05. August 2005 Die Mumie eines kleinen Mädchens, das vor 2000 Jahren sorgfältig in Bandagen gewickelt und mit Harz gefüllt worden war, liefert schärfere und detaillierte Bilder von einem Menschen aus dem alten Ägypten als je zuvor.
Mit einem neuen hochauflösenden Scanner gewannen Forscher der Stanford Universität und der Firma Silicon Graphics in Kalifornien das 35fache an Informationen, das ein älteres Scan-Verfahren der Mumie von Tutanchamun zu entlocken vermocht hatte.
Seit 1930 in amerikanischem Museum
Das neue Gerät zerlegte den Körper des Mädchens, das im Alter von vier bis sechs Jahren vermutlich an einer Magen-Darm-Erkrankung starb, in 200 Mikrometer dünne Schichten, wie Silicon Graphics am Freitag auf seiner Webpage erläuterte. Das Ergebnis waren 60.000 Einzelaufnahmen, die ein 3-D-Modell von faszinierender Genauigkeit liefern. Sherit, wie das Mädchen nach dem ägyptischen Wort für die Kleine genannt wird, liegt seit 1930 im Rosicrucian Egyptian Museum im kalifonrischen San José.
Ihre Eltern hatten Sherit alle Organe und Eingeweide entnehmen lassen. Diese wurden in eine Salzlake gelegt und in einem Gefäß zwischen die Beine der Toten gestellt. Dann wurde das Kind für die Reise ins Totenreich in einen Sarg gebettet.
Deutsche Technik im Einsatz
Für die Aufnahmen benutzten die Forscher einen Axiom-Scanner von Siemens, eines der fünf höchstauflösenden Geräte der Welt, sowie eine Software des deutschen Unternehmens Volume Graphics GmbH.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP