauso geht es vielen anderen Deutschen Studenten die ich kenne. Dazu muss ich aber auch sagen das viele von uns nicht leichten Herzens unserem Land den Ruecken kehren, denn wir sind schliesslich Deutsch und wuerden auch sehr gerne unseren Teil dazu beitragen Deutschland wieder auf vordermann zu bringen. Aber wenn die 30, 40, 50 und 60 Jaehrigen nicht bereit sind Ihren Teil zu leisten, gerade weil diese Generationen zum Teil fuer unsere heutigen Probleme verantwortlich sind, dann sehe ich auch nicht ein warum wir noch unseren Teil beitragen sollen.
Da ich nicht in Deutschland studiere und hier auch nur kurz zur Schule gegangen bin, glaube ich das dieses Argument hier auch wegfaellt.

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10. April 2006 11:57

Das sinkende Schiff

Jürgen Lensing (t_klei03)

Herr Kuschke plant völlig richtig, auch wenn seine Argumentation nicht immer ganz schlüssig ist.

Wenn die guten leute gehen, gehts mit Deutschland sicher bergab. Ich möchte da nicht mitgehen. Solidarität hin oder her, ich werde meine Existenz und die meiner Kinder nicht an das Schicksal deutschlands ketten.

Deutschland fehlt Flexibilität, das betrifft vor allem auch die Bevölkerung und nicht nur die Politik.

Es ist ungerecht, seine Top-Ausbildung in Deutschland zu erhalten und dann zu gehen. Aber wer behandelt mich gerecht? Der Generationenvertrag? Viel zahlen, nichts zurückbekommen. Die Großkonzerne? Schlechte Bezahlung und Rationalisierungen bei steigenden Gewinnen.

Da will ich nicht der Dumme sein.

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10. April 2006 11:49

Was kann man da nur sagen?

Erol Bilecen (Bilecen)

ER HAT RECHT!

Herr Kuschke spricht mir einfach zu 100 Prozent aus der Seele.

Wichtig finde ich auf einen Punkt hinzuweisen, der in solchen Diskussionen gerade von ökonomischen Laien gerne übersehen wird: Herr Kuschke spricht über die Allokation von Ressourcen, welche in Deutschland gelinde gesagt als suboptimal bezeichnet werden kann, während die Masse nur noch auf die Distribution schaut. Der Staat als ewige Illusion, auf Kosten der anderen leben zu können. (Bsp: Herr Beck, der öffentliches Fernsehen als kostenlos bezeichnet und dabei die Zwangsabgaben übersieht...)

Wenn nun manche Vorhaltungen machen, die Jungen würden ja von dem Vermögen der Alten leben, ist das doch eine sehr einfache Sicht der Dinge. Denn die junge Generation hat im Restaurant des Lebens ein normales Essen bestellt, bekommt von der Küche aber noch ein paar Extras dazu, die dann später dicke auf der Rechnung auftauchen.

Ich werde bald selbst (aus familiären Gründen) auswandern. Ein schlechtes Gewissen lasse ich mir deswegen nicht einreden, denn meine Eltern haben dank Ihres unermüdlichen Einsatzes als Selbstständige (60-Stunden-Woche etc.) genügend Steuern gezahlt, um die Subventionen abzugelten, mit welchen wir "zwangsbeglückt" wurden.

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10. April 2006 11:30

Ich kündige den Generationenvertrag.

Michel Deutsch (ulrich.deutsch)

Wenn hier einer von Kündigung spricht, sollte das der deutsche Staat tuen.

Und zwar sollte diesem Herrn gekündigt werden.

Aber zuerst sollte dieser Herr alle Leistungen, die er bis dato vom deutschen Steuerzahler erhalten hat, zurückzahlen.

Ich finde, er verhält sich parasitär. Erst will er noch mehr Leistungen vom Staat erhalten und dann auswandern.

Ich gehe mal davon aus, daß er noch Eltern hat, die nicht auswandern und später mal eine Rente erhalten wollen.

Die sollen dann die Anderen bezahlen.

Da er Ostasienwissenschaft mit Schwerpunkt Wirtschaft und Chinesisch studieren will, sollte er doch sofort nach Peking auswandern. Dort kann er vor Ort lernen was Kommunismus und Sozialismus auf chinesisch bedeutet.

Aber er sollte sich unterstehen, irgendwann wieder um Einwanderungserlaubnis zu bitten.

Das geht dann so wie in der GKV. Einmal ausgetreten, immer ausgetreten.

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10. April 2006 11:24

Trotzdem: Kinder statt Finca!

Jörg Gondermann (joeyyy)

Nun ja, ich bin 44 und habe drei Kinder (12, 10, 1) und zwei Ex-Frauen, die von mir "sozial abhängig" sind.

Ich zahle Steuern, Sozialversicherung, Alimente und nachehelichen Unterhalt - von meinen ca. 6.000 Euro Brutto (monatlich) für meine 50- bis 60-Stunden-Wochen bleiben mir exakt 870 Euro zum Leben (für Miete, Essen, Fahrtkosten, Urlaub mit den Kindern, etc.).

Wenn meine Exen wieder arbeiten gehen und der nacheheliche Unterhalt für die erste (vielleicht) wegfällt, werden mich meine älteren Kinder auf Studienunterhalt verklagen.

Wenn die Kinder dann ausstudiert haben, wird mich der Staat auf Unterhalt für meine Eltern verklagen.

Wenn die dann tot sind und ich aufhören möchte zu arbeiten, werde ich von einer leeren Rentenkasse hören, dass ich doch schon seit 30 Jahren privat hätte vorsorgen können.

Meine Kinder werden dann mit Kuschke im Ausland leben und mir vielleicht hin und wieder einen kleinen Scheck für die Arztrechnungen schicken.

Dennoch stehe ich zu meiner Verantwortung und denke, dass ein in Kinder investiertes Leben sinnvoller ist als ein in Porsches und Fincas investiertes. Und eine Woche mit Kindern und Fahrrad auf dem Grünen Ring um Hannover kann erlebnisreicher sein als die gleiche Zeit mit Robinson-All-Inclusive in Ägypten.

Schließlich muss ich am Ende ja doch alles irdische zurücklassen und nehme nur mein Gefühl mit, ein sinnvolles Leben gehabt zu haben. Und was sinnvoll ist, muss glücklicherweise noch jeder selbst für sich definieren.

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10. April 2006 11:21

Verständlich

Bernd Löhr (tholomaz)

Was bleibt da hinzuzufügen? Der Bruch liegt nur darin, dass D um seine Investition in den jungen Mann betrogen wird. Ich bin selbst deutlich zu früh aus dem Arbeitsleben ausgeschieden und habe den geplanten Absprung nach Kanada verpasst, weil ich letztendlich noch einmal aus familiärer Rücksicht voll in Deutschland investiert und im wesentlichen verloren habe.

Es verbleibt mir meinem 16-jährigen Sohn zu raten. Bei nüchterner Betrachtung ist es für einen begabten und leistungswilligen jungen Mann besser sein Glück in geeigneten anderen Regionen zu suchen, was nicht heißt, dass in Deutschland nichts mehr drin ist. Aber man muss schon verdammt hoch klettern, um zu etwas zu kommen, und lange genug oben zu bleiben ist bei Kontinuität der bestehenden Verhältnisse schier unmöglich. Das Gesamtrisiko ist auch für 'High Potentials' enorm, es sei denn, man reussiert im öffentlichen Dienst.

Die einzige Lösung ist, dass Öffentlichkeit und Wirtschaft sich darauf einstellen, dass das Berufsleben in allen zumutbaren Fällen um acht bis 10 Jahre real (mit Arbeit!) verlängert wird und damit das Verhältnis von Arbeitsleben zu Ruhestand wieder hergestellt wird.

Wenn man aber die +50Generation ausmustert und die jungen Leistungsträger fortgehen, wird Deutschland zum Liquidationswert übernommen werden, da der ehemalige Goodwill zum Teufel geht. Das vorhandene Vermögen ist überall woanders in der Welt mindestens so gut aufgehoben.

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10. April 2006 11:16

Nicht alles schwarz sehen!

Andreas Seidl (ASeidl)

Diese Empfehlung möchte ich noch einigen Foristen mit auf den Weg geben.

Ich bin seit 15 Jahren im internationalen Projektgeschäft tätig und war auch schon für längere Zeit im Ausland. Mir sind überall Deutsche begegnet, die im Ausland leben und arbeiten. Viele Auswanderer und ihre Nachkommen arbeiten dort für Deutsche Firmen und tragen damit vielleicht mehr zum Erfolg der Wirtschaft des Exportweltmeisters bei, als so macher Inländer.

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10. April 2006 11:15

Danke für diese wahren Worte!

Robert Prätzler (RobertPraetzler)

Herr Kuschke spricht mir und meiner Frau aus der Seele. Hätten wir andere Berufe, auch wir verließen Deutschland lieber heute als morgen.

Unsere Politikerkaste ist einfach nicht zu sinnvollen Reformen in der Lage. Altpolitiker wie Norbert Blüm scheinen jeden Sinn für Realität verloren zu haben, wenn sie die Rentenversicherung für richtig und vernünftig erklären.

Wenn ich als Privatmann ein System etabliere, bei dem später Eintretende für die Leistungen an früher Eingetretene zahlen, dann heißt dieses System Schnellballsystem, und es handelt sich um strafbaren Betrug. Wenn der Staat ein genauso funktionierendes System einrichtet, dann heißt es Rentenversicherung. Weitere Kommentare sind überflüssig.

Ach ja, ich bin Mitte 30, und ich zahle sündhaft hohe Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, wie meine Frau auch. Das würde mich nicht stören, wenn ich den Eindruck hätte, das Geld werde sinnvoll verwendet. Die Wahrheit ist aber leider, dass es mit vollen Händen zum Fenster herausgeworfen wird. Fast der gesamte Bundeshaushalt dient unproduktiven Zwecken, vor allem Sozialer Sicherheit (allein über 70 Milliarden Zuschuss zur Rentenversicherung) und Schuldendienst...wie wollen wir denn das erst machen, wenn auf einen Arbeitnehmer zwei Rentner kommen?

PS: Wenn meine Frau aufhören würde zu arbeiten, wäre der Einnahmenverlust von Staat und Sozialversicherung höher als der Einnahmenverlust unseres Haushalts. Kann das jemand logisch begründen?


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10. April 2006 11:14

Geld für Ausbildung ist keine Subvention

Andreas Rudolf (arudolf)

Wenn man die Komentare hier sieht, dann kann man bei einigen wieder nur mit dem Kopf schütteln. Die zur Verfügung gestellten Mittel für die Ausbildung von jungen Menschen wie Herrn Kuschke sind --keine-- Subvention sondern Investitionen. Unterm Strich bekommt der Staat auf lange Sicht mehr raus als er den jungen Leuten gegeben hat. Die meisten Ausgaben des Staates generieren diesen Mehrwert aber nicht.

Ich gehöre zur "Babyboomer" Generation (Baujahr 66) und halte die Aussagen von Herrn Kuschke für legitim. Es liegt an uns ( Babyboomern) in diesem Staat noch etwas zu bewegen. Die Jungen sind ja bereits in der Minderheit.

A.Rudolf

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10. April 2006 11:12

Wer im Glashaus sitzt

Birgit Schmidt (Chayra)

Herr Kuschke bemängelt das unsolidarische Verhalten der älteren Generation und zieht daraus den Schluss, dass er nicht darunter leiden möchte. Er möchte auch eigentlich den Arbeitslosen und Armen nichts wegnehmen und bemerkt zu Recht, dass nur eine gute Bildung eine echte Chance darstellt. Er hat offenbar das Privileg der guten Bildung genossen - und was ist die Konsequenz daraus? Er flieht ins Ausland, weil er nicht bereit ist, das, was er schon bekommen hat, auch anderen zu ermöglichen. Er flieht ins Ausland, weil ihm seine eigenen Angelegenheiten wichtiger sind als das Gemeinwohl. Er flieht ins Ausland, weil ihm ganz offenbar egal ist, dass durch den Wegzug der Bildungselite das Land noch mehr ausblutet als es es ohnehin schon tut.

Bei allem Verständnis für seine Lage und bei aller eigenen Wut auf die jahrzehntelange politische Misswirtschaft - jemand, der sich selbst in diesem Maße unsolidarisch und egoistisch verhält hat beileibe kein Recht, der Vorgängergeneration unsolidarisches Verhalten vorzuwerfen.

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10. April 2006 11:11

Was ist schon fair?

