18. April 2008 Nach fast 30.000 Jahren Schweigen haben die Neandertaler ihre Stimme zurückerhalten: Per Computer erzeugten amerikanische Wissenschaftler auf der Basis von Kehlkopfüberresten Laute des Steinzeitmenschen, wie die britische Fachzeitschrift New Scientist in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.
Verständigt hätten sich die Neandertaler ein bisschen anders als die heutigen Menschen, sagte der Anthropologe Robert McCarthy von der Florida Atlantic University dem Blatt. Denn der Stimmapparat des Frühmenschen habe keine sogenannten Quantenvokale bilden können, auf denen die gesprochene Sprache beruht.
Laut im Synthesizer erzeugt
Die Wissenschaftler stellten unter anderem mit einem Computersynthesizer nach, wie ein Neandertaler wohl ein e gesagt hätte. Im Vergleich zur Stimme heutiger Menschen erzeugte der virtuelle Neandertaler dabei einen Laut, der an ein kurzes Blöken erinnert. McCarthy und seine Kollegen nahmen für das Kehlkopfmodell versteinerte Fundstücke der Frühmenschen zu Hilfe, die in Frankreich gefunden wurden. Die Neandertaler lebten etwa 170.000 Jahre lang in Teilen Europas, Zentralasiens und des Nahen Ostens und starben vor etwa 28.000 Jahren oder früher aus.
Text: FAZ.NET mit Material von AFP
Bildmaterial: dpa
