Stammzellforschung

Ohne Viren zu den „Ipsen“

Ausgangspunkt des neuen Verfahrens: Hautzellen

Ausgangspunkt des neuen Verfahrens: Hautzellen

06. Juni 2009 Bei der Herstellung von künstlichen, sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS), die als Substrat für die Erzeugung von menschlichem Ersatzgewebe medizinisch genutzt werden sollen, sind weitere Fortschritte zu verzeichnen.

In der Zeitschrift "Cell Stem Cell" (Bd. 4, S. 472) berichtet eine Gruppe von Forschern des Harvard Stem Cell Institute und um Robert Lanza von der Firma "Stem Cell and Regenerative Medizcine Internation" über ein schonendes Verfahren, aus menschlichen Hautzellen solche "Ipse" herzustellen: Die zur Verjüngung nötigen vier Proteine werden nicht als genetische Bauanleitung mit Viren in die Hautzellen eingeschleust, sondern als Proteine an andere Proteinen gekoppelt und eingeschleust, welche die Zellmembran der Hautzellen durchdringen und anschließend auf natürlichem Weg entfernt werden können.

Die Effizienz dieser Methode ist allerdings bisher noch deutlich schlechter als das Vorgehen mit Gentechnik. In der Zeitschrift "Nature" berichtet ein spanisch-amerikanisches Team über die Gewinnung und Gentherapie von iPS aus Patienten, die an der Erbkrankheit Fanconi-Anämie leiden. Die Hautfibroblasten wurden durch Gentransfer verjüngt und die so entstandenen Stammzellen durch Austausch des defekten für die Erbkrankheit verantwortlichen Genabschnitts "repariert". Auf diese Weise wurden 19 Stammzelllinien erzeugt, aus denen man gesunde Blutvorläuferzellen gewonnen hat.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP

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