Stammzellenforschung

Die Rückkehr des Klonforschers Hwang

Hwang Woo Suk: Will er wieder “der Stolz Koreas“ sein?

Hwang Woo Suk: Will er wieder "der Stolz Koreas" sein?

18. August 2006 Nach dem spektakulären Skandal um seine gefälschten Stammzellstudien hat der südkoreanische Klonexperte Hwang Woo Suk seine Forschungsarbeit in einem privaten Labor wieder aufgenommen. Mit einem Startkapital von 2,5 Milliarden Won (rund zwei Millionen Euro) habe Hwang im Juli die „Suam Biotechnologie Institutsstiftung“ mit offizieller Genehmigung des Wissenschaftsministeriums gegründet, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Der von der Nationaluniversität in Seoul entlassene Tiermediziner muß sich derzeit vor Gericht wegen des Vorwurfs des Betrugs und der Veruntreuung von Forschungszuschüssen verantworten.

Der 53-Jährige, der lange als Forscher-Vorbild galt, konzentriert sich nach Angaben seines Anwalts zurzeit auf die mögliche Anwendung der Xenotransplantation, bei der Zellen oder ganze Organe von Tieren auf Menschen übertragen werden sollen. Hwang habe für die Arbeit in dem neuen Labor im Süden Seouls auch eine Gruppe früherer Universitätsmitarbeiter um sich versammelt, zitierte die Zeitung „Korea Times“ den Anwalt.

Schweine geklont

Er habe bereits eine Reihe von genveränderten Schweinen geklont. Hwang wolle später auch wieder in die Forschung mit geklonten embryonalen Stammzellen einsteigen, falls er die erforderliche Genehmigung erhalten sollte. Das Gesundheitsministerium hatte Hwang im März die Erlaubnis zur Forschung mit embryonalen Stammzellen entzogen.

Zwei Beiträge Hwangs für das Fachmagazin „Science“ aus den Jahren 2004 und 2005 hatten sich als Fälschungen erwiesen. Hwang und sein Team hatten zunächst behauptet, als weltweit erste Forscher menschliche Stammzellen aus geklonten Embryonen gewonnen zu haben. Später wurde Hwang für seinen Artikel über das angebliche Klonen maßgeschneiderter Stammzellen für Patienten gefeiert. Solche Stammzellen hatten nach Angaben der Ermittler jedoch niemals existiert.

Text: FAZ.NET mit Material von DPA
Bildmaterial: AP

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