8. Wettkampftag bei den Paralympics

Gold für Willing, Silber für Popow

Vom Thron zu Gold: Martina Willing

Vom Thron zu Gold: Martina Willing

14. September 2008 Martina Willing von der SG Stahl Brandenburg hat die 13. Goldmedaille für das deutsche Team bei den Paralympics in Peking gewonnen. Die 48-Jährige siegte am Sonntag im Speerwurf mit 23,99 Metern vor Hania Aidi aus Tunesien und der Bulgarin Daniela Todorowa. Marianne Buggenhagen beendete ihre Ausnahme-Karriere mit dem achten Platz im selben Wettbewerb. Zuvor hatte die 55 Jahre alte querschnittsgelähmte Berlinerin Gold im Diskuswerfen und damit ihre 46. Medaille bei internationalen Meisterschaften geholt.

Im vorletzten Wettkampf der Handbiker über 48,4 Kilometer verpasste Max Weber vom TSV Obergünzburg (1:28,26 Stunden) den Sieg nur knapp. Nach vier Runden auf der Straße gewann der Schweizer Heinz Frei in 1:28,25 Stunden.

Popow lässig und großmütig

Silbermann im Goldtrikot: Heinrich Popow wurde über 100 Meter Zweiter

Silbermann im Goldtrikot: Heinrich Popow wurde über 100 Meter Zweiter

Stelzen-Sprinter Heinrich Popow hat die Silbermedaille über 100 Meter gewonnen. Der 25 Jahre alte Leverkusener wurde in 12,98 Sekunden Zweiter hinter dem ehemaligen Doping-Sünder Earle Connor aus Kanada (12,32), der damit die Nachfolge von Wojtek Czyz antritt. Czyz konzentriert sich in Peking wegen einer Fußverletzung auf den Weitsprung.

Der Weltranglisten-Zweite Popow verursachte zunächst einen Fehlstart, sprintete dann aber souverän zur Medaille und war zufrieden. „Gold war einfach eine Nummer zu groß. Der Kanadier läuft in anderen Dimension“, sagte der System-Administrator und scherzte anschließend: „Eine Prothese hat enorme Vorteile: Man hat keine Achillessehnenprobleme und keine Wadenkrämpfe.“

Einen bitteren Beigeschmack wegen der Doping-Vergangenheit Connors, der 2004 in Athen gesperrt war, sieht er nicht (siehe: Paralympics: Die Versuchungen werden größer). „Er hat eine Dummheit gemacht, die er als überragender Läufer gar nicht nötig hat, und er hat dafür bezahlt“, sagte der Leverkusener: „Aber er hat es mir erklärt und jeder hat eine zweite Chance verdient.“

Zweite Bronzemedaille für Maria Seifert

Bronze holte über 200 Meter die halbseitig gelähmte Maria Seifert. „Das war ein prima Abschluss. Ich bin überglücklich“, sagte die erst 17 Jahre alte Erfurterin, die bereits Bronze über 100 Meter gewonnen hatte.

Nach Silber über 200 m Lagen freute sich die Chemnitzerin Maria Götze ebenfalls über den dritten Platz über 400 m Freistil.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

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