24. April 2008 Aus embryonalen Stammzellen des Menschen haben amerikanische Forscher drei für Aufbau und Funktion eines Herzens wichtige Zellarten hergestellt. Dabei handelt es sich um Herzmuskelzellen sowie um Endothelzellen und glatte Muskelzellen, die für die Bildung der Blutgefäße benötigt werden.
Gordon Keller von der Mount Sinai School of Medicine in New York und seine Kollegen haben dazu der Stammzellkultur nach und nach verschiedene Wachstumsfaktoren – jeweils zu einem bestimmten Zeitpunkt – zugefügt. Die embryonalen Stammzellen entwickelten sich daraufhin in stattlicher Zahl zu Vorläuferzellen der jeweiligen Körperzellen. Die in der Petrischale weiter ausdifferenzierten Herzmuskelzellen begannen nach der Ausreifung wie im lebenden Herzen synchron zu schlagen.
Implantate verbesserten Herzleistung
Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature berichten, wurden die Vorläuferzellen nach der Transplantation in die Herzen von Mäusen in das vorhandene Herzgewebe eingebaut. Wucherungen, sogenannte Teratome, hat man keine gefunden. Um die Funktionstüchtigkeit der neuen Zellen zu prüfen, haben die Forscher insbesondere die künstlich hergestellten Herzmuskelzellen in Mäuseherzen implantiert, die durch einen künstlich herbeigeführten Infarkt an Herzschwäche litten.
Die Zelltransplantate führten nach einigen Tagen zu einer deutlichen Verbesserung der Auswurfrate des Herzens. Die Organe der Tiere, die die Retorten-Zellen erhalten hatten, vermochten im Schnitt etwa 31 Prozent mehr Blut in den Körper zu pumpen als die Herzen jener Mäuse, denen ausschließlich das Kulturmedium ohne Herzzellen übertragen worden war.
(doi: 10.1038/nature06894)
Text: jom
Bildmaterial: Lei Yang
