17. Mai 2008

Oft gefragte Fragen

Bewerbungs-FAQs



Was ist unter "vollständigen Bewerbungsunterlagen" zu verstehen?
"Schicken Sie uns bitte Ihre vollständigen Unterlagen zu." Diesen Satz haben Sie bestimmt schon mal in einer Stellenanzeige gelesen. Dazu gehören:
- Anschreiben
- Lebenslauf
- Foto
- Schul- und Arbeitszeugniskopien
- Bescheinigungen und Zertifikate (z.B. über Qualifikationen, Weiterbildung)
- ggf. Referenzen
- selten: Handschriftenprobe, Arbeitsproben, Veröffentlichungen
Achten Sie auf die Reihenfolge. Das Anschreiben sollten Sie lose in Ihre Mappe legen - ganz oben auf Ihre restlichen Unterlagen.

Worauf sollte ich bei einer E-Mail-Bewerbung achten?
E-Mail-Bewerbungen werden immer wichtiger. Hierbei gelten dieselben Richtlinien wie bei einer schriftlichen Bewerbung. Machen Sie deutlich, auf welches Angebot Sie sich bewerben und nehmen Sie Bezug auf die Angaben im Stellenangebot. Sie sollten eine individuelle, auf den Arbeitgeber zugeschnittene Bewerbung aufsetzen: Verdeutlichen Sie ihm, was er davon hat, Sie einzustellen. Fassen Sie sich kurz. Achten Sie auf korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung. Wie bei einer schriftlichen Bewerbung per Brief sollte Ihre Bewerbung nicht zu flapsig oder in Alltagssprache formuliert sein.

Was ist unter "Initiativbewerbung" zu verstehen?
Blind-, Direkt-, kalte, aktive oder unaufgeforderte Bewerbung - es gibt einer ganze Reihe von Namen für die Initiativbewerbung. Gemeint ist immer derselbe Vorgang: Der Bewerber nimmt von sich aus Kontakt zu einem potentiellen Arbeitgeber auf. Personalchefs interpretieren diese Art der Bewerbung häufig als Hinweis auf eine hohe Motivation. Positiver Effekt: Mit Ihrer Bewerbung sind Sie keinesfalls einer von 100, 500 oder gar 1000 Interessenten, sondern haben keine oder nur wenig Konkurrenz.

Was zeichnet ein gutes Anschreiben aus?
Es soll Spannung erzeugen, Interesse wecken und Freundlichkeit vermitteln. Stellen Sie alle Argumente, die für Sie sprechen, kurz und knapp dar - es gilt, den Personalchef in wenigen Sätzen zu überzeugen. Faustregel: Das Anschreiben darf nur eine Seite lang sein.
Denken Sie daran, Ihren Ansprechpartner in der Anrede namentlich zu nennen. Gegebenenfalls sollten Sie sich vorab telefonisch informieren, wer beim potentiellen Arbeitgeber die richtige Kontaktperson ist. Achten Sie unbedingt auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Das Anschreiben lose oben auf Ihre Unterlagen in die Mappe legen.

Was ist beim Bewerbungsfoto zu beachten?
„Bild schlägt Text" ist eine alte Journalistenregel. Deshalb sollten Sie nicht irgendein Bild für die Bewerbung auswählen, sondern nur ein wirklich gutes von einem talentierten Fotografen. Größe: etwa 5,5 mal 4 cm oder auch etwas größer. Schwarz-Weiß-Fotos liegen im Trend. Lassen Sie mehrere Fotos machen, damit Sie eine Auswahl haben. Beraten Sie sich mit Partner und Freunden, auf welchem Foto Sie am sympathischsten wirken. Dieses dann auf den Lebenslauf bzw. auf das Deckblatt kleben.

Ist es sinnvoll, den Unterlagen Arbeitsproben beizufügen?
Denken Sie daran: Ihre kompletten Bewerbungsunterlagen sind bereits eine erste Arbeitsprobe. Gut formulierte und strukturierte Unterlagen sprechen für die Klarheit des Denkens und Ihre Art des Arbeitens. Arbeitsproben sind besonders in wissenschaftlichen und kreativen Berufen gefragt. Werbeleute zum Beispiel können auf eine Anzeigenkampagne hinweisen, Wissenschaftler einen Fachartikel, Architekten Pläne oder Modellfotos ihrer Projekte beifügen.

Was soll im Lebenslauf stehen?
Die wichtigsten Informationen und Argumente, die für Sie sprechen, werden im Lebenslauf in tabellarischer Form dargestellt. In der Regel erwarten Arbeitgeber den Lebenslauf in maschinen- bzw. PC-geschriebener Form. Folgende Punkte sollten im Lebenslauf enthalten sein: • Persönliche Daten
- Schulbildung
- ggf. Hochschulstudium
- Berufstätigkeit/-ausbildung
- ggf. berufliche Weiterbildung
- ggf. außerberufliche Weiterbildung
- ggf. Sonderinformationen (z.B. Auslandsaufenthalte)
- Besondere Kenntnisse (z.B. Fremdsprachen, EDV)
- Hobbys und Interessen
- Ort, Datum, Unterschrift
Übrigens: Der Lebenslauf darf ruhig länger als eine Seite sein.

