
Ich finde es unglaublich, Menschen, die Gebärdensprache benutzen, als fuchtelnde Erwachsene zu bezeichnen. Dies diskriminiert einen Teil unserer Bevölkerung! Wer selbst Kinder hat, weiß, dass diese sich ganz natürlich über Gesten ausdrücken. Wenn man ihnen zusätzlich zu winke-winke noch weitere konkrete Gebärden anbietet, dann ahmen sie diese gern nach. Wer kennt das nicht: wie groß bist du? Wie gut schmeckt es? Das geschieht ganz spielerisch, eben auf die gleiche Art wie im Kindergarten auch Gesten beim Singen von Liedern integriert werden. Die zusätzliche Visualisierung der Sprache durch einzelne Gesten hilft einfach beim Lernen und Begreifen genauso wie beim Ausdrücken, wenn Worte noch fehlen oder noch nicht sehr verständlich sind. Jeder Mensch benutzt beim Reden seine Hände, dass ist ganz normal. Wenn dies im Umgang mit Babys und Kleinkindern bewusst geschieht, dann hilft es ganz sicher der kindlichen Entwicklung, der Eltern-Kind-Bindung und auch dem Sprechen lernen.

Wir haben mit unserer Tochter einige wichtige Zeichen geübt, wie "Trinken", "Milch" (also Mutterbrust), "Windel", "Essen".
Wir waren zu faul für mehr.
Unsere Tochter konnte aber mit diesen Zeichen sehr genau ihre wichtigsten Bedürfnisse ausdrücken. Das reduziert die Frustration beiderseits und hilft eindeutig dem Kleinkind.
Ob man mehr Zeichen / Wort braucht, kann ich nicht beurteilen, auf alle Fälle hindert es nicht die Sprachentwicklung, unsere Tochter plappert munter drauflos. Sie ist jetzt 2.
Die Zeichen stammen aus dem weiten Fundus der deuschen Gebärdensprache.