9. Tag bei den Paralympics

Silberner Tag für Deutschland in Peking

Sportlich reichte es zu Silber - am grünen Tisch vielleicht noch zu mehr: Mathias Mester

Sportlich reichte es zu Silber - am grünen Tisch vielleicht noch zu mehr: Mathias Mester

15. September 2008 Die Rollstuhl-Basketballerinnen sowie die Kugelstoßer Mathias Mester und Birgit Pohl haben am neunten Wettkampftag bei den Paralympics in Peking jeweils Silber gewonnen. In einem packenden Match unterlagen die Europameisterinnen am Montagabend nur mit 38:50 gegen die hoch favorisierte Auswahl aus den Vereinigten Staaten.

„Unser Ziel war eine Medaille, das war heute nur noch die Kür“, sagte Mannschaftsführerin Annette Kahl (Hamburg). Die anfängliche Führung von 6:2 und 14:11 konnte das Team von Bundestrainer Holger Glinicki im National Indoor Stadium nicht verteidigen. Beste Werferin war Marina Mohren (Köln) mit 13 Punkten.

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Der Konkurrenz weit enteilt ist das Gastgeberland China, das bei den Behindertenwettkämpfen noch mehr auftrumpft als bei Olympia. Mit allein 17 Goldmedaillen erhöhten vor allem die starken Leichtathleten die Ausbeute an ersten Plätze am Montag auf 80. Großbritannien, das seine Sportler vor den Spielen 2012 professionell unterstützt, liegt mit 41 Goldplaketten auf Rang zwei. Das deutsche Team ist mit 13 Gold zwei Tage vor Ende der Wettbewerbe Zehnter.

Der dreifache Weltmeister Mester von Bayer Leverkusen, der am Montag seinen 22. Geburtstag feierte, musste sich bei den Kleinwüchsigen nur dem Griechen Paschalis Stathelakos geschlagen geben. Dieser stellte mit 11,75 Meter einen Weltrekord auf und übertraf Mesters alte Bestmarke von 11,36 Metern. Dritter wurde der Algerier Hocine Gherzouli. „Bei dem Griechen stimmen die Proportionen nicht, er entspricht nicht der Kleinwuchsnorm, er ist einfach nur klein“, sagte Mester, der von Speerwerferin Steffi Nerius trainiert wird.

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Für den deutschen Chef de Mission, Karl Quade, ist der Ausgang allerdings nichts Ungewöhnliches: „Es tauchen immer wieder Athleten auf, die man noch nie gesehen hat. Der Grieche ist normal gebaut, aber eben extrem klein. Vielleicht wächst er aus der Klasse raus, er ist ja erst 17.“ Stathelakos trat erstmals bei internationalen deutschen Meisterschaften in diesem Jahr in Erscheinung.

Bei den Frauen kam Birgit Pohl aus Gera, die eine schlaffe Lähmung beider Beine hat, im Kugelstoßen mit ihrer Saisonbestleistung auf Rang zwei. „Ich habe vor zwei Jahren mit dem Training begonnen, als ich eine Krebsoperation überstanden hatte“, sagte die 54 Jahre alte Wirtschaftlerin, die schon Bronze im Speerwurf geholt hatte. „Mein Alter ist natürlich ein Nachteil. Da bin ich sehr froh über die Medaille.“ Der Sieg ging an die Kroatin Antonia Balek, die ebenfalls einen Weltrekord aufstellte. Dritte wurde die Griechin Maria Stamatoula.

Ihre dritte Medaille nach Silber über 200 Meter Lagen und Bronze über 400 Meter Freistil verpasste die kleinwüchsige Chemnitzerin Maria Götze über 50 Meter Freistil als Vierte. Nach ihrer Bronzemedaille im Kugelstoßen ging Michaela Floeth (Leverkusen/ unterschenkelamputiert) im Diskuswerfen leer aus und kam mit einer Weite von 38,87 (1029 Punkte) auf Rang vier.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa

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