Die Aufnahme zeigt die ersten embryonalen Stammzellen, die vor mehr als zehn Jahren in den Vereinigten Staaten erzeugt wurden.

Stammzellforschung

Jetzt schlägt die Stunde der Realisten

Der Fortschritt in der Stammzellforschung ist beachtlich. Mittlerweile können die Forscher Körperzellen zu Stammzellen reprogrammieren und brauchen keine Embryonen mehr. Doch der Weg zu Therapien könnte trotzdem noch lang sein. Von Volker Stollorz

Lesermeinungen zum Beitrag

23. November 2008 08:35

Therapien mit adulten Stammzellen seit mehr als 20 Jahren erfolgreich

Gertraud Kösters (koesters2)

Schade, dass Sie in oa Beitrag nicht darauf hinweisen, wie erfolgreich mit adulten Stammzellen aus Nabelschnurblut und aus Knochenmark seit Jahren therapiert wird. Ganz ohne ethische Bedenken bei der Gewinnung und Herstellung und Anwendung! Es gibt öffentliche Banken, die Stammzellen aus Nabelschnurblut gewinnen zur Anwendung bei fast 100 verschiedenen hämatologischen Erkrankungen. Würden diese Banken besser gefördert, könnten Aufrufe zur Knochenmarkspende kaum noch notwendig sein; leider können Anfragen nach Stammzellen an diese Banken nur zu 70% positiv erledigt werden. Eine weitere an Bedeutung gewinnende Methode der Stammzelltherapien ist die Autologe Anwendung, dh bei der Geburt wird Nabelschnurblut aus der Plazenta gewonnen und bei -190 Grad/Celsius eingelagert, bisher weltweit ca 1000000x. Eine Recherche der UFK Tech Uni München(Jacobs eta 2005) hatte ca 65 Anwendungen eigener adulter Stammzellen ergeben.2005 gab es ca 500000 eingelagerte eigene Stammzellpräparate und die ältesten Kinder waren gerade 10 Jahre. Forscher rechnen mit dem Einsatz eigener Stammzellen aus Nabelschnurblut auf eine Lebenszeit 1 zu200. Das sog Tissue enginiering (mitwachsende Herzklappe etc) ist nicht mehr fern..Alles mit ADULTEN STAMMZELLEN.

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18. November 2008 12:52

Stammzellen sind nicht nur embryonal zu gewinnen

Adrian Mondry (Mondry)

Der anstehende Regierungswechsel in den USA erweckt Hoffnung auf eine freiere Forschung- eingebunden in ethische Diskussionen, frei von fanatischer Doktrin. Zu dieser, von wohl den meisten Wissenschaftlern gewuenschten Art der Forschung und Diskussion muss aber auch die Bereitschaft gehoeren, Erfolge der Konkurrenz wahrzunehmen. Hier ist insbesondere die Therapie mit adulten (also aus dem erwachsenen Koerper stammenden Zellen), insbesondere auch autologen Stammzellen zu erwaehnen. Dass das die embryonalen Stammzellforscher nur ungern tun, ist politisch verstaendlich, wissenschaftlich und medizinisch aber beschaemend. So zeigte etwa eine brasilianische Gruppe um Juan Voltarelli im letzten Jahr, dass autologe Stammzelltransplantation bei den meisten der behandelten Patienten mit Diabetes Typ 1 erfolgreich war- die Patienten brauchten kein Insulin mehr zu spritzen, und einige der Patienten waren zum Zeitpunkt der Veroeffentlichung bereits rund drei Jahre lang insulinfrei. Die Fachveroeffentlichung erschien im Journal of the American Medical Association, einer der hoechst angesehenen medizinischen Zeitschriften weltweit.

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