Michael Klueter (mklueter)

Mit welcher „vollständigen“ Generation wurde jemals ein Leben lang fair umgegangen? Kriegsgeneration, Aufbaugeneration, Sandwichgeneration, Singlegeneration ...? Das ganze ist doch immer eine Gratwanderung, die wir hier in Deutschland noch besser zum Wohle aller, selbst der Ärmsten, meistern als die Zustände/Aussichten in vielen anderen Ländern sind und sein werden. Bei den genannten Zielen handelt es sich um die sog. Allzeit-Traumländer.

An der Praktikums- und Probezeitmentalität muss sich sicherlich etwas ändern, wenn wir wieder Akademikerkinder haben wollen. Da fällt mir auch kein Gegenargument ein.

Die Bildungsausgaben Indiens und Chinas mögen Traumzahlen sein, angesichts dessen, wo man dort erst noch hingelangen will – und welchen Eliten sie in diesen Ländern zu Gute kommen, müssen wir den Vergleich aber noch (!) nicht scheuen. – Sind Wirtschaftswissenschaften vielleicht zur Zeit ein Modestudium und deshalb die Hörsäle voll? Bei Ingenieuren und Naturwissenschaftlern sieht es doch ganz anders aus.

Ob die jungen Menschen zukünftig bei uns wirklich überlastet werden, mag ich so nicht prognostizieren, obwohl ich Vater von drei Kindern bin. Aber unser Generationenvertrag sieht bisher so aus, dass ich sie – wie meine „Kleine-Polizeibeamten-Eltern“ mich und meine vor 25 Jahren junge Familie –soweit das geht, auch finanziell noch unterstützen werde, wenn sie ihre – hoffentlich – Familien gegründet haben. Und das neben den normalen öffentlichen Abgaben. In wievielen Länd

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10. April 2006 11:01

Erheiternd

Andreas Seidl (ASeidl)

hier schreibt einer, daß er gerne auswandern möchte. Tatsächlich fehlen ihm noch so einige Semester. In diesen Jahren kann sich einiges ändern und ganz anders darstellen.

Was aber wirklich erheiternd ist, ist so mache Entrüstung in diesem Forum. Gleich kommt das Geschrei nach dem Motto "Ja darf denn der das", "man muß das verbieten oder bestrafen" wieder hoch. Hier lebt die Mentalität der DDR weiter, eine Mauer um die Freiheit der Menschen zu bauen. Auch dort hat es nicht funktioniert, trotz Schießbefehl.

Also meine Damen und Herren, mäßigen Sie sich. Es gab in Deutschland schon viele Auswanderungswellen und das Land existiert immer noch!

Interessant ist jedoch, welches Bild Herr Kuschke von Deutschland zeichnet. Hier würde mich interessieren in wie weit dieses Bild in der Generation der 16 bis 40 jährigen verbreitet ist. Statt zu verbieten und zu bestrafen sollten wir analysieren und lernen um unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu halten.

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10. April 2006 10:51

Anpacken statt gehen

Anja Bringewsky (A_Mustermann)

Ich, 21, kann der Position von Herrn Kuschke nicht zustimmen. Sicherlich treffen viele der von ihm genannten Probleme zu, Auszuwandern kann jedoch nicht die Lösung sein. Ich finde man sollte sich lieber mit den Problemen auseinandersetzen und probieren sie zu ändern. Wenn man davor wegläuft, verändert sich nichts. Dass sich sowieso nichts von heute auf Morgen ändert ist wohl klar, aber wie auch, wenn die Leute nur meckern und keine brauchbaren Vorschläge machen. Ich bin selbst politisch aktiv und weiß wie schwer es ist die Leute erstmal nur zu erreichen. Die meisten wollen ja gar keine anderen Meinungen hören, bzw. schon garnicht die der Politiker und machen sich auch nur selten sie Mühe mal drüber nachzudenken. Wie hat J.F Kennendy so schön gesagt: Frag nicht was dein Land für dich tun kann, sondern frag was du für dein Land tun kannst! Vielleicht sollte man sich diesen Satz mal ein wenig mehr zu Herzen nehmen, Deutschland würde es gut tun!

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10. April 2006 10:44

Ausbildungskosten zurückzahlen

Wolfgang Mielke (Motte151)

Ich schlage vor, schnell ein Gesetz zu schaffen, dass Auswanderungswillige dazu zwingt, Ihre Ausbildungskosten sowie eventuelle Sozialleistungen an die Gemeinschaft zurückzuzahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Mielke

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10. April 2006 10:40

Welcher Vertrag? Ich, 22, stimme zu.

Jonathan Koch (J_Koch)

Ich finde es bezeichnend, wenn junge Leute, die sich im Umfeld Deutschland/ EU eine Meinung bilden, zu solch einem Fazit gelangen. Die Rentner, die jeden Monat mehr auf der hohen Kante haben, als ein Stationsarzt, der in 24h Schichten Leben rettet, wird es auf Mas Palomas wenig treffen, befürchte ich.
Wo das hinführt? Weg.

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10. April 2006 10:38

Generationenvertrag

Hubert Gossens (Gossens2)

Werter Student,
Lediglich Ihr Alter von nur 20 Jahren schützt Sie als Entschuldigung für Ihre Dummheit und Beschränktheit.
Duisburger Raffke könnte man sagen.
Unfähig zu beurteilen, was die sog. Alten seit Kriegsende geleistet haben. Das werden Sie nicht leisten auch wenn Sie 3 Leben hätten. Alles was Sie sind und haben, ist von den Alten erarbeitet.
Sie haben bisher nur gekostet und nichts geleistet.
Es ist nur beruhigend zu wissen ( und ich hoffe, wenigstens das machen Sie wahr) daß Sie aus Deutschland verschwinden, auf immer.

Hubert Gossens, Krefeld

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10. April 2006 10:35

Ich kündige

Werner Eickhoff (WernerEickhoff)

Herr Kuschke sollte gleich gehen, nicht erst nach dem Studium.

Das hat nichts mit der Macht der Alten zu tun, die eingschränkt gehört.

Die Jungen haben mehr Chancen, weil sie billiger sind.

Herr Kuschke wird sich noch einige blutige Nasen holen, wenn er ins Ausland geht.

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10. April 2006 10:31

Welcher Vertrag? Ich, 22, stimme zu.

Jonathan Koch (J_Koch)

Ich habe eine sehr ähnliche Wahrnehmung und finde das bezeichnend, wenn junge Leute um die 20, die sich in Deutschland/ EU versuchen eine Meinung bilden, zu so einem Schluss kommen.
Wo das hinführt? Weg.

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10. April 2006 10:28

Auswandern - aber wohin?

Fionn Huber (fionn)


Auslanderfahrung kann jeder gut brauchen, resp. ist heute ein Muss sogar. Die Deutschen (wie die Schweizer) gelten weltweit als gut ausgebildete Menschen. Aber nach Singapur, Herr Kuschke, wo ein 12-Stunden Tag keine Seltenheit ist?

Eher nach New Zealand wo 3 Millionen Menschen den Lebensraum mit 30 Millionen Schafen teilen? Oder wenn nach Australien, denn Perth?

Zur Info, heute erschien die Liste "Best Cities of the World
2006" (high GDP, low unemployment, societies adhering to traditional values):

1. Zürich
2. Genf
3. Vancouver

auch Bern, Frankfurt, Düsseldorf und München liegen unter den Top Ten! Ist die Arbeitslosigkeit in Frankfurt, D'dorf und München viel tiefer also, als anderwo in Deutschland??

F. Huber




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10. April 2006 10:06

Auf Kosten der Älteren leben?

Jürgen H. Lietz (kritiker3)

Herr Kuschke sollte sich mal fragen, ob er und andere junge Leute bisher nicht auf Kosten der älteren Generation gelebt haben. Die junge Generation lebt eindeutig besser und kostenaufwendiger als Generationen vor ihr und lebt damit wie ihre Eltern über ihre Verhältnisse, was die Staatsfinanzen betrifft. Auch die Jungen sind an den steigenden Schulden des Staats mit ihrem Anspruchsdenken und ihren Ausgaben beteiligt.

Ist es nicht auch Egoismus, die Schuld der älteren Generation zu geben, dass er nicht gravierend besser leben kann als z.B. seine Großeltern, die viele Entbehrungen auf sich genommen haben, um Kinder groß zu ziehen?

