Behandlung

Aids-Forscher setzen auf therapeutische Impfung

20. Mai 2003 Aids-Forscher setzen große Hoffnungen auf Impfungen gegen die Immunschwäche-Erkrankung. Die therapeutische Impfung gegen HIV nach einer Infektion habe in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt, sagte der Erlanger Mediziner Thomas Harrer auf dem 9. Deutschen Aids-Kongreß in Hamburg. Vor allem im frühen Stadium der Erkrankung sei die Impfung als Therapie wichtig. Tests mit verschiedenen Impfstoffen hätten gezeigt, daß Patienten dadurch ihre Immunabwehr gegen HIV steigern konnten.

Das Verfahren wecke zunehmend Hoffnung als Ergänzung zur Kombinationsbehandlung (HAART), sagte Harrer. Bei HAART seien zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen wie eine Umverteilung des Körperfetts und Herz-Kreislaufschäden zu beobachten.

Viele Impfstoffe "in der Pipeline"

Mit den neuen Impfstoffen solle das Immunsystem so stimuliert werden, daß es nach dem vorübergehenden Absetzen der Kombinationstherapie in der Lage ist, die Aidsviren in Schach zu halten, sagte der Professor aus Erlangen. Bisher hatten sich bei einer Unterbrechung der HAART-Therapie die Viren stets stark vermehrt, da das Immunsystem nicht mehr auf Aids-Abwehr getrimmt war. Wegen der zahlreichen Mutationen des Virus im Verlauf der Krankheit sei eine Impftherapie umso vielversprechender, je eher sie eingesetzt werde.

Der Hamburger Wissenschaftler Jan van Lunzen berichtete, es seien rund 100 derartige Impfstoffe „in der Pipeline“, aber erst einer in der klinischen Erprobung. Er wies auf die kommenden Möglichkeiten der Gentherapie hin. Im Labor sei es bereits gelungen, ein Gen in die T-Helferzellen des Immunsystems einzuschleusen, das ein Eindringen der Aids-Viren verhindert habe.



Text: @mg

 
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