Soll ich im Lebenslauf auch Hobbys angeben?
Hobbys im Lebenslauf zu nennen, kommt vielen Bewerbern absurd vor. Warum sollte ein zukünftiger Arbeitgeber wissen, was Sie in Ihrer Freizeit tun? Ein Verweis auf künstlerisches, soziales, ehrenamtliches und sportliches Engagement rundet das Bild Ihrer Persönlichkeit ab. Nennen Sie dieses, wenn es zum Arbeitsplatz paßt.

Welche Zeugnisse und Zertifikate sind der Bewerbung beizufügen?
Seitens der Personalchefs wird zwar immer wieder behauptet, daß Schulnoten oder Inhalte von Arbeitszeugnissen kaum Bedeutung für die Einstellung eines Bewerbers oder einer Bewerberin hätten, daß es letztlich nur auf Kompetenz und den persönlichen Eindruck ankomme. Trotzdem läßt sich nicht leugnen, daß Zeugnisse die Vorauswahl der Unterlagen beeinflussen. Daher sollten Sie diese als Kopie hinter Ihren Lebenslauf heften. Je aktueller das Zeugnis, desto weiter oben sollte es liegen. Machen Sie sich die Mühe und suchen Sie einen guten Copy-Shop auf.

Wie läuft ein Vorstellungsgespräch normalerweise ab?
Jedes Vorstellungsgespräch läuft nach einem mehr oder minder festen Muster ab. Ein typischer Verlauf gliedert sich in etwa 10 thematische Phasen:
1. Begrüßung und Gesprächseinleitung
2. Bewerbungsmotive und Leistungsmotivation
3. Ausbildung und beruflicher Werdegang
4. Persönlicher, familiärer und sozialer Hintergrund
5. Gesundheitszustand
6. Berufliche Kompetenz und Eignung
7. Informationen für den Bewerber
8. Arbeitsbedingungen
9. Fragen des Bewerbers
Natürlich kann die Reihenfolge variieren. Und nicht jeder Personalverantwortliche wird Sie nach Ihrem Gesundheitszustand fragen. Dennoch sollten Sie sich auf Fragen wie diese vorbereiten.

Welche Kleidung soll ich zum Vorstellungsgespräch tragen?
Es gibt klein Patentrezept für das richtige Bewerbungs-Outfit. Generell geht der Trend eher zu gediegenem, zurückhaltend-vornehmem Äußeren. Gefragt ist schlichte Eleganz. Grelles, schrilles Auftreten, auch zuviel Schminke, sollten Sie vermeiden. Vielleicht mit einer Ausnahme: Werbeagenturen oder die "Kunstszene".
Aber vergessen Sie nicht: Sie müssen sich in Ihrem Outfit wohlfühlen. Also ruhig vorher Probe tragen.

Bekomme ich Reisekosten für das Vorstellungsgespräch erstattet?
Ist das Vorstellungsgespräch für Sie mit Fahrt- oder Unterbringungskosten verbunden, gilt für die Erstattung folgende Regel: Bei einer Einladung übernimmt der potenzielle Arbeitgeber alle angemessenen Kosten, ob ein Arbeitsvertrag zustande kommt oder nicht. Nicht immer halten sich Unternehmen an diesen Usus. Sind Sie arbeitslos oder als Arbeitssuchender bei Ihrem Arbeitsamt gemeldet, erstattet ihnen im Ernstfall die Behörde die Kosten.

Was tun, wenn auf die Bewerbung keine Antwort folgt?
Dann ist es durchaus angebracht nachzufassen. Greifen Sie zum Hörer und erkundigen Sie sich freundlich nach dem Stand der Bewerberauslese. So bringen Sie sich noch einmal ins Gedächtnis und unterstreichen Ihr Interesse und Ihre Motivation. Aber bloß nicht vorwurfsvoll drängeln! Geduld gehört zu den Bewerbungstugenden.

Wie reagiere ich am besten auf eine Absage?
Die Gründe für eine Absage auf Ihre Bewerbungsunterlagen oder auf Ihr Vorstellungsgespräch können vielfältig sein. Ein Mitbewerber verfügte über eine bestimmte Schlüsselqualifikation oder hatte im Gegensatz zu Ihnen einen Auslandsaufenthalt vorzuweisen. Hat Ihre schriftliche Bewerbung nicht die letzte Runde erreicht, klemmen Sie sich ruhig mal ans Telefon und versuchen Sie mehr über die Auswahlkriterien herauszufinden. Das liefert Ihnen unter Umständen einen Wissensvorsprung gegenüber der Konkurrenz bei der nächsten Bewerbung. Falls Sie eine Absage erhalten: Nehmen Sie diese nicht persönlich.

Wie muß ein gutes Arbeitszeugnis aussehen?
Ein Zeugnis muß immer wohlwollend formuliert sein. So will es das Gesetz. Dies hat zur Folge, daß alle Formulierungen auf den ersten Blick positiv klingen. Zwischen den Zeilen lesen, lautet hier das Motto."Frau Meier zeigte für ihre Arbeit Verständnis und war mit Interesse bei der Sache. Dabei bemühte sie sich immer, allen Anforderungen gerecht zu werden." - Was gut klingt, heißt im Klartext: Frau Meier war eine faule Versagerin.
Kommen Ihnen Formulierungen in Ihrem Zeugnis "spanisch" vor, sollten Sie einen Experten um Rat zu fragen.

Was habe ich mir unter einem Assessment Center vorzustellen?
Das Assessment Center ist ein intensiver Einstellungstest und gilt als modernste Variante des Personalauswahlverfahrens. Es wird insbesondere bei der Nachwuchsauslese von Führungspositionen eingesetzt. Das Assessment Center kombiniert mündliche Aufgaben wie Präsentationsübungen mit schriftlichen Leistungs-, Intelligenz- und Persönlichkeitstests. Werden Sie zu einem Assessment Center eingeladen, sollten Sie sich auf einen ein- bis zweitägigen Aufenthalt und viele wachsame Augenpaare einrichten. Sie müssen alle Aufgaben unter der Beobachtung von in der Regel drei bis sechs Personen lösen. Sie haben Angst vor dieser Prüfung? Müssen Sie nicht. Assessment Center verlangen überwiegend eins von Ihnen: Selbstdarstellung. Und die ist erlernbar.

Was sind Recruting-Events?
Besuchen Sie Fachmessen, Kongresse, Tagungen und Vorträge. Nehmen Sie Ihre Visitenkarte und Ihre Bewerbungsmappe (eine Kurzversion reicht aus) mit. Falls Sie mit einem potentiellen Arbeitgeber ins Gespräch kommen sollten, sind Sie bestens gerüstet. So genannte Kontaktmessen sind eine relativ neue recruiting strategy der Arbeitgeber. Es handelt sich dabei um Veranstaltungen, bei denen insbesondere Großunternehmen sich darstellen und ihr Angebot Hochschulabsolventen und Berufseinsteigern präsentieren.

Was ist unter Networking zu verstehen?
Nichts ist erfolgversprechender als "Vitamin B" (= Beziehungen), um einen Traum-Arbeitsplatz zu bekommen. Ihre Chancen stehen also äußerst gut, wenn Sie eine der maßgebenden Personen Ihres Wunsch-Unternehmens kennen oder jemanden kennen, der jemanden kennt, der jemanden kennt ...
Die persönliche Empfehlung setzt natürlich voraus, daß Sie mit einflußreichen Leuten bekannt sind. Verfügen Sie noch nicht über ein solches Netzwerk von Beziehungen, dann sorgen Sie dafür, daß dieses entsteht - z.B. durch Verwandte, Bekannte oder Freunde.

Was versteht man unter sozialer Kompetenz?
Ihre Großmutter hätte von "Herzensbildung" gesprochen. Heute ist "Soziale Kompetenz" das Modewort der Personalbranche. Auf Neudeutsch bedeutet dies: Sie "können" mit anderen Menschen. Soziale Kompetenz umschreibt ihre Fähigkeit, zu anderen Menschen Beziehungen aufzubauen und mit ihnen zu kommunizieren. Dazu gehören Teamgeist und die Fähigkeit, auf andere zuzugehen. Auch die Kunst des Smalltalks ist Teil Ihrer sozialen Kompetenz. Für Ihren Arbeitgeber ist diese Fähigkeit von großer Bedeutung. Denn am Arbeitsplatz müssen Sie sich in bestehende Gruppen integrieren. Nur eine reibungslose Kommunikation ermöglicht schnelles und effektives Arbeiten.

Wann sollte ich im Rahmen von Bewerbungen telefonieren?
Die meisten Bewerber unterschätzen die Chancen, die sich aus dem gezielten Einsatz des Telefons im Rahmen der Bewerbung ergeben. Dabei liegen die Vorteile eines Telefonats auf der Hand: Durch einen Anruf kann man sich bereits im Vorfeld der Bewerbungsmappenauslese positiv von anderen Kandidaten abheben. Schließlich suchen die meisten Unternehmen heute kontaktfreudige und kommunikative Mitarbeiter. Ob als Rechercheinstrument eingesetzt oder einfach, um Kontakt zu halten: Ein gut vorbereitetes Telefongespräch kann unersetzliche Dienste leisten.