08. Juni 2003 Der Mensch hat sein Fell abgeworfen, um sich von Läusen, Flöhen und anderem Ungeziefer zu befreien. Diese Theorie ist jetzt von zwei britischen Wissenschaftlern entwickelt worden. Nach herrschender Lehre verlor der Frühmensch seine Körperbehaarung, weil es ihm in der afrikanischen Savanne zu heiß war.
Dieses Argument kann Prof. Sir Walter Bodmer von der Universität Oxford und Prof. Mark Pagel von der Universität Reading jedoch nicht überzeugen, weil die Nächte in Afrika oft bitterkalt sind. Sie glauben, daß die Behaarung vor einer halben Million Jahre nach der Erfindung von Kleidung und Feuer vor allem verschwand, weil sie die Übertragung von Krankheiten förderte. Nacktheit sei hygienischer.
Und außerdem läßt die Haarlosigkeit Zeit für wichtigeres als Haarpflege: Schimpansen verbringen den halben Tag mit der Fellpflege, erläuterte Pagel der Sonntagszeitung The Observer. Ohne Fell und die ganzen Parasiten darin konnten Männer und Frauen wertvolle Zeit und Energie sparen und für die Suche nach Nahrung und Unterkunft verwenden. Was allerdings aus der sozialen Komponente der Fellpflege geworden ist, lassen die beiden Wissenschaftler unbeantwortet.
Text: @cop
Bildmaterial: dpa