Weimar

DNA-Analyse: Kein Schädel von Friedrich Schiller in Fürstengruft

180 Jahre lang galt er als echt: Doch der Schädel im Friedrich-Schiller-Sarkophag in der Weimarer Fürstengruft ist nicht der Totenschädel des Dichters. Er war zunächst in einem Massengrab bestattet und später umgebettet worden. Dabei kam es offenbar zu der Verwechslung.

Lesermeinungen zum Beitrag

04. Mai 2008 11:55

Peinlich

Herbert Rohrer (100WorteReporter)

Diese Entdeckung ist doch ein wenig peinlich, oder nicht? Muss Weimar nun unter dieser Erkenntnis leiden?

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04. Mai 2008 10:35

Es irrt der Mensch, solang er strebt ...

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Der nackte Leichnam wird gefunden, und bald, obgleich entstellt von Wunden, erkennt der Gastfreund in Korinth die Züge, die ihm teuer sind. So oder ähnlich wird der Weimarer Magistrat gejubelt haben, als man die (vermeintlichen) Überreste Schillers fand, in die Fürstengruft verbrachte und auf ewiglich an prominentester Seite bestattete - sehr zur Freude des örtlichen Hotel- und Gaststättengewerbes. Da der Mensch jedoch stets nach Wissen strebt, war es nur eine Frage der Zeit und der Fortentwicklung der Natur des Wissens im goethischen Sinne, bis man auf den glorreichen Gedanken verfiel, die letzten Überreste Schillers einer gründlichen DNA-Analyse zu unterziehen. Das Ergebnis ist bekannt. Die Wissenden von Weimar sind nun um eine Erkenntnis reicher - aber auch um eine touristische Attraktion ärmer. Ich wage zu bezweifeln, dass es das wert war. Vielleicht hätte man besser an die Jahrhunderte alte Tradition der Reliquienverehrung in der Katholischen Kirche anknüpfen sollen. Da wird nichts hinterfragt, sondern geglaubt! ;-)

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04. Mai 2008 00:18

Welcher Schädel wo in der Erde liegt ist zweitrangig.

TOBIAS RÜGER (t.ruger)

Es zählt einzig das Werk, das Schiller hinterlassen hat.

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