Von Catherine Grim
24. September 2008 Mit steigendem Alter nimmt die unbewusste Verarbeitung von Erlebtem während des Schlafes ab, was die schwindende Gedächtnisleistung erklären könnte. Zu diesem Schluss sind zumindest Forscher von der University of Arizona in Tucson aufgrund von Tierversuchen gekommen.
Carol Barnes und ihre Kollegen verglichen die Aktivität des Hippocampus von jungen und alten Ratten, während die Tiere in einem Labyrinth nach Futter suchten und während sie schliefen (Journal of Neuroscience“, doi: 10.1523/jneurosci.1265-08.2008). Der Hippocampus ist ein für das Lernen und Erinnern wichtiger Teil des Gehirns.
Schlafend durchs Labyrinth
Während des Schlafes wiederholt diese Hirnregion das Aktivitätsmuster, das sie bei Erfahrungen im Wachzustand hatte. Dieser Prozess trägt dazu bei, neue Erinnerungen ins Langzeitgedächtnis aufzunehmen. Die jungen Ratten erlebten die Futtersuche im Schlaf ein weiteres Mal, während die meisten alten Ratten keine unbewusste Verarbeitung zeigten.
Bei einem nachfolgenden Test zur räumlichen Erinnerung schnitten die jungen Tiere am besten ab. Doch auch diejenigen alten Ratten, die während des Schlafes die Futtersuche im Labyrinth nacherlebt hatten, konnten sich besser erinnern als ihre Altersgenossen, die keine Wiederverarbeitung im Schlaf aufgewiesen hatten. Die Wissenschaftler vermuten daher einen Zusammenhang zwischen der Erinnerungsleistung und der unbewussten Verarbeitung im Schlaf an, die beide mit dem Alter abnehmen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Humboldt Universität zu berlin