Es ist zu wünschen, dass Herr Kuschke im Alter nicht nach Deutschland zurückkehrt, um hier zu Lasten von Sozialtransfers zu leben, wenn sein Leben im Ausland nicht so verläuft, wie er es sich jetzt erträumt.

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10. April 2006 09:50

Generationenvertrag

Markus Teuber (arathorn)

Die Postion von Herrn Kuschke ist nachvollziehbar.Und er durchaus Recht.In der Tat gibt es in Deutschland sehr,sehr viele Rentner und Pensionäre,die eben nicht am "Hungertuch" nagen (im Gegensatz zu anderen,insbesondere älteren Frauen mit ganz geringer Rente).Es handelt sich hier oftmals auch um Renterehepaare,die beide Renten/Pensionen aufzuweisen haben,die 2000,- bis 4000,- Euro oder mehr betragen.Wie sonst sind die vielen Reisen zu erklären,die so manches Renter/Pensionärs-Ehepaar Monat für Monat bestreiten.
Ich bin bis zum Studium in einer Stadtrandsiedlung aufgewachsen,die Ende der 60er/Annfang der 70er Jahre entstanden ist durch (auch vom Staat gefördertes) Hausbauen.Heute leben dort in der Hauptsache Rentner/Pensionäre,durchaus mit guten Renten und Pensionen und das Wohneigentum ist auch schon bezahlt,sodaß die Rente/Pension für andere Dinge des Lebens reicht.Viele dieser Rentenehepaare haben es sogar vermocht,den Hausbau der eigenen Kinder noch zu bezuschussen.Solche Siedlungen gibt es viele in Deutschland.
Die Geschichte von der großen Masse der bedürftigen Rentner/Pensionäre ist -wie auch kürzlich eine Studie zeigte-in vielen Fällen eine Mähr.
Ich frage mich schon länger,warum nicht die einzelnen Renten/Pensionen betrachtet werden und bei den vielen guten Renten/Pensionen Abschläge vorgenommen werden.
Diese Empfänger würden trotz der Einbehaltungen nicht verhungern und der Jugend UND den wirklich (!) bedürftigen Alten täte es gut. Ist das wirklich so schwierig?

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10. April 2006 09:36

Zustimmung!

Stefan Schmidt (StSchmidtSG)

Als Angehöriger der "Sandwich-Generation" (45) und Vater eines Sohnes (14), der bald einer der netten Jungs aus der "Schrottpressen-Generation" sein wird, kann ich jede Aussage von Herr Kuschke bestätigen.
Jeder noch so kleine Versuch, aus diesem maroden Staatshaushalt ein wenig für die eigene sowie die Vorsorge der Nachkommen zu retten, wird unverzüglich mit einer staatlichen Maßnahme konterkariert, die alle so angesammelten Mittel auch noch abschöpft.
Eigentlich können Ersparnisse nur noch sicher unter der Matratze aufbewahrt werden - dann gibt es zwar keinen Ertrag und Inflationsverluste, aber zumindest keinen staatlich verordneten Substanzverlust.
Und was die Perspektiven der jungen Generation angeht: Zum Glück findet mein Sohn bereits jetzt einen Auslandsaufenthalt erstrebenswert. Wenn sich ihm dabei Perspektiven eröffnen, umso besser.
Ich werde ihm jedenfalls nicht vorwerfen sich aus der Verantwortung für seine Eltern gestohlen zu haben, wenn er dereinst in einem anderen Land über sein Leben in einem höheren Maße selbst entscheiden kann als bei uns.

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10. April 2006 09:30

nicht ganz so einfach

Andreas Termansen (andreastermansen)

Ich hatte mal das gleiche versucht, damals, noch aus der Doppel Demokratischen Republik. Inzwischen muss ich leider feststellen, dass die Bundesrepublik eine unglaubliche Aktivität in Gang setzen kann, wenn es darum geht Geld bei im Ausland lebenden Familienmitgliedern einzutreiben.

Wohl deshalb, weil sie wissen, dass da was zu holen ist. Es sind ja nicht die Leute mit Versorgungsmentalität, die emigrieren. Rücksicht auf geltendes Recht im Wahlland wird dabei nicht genommen, im Gegenteil. Der besagte Vertrag ist leider nur kündbar, wenn man gleichzeitig spurlos verschwindet.

So viel aus Dänemark

Andreas

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