
Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass unsere Gene auch zu einem gewissen Grad unser gesellschaftliches Verhalten beeinflussen könnten? Im Tierreich kann man sehen, dass sich Tiere in einem gewissen Maße angeboren verhalten.

Dynamische „Dekonstruktion" als ein Vorgang des Abbaus und Wiederaufbaus von Ideen, Vorstellungen, Begriffen spielt bei der EVOLUTION der Evolutionstheorie(en) eine große Rolle: Im STRUGGLE FOR IDEAS (Kampf um Ideen) hat WADDINGTON in kultureller Evolution Erfolg: experimentelle Bestätigung durch Forschung zur EPIGENETIK. Neue epigenetische Spuren als Aufweis eines nicht mehr entzogenen „Nicht-Transzendenten“ belegen, dass das klassische Modell der Genotyp-Phänotyp-Unterscheidung um den EPIGENOTYP erweitert werden musste. Rückkopplungs-Mechanismen, homöostatische Einrichtungen für richtige Kanalisierung von Entwicklung haben schon antireduktionistisch arbeitende Evolutions-Forscher interessiert; nach Waddington Ernst MAYR (Synthetische Theorie), und Rupert RIEDL (Systemtheorie der Evolution). Das Thema MIKRO- und/oder MAKRO-Evolution wird neu debattiert. Begriffe wie „inneres Selektionsprinzip“, „innere Ordnung“, „alte Muster“, „geordnete Abläufe“, „Resistenz gegen Adaptierung“, „systemimmanente Ordnung“, „constraints“ und „epigenetische Fallen“, „imitatorischer Epigenotypus“ und „stochastisches Prinzip“ werden neu interpretiert. Das Streiten um die „Tatsache Evolution“ wird durch innovative „Meme“ angeheizt: Wahrheits-Findung.

Die Gen-Forschung ist ja voll "in", bringt viel Geld und lenkt von den umweltbedingten und gesellschaftlich verursachten Problemen ab. Ein Scherz am Rande: Hat schon jemand nach dem Staubsauger- und Putzwahn-Gen der Frauen gesucht? Wäre nobelpreiswürdig.

Mit „Der Darwin Code“ berichtet 3sat über den „Stand der Wissenschaft“ zur Evolutionstheorie. Rupert RIEDL (verst. 2005) war es nicht mehr vergönnt, den Beitrag „hitec: Gefährliche Mahlzeiten“ zu sehen. Nicht die alten Schlagwörter wie „natürliche Zuchtwahl“ & „Kampf ums Dasein“, „Selektion & Mutation“ machen anlässlich des C.R.D-Jahres 2009 die Runde: Zauberwort „EPIGENTIK“. Was wir „essen“ - auch geistige Nahrung – bestimmt laut „erweiterter Epigenetik“, welche Gene in uns an- und ausgeschaltet werden. Schalterstellungen können vererbt werden, wie die reanimierte (& junge) alte Wissenschaft „Epigenetik“ zeigt. 1942 definierte der Begründer der „EPIGENETIK” (Waddington) den Terminus als „the branch of biology which studies the causal interactions between genes and their products which bring the phenotype into being“. Epigenetik als Brücke zwischen „LAMARCKISMUS“ und „DARWINISMUS“ behandelte schon Evolutionsforscher RIEDL (Vater Bildhauer!), der die SYSTEMTHEORIE der EVOLUTION mitbegründete: Ausprägung von Merkmalen - Wirken & Steuerung durch Mechanismen der Gen-Regulation (Riedl: „epigenetisches System“ & „Landschaft“), durch innerorganismische Stoffgradienten & externe Faktoren. RIEDL stützte die „Evolutionäre Symmetrietheorie“.

Nahrung kann Gene ein- und ausschalten. Manche dieser Schalterstellungen sind mutmaßlich über mehrere Generationen vererbbar, so Forscher. Dass erworbene Eigenschaften auf eine nachfolgende Generation übertragen werden können, widerspricht der klassischen Evolutionstheorie und galt bislang in der Wissenschaft als absurd: LAMARCKISMUS-Verteufelung. In der 3sat-Reihe „Der Darwin Code“ wurde dokumentiert, wie DNA-Methylierungen aktive Gene einfach abschalten und langfristig bei eineiigen Zwillingen zu sichtbaren Veränderungen führen. Nicht allein Ernährung (mit Giften wie Alkohol etc.) kann die Funktion unserer Gene beeinflussen. Welches Gen aktiv ist oder nicht, zeigt eine Art Schaltplan, das so genannte Über-Genom oder EPIGENOM. Da aber auch UV Strahlung der Sonne, Stresshormone und andere UMWELT-Reize mehr (z. B. Schwerkraft, Radioaktivität, Hitze) negative oder positive Auswirkungen auf genetische Schaltpläne der Lebewelt haben können, wird von einem „Turboantrieb der EVOLUTION““ gesprochen. Im DARWIN-Jahr 2009 auch LAMARCKs Werk (von 1809) feiern schlug ich im www vor (Artikel googeln). Zu DARWINs Modell gehört EPIGENETIK als kulturelle „Mutante“ hinzugefügt; lamarckistische Gedanken, die C.R.D. zu unrecht immer abgelehnt hatte.

Wir ist es schon seit Jahren ein Graus, wie oberflächlich sich alles an "Gentechnik" festbeißt. Ich halte die Gentechnik nicht für das Nonplusultra, wie gerne dargestellt wird. Wahrscheinlich werden wir in einigen Jahren mit weniger technischen und finanziellen Aufwand (auch mit weniger ethischen Problemen!) "intelligenter" den "gewünschten/erforderlichen Phänotypus" herstellen können.

Das mehr als 60 Jahre alte EPIGENETIK-Konzept geht auf den britischen Biologen Conrad Hal WADDINGTON (1905-1975) zurück. WADDINGTON hat zu erklären versucht, wie ein bestimmter Phänotyp zustande kommt. Der Biologe hat die Genetik in die Embryologie eingeführt und durch Zusammenziehung der Wörter „Epigenese“ und „Genetik“ den Begriff „Epigenetik“ geprägt. Mit dem Phänomen EPIGENETIK wird deutlich, dass Organismen ihre Gene durch biochemische Veränderungen langfristig an- oder abschalten können. Diese epigenetische Programmierung der Gene kann an Nachfahren weitergeben werden. Die treibenden Kräfte der Evolution – bisher in MUTATION & SELEKTION gesehen – werden erweitert: Umwelt-„Wissen“ kann das Erscheinungsbild von Lebewesen beeinflussen, wobei es zum Imprinting kommt – das die Entstehung neuer Arten vorantreiben kann. Nach WADDINGTON bilden „feedback reactions from gene to gene, cytoplasm to gene, and cytoplasm to cytoplasm“ das epigenetische System einer Zelle. WADDINGTON vertrat als Begründer der „Systembiologie“ die These, dass das Wertesystem einer Person durch das bestimmt wird, was in der Kindheit in dieses offene Verhaltensprogramm eingebaut wird; siehe heute aktuell zur revolutionären SPIEGEL-Zellen-Diskussion; GOOGELN!