10. Oktober 2006 Papst Benedikt XVI. hat seine Vorlesung in der Universität zu Regensburg am 12. September mit Anmerkungen und kleinen Veränderungen des Textes vervollständigt. Eine Stelle seiner Ausführungen zum Verhältnis der Religion zu Vernunft und Gewalt hatte zu Protesten in der muslimischen Welt geführt.
Es ging dabei um ein Zitat des byzantinischen Kaisers Manuels II. aus dem Jahr 1391: Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten. Von diesem Zitat hat sich der Papst schon mehrere Male distanziert. Er bedauerte dabei, daß die Verwendung des Zitats religiöse Gefühle von Muslimen habe verletzen können; dies sei ein Mißverständnis und nicht seine Absicht gewesen.
Ehrfurcht gegenüber dem Koran
Bereits bei der ersten Veröffentlichung des Textes durch das vatikanische Presseamt am Tag der Vorlesung wurde darauf verwiesen, daß der Papst den Text noch ergänzen wolle, die vorliegende Fassung also nur eine vorläufige sei. Nun wurde ein wissenschaftlicher Apparat mit 13 Fußnoten nachgeliefert.
Zu dem kritisierten Zitat heißt es darin: Dieses Zitat ist in der muslimischen Welt leider als Ausdruck meiner eigenen Position aufgefaßt worden und hat so begreiflicherweise Empörung hervorgerufen. Ich hoffe, daß der Leser meines Textes sofort erkennen kann, daß dieser Satz nicht meine eigene Haltung dem Koran gegenüber ausdrückt, dem gegenüber ich die Ehrfurcht empfinde, die dem heiligen Buch einer großen Religion gebührt. Bei der Zitation des Texts von Kaiser Manuel II. ging es mir einzig darum, auf den wesentlichen Zusammenhang zwischen Glaube und Vernunft hinzuführen. In diesem Punkt stimme ich Manuel zu, ohne mir deshalb seine Polemik zuzueignen.
Unannehmbar schroffe Form
Außerdem verstärkte der Papst in fünf kleinen Textänderungen seine Distanz zu Worten des Anstoßes. Im ursprünglichen schriftlichen Text des vatikanischen Presseamtes hieß es über den Kaiser, er wende sich in erstaunlich schroffer Form an seinen Gesprächspartner. Nun heißt es als endgültiger Text, der Kaiser rede in erstaunlich schroffer, für uns unannehmbar schroffer Form.
Abgeschwächt wird auch der Eindruck, der Papst wolle sich mit der Unterscheidung eines frühen und späten Mohammed in die Exegese des Korans einmischen; allerdings nimmt Benedikt Ergebnisse der Koran-Forschung auf. Der frühe Mohammed habe, als er selbst noch machtlos und bedroht war, in Sure 2, 256 gelehrt: Kein Zwang in Glaubenssachen.
Text: hjf.. F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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