
Whaerend hier noch diskutiert wird was Einstein dazu sagen wuerde, wird sich irgendwo, in den USA, Korea oder in China schon jemand finden, der fuer uns die ES-Zelllinien herstellt. Wir koennen die dann kaufen.

...Einstein - übrigens ein religiöser Mensch, also Vorsicht! - hat noch viel mehr gesagt. Er war sich im Gegensatz zu einem anderen Ding auch nicht so sicher, daß das Universum unendlich wäre.... Sie plädieren also dafür, daß man nur mitreden darf, wenn man selbst als Forscher operativ involviert ist, oder vielleicht auch - wie so mancher valide Befürworter “liberalerer” Regelungen im Umgang mit Embryonen und “menschlichem Biomaterial” - auf diesem Sektor Geschäfte macht.
Früher nannte man so etwas “Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten” - eine Nomenklatur und Mentalität des kalten Krieges und der eisernen Vorhänge. Mit aufgeklärtem Denken hat so was nix zu tun, und auf diesem Boden gedeiht auch keine Wissenschaft, die ernsthaft an Erkenntnisgewinn interessiert ist - womit wir wieder bei Einstein (und natürlich auch Kant) wären... aber wahrscheinlich sind auch solche Betrachtungen völlig irrelevant.

Zum Beitrag von CarlosC
Wenn ich einer der von mir zitierten Embryos wäre, hätte ich zu diesem Thema vermutlich keine Meinung, denn ich wäre nicht geboren worden. Dies wäre aus meiner Sicht zwar bedauerlich aber für den Rest des Universums ohne Belang !
Mit dem Begriff "religiöse Kreise" meinte ich weniger die den diversen Religionen zugrundeliegenden Standardwerke (Koran, Bibel etc.) sondern die konkrete tägliche Ausprägung der Religionen. So wettert Meister Ratzinger qua Amts beinahe täglich gegen Abtreibung und Geburtenkontrolle aber - zumindest soweit ich weiss - höchst selten gegen die von mir zitierte Behandlung unserer "Mitgeschöpfe". (Nocheinmal: ich meine die tägliche Realität, nicht die dokumentarisch festgehalten Programmatik !)
Übrigens habe ich nichts dagegen, daß jeder an den Gott glaubt, den er für den Besten und Schönsten hält, dies ist Privatsache, nur endet meine Toleranz in dem Moment, wo dessen Gebote praktische Dingen die auch mich betreffen (wie z.B. der Forschung an Stammzellen zu medizinischen Zwecken) zu bestimmen versuchen.

Zitat: solange aber neue medizinische Methoden im Zentrum der Forschung stehen, ist mir die Zahl der dabei verbrauchten 128 Zellen Embryos nicht wichtig. /Zitat Ende.
Ich frage mich ob du die gleiche Meinung vertreten würdest wenn du eines dieser Embryos gewesen wärst ?
Zitat: Ein anderes Problem ist die maßlose Überhöhung des menschlichen Lebens, vor allem religiöse Kreise halten ernstlich eine einzelne befruchtete menschliche Eizelle für schützenswerter als einige hundert Hunde, die für Versuche "verwendet" werden oder tausende von Schweinen, die kreuz und quer durch Europa tranportiert werden. /Zitat Ende.
Das ist falsch, zumal der Bibel nicht entsprächend wenn wir beim Christentum bleiben. Die Christen glauben das Gott der Schöpfer aller Dinge ist. Wenn ich also seine Schöpfung mit Füssen trete, was ist mir dan Gott wert ?
Oder wie fühlt sich das für dich an: Du malst ein schönes Bild, das dir sehr gefällt.
Jetzt kommt ein Mitmensch, reißt es aus deinen Händen, wirft es zu Boden und zertritt es bis zur Unkenntlichkeit. Welches Verhältniss hat dieser Mensch zu dir ? Mag er dich ? Respektiert er dich ?
Liebe Grüße
Carlos

Ich denke es entspricht der natürlichen Entwicklung der Arten, daß eine Spezies die andere für Überlebenszwecke nutzt, also Löwe die Gazelle und der Mensch das Schwein ! Bis zu einem gewissen Grad verstehe ich hierunter auch unentbehrliche medizinische Versuche. Leider ist aber im Rahmen dieser Nutzung von Tieren dem Mensch der Respekt vor anderen Spezies weitgehend abhanden gekommen. (industrielle Verwertungsfabriken, Tiertransport etc.)
Ein anderes Problem ist die maßlose Überhöhung des menschlichen Lebens, vor allem religiöse Kreise halten ernstlich eine einzelne befruchtete menschliche Eizelle für schützenswerter als einige hundert Hunde, die für Versuche "verwendet" werden oder tausende von Schweinen, die kreuz und quer durch Europa tranportiert werden. Diese sogenannten "Lebensschützer" werden für mich erst glaubhaft, wenn sie in beiden Fällen gleich laut protestieren !
Sicher muß es Grenzen für die Stammzellenforschung geben, denn frankensteinsche Versuche mit Ersatzteillagern, Chimären oder Kunstmenschen wären unerträglich, solange aber neue medizinische Methoden im Zentrum der Forschung stehen, ist mir die Zahl der dabei verbrauchten 128 Zellen Embryos nicht wichtig. Besser diese Zellhaufen als auch nur 1 Tier !!

...man soll die Dinge so einfach wie möglich erklären, - aber nicht noch einfacher.
Und genau das passiert hier. Die typischen Leserzuschriften, die sofort wieder mit Ethik, Moral und Gott und die Natur herumspintisieren, zeigen, daß das hochkomplexe Thema in dieser rudimentären Phase der Grundlagenforschung völlig ungeeignet ist, Westentaschphilosophen zum Zerreden hingeschmissen zu werden.
Von den Schreibern hat garantiert noch keiner selbst mit Zellen, gleich welcher Art jemals gearbeitet. Kenntnisse in Genetik = NULL. Das Wissen stammt dann jeweils aus auf Kindersprache reduzierten Beiträgen in Pseudo-Geisteswissenschaftlichen Traktakten sektiererischer oder gutmenschiger Aufsätze.
Wenn jemand die Bedeutung DIESES Themas in DIESEM Artikel nicht im Ansatz beurteilen kann, dann sollte er nicht mit völlig irrelevanten ethischen Kategorien schon wieder einen Popanz aufzubauen.
Die Autoren der wissenschaftlichen Veröffentlichung haben völlig recht, daß sie "so lange gewartet" haben, ihre vorläufigen Ergebnisse zu publizieren. Sie haben quasi einen Konkurrenten als Gutachter gewonnen und der mußte, wenn auch ungern zugeben, daß an der Sache was neues dran ist.
Lasst die Wissenschaftler in Ruhe! Sie geben ihr Bestes.

Natürlich dürfen auch Tiere nicht willkürlich ausgebeutet werden. Dabei halte ich es für sehr schwierig und zweifelhaft hier Abstufungen in Bezug auf die Interessen der Lebewesen zu machen, wie dies der Utilitarismus tut. Denn die Aussagen, die wir über die angeblichen Interessen von anderen Lebewesen treffen können, sind stets diejenigen von Außenstehenden. Wenn man also menschliche Kategorien, wie das Empfinden von Schmerz u.ä. an andere Lebensformen anlegt, so kann man damit diesen nie gerecht werden. Es gibt nur eine Aussage, die wir mit relativ großer Sicherheit treffen können: Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das sich selbst reflektieren und damit überhaupt erst eine Ethik zu formulieren kann . Doch wie könnte diese von uns aufgestellte Ethik je für andere Lebewesen gelten, die diese weder nachvollziehen noch von ihren Kategorien erfasst werden können?
Wir können also nur einen klaren Trennstrich ziehen: Den zwischen ethischen und nicht-ethischen Wesen. Die Rechte der letzteren resultieren deshalb aus der folgenden Erwägung: Wir dürfen Tiere nur soweit zu unserem Nutzen einsetzen, wie es für uns notwendig ist. Ist Forschung an Tieren angesichts der gegenwärtigen Situation unserer Spezies notwendig? Ich meine ja.

Es kann keine Überraschung sein, daß die Wissenschaft bald in der Lage sein wird Menschen zu klonen. Wie dieses Wissen genutzt wird, ob zum Zwecke des therapeutischen Klonens oder möglicherweise im Sinne von Dr. Frankenstein, hängt vom Gewissen der betreffenden Forscher und deren ethischen, moralischen und gesetzlichem Umfeld ab.
Was mich allerdings wütend macht, ist das Geschwätz über die besondere Würde des Menschen und über den armen, schutzbedürftigen menschlichen Embryo, denn solange wir (ausgewachsene) Tiere aller Art für Versuche, Kommerz und Unterhaltung in beliebigen Mengen "verbrauchen" sind dies lächerliche, pharisärhafte Äußerungen. Mit noch so verschwurbelten Argumentationen, läßt sich kaum beweisen, daß Menschen aufgrund ihrer unsterblichen Seele in nach irgendeinem objektiven Maßstab wertvoller sind als unsere Mitgeschöpfe !
Wir haben lange gebraucht, um zu erkennen, daß wir nicht im Mittelpunkt des Universums stehen, diesen letzten Schritt sollten wir auch noch gehen.
Fazit: Die Stammzellenforschung bietet sinnvolle Optionen und sollte in festzulegenden Grenzen fortgesetzt werden und wenn dafür menschliche Embryos "verbraucht" werden, stört mich das nicht mehr als sicher ebenso sinnvolle Tierversuche !!

Ich denke man sollte eher vorsichtig sein mit der Behauptung, dass man nur eine wahre Meinung ueber Sachen haben darf, die einen direkt betreffen.
Diese Aussage ist einfach falsch. Wenn jeder nur ueber das eine Meinung haben darf, die ihn direkt betrifft, ist das nicht arg viel. Was gehen mich dann ab sofort die Aids Probleme in Afrika an? Was gehen mich die Menschrechtsverletzungen im Irak an? Was gehen mich dann ab sofort Umweltkatastrophen weltweit an, wo Menschen Hilfe brauchen?
Nach ihrer Theorie waere ich nicht direkt betroffen, braeuchte also keine Meinung. Das sehe ich ein wenig anders.
Allerdings ist es so, dass viele Menschen die moeglichen positiven Aspekte der Forschung nicht sehen, da sie nicht darueber nachdenken, was es fuer Kranke bedeutet, dies ist aber ein Fehler des Einzelnen.
Gruesse.

So ein Ersatzteillager waere nett, aber es geht nicht. Man koennte es mit eigenen Stammzellen machen, aber daran gibts kein Eigentum, es ist ein Zwilling.

...mit jedem möglichen Argument für oder gegen embryonale Stammzellenforschung.
Es gibt sehr viele moralische Argumente dagegen.
Aber solange man selbst und seine Lieben gesund und munter sind, ist es sehr leicht dagegen zu sein.
Die Entwicklung wird irgendwo auf der Welt immer weitergehen. Und irgendwann wird wohl noch sehr viel mehr möglich sein.
Menschen werden sich diese zu Nutze machen und tja...man müsste selbst betroffen sein, um eine echte Meinung abgeben zu können.

Es ist ethisch nicht vertretbar, einen Menschen zu Forschungszwecken seiner Würde und seines Lebens zu berauben. Und auch wenn es die utilitaristischen Strömungen unserer Zeit nicht anerkennen: Auch dem Embryo sind die gleichen Rechte zuzuerkennen, wie einem Menschen in einer fortgeschritteneren Entwicklungsphase. Denn hier ist nicht das Interesse des Embryos keine Schmerzen zu empfinden etc. maßgeblich, es ist im Gegenteil völlig trivial. Ethisch relevant ist vielmehr die Ausnahmestellung des Menschen in der Natur: Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das in der Lage ist sein eigenes Sein zu reflektieren und dementsprechend nach dem Sinn seines Lebens zu fragen. Dieser Sinn ist individuell. Für überindividuelle Institutionen ist er unauffindbar, niemand kann hier einen absoluten Wahrheitsanspruch reklamieren. Dementsprechend kann keine überindividuelle Gewalt dem Menschen einen Sinn seines Lebens aberkennen, auch wenn dieser noch nicht aufgefunden wurde. Sie darf ihn keinesfalls daran hindern, das Merkmal seines Menschseins, nämlich die Reflexion seines eigenen Seins zu vollziehen und den Sinn seiner Existenz für sich aufzufinden.
Die Wissenschaft dient dem Menschen. Eine Wissenschaft, die Menschen tötet, kann dies nie